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motte

mnd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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14 in 13 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

motte f.

Bd. 12, Sp. 2601
motte, f. tinea. ein zufrühest im niederdeutschen sprachgebiete nachweisbares wort: ags. tinea, moððe Wright vocc. 122, 5. 321, 36; engl. moth; mittelniederl. motte (Kilian); aber seit dem späteren mittelalter auch im mittel- und zum theil im oberdeutschen wortschatze (wo früher milbe, sp. 2183 fg.), wiewol es 1523 im Basler nachdruck des neuen testaments alemannischen lesern noch erklärt werden musz: mutten, schaben. Fromm. 6, 43b; noch jetzt ist schabe der gewöhnliche oberdeutsche ausdruck. motte ist etymologisch noch unaufgeklärt, vielleicht im zusammenhang mit made. tinea, motte, mutte, matte, mut, mothe, mot, maden l. schaben, maid l. schaib Dief. 584b; tinea, mutte, matt nov. gloss. 365a; auch noch bei Stieler matte und motte tinea 1207; zeuge und bücher zerstörend: it. eczwaʒ wyszes swarczs und grawes duches, eins deils dirdendey (halbwollen), zustochen und fressen von den motten, daʒ wenig dochte, daʒ man zusneide und iʒ armen luden durch gotes willen gab. inventar Elsen von Holczhusen im Frankfurter archiv von 1410; wie ein kleid das die motten fressen. Hiob 13, 28; sie werden allzumal wie ein kleid veralten, motten werden sie fressen. Jes. 50, 9; wie aus den kleidern motten komen. Sir. 42, 14; und schmücken die silbern, gülden und hülzern götzen mit kleidern, als werens menschen. sie können sich aber nicht verwaren fur den rost und motten. Baruch 6, 11; ihr solt euch nicht schetze samlen auf erden, da sie die motten und rost (goth. malo jah nidva) fressen. Matth. 6, 19; wann man diese blumen bei die kleider leget, verjagen sie die motten und schaben. Tabernaemont. 779; gleichwie die motten das feinste tuch verderben. gespenst 336; in gewöhnlicher rede ein kleid, ein stück zeug hat die motten, ist von ihnen angegriffen; der schönen jugend kranz, der roten wangen glanz wird, wie ein kleid verzehret, so hier die motten nähret. P. Gerhard 88, 64; die bücher scharrt in sich die faule mott. Czepko bei A. Gryphius (1698) 2, 36; M. wie werden, tritt mein buch ans licht, verfolger wider mich sich rotten! S. befürchte doch verfolger nicht: du findest keinen, als die motten. Hagedorn 1, 125; vergebens werden wir, in bänden, aufgestellt; der motten zahlreich heer zernagt, mit frechem zahn, den bestvergüldten schnitt, den schönsten saffian. 3, 107; seit nicht mehr die kranke ruhmbegier über staub und motten macht. Gökingk 1, 63; in bienenstöcken: sonsten begeben sich die motten oder maden, so unten in stöcken wachsen, hinauf in das gewürchte und verderben solche. Höfler bienenkunst (1614) 253; motten, heiszet auch ein anderes schädliches ungeziefer, so in denen bienenstöcken groszes unheil anrichtet, und insgemein der wolf genennet wird. anfänglich sind es grosze maden, wie raupen, die das honiggewürke bespinnen, und sich hernachmals in lange geflügelte zweifalter oder molkendiebe verwandeln. öcon. lex. 1655; menschen schädigend: wenn du einen züchtigest umb der sünde willen, so wird seine schöne verzeret wie von motten. ps. 39, 12; motten werden dein bette sein, und würmer deine decke. Jes. 14, 11; am leichnam zehrend (also wie made): wenn monarchen und potentaten von motten und würmern verzehrt werden. Schiller räuber 1, 2; laszt nicht den sack der motten die haut, und das gebein, das endlich musz verrotten, mehr als die seele sein. S. Dach in den ged. des Königsberger dichterkreises s. 11 (vgl. dazu auch madensack); in vergleichen, davon hergenommen, dasz die motte gern ums licht fliegt: weil sie (die seele) stets umb euch und euren trohn will sein, wie motten umb das licht. polit. stockf. 104; der junge herr in weiszen strümpfen und mit den reichen aufschlägen, flattert um seine schöne, wie die motte ums licht. Rabener sat. 4, 367; die schuld schwermt um verterb, wie mutten um das licht. Lohenstein Sophonisbe 1, 1; (er) sieht, einer motte gleich, die unerfahrne tugend sich ahnungslos der schönen flamme nahn. Wieland 22, 265 (Oberon 6, 33).
3951 Zeichen · 65 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    motteF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    motte , F. Vw.: s. mutte L.: MndHwb 2, 1029 (motte)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Motte

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Motte , plur. die -n. 1) Ein Nahme, welcher denjenigen Nachtvögeln gegeben wird, deren Larven oder Würmer das Rauchw…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Motte

    Goethe-Wörterbuch

    Motte a für die Familie der Tineidae (Echte Motten) bzw deren Unterfamilie Tineinae Gestalt des Schmetterlings..Fühlhörn…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Motte

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

    Motte , Familie der Schmetterlinge; klein und unscheinbar, bei näherer Besichtigung oft sehr schön gezeichnet u. mit her…

  5. modern
    Dialekt
    Mottef.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Motte 2 f. : FlN, In der Mott [ Küstner in: Heimatbl. für Lu'haf 8/1912], danach benannt die Mottstraße [Lu'haf]. — Wohl…

  6. Sprichwörter
    Motte

    Wander (Sprichwörter)

    Motte 1. Die Motte frisst am Gewand, der Wurm am Holze, der Gram am Herzen des Menschen. – Sailer, 32. 2. Die Motten kom…

  7. Spezial
    Motte

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Mot|te f. (-,-n) ‹entom› terma (-mes) f. ▬ von Motte n zerfressen mangé dales termes; tarmé.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit motte

106 Bildungen · 70 Erstglied · 36 Zweitglied · 0 Ableitungen

motte‑ als Erstglied (30 von 70)

Motte(n)chrūt

Idiotikon

Motte(n)chrūt Band 3, Spalte 902 Motte(n)chrūt 3,902

Motte(n)stëcher

Idiotikon

Motte(n)stëcher Band 10, Spalte 1282 Motte(n)stëcher 10,1282

Motte II

RhWB

Motte II -o-, –ø- = Mühe (s. d.).

Motte III

RhWB

Motte III das Wort mit dem Motsche II, Köttchen zu vergleichen ist, ist Rip beschränkt auf Neuw-Erpel , Ahrw-Remag Neuenahr , Rheinb-Altend …

Motte IV

RhWB

Motte IV mǫt [uWupp, Sol -tə ], meist Pl. -tən MülhRh , Sol ; mtχən, Pl. -tχər Lennep-Dhünn f.: Bergamottbirne.

Motteke

WWB

mott·eke

Motteke f. [ Sos Isl Alt sowie Tek] dicke, plumpe, bequeme Frau. ⟨ Motke [Isl], Mutke [ Tek Isl], sonst ›Moªtke‹ ⟩ ¶ RhWb 5,1314: Mottchen .…

motteleⁿ

Idiotikon

motteleⁿ Band 4, Spalte 569 motteleⁿ 4,569

Mottenbart

SHW

Motten-bart Band 4, Spalte 781-782

Mottenflug

SHW

Motten-flug Band 4, Spalte 781-782

Mottenklee

SHW

Motten-klee Band 4, Spalte 781-782

Mottenkopf

SHW

Motten-kopf Band 4, Spalte 781-782

Mottensalz

SHW

Motten-salz Band 4, Spalte 781-782

mottenartig

DWB

motten·artig

mottenartig , adj. und adv. : handelt nicht der mensch, als müszte sein lebensteig eine brücke zusammengeschobener honigwaben sein, durch di…

Mottenbeutelchen

RhWB

motten·beutelchen

Motten-beutelchen -bø·l.kə Heinsb-Breberen n.: 1. –knäuelchen, Mittel gegen Motten. — 2. übertr. scherzh. derjenige, der damit hausiert.

Mottenbirne

RhWB

motten·birne

Motten-birne -bīər Wermelsk ; mǫt(ə)pEr Kemp-Breyell Lobberich (Quitte) f.: dass.

mottenblume

DWB

motten·blume

mottenblume , f. gnaphalium arenarium, gelbes ruhrkraut: tinearia, chrysocome, motten- l. rheinblumen Dief. 584 b ; dem weggras, sonst centi…

Mottenburger

Wander

motten·burger

Mottenburger Es sind Mottenburger. Sprichwörtlich nach einer Gesangsposse in sieben Bildern von D. Kalisch und. A. Weirauch, die im Wallnert…

mottenfliege

DWB

motten·fliege

mottenfliege , f. ein nachtfalter, der dem lichte nachfliegt, von unterschiedener art. Frisch 1, 671 a .

mottenfräszig

DWB

motten·fraeszig

mottenfräszig , adj. mottenfrasz habend: ewer reichthum ist verfaulet, ewer kleider sind mottenfreszig worden. Jac. 5, 2 ; ihre wappen sind …

Móttenfrāß

Adelung

motten·frass

Der Móttenfrāß , des -es, plur. inus. der durch die Motten verursachte Schaden. Ingleichen, von den Motten verderbte Kleidungsstücke. Und di…

motte als Zweitglied (30 von 36)

Aftermotte

Adelung

after·motte

Die Aftermotte , plur. die -n, bey den neuern Lehrern der Naturgeschichte, eine Benennung aller derjenigen Würmer oder Larven, welche die Fu…

Aspenmotte

Adelung

aspen·motte

Die Aspenmotte , Äspenmotte, plur. die -n, eine Art Motten, welche sich gern auf den Aspenbäumen aufhält; Phalaena Bombyx Populi, L. So auch…

Bärenmotte

Adelung

baeren·motte

Die Bärenmotte , plur. die -n, eine Art schwarzer oder brauner raucher Motten, daher sie einige Ähnlichkeit mit einem Bären haben; Phalaena …

Bandmotte

Adelung

band·motte

Die Bandmotte , plur. die -n, eine Art Motten; Phalaena Geometra fasciaria, L.

Bêrgamótte

Adelung

berga·motte

Die Bêrgamótte , plur. die -n, der Nahme einer grünen und runden Birn von einem angenehmen gewürzhaften Geschmacke, welche man wieder in Som…

Bienenmotte

Adelung

bienen·motte

Die Bienenmotte , plur. die -n, die Motte des Bienenfalters; Phalaena Mellonella, L. welche auch Bienenschabe genannt wird. Bey einigen auch…

Halmmotte

Adelung

halm·motte

Die Halmmotte , plur. die -n, eine Art Motten, welche die Halmen des noch auf dem Stocke stehenden Getreides durchbohret, und dadurch der Fr…

nachtmotte

DWB

nacht·motte

nachtmotte , f. die gemeine motte; der nachtfalter. encyclop. d. naturgesch. 3, 114 b ; die grillen zirpten im korn und eine grosze nachtmot…

obstmotte

DWB

obst·motte

obstmotte , f. phalaena quercifolia et padella Nemnich 3, 414 .

pfeilmotte

DWB

pfeil·motte

pfeilmotte , f. phalaena noctua psi Nemnich 3, 434 . Oken 5, 1130 . vergl. pfeilmutter, schmetterling Schm. 2 1, 425.

Purpurmotte

Adelung

purpur·motte

Die Purpurmotte , plur. die -n, eine Art purpurfarbener Nachtfalter; Phalaena Geometra muricata Hufn .

randmotte

DWB

rand·motte

randmotte , f. phalaena noctua complana, eine art nachtfalter auf eichen.

Ringelraupenmotte

Adelung

ringelraupe·n·motte

Die Ringelraupenmotte , plur. die -n, diejenige Motte, welche die Eyer zu den Ringelraupen legt; Phalaena (Bombyx) Neustria L.

schwammmotte

DWB

schwamm·motte

schwammmotte , f. eine art motte, deren raupe eichen und buchen schädigt ( bombyx dispar ) Oken 5, 1355 . auch schwammspinner.

stahlmotte

DWB

stahl·motte

stahlmotte , f. ' eine art motten oder nachtfalter, welche auf den eichbäumen einheimisch ist; phalaena noctua quadra '. Adelung, phalaena q…

stammmotte

DWB

stamm·motte

stammmotte , f. eine nachtfalterart, welche sich auf obstbäumen aufhält, phalaena bombyx dispar. Adelung. sonst auch schwammmotte ( s. theil…

Tannenmotte

Adelung

tannen·motte

Die Tannenmotte , plur. die -n, eine Art Motten oder Nachtfalter, welche sich auf den Fichten oder Tannen aufhält; Phalaena Bombyx Pini Linn…

Tannzapfenmotte

Adelung

tannzapfen·motte

Die Tannzapfenmotte , plur. die -n, eine Art Motten oder Nachtfalter, welche sich auf Tannzapfen aufhalten; Phalaena Tinea Strobitella Linn.

Tiegermotte

Adelung

tieger·motte

Die Tiegermotte , plur. die -n, eine Art Motten oder Nachtfalter; Phalaena Bombyx lubricipeda Linn.

wachsmotte

DWB

wachs·motte

wachsmotte , f. eine art motte, auch bienenmotte, bienenzünsler, galleria melonella, deren raupen gänge in die wachswaben fressen. Leunis zo…

wassermotte

DWB

wasser·motte

wassermotte , f. insekten, deren larven im wasser leben. 1) köcherfliege, arten der gattung phryganea L. Nemnich 3, 954 . Brehm 2 9, 499; vg…