gleichhellig,
gleichhällig,
adj.,
wie einhellig (
s. d.),
aber nur vom späten 15.
bis 16.
jh. bezeugt. zu hellig (
s. d.)
als weiterbildung von hell,
adj., s. teil 4, 2, 961,
das seinerseits zu hellen,
st. vb., '
hallen, tönen'
ebda 969
gehört. in der gelegentlichen form gleichhällig (
s. u.)
eher zu hallen,
schw. vb. (
s. d.),
s. auch hallicht
sonorus teil 4, 2, 235.
die sinnliche wurzel der bedeutung wird kaum mehr fühlbar. 1) '
übereinstimmend, gleichlautend',
besonders auf den wortlaut oder den inhalt von aussagen, urkunden u. ä. bezogen: damit die truckten biecher gegen dem rechten exemplar gerechtfertiget und glichhellig gemacht werden (1526)
in: schweiz. idiot. 2, 1142; wider obgemelte vnd andere vilfeltige gleichhellige offenliche götliche sprüch J. v. Schwarzenberg
beschwerung d. alten teufelischen schlangen (1525) f 1
a; disser artickel ist falsch, dem munichen stand honsprech und den vorgesagten yrthumen gleychhellig Luther 8, 276
W.; hör, Micha! die propheten gar redten all eintrechtig fürwar, der könig soll ziehen gen Ramot, den sieg werdt im verleyen gott. drumb lasz dein wort auch also sein gleich-hellig vor dem könig mein! Hans Sachs 10, 419
lit. ver. als substantiviertes neutrum: so gezimmt sich auch also nit,
das ein einiger mensch, wie gschickt er sei, so viler alten und gelerten gleichhellig sol oder gedörffe ein endern und bessern (
mit bezug auf die übersetzer der septuaginta) C. Hedio 4
bücher v. d. christl. leer (1532) 16
a.
in allgemeinerer anwendung: deine wortt söllen allweg gleichhällig sein mit deinem leben
W. Burleus von dem leben (1490) 159
a; hat er ein synod der aegyptischen bischof versamlet, welche beschlossen haben gleichhellige ding, wie das concilium zu Sardica vnd Hierusalem C. Hedio
chronica (1530) 143
b. 2) '
einträchtig, einmütig': gleichhellig und ains seyn (1514)
bei Schmeller-Fr.
bair. 1, 1081; dass ouch der menschen lëben eins, fridsam und glîchhellig wäre Zwingli in:
schweiz. idiot. 2, 1142; es wäre dann das die zwen gedenckherr auch nicht gleichhellig sein würden, als dann solle solche irrung, zu merer erleuterung vnd erledigung, für die herrn landleuth khommen (
Kärnten 1578)
bei Haltaus 727.
auch sonst in der bezeichnung innerer übereinstimmung: das zuo ainem fraind ausserwölt werde, der mith dir gleichhälliger natr J. v. Schwarzenberg
d. teutsch Cicero (1535) 75.
im rahmen eines musikalischen bildes (
s. das folgende wort): zu gleicher weis, wie alsdan, wan man zwen zusammenstimmende thön höret, allzeit diser thon, der am ... gröbesten lautet, am verstäntlichesten ist vnd anderen vortrift. eben der gestalt wird wol inn ainer rechtgeordeneten haushaltung alles mit baider ehgemächt bewilligung gleichhällig verrichtet. aber doch triffet allezeit des mans rhat vnd that, als kräftiger vnd ansehlicher, dem weiblichen zusaz vor Fischart
w. 3, 133
Hauffen. 3)
vereinzelt: concinnus gleichhellig (1512) Diefenbach
gl. 139
a. —