goldwurm,
m.,
name verschiedener, nicht immer klar bestimmbarer goldfarbener tiere, bes. des glühwürmchens und der spanischen fliege. zumeist für aurelia oder cantharis, doch sind auch diese lat. bezeichnungen nicht eindeutig, z. b.: aurilia ... golt-, gold-, gultwurm (
md. 15.
jh.) Diefenbach
gl. 62
b;
noctiluca golt wurm (
obd. 1502)
ders. nov. gl. 264
b;
vgl. noch ders. ml.-hd.-böhm. wb. 45;
aurilena goltwurm
gemma gemm. (1508) c 3
b;
aurelia Maaler
teutsch spr. (1561) 189
c; goldwürme
aurelia Stieler
stammb. (1691) 2584; 'gold-wurm,
lat. aurelia, ist nicht das johaniswürmlein, wie einige davor halten, sondern ein viel grösseres gewürm, so wie gold gläntzet und zur sommers-zeit auf den feldern häuffig zu sehen ist'
Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 1250;
cantarides goltwurm (
Nürnb. 1482) Diefenbach
gl. 96
a; die würm (
die cantarides oder paumwürm) sint grüen, aber wenn diu sunn scheint, sô sint si goltvar, und dar umb haizt man si auch goltwürm Konrad v. Megenberg
buch d. natur 300, 1
Pf. mundartlich auch für andere käfer. obersächs. für den marienkäfer, coccinella septempunctata, vgl. teuthonista 6 (1929) 252;
für den goldkäfer, carabus auratus, vgl. Schambach 67
a;
für den rosenkäfer, vgl. Reinwald
Henneberg 2, 53;
vgl. auch oben goldkäfer;
für den ringelwurm (
gleiskäfer, glanzwurm, goldmaus, stachelrücken, seemaus),
aphrodita aculeata: der goldwurm, der gleiskäfer
le bupreste, richard Schwan
nouv. dict. (1783) 1, 777
b; ich habe mich bisher oft gewundert, warum ich mich Seemaus schreibe, wie der schleimwurm gleichen namens, der wegen seiner herrlichen angebornen goldstacheln auch glanz- und goldwurm und goldmaus heiszt Jean Paul
w. 45/47, 396
Hempel; vgl. noch Nemnich
wb. d. naturgesch. 203; Oken
allg. naturgesch. 5 (1835) 573; Campe 2, 384
a.
nicht näher bestimmbar: oberst von der Busch litt ... an dem in Guinea ... vorkommenden goldwurm, einem im menschlichen körper sich einnistenden ... insecte Gutzkow
ges. w. (1872) 3, 336.
kärntnisch und steirisch für den salamander, vgl. Unger-Khull
steir. 299
b u. hdwb. d. dt. aberglaubens 3, 939.
in Tirol name eines fabeltiers, vgl. hdwb. d. dt. aberglaubens 3, 938.
übertragen für einen habgierigen menschen: was begegnet aber letztlich solchen begirlichen geitzhälsen vnd goldwürmen Albertinus
hirnschleiffer (1664) 259.
für die zur fixen idee gewordene sucht nach gold: Castagna war zwar oberster bergwercksverwalter der republik, allein er musz doch auch den goldwurm gehabt haben, weil er den Becher glauben machte, dasz man in jedem laboratorio eine immerwährende erzgrube anlegen könnte Adelung
gesch. d. menschl. narrheit (1785) 1, 131. —