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sutzeln

nhd. bis Dial. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

sutzeln vb.

Bd. 20, Sp. 1365
sutzeln, vb., 'saugen'; da ein vb. sutzen nur dialektisch vereinzelt zu belegen ist (sutzen 'saugen' Hertel Thür. 241) bleibt die annahme einer -l-ableitung aus sutzen (< *suckezen zu sucken 'saugen' s. oben sp. 911) problematisch (vgl. ähnlich jüngeres kitzen neben älterem kitzeln Wilmanns gr. 22, 100); eher liegt selbständige lautnachahmung (für die ableitende suffixe charakteristisch sind) oder eine bildung mit intensivierendem -(e)z-suffix aus 1suckeln vor (s. oben sp. 909 und Wilmanns gr. 22, 108), also *suck(e)zeln > sutzeln; vgl. (bair.-österr. und luxemb.) daneben stehendes zutzeln (teil 16, 877), das wohl erst sekundär aus sutzeln umgeformt ist, wobei dem anlautenden z ein lautmalender charakter zukommt (vgl. etwa zutschen 'saugen' teil 16, 876), wenn nicht kontamination mit zulpen, zullen, zutschen in betracht zu ziehen ist. sutzeln ist erst seit dem frühen 16. jh. bezeugt; ob es dem kosewort suzelîn, n. (du myn liebs suzelin und ayniges herczen aller liebstes lieb [15. jh.] Alemannia 3, 142) zu grunde liegt, ist fraglich, vgl. F. Bech ebda 4, 18 (jedoch erscheint mhd. ʒ in dem text sonst als sz oder ssz, vgl. oben unter süszlein sp. 1347); lexikalisch seit dem 17. jh. gebucht, vgl. sutzlen sugere, succum labris extrahere Schönsleder prompt. (1618) H h 5b; 'stark und öfters saugen bavar. sutzeln quasi saugeln succiolare, succiocciare' Kramer t.-ital. (1702) 2, 435a; sutzlen, saugen sugere Aler dict. (1727) 2, 1868b: wenn der papst den leib Christi genommen hatt, sutzellt er durch eyn gulden rörlin ausz dem kelch das blut Christi Wenzeslaus Linck bapsts gepreng (1539) l 4a; mein zuoversicht mir hattest schon bestelt, als ich noch klain an milchbrüsten suozelt meiner saigamme P. Schede-Melissus psalmen 79 ndr.; doch wöllen ettliche Scotisten doctor, er (Olgier) hab sein leibliche muter (keine amme) gesutzelet, und ausz ihren brüsten viertzehen hundert zwen reingäuisch viertheyl und neun masz für jedes mal auszzepffen können Fischart Gargantua 168 ndr.; do magstu wol an den fingern sutzlen und an den neglen saugen Guarinonius greuel d. verwüst. (1610) 261; o verfluchter neyd! du sutzlest und saugest ausz der gall das hönig und ausz dem hönig die gall Abr. a s. Clara Judas (1686) 1, 82; allwo sie (die biene) ... den süszen safft zu dem honigseim herausz suzelte A. Jos. Conlin d. christl. weltweise (1706) 3, 1, 2; kauffet schleckerwerck, sutzlet, kuofflet und beiszet den gantzen tag glücks- und unglückshafen (1716) 128; welche immer in wirthshaus so lange hocken und sutzeln an der pippen, bisz weib und kinder nichts zu päppen haben Joh. Val. Neiner tändlmarckt (1734) 286; denn, fuhre er fort, dieses schwein ist ein ... in hohen bedienungen stehender mensch gewesen, welcher so lange an den weinflaschen zu sutzlen pflegete, bisz er in eine vollkommene sau verwandelt ware H. Lindenborn Diogenes (1742) 1, 156; in neuerer zeit noch bei autoren mit ausgesprochen dialektischer sprache: der Spiegelschwab fing nun an, an dem brodlaib mehr zu sutzeln als zu beiszen L. Aurbacher volksbüchlein (1839) 2, 281, vgl. 346; und án jede aft sutzelt und lutzelt und höckt, und i denk má schen stád: gsegn dárs gott, dástá schmöckt! Frz. Stelzhamer ausgew. dicht. 1, 229 Rosegger. mundartlich vorwiegend bair.-österr. breit bezeugt, seltener schwäb., im schweizer. und luxemb. nur vereinzelt, vgl. sutzeln saugen Schmeller-Fr. 2, 350; 'sutzeln, kleinweise saugen, einen saft ganz gemach in sich ziehen, z. b. an einer birn oder einem saftigen bein sutzeln, die hönigwabe aussutzeln, der bär sutzelt an seiner bratze' Höfer Österr. 3, 204; suzúln Lexer kärnt. 246, sutzeln Schöpf tirol. 732; sutzeln saugen, undeutlich sprechen Hügel Wiener dial. 161; suzln Schacherl Böhmerwald 38; sutzeln saugen, aussutzeln aussaugen Zaupser bair.-oberpfälz. 75; 'sutzlen den speichel mit der zunge zwischen den stockzähnen hervorziehen' Staub-Tobler 7, 1786; ussuzla 'ausschlürfen' Tyrolerspiel (v. j. 1743) ebda; sutzle zullen, saugen K. Reiser Allgäu 2, 741; sutzlen Fischer schwäb. 5, 1975 u. 6, 2, 3264; suzelen an der saugflasche trinken lux. ma. 532.
4152 Zeichen · 83 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    sutzelnvb.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    sutzeln , vb. , ' saugen ' ; da ein vb. sutzen nur dialektisch vereinzelt zu belegen ist (sutzen ' saugen ' Hertel Thür.…

  2. modern
    Dialekt
    sutzelnschw.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    sutzeln , zutzeln schw. : ' (in kleinen Zügen) fortwährend, heftig saugen, lutschen ', sutzele [Feierowend 10/1967], zut…

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Wortbildung

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Zerlegung von sutzeln 2 Komponenten

sut+zeln

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Cotta, M. (2026). „sutzeln". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/sutzeln/dwb
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Cotta, Marcel. „sutzeln". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/sutzeln/dwb. Abgerufen 15. May 2026.
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Cotta, Marcel. „sutzeln". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/sutzeln/dwb.
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