glatze,
f. ,
älter glatz, m., calvitium; mhd. glatz, glaz,
m.; mnd. glate,
f.; mnl. glade (Verwijs-Verdam 2, 1985). —
am ersten intensivgemination zu glatt (Walde-Pokorny 1, 625)
und wohl kaum eine auf sekundärer ablautspielerei beruhende seitenform zu mhd. glitze,
f. (
von glitzen),
das '
glanz'
und '
kahlkopf'
bedeutet, zumal für das masc. glitz
die bedeutung calvitium nicht bezeugt ist (
s. u. glitz
und glitze).
seit dem 13.
jh. —
die bedeutung der frühesten bezeugung glaz
für calvaria in glossen des 12.
jhs. bleibt unsicher (
s. u. 1) —
in der bedeutung '
kahler kopf',
daneben [] auch früh derb oder spöttisch für '
kopf'
überhaupt. bedeutungsmäszig ursprünglich wohl nicht an das erst spätmhd. bezeugte glatt B 6 '
haarlos, kahl'
anknüpfend, sondern eher von der ältesten bedeutung glatt A '
glänzend'
aus, den infolge seiner haarlosigkeit glänzenden kopf bezeichnend, wozu sich das obengenannte mhd. und frühnhd. glitze '
glanz; kahlkopf'
als ein bedeutungsmäszig vergleichbarer fall stellen würde, vgl. auch glaczende
neben schynde
für fulvus, glaczund
vel cal
für fulvedo in vocc. d. frühen 15.
jhs., s. u. glatzend;
ferner nl. glit '
blikkerende plek'
woordenboek d. nederl. taal 5, 126
und glee
ebda 54,
engl. glade '
lichtung' Murray 4, 195
b,
s. u.glatze 7 b. —
die einsilbige form glatz (
masc.),
dem 16.
jh. neben dem jüngeren glatze
noch geläufig, vgl. z. b. desz weyszen glatzes Heuszlin
Gesners vogelbuch (1557) 22,
begegnet im 17.
jh. nur noch selten: mit einem glatz
M. Zeiller
neue beschreibung d. königr. Polen (
Ulm 1647) 53; ein glatz Dannhawer
katechism. (1657) 2, 101;
in neuerer sprache nur vereinzelt: (
acc. sgl.) den glatzen (: beschwatzen) Droysen
Aristophanes (1835) 2, 49
oder mundartlich: glatz,
m.; schweiz. id. 2, 657; Schöpf
tirol. 193; Lexer
kärnt. 115; gloz Schacherl
Böhmerwald 17.
das fem. glatze (
z. bildung ähnl. formen beim übertritt vom m. ins fem. s. Paul
gramm. 2, 103),
als mnd. glate
in freilich singulärer bezeugung aus einer Weseler urkunde schon 1309
belegbar: zs. d. berg. geschichtsver. 4, 94,
begegnet im späten 15.
jh.: (
acc. sgl.) die glatzen
erste dtsche bibel 5, 388
Z-O a; auff die glatzen Albr. v. Eyb
dtsche schr. 2, 65
H., wird aber erst im 16.
jh. sprachläufig, namentlich durch die Luther
-bibel (
3. Mose 13, 41
f., Jes. 3, 24),
wo das wort schon in der nhd. starken flexion des sing. erscheint: an der glatze
3. Mose 13, 42,
während der schwache singul. noch bis ins späte 17.
jh. reicht: (
acc. sgl.) die glatzen
erste dtsche bibel 5, 388
Z-Oa; an der glatzen
Züricher bibel (1531) 54
b; sein glatzen (
acc. sgl.) Hans Sachs 9, 456
K. u. öfter; auf die glatzen (
acc. sgl.) Hohberg
georgica cur. (1682) 1, 264; mit einer hohen glatzen
mägdelob (1688) 67,
seither nur im reim: auf der glatzen (: kratzen) W. Busch
d. heil. Antonius (1870) 57,
ähnlich Rückert (1867) 11, 251.
auf die bedeutung ist der wechsel der form und des geschlechtes ohne einflusz geblieben. nebenformen: als denominativum auf -ôti glaczoti (15.
jh. obd.) Diefenbach
n. gl. 68
b.
eine mit -n
auslautende form glatzen
wird auszerhalb obd. mundarten (Schmeller-Fr.
bair. 1, 978; Fischer
schwäb. 3, 676; glzn Castelli
Österreich 141)
nur lexikalisch verzeichnet: glatzen
voc. primo ponens dict. theuton. (1515) k 1
b; S. Heyden
nomencl. rer. dom. (1539) a 2
b; Henisch (1616) 1638.
singulär ist glatzent Lud. Rabus
hist. d. martyr. (1571) 1, 139
a.
eine umlautform glätze
vom späten 17.
bis ins frühe 18.
jh. nicht selten, z. b. Kempe
poesis triumph. (1676) 12; Barth. Feind
dtsche ged. (1708) 69,
vgl. noch Steinbach (1734) 1, 598.
vereinzelt erscheint bei Eyering
eine form glasse
wie glatze: ein jeder bot ihm dar die hand denn man ihn an der glassen kandt ... thet dich nur an der glassen kennen (
von dem jünger Petrus)
proverb. copia 3 (1604) 331;
bei demselben auch glasset
wie glatzet (
s. u. glatzig): er runtzelt gleich wie die weinbern, dann sein kopff wil ihm glasset wern
ebda 2 (1601) 418; 1 (1601) 503;
von hier aus glassen
calvum fieri Henisch (1616) 1624;
vgl. noch Stieler glaszen
est calvum fieri stammb. (1691) 663.
endlich bei Eyering
ein sonderbares glessern: der kopf der wil ihm glessern wern
prov. copia 1 (1601) 50. 11)
die älteste bezeugung glaz
calvaria (12.
jh.)
ahd. gl. 3, 694, 42
St.-S. läszt eine ursprüngliche bedeutung '
hirnschale',
der von fleisch, haut und haaren entblöszte, glänzende schädel vermuten, da calvaria sonst häufig mit gebal (
z. b. 1, 450, 8
St.-S. u. ö.), gibilla (
ebda 2, 510, 30
u. ö.)
glossiert wird, vgl. auch calvaria rotunditas capitis gibilla, gebil 3, 268, 21
St.-S. u. ö., sowie calvaria =
pars capitis [] inter tempora Graff 4, 128,
sowie später calvaria hirnschal S. Heyden
nomenclatura rer. dom. (1539) a 2
b.
vgl. auch noch: und do sy waren hin gegangen, daz sy sy (
Isebel) begruoben: sy funden nit neur die glatzen der stirnen (
so in Z und O a für älteres das gepelle oder die plosz,
vulgata: calvariam) und die füsse und das oberteil der hende
erste deutsche bibel 5, 388.
vgl. noch glatzend
fulvus sp. 7768.
die mit dem 13.
jh. einsetzende literarische verwendung des wortes setzt den begriff des kahlen im sinne des haarlosen voraus, doch ist dabei zunächst immer der ganze kopf gemeint, insofern er kahl ist: Eppe der was beidiu zornic unde kal. übellîchen sprach er 'tratz'. Ruopreht warf imz (
das ei) an den glatz, daz ez ran ze tal Neidharts
lieder 62
Haupt-Wieszner; si wolden sich ze wâre roufen bî dem hâre, dô hâten si des hâres niht, des was ir roufen gar enwiht. si begunden harte kratzen einander ûf den glatzen
des hundes not (13.
jh.)
in: Reinhart fuchs 298
Grimm. dann schon früh überhaupt für '
kopf',
in derbem oder verächtlichem sinne: ir (
der Venediger) herzog ist ein mehtic kürsenære, unt wart ie kürsenære crônebære mit sînem igelvarwen glatze, sô mac ouch er wol crône tragen (
von dem dogen von Venedig, der das römische reich kaufen will) Reinmar von Zweter 484
Roethe; er sluoc dô manegen werden man, den an den hals, den an den glaz manegen ungefüegen plaz Ulrich von Eschenbach
Alexander 19183; nu dunket sich mensche also traz: der im einez slüege an den glaz, hête ez ein ouge dem ûz gebrochen, ez enhête sich dennoch niht gerochen (
prügelei betrunkener und liebestoller narren) Hugo von Trimberg 11520
Ehrismann. 22)
neben die bedeutung '
kahler kopf'
tritt schon seit dem 14.
und 15.
jh. eine einschränkende präzisierung im sinne von '
kahle stelle auf dem kopf': breyte dinen glatz als ein ar (
dilata calvitium tuum) Cl. Cranc
prophetenübers. 336
Ziesemer; ebda 328.
in den vokabularien des 15.
und frühen 16.
jhs. steht darum glatz
für calvitium Diefenbach
n. gl. 68
a; Brack
voc. rer. (1491) 7
b; glatzen
calvicium S. Heyden
nomenclatura rer. domestic. (1539) a 2
b,
oder auch in mehr begrifflichem sinne für calvities (15.
jh. obd.) Diefenbach
n. gl. 68
b; Brack
voc. rer. (1491) 7
b; Pinicianus (1516) 16.
so auch in der späteren lexikalischen bezeugung: ein glatz
calvitium Frisius (1556) 177
a; glatz, glatzen
platte, kalheit des hauptes, calvitium, calvities Henisch (1616) 1638; Frisch
nouv. dict. (1730) 264
u. ö. Luther
kennt eine unterscheidung zwischen glatze
als kahlem kopfteil und kahlkopf
als völlig haarlosem kopf: wenn einem man die heubthar ausfallen, das er kal wird, der ist rein, fallen sie im fornen am heubt aus, und wird eine glatze, so ist er rein. wird aber an der glatzen oder da er kal ist, ein weis oder rötlicht mal, so ist im aussatz an der glatze oder am kalkopff auffgangen
3. Mos. 13, 41
f., vgl. Züricher bibel (1531) 54
b.
auch sonst, und namentlich im jüngeren gebrauch, wird glatz
als eine kahle stelle innerhalb der kopfbehaarung oft nach lage oder grösze ausdrücklich abgegrenzt: glatz
frons relicina Junius
nomencl. (1567) 25
b (
s. glatzig 1 b); warumb aber die Polen mit einem glatz gehen und allein ein wenig haar auf dem kopf lassen
M. Zeiller
newe beschr. d. königr. Polen (1647) 53; die haare hingen ihm dünn und lang um die glatze W. Hauff
s. w. (1890) 2, 42; von den spitzen seiner schuhe bis zur glatze seines scheitels hinauf Holtei
erz. schr. 8, 250; glatze '
eine kahle scheitel' (
Bayern, Pfalz, Gülch u. Berg) v. Klein
prov. wb. 1, 149; er hatte eine glatze, und die haare waren wie kümmel und salz Ludw. E. Grimm
erinner. a. m. leben (1911) 46.
gelegentlich wird die eingrenzung der bedeutung durch ein adjektivisches epitheton ausgedrückt: mit grauem ... haar,
[] das in der mitte eine kleine glatze zeigte Gutzkow
zauberer v. Rom (1858) 4, 192; er ... hat ... eine bereits ansehnliche glatze
M. v. Ebner-Eschenbach (1893) 4, 303;
vgl. auch: denn er hatte eine vollständige glatze H. Steffens
was ich erlebte (1842) 6, 51. 33)
im übrigen bezeichnet glatze
sowohl die partielle wie die völlige haarlosigkeit des kopfes, ohne sichere unterscheidungsmöglichkeit in einzelfall: glabella (
i. scabies vel nuditas capitis vel frontis) ein glatz Diefenbach 264
a (
vocc. d. 15./16.
jh.); und wird stanck fur gut geruch sein, ... und eine glatze fur ein kraus har
Jes. 3, 24; darmit (
mit einer haube) bedecket er sein glatzen, auff das man in nicht mehr thet fatzen Hans Sachs 9, 456
K -G.; wann man das haar wieder wolle wachsen machen, soll man öl aus dürren rettigsahmen pressen ... und auf die glatzen streichen Hohberg
georg. cur. (1682) 1, 264; indesz die faunen den Hippias mit epheu bekränzten und wohlriechende salben über seine glaze und seinen halbgrauen bart heruntergossen Wieland
Agathon (1766) 1, 230; die zornesader auf seiner stirn, sichtbar bis in die glatze hinauf Heinr. Laube
ges. schr. (1875) 10, 117.
vom tier: dieser vogel wirdt b
ellhinen, belchinen oder belch genennt. item ein ... pfaff von wAegen desz weyszen glatzes, so die auff seinem kopff hat Heuszlin
Gesners vogelbuch (1557) 22;
anthropomorph: aber da traft ihr (
der löwe) ihn (
den wolf) auch mit euren tatzen gewaltig hinter die ohren, verschobt ihm das fell, mit blutiger glatze lief er davon, mit beulen am kopf und heulte vor schmerzen Göthe 50, 148
W. in verbalen wendungen: einen glatz haben
calvere Maaler (1561) 183
c; auf dem kopfe hatte er eine glatze Alexis
Roland v. Berlin (1840) 2, 163; einen ritter ..., der eine glatze hatte
dtsche volksb. 1, 32
Simrock; willst du eine glatze tragen G. Keller 6, 37; bald will ich mir eine glaze scheeren Schiller 3, 50
G. häufig in der tautologischen verbindung kahle glatze: die igelshaut zuo Aeschen verbrannt und ... ober die kale glatzen gestrichen Heyden
Plinius (1565) 190; weil sie ihn nun an seiner kalen glätze gleich erkannten Valvasor
ehre d. herzogth. Crain (1689) 3, 171; schatten mit kahlen glatzen und langen grauen bärten
M. Claudius (1775) 1, 2, 189; H. v. Kleist 1, 414
E. Schm. glänzende, leuchtende glatze
u. ähnl.: man sehe Swifts fürchterlich glänzende glatze Herder 8, 45
S.; lupfte den hut und entblöszte die glänzende glatze des hauptes Kosegarten
dicht. (1824) 2, 124; der hausierer stand ... nahe genug, dasz seine kleine gestalt und seine leuchtende glatze auffielen Anzengruber
ges. w. (1890) 3, 138; er strich sich mit der wohlgepflegten linken hand über die spiegelnde glatze Sudermann
d. hohe lied (1926) 42. 44)
als typisches kennzeichen und merkmal, namentlich des alters; oft mit verächtlichem ton: zwar Peterlein (
Benedict XIII.), du pöse katz, ain kind mit valscher laune, dir hat gevält der alte glatz Oswald von Wolkenstein 156
Schatz; darumb bitt eu die schirmerin, das ir seiner (
eines narren) schonet von seines alter wegen und seines glatz, den er hat Steinhausen
privatbr. d. mittelalters 1, 363; wenn ich einen alten mann, ich sage mit fleisz alten mann, mit einer glatze, mit einem todtenkopf sehe Hippel
lebensläufe (1778) 3, 1, 25; eine recht derbe glatze ziemt dem groszvater der tragödie (
Äschylus) wohl Welcker
alte denkmäler (1849) 2, 342; einen tauben, lahmen wittwer mit der glatze wirst du rühren Pichler
neue marksteine (1890) 91; der jugend steht es an, gefoppt zu werden, doch traurig ist ein tölpel mit der glatzen Rückert (1862) 11, 251;
gelegentlich als bezeichnung der ganzen person nach einem charakteristischen merkmal: [] ins halseisn mit der alten glatzn, die nichts mer kan denn unnütz schwatzen! der gnippend grubensucher der! (
Heinrich v. Braunschweig) Schade
satiren u. pasquille 1. 126; bruder, du bist die wunderlichste, argwöhnischste glatze, die sich jemals in einem groszvaterstuhle geschüttelt hat Lessing 3, 419
M. in unmittelbarer umschreibung für alter: auch unsere Tories muszten erst radical werden, ehe sie den lorbeer gewinnen konnten, der jetzt ihre glatze zu verdecken hat Ruge
briefw. u. tagebuchblätter (1886) 2, 36.
bildlich: anekdoten, die schon vor alter eine glatze hatten Stinde
familie Buchholz (1885) 1, 206.
als stehendes epitheton Silens: Silenus, ... unverkennbar durch seine gesichtsbildung und glatze
archäol. ztg. (1843
ff.) 3, 85; wenn auch nicht als Bacchen, doch als bequeme gutmüthige Silene — die glatze hat einmal ein jeder Görres
ges. br. (1858) 2, 237. 55)
speziell die tonsur der katholischen geistlichen und mönche, die corona clericalis, die '
platte',
s.platte 9,
derbdespectierlich gebraucht: seht, da ward Petro (
dem papst) glatz verklait von mancher schönen dieren mit springen und hofieren Oswald von Wolkenstein 157
Schatz; (
ich) respektierte nicht die heilige glatze, schor ihm die krone rein vom haupte weg Musäus
volksmärchen (1782) 4, 104; die gewonnenen dornigen rosenkränze drückt er (
Ilsan), als er heim kommt, den mönchen, die ihm nicht wohlwollen, auf die glatzen, dasz ihnen das blut über die ohren rinnt Gervinus
gesch. d. dt. dicht. (1853) 2, 84; wär noch ein pfaff, der sich der glatze wegen für heilig hält, bei uns, so wären wir ein herrliches trifolium von narren Raupach
dram. w. ernster gattung (1835) 7, 38; dem mit der glatze dort (
dem pfarrer) zu liebe opfr ich auch nicht einen bissen Gaudy (1844) 2, 21.
als derbe umschreibung für pfaffe: das ist ein kaiser! ... kein pfaffenkaiser; der macht uns frei aus den krallen und klauen der glatzen W. Alexis
d. falsche Woldemar (1842) 3, 131;
derselbe hosen d. herrn v. Bredow (1846) 1, 162. 66)
in derb-komischer rede steht glatze
häufig für kopf
überhaupt (
s. auch 1
ende),
besonders redensartlich: wer geessen und getruncken hat, ist weisz gewest, ob im die sunne auff die glatzen scheinen würde Albr. v. Eyb
dtsche schr. 2, 65
H.; und dann sticht uns freilich der heisze mittagsstrahl des verdrusses und des miszmuths leicht auf die glatze Musäus
physiognom. reisen (1778) 4, 92; nur nit viel geschimpft, Hänsel, sonst kommen wir dir über die glatze Göthe 8, 7
W.; unser friedhof hat keinen platz für euch (
pestkranke). die toten drin treten einer dem andern auf die glatze, so voll ist er. schert euch fort! Watzlik
d. pfarrer v. Dornloh (1930) 272. 77)
in übertragener und erweiterter verwendung: 7@aa)
namentlich von kahlen berggipfeln, bildlich: der Steinburg (
ein berg) kahle glatze strecket sich in des donners aufenthalt; und ihre breiten schultern decket furcht, schwarze finsternisz und wald Uz 333
Sauer; da sieht es heute anders aus — die berge vom laub entblöszt, beschneiet, kahle glatzen Grabbe (1874) 2, 494.
erdkundlich bei Ritter
von schneefreien gipfeln des hochgebirges: davor waldberge, hinter denen hohes gebirg streicht, theils mit glatzen, theils, doch sparsam, mit schneekoppen
erdkde 3 (1833) 46;
vgl.glatzberge
ebda 180
und unten glatzer 2. 7@bb)
im schweizer. '
platz', '
doch wohl offener, freier oder flacher, leerer platz, wahrscheinlich wo früher wald war' Staub-Tobler 2, 657,
vgl. nl. glee '
offene stelle'
woordenboek d. nederl. taal 5, 54;
engl. glade Murray 4, 195
b. 7@cc)
ganz singulär von unbedecktem haar: siehet auch viel säuberer aus, als wann eine mit einer aufgestrichnen gummirten stirne oder hohen zweygeschaidelten glatzen aufgezogen käme. die haube ist der mägde ehrendeckel (
zurückweisung des vorwurfs, eine haube zur bedeckung der stirn sei unanständig)
mägdelob (1688) 67.
[] 7@dd)
medizinisch: '
in der zergliederungskunst wird derjenigebtheil des stirnbeines, welcher zwischen den augenbraunogen liegt, die glatze
genannt (
glabella)' Campe 2, 389
b. 7@ee)
für eine haarlose stelle im stoff: er holte darauf einen kleinen zerlumpten jungen ein, der barfusz in einem paar rothen plüschhosen voll unzähliger glatzen ging Jean Paul 20/23, 246
Hempel. vgl. mnl. glee '
kahle stelle im stoff' Verwijs-Verdam 2, 1992;
nl. glee 1
woordenboek d. nederl. taal 5, 54.