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gradel

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gradel m.

Bd. 8, Sp. 1685
gradel, m., vereinzelt gratel, 'eine gewisse gattung leinwand, sonst fuszarbeit (d. h. webart, bei der die schäfte des webstuhls durch treten bewegt werden)' Loritza id. Viennense (1847) 53. die herkunft des wortes ist unbekannt. vielleicht ist gradel ursprünglich als gerätename zu grad 'stufe' (vgl.grad I A) in einer freilich nicht belegten bedeutung 'tritt, weberschemel' anzusehen (vergleichbar: tritt teil 11, 1, 2, sp. 685 und tretel ebda sp. 182, für welches maskul. geschlecht in frage steht). ebenso wie drischämel und fünfschamel im bair. (vgl. Schmeller-Fr. 1, 563 u. 2, 418) ein mit drei bzw. fünf schemeln gewebtes woll- oder leinenzeug bezeichnen kann, müszte dann gradel das mit dem gradel (= schemel) gewebte zeug bezeichnen. eine zweite, scheinbar naheliegende erklärung, die gradel mit 1grat 'bindung eines köpergewebes' (s. d. B 3 a, vgl. auch 1gret, n.) zusammenstellen würde, bereitet hinsichtlich der bildungsweise schwierigkeiten. vgl. noch die belege s. v. gradelzeug und s. v. gratleinen. das wort ist namentlich aus dem bair.-österr., nur vereinzelt aus dem östl. schwäb. zu belegen: was die Nannerl von gradl, hauben und anderem geschrieben, wird alles, so viel thunlich geschehen. allein der beutl wird sehr leer werden (1773) L. Mozart br. 3, 158 Schiederm.; gradel (böhmische leinwandmanufactur) sind von allerley gefärbten, theils ganz leinenen garn, theils mit seide untermischt, verfertigt; 7 achtel breit und 60 ellen lang, im preis 15 bis 36 fl. Jacobsson technol. wb. (1793) 5, 724a; gradel, baumwollene, ein ... sehr gangbarer artikel ... sie sind geköpert, ... entweder ganz weisz, zu handtüchern und tischzeug Schedel waarenlex. (1834) 1, 468 (ebda [1800] 1, 582b und [1814] 1, 420b anders, für 'halbseidenen zwillich'); der gradl, ein weberzeug, welcher in dem grad bearbeitet ist oder in das gret, in das bild Castelli ma. in Österr. 146; meine frau läszt dich bitten, ob du ihr von dem bewuszten gradl 24 ellen ablassen könntest (1855) Stifter briefw. 6 (1931) 231; in Aigen kannst du deinen gradel anschauen, der 5/4 breit 20 ellen lang, und in 8 tagen fertig wird (1866) ebda 5, 301; 'gradel fester stoff aus baumwolle oder leinen ... band- oder seidenschnürchen' Unger-Khull steir. 301a; 'gratel (gen.?) ungebleichter leinenstoff' (im schwäb.-bair. grenzraum) Fischer schwäb. 6, 2065.
2370 Zeichen · 61 Sätze

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gradelm.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    gradel , m. , vereinzelt gratel, ' eine gewisse gattung leinwand, sonst fuszarbeit ( d. h. webart, bei der die schäfte d…

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Wortbildung

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Zerlegung von gradel 2 Komponenten

gra+del

gradel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gradel‑ als Erstglied (2 von 2)

gradelzeug

DWB

gradelzeug , m. ( vgl. auch s. v. gradel u. 1 grat B 3 a): 'der grādelzeug; ein weberzeug, welcher in den grad gearbeitet worden ist, oder w…