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glatzkopf

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

glatzkopf m.

Bd. 7, Sp. 7770
glatzkopf, m. 11) allgemein 'kahler kopf': wie vast sollichs den menschen ungstalt macht, zeygt an die kalheit der glatzköpff W. H. Ryff anatomie (1541) a 3b; (Thersites hatte) ein kurtzen hals mit einem hofer (höcker), ein glatzkopff, ein schmale brust Er. Alberus fabeln 9 ndr.; welcher den glatzkopff desz Äschyli vor einen stein angesehen Abr. a s. Clara Judas der ertzschelm (1686) 2, 203; ein kahler schilt einen glatzkopf Düringsfeld sprichw. (1875) 1, 122b; ihr alter dort mit dem glatzkopf — seid ihr nicht der Steinleitner? Rosegger schr. I 4, 325; glatzkopf kahlkopf (Bayern, Pfalz, Jülich und Berg) v. Klein prov. wb. 1, 149. gelegentlich ausdrücklich als kahler kopfteil: recalvus ein glatzkopff, der vornen kal ist; recalvaster ein kaalkopff, der um die stirnen kaal ist Calepinus XI ling. (1598) 1226b; er stichelte damit auf den alten Knecht (eigenname), der einen weiszen glatzkopf hatte W. Schäfer wendekreis neuer anekdoten (1937) 76. gern als bezeichnung der ganzen person nach diesem charakteristischen merkmal: dasz er (Caracalla) acht lame, acht blinde, acht stumme, eben so viele glatzköpffe und dicke an seinem hoff gehalten Joh. Prätorius philosophia Salustiana (1664) g 11a; wenn er (Wieland) den kontrast zwischen dem lieblichen Epicureer, dem stoischen Antisthenes und dem skeptischen glatzkopf Sokrates aufstellt Seume briefe 248 Pl.-R. besonders als schimpfwort: da Heliseus von Jericho wolt uff den berg steigen, da waren vil bOeser buoben da, die spotten sein und sprachen: o glatzkopff steig uffhin, o kalkopff steig uffhin Geiler von Keisersberg emeis (1517) 42b; sehet mir den läppischen glatzkopff (Noah) an, der bey ochsen und eseln sein quartier gemacht Abr. a s. Clara etwas für alle (1699) 2, 210; Pansner schimpfwb. 23b. im bereich glatze 4: hau, hau, alda glatzkopf Hartmann volksschausp. in Bayern u. Österr. (1880) 279; viele krank ... ein alter glatzkopf, gesicht und schädel mit geschwüren bedeckt v. d. Steinen naturvölker Zentralbrasiliens (1894) 130. als derbe umschreibung für priester oder mönch, s.glatze 5: wie mögen wol die glazköpfe auf die eintretenden horas gelauscht haben J. H. Voss antisymb. (1824) 1, 322; fort mit dem mönch! ... zieh ab, glatzkopf! G. Keller 7, 388; Heinrich erwiederte, er achte die glatzköpfe nicht genug, um ihrethalb verarmen zu wollen Dahlmann gesch. v. Dänemark (1840) 1, 306. 22) als medizinische bezeichnung der alopecia, des haarausfalls: der glatzkopf (alopecia), wobey das haar nach und nach ausgehet und angefressen ist, mit abschilferungen, weiszen schuppen, trockenem grinde und schorfe vereinigt allg. dtsche bibl. (1765) 102, 23; Nemnich lex. nosol. polygl. (1801) 15b (s. o. glatzkinn). 33) eine seefischart: glatzköpfe (alepocephalidae) Brehm tierl. (1890) 8, 385. — dazu glatzköpfig, adj., obd. auch glatzkopfet; kahlköpfig. als körperliches merkmal: dannenthin wo die atzel (elster) ein menschen sahe, der do kal oder glatzkOepffig was, schrey sy überlaut Marquard vom Stein d. spiegel der tugent und ersamkeit (1498) b 3; seines leibes halber ist er eine feine, ansehnliche person gewesen, zimlicher grOesze, starck von gliedern, glatzkOepffig, langbAertig Joh. Bentzius päbstl. chronica (1604) 140; ich sah ... ein gemählde ..., worauf er (Herkules) als ... glatzköpfiger ... mann vorgestellt war Wieland Lucian v. Samosata (1788) 5, 281; er ist ein groszer, glatzköpfiger mann und hat die gicht Rosegger schr. I 4, 81. gelegentlich mit adverbialem zusatz: ein mann, so ganz glatzköpfig und kahl Kirchhof wendunmuth (1603) 7, 85; so ist auch neben anderen der hl. Thomas von Aquino zimblich glatzkopffet gewest Abr. a s. Clara etwas für alle (1699) 1, 446; das mädchen ... dachte bei sich: du alter schippel! glatzkopfig über und über, und der kopf steckt zwischen den achseln wie eingebohrt Rosegger schr. I 13, 192. im vergleich: der holunderbusch sah wie glatzköpfig aus O. Ludwig 2, 192 E. Schm. als kennzeichen des alters: dan ich hab ohne das ein grollen auf den alten glatzkopfeten dollen Hartmann volksschausp. in Bayern u. Österr. (1880) 392. zu glatze 5: glatzköpfger priester, heiszt du aus mich schlieszen? Shakespeare 7, 218. geringschätzig: verschiedene glatzköpfige assessoren und zahlenerdrückte rendanten nahmen sich fest vor, bei der nächsten begegnung mit dem vorgesetzten diesen zuerst grüszen zu lassen W. Raabe Abu Telfan (1870) 2, 104. —
4427 Zeichen · 92 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Glatzkopf

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Glatzkopf , des -es, plur. die -köpfe, im verächtlichen Verstande, ein Kopf mit einer Glatze, und figürlich auch ein…

  2. modern
    Dialekt
    Glatzkopf

    Elsässisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Glatzkopf m. Kahlkopf Wittenh. ( selten ).

  3. Sprichwörter
    Glatzkopf

    Wander (Sprichwörter)

    Glatzkopf Ein Glatzkopf ist schwer zu rupfen.

  4. Spezial
    Glatzkopf

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Glatz|kopf m. (-[e]s, ...köpfe) blös (-sc) m. , ciap (-s) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit glatzkopf

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Zerlegung von glatzkopf 2 Komponenten

glatz+kopf

glatzkopf setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

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Cotta, M. (2026). „glatzkopf". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/glatzkopf/dwb
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Cotta, Marcel. „glatzkopf". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/glatzkopf/dwb. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „glatzkopf". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/glatzkopf/dwb.
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