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triakel

mnd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

triakel m.

Bd. 22, Sp. 399
[]triakel, triaker, m. (f., n.), dasselbe wie theriak (s. teil 11, 1, 367); unter dieser wie unter der form dreiacker (teil 2, 1373) ist das wort bereits behandelt. das folgende bringt über das in den beiden artikeln mitgeteilte hinaus nachträge in bezug auf form, bedeutung und zusammensetzung.mhd. trîak, trîakel, drîakel; mnl. triakel, driakel, driacle, m., n.; nl. theriakel, triakel, f.; mittelengl. triacle; engl. treacle sirup; aus dem mnd. entlehnt ist an. tréhakl (Fischer lehnwörter d. altwestnord. 66) und die sonstigen reich entwickelten formen der skandinavischen sprachen, s. diese bei Hellquist svensk etym. ordb. (1925) 963; Falk-Torp norw.-dän. etym. wb. 2, 1281. — nachtrag deutscher formen. ihre wuchernde, bis in die lebenden mundarten reichende fülle ergibt, nach suffixen gesehen, fünf typen, auf -el(s) (auf afrz. triacle fuszend, s. Suoloahti d. frz. einflusz auf d. dtsch. spr. im 13. jh. 259), -en, -er(s), -(e)s, -et; beispiele: drîakel Parzival 789, 29, diakels (14. jh.) ahd. gl. 3, 516, 29 Steinmeyer-Sievers, dreakel (1452) hans. urkb. 8, 102, driockels, acclas (15. jh.) Diefenbach-Wülcker 369, drijakel Dähnert plattdtsch. wb. 88, triachels, dreiockel Arends volkstüml. namen (1930) 266, dragokles siebenbürg.-sächs. wb. 2, 66; trîaken Heinrich von Veldeke Eneide 11900, triacken deutsch-it. sprachb. v. 1424 in Bayerns maa. 2, 399; triakers Konrad v. Megenberg buch d. natur 384 Pf., dreckers (1518) bei Ch. Schmidt elsäsz. 68, tyryakers, driacors, tagursz, drialter bei Diefenbach-Wülcker 369; trix (1478) bei A. Schulte Ravensb. handelsges. 3, 23, triachsz Lindener katzipori 156 lit. ver., trilax Stalder schweiz. 1, 303, treiogs Tobler appenzell. 155, dr(e)iochs Arends a. a. o. 62, truiägscht, dreyjockis Fischer schwäb. 2, 376 u. s. f.; triaket reg. d. gesundh. bei Scherz-Oberlin 1661. seltener sind suffixlose formen, z. b. trîak gesamtabenth. 1, 295, ciriak niederd. bauernkom. 273 lit. ver.; tirol. trujak Schöpf 743, drijak Arends a. a. o. 62, sogar teerjacke ebda; vgl. noch dreiauw Fischer schwäb. 2, 376. — das genus weicht nur vereinzelt ab: die triacken la triaga (1424) in Bayerns maa. 2, 399; nürnb. das driâkela Schmeller-Fr. 1, 639. 11) 'medicament'. 1@aa) die urspr. bedeutung 'tierisches gegengift' geht bis ins 15. jh., wenn auch die etymologie des wortes fehlgreift: tirus haizt ain tierslang ... wenn man der slangen flaisch beraitt ..., dâ wirt ain electuarium auz ..., sô edel, daz si die vergift auzwürzelt und auztreibt von dem menschen. daz confect haizt tiriaca, das ist triaker und nimt den namen von der slangen Konrad v. Megenberg buch d. natur 284 Pf.; an disem totten möre wirt auch gefangen die vergüffte schlang, thyrus genannt, davon die tiriaca, zu deutsch tryackers, gemachet und komen ist (15. jh.) Hans Tucher bei Schmeller-Fr. 1, 639. 1@bb) dann gegengift überhaupt, 'antidotum', s. Diefenbach 38a; 'alexipharmacum' Schönsleder prompt. (1647) K k k 1a: und als der edele trîak die gift mit maht verdringen mak gesamtabentheuer 1, 295 (schüler v. Paris v. 531); ich kan wol wyne zu wasser machen und driackel zu vergifft machen pilgerf. d. träum. mönchs 8610 Bömer; und wär es, das er (der falke) ietz also vergiftet wär, so sol man nemen guoten driacers und den pfeffer prennen Mynsinger von falken, pferden u. hunden 29 lit. ver.; sie sprachent, es were vergifft, darum wolte es nit verbrinnen, sye nament es ausz dem feuwer und doten driakers darzue und leytent es anderwerb in das feuwer bei Scherz-Oberlin 254; das den harten seelosen menschen triackers ist, das ist den furchtsamen gift Keisersberg irrig schaf, bei Scherz-Oberlin 1661; eyn guet geselschap ys den menschen recht als eyn driakel und quade geselschap ys em rechte als eyn venyn bei Schiller-Lübben 1, 575; so ist auch genampte gall ein triax den gifftigen bissen Forer Gesners thierb. (1563) 64; wenn ein schaaff geschwillt. dieses ist eine anzeigung, dasz es gifft bey sich hat ... gieb ihnen nur auf einen schnitt brod guten tyriak ein, so wird es bald besser werden viehbüchlein d 1a. [] 1@cc) früh (s. Heyne hausaltert. 3, 197) ist die bezeichnung dann auf die verschiedensten medikamente und arzneien, vornehmlich in latwergenform, übertragen: ein frumer, vernünfftiger küng gewint gar dick miszval ab einem und tribt den von sinem hoff on alle gnad und nympt in darnach wider und setzt in über sin geschäfft, so er jn frum und gerecht erfindet, glych dem, der ab dem triackers unlust hat durch sin bitterkeit und nit betrachtet sin krafft der gesundheit buch d. beispiele 62 lit. ver.; zum zum driten musz er (der pilger) haben dryockers, spetzerey, etwas, das in sterck Keisersberg bilg. (1512) 16a; und gebraucht ein remedium, das ist auf teutsch ein triachsz, das er von einem münch gelehrnet het Lindener katzipori 156 lit. ver.; gebruchte fil winrauchs, weis klobloich, essich, pestilenzpillen, driakel und derglichen vil raitz (1541) das buch Weinsberg 1, 156 Höhlbaum; mehrere arten werden genannt: die grosz tiriaca (15. jh.) bei H. Peters aus pharmazeut. vorzeit 22; driacks Andromachi Frischlin nomencl. (1586) 125a; driacks ausz den vier kräutern ebda; venedischer teriak Stieler 2328; giftteriak ebda; die quacksalber bemächtigen sich des mittels, es sinkt zu einer allerweltsarznei herab: alse wu he hedde tüch gemaket van dussen nabeschrevenen stucken, alse van hertestungen (hirschzunge), ... lindenkole, ... unde encian, also dat he dat hir in der stad vorkoft hedde vromen luden vor dryakel unde were valsch gud (1451) Hildesh. urkb. 7, 2 Döbner; etliche spinnenfresser, verlauffen henkersbuben, kesselringmacher, zanbrecher, die schryen: hie gut bewerten dreckers, wissen nit, was tyriac ist (1518) Fries arzneyspiegel bei Ch. Schmidt elsäsz. 68. die anwendung von theriak erweitert sich im sinne eines äuszerlichen mittels: die leute triakes in die nasen strichen für die pestilentz (1437) dtsche städtechron. 2, 26 (Nürnberg); selbst bäume werden damit behandelt: wen he (der gartenmeister) suth, dat desse boem aldus dorret, so nemet he dryakel unde gud an eyneme telghe des bomes, so wert de boem wedder fruchtbar bei Schiller-Lübben 1, 575. 22) theriak als wohlriechendes mittel; Wolfram von Eschenbach kennt es: vor im ûfem teppech lac pigment und zerbenzînen smac, müzzel unt arômatâ. durch süezen luft lag ouch dâ drîakel und amber tiure des smac was gehiure Parzival 789, 29; in volkstümlicher tradition so bis ins 19. jh. erhalten: neben diesem (nelkenöl) holt man sich aus den apotheken als beliebte parfüme 'nottlawa' (eau de lavende) und 'dreiägst' in zinnernen balsambüchslein Buck medic. volksgl. (1865) 38. 33) infolge der betrügerischen methoden der quacksalber und theriakskrämer (s. u. 4) bekommt triakel schlieszlich eine bedeutung wie 'betrügerei' u. ä.: triakel ... rustici tamen nostri pro fraude et impostura sumere solent Stieler 2327; vgl. dazu in westvlämischer mundart: triakel hutspot, konkelarij (d. i. betrügerisches tun) de Bo westvlaamsch idiot. 1025. 44) zusammensetzungen.
7069 Zeichen · 177 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    triakelM.?

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    triakel , M.? Vw.: s. triackel

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    triakelm.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    triakel , triaker , m. ( f., n. ), dasselbe wie theriak ( s. teil 11, 1, 367); unter dieser wie unter der form dreiacker…

  3. modern
    Dialekt
    Triakel

    Bayerisches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Triakel Band 3, Spalte 3,1648f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit triakel

14 Bildungen · 14 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

triakel‑ als Erstglied (14 von 14)

triakelbüchse

DWB

triakel·buechse

-büchse : ( ein theriakskrämer ) umb und umb mit teriacksbüchsen behangt J. G. Ruoff bei Fischer schwäb. 6, 1775 ; triacksbüchse boire au tr…

triakelfläschlein

DWB

triakel·flaeschlein

-fläschlein : des visches ( walfisch ) sâm ... den vaeht man denn und tuot in in klainen fläschel, als triakersfläschel sint Konrad v. Megen…

triakelisch

DWB

triakel·isch

triakelisch , adj. : driakelsche quaksalver bei Lasch-Borchling mnd. hdwb. 1, 1, 477 .

triakelkrämer

DWB

triakel·kraemer

-krämer ( s. auch -mann, -verkäufer und triakler), ein quacksalber, der seine fragwürdigen medicamente öffentlich feilhält; sein gewerbe gil…

triakelkraut

DWB

triakel·kraut

-kraut , benennung verschiedener pflanzen, aus denen wohl z. t. theriak gewonnen wurde: schabiosa dryackircrdt, daz vindt man an deme berge…

triakellapper

DWB

triakel·lapper

-lapper , wohl eine abschätzige bezeichnung der quacksalber und theriakshändler ( s. DWB lapper teil 6, 198): folgends gieng er auch hin, di…

triakelmann

DWB

triakel·mann

-mann , dasselbe wie -krämer: medicus circumforaneus triackersmann A. Siber gemma 224 ; triackman nomencl. von 1629 bei Schmeller-Fr. 1, 639…

triakelpflaster

DWB

triakel·pflaster

-pflaster : driakelpflaster empl. lith. cps. Arends arzneimittel (1930) 62 ; triakelpflaster schwärenpflaster Schambach götting.-grubenh. id…

triakelverkäufer

DWB

triakel·verkaeufer

-verkäufer : circulator ein landstreycher, als tryaxverkauffer, zanbrächer, gauckler, abenteüwrer und der die himmelreych macht Frisius 228 …

triakelwurm

DWB

triakel·wurm

-wurm , die schlange, aus deren fleisch angeblich theriak bereitet wurde, vgl. hierzu Suolahti d. frz. einflusz auf d. dtsche spr. im 13 . j…