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umschweif

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

umschweif m.

Bd. 23, Sp. 1126
umschweif, m. 11) von der unregelmäszig hin und her gehenden bewegung; aggitamento umschweiff, das hin und her lauffen Castelli ital.-deutsch (1741) 1, 23b: vil umbesweifes er dô pflac (um die stange zu suchen) Wolfram v. Eschenbach Willehalm 318, 26; er nam manigen ummeswaif mit sinem rosse hin und her Johann v. Würzburg Wilh. v. Österreich 3466; dann die warheit sitzt ihn (den feinden der wahrheit) zu steiff, acht nicht des fladerens und umbschweiff, sie stützt sich an ihrs herren kreutz (in einer bildbeschreibung) Fischart binenkorb (1583) 272b; übertragen: ausz disem allen mag mann ... die heimlichen umbschweiffe unseres hertzens erkennen Chr. Bruno de officio mariti (1566) 11a; sperr ein den umbschweiff der gedancken und richte sie zu dir S. Dach in Fischer-Tümpel ev. kirchenlied 3, 95; als schwenkung, bogen: (die kaiserin) nimpt ihr ein umbschweif, und gehn die jungkfrauen ir alle in einer ordnung nach ... der kanzler führt sie (Babos 32 söhne) auch in einem umbschweiff ab (vom abtreten von der bühne) J. Ayrer opus theatr. (1618) 134b. einen umschweif tun, machen: do aber susz das gaile hun geriet ze ainem male tun al ze fer den umbswaif Laszberg liedersaal 1, 260; da es (ein 'federspiel') in gute höhe kommen war und hett ein weiten umbschweiff gethan buch der liebe (1587) 153c; (als die störche) über die insel Tenedos kommen, machten sie einen langen umbschweif und wendeten sich so lang und viel ... abentheur (1656) 818; vereinzelt von einer anderen art der bewegung: (er schlug seinen feind) mit der vuist, daz im intpfîl daz swert, daz er ouch dô begreif, und sô manchin ummesweif mit scharfin slegin ûf sî trûc Nicolaus v. Jeroschin chronik 14510; swer blî an stahel ie gesleif, dem gebrast an dem umbesweif Heinrich v. d. Türlin krone 8078. 22) von der bewegung in kreisförmiger bahn, einem mittelpunkt zugeordnet, 'umdrehung, umlauf, rundlauf': aller elementen craft, der sunnen langen ummesweif, des manen zirkel unde reif ... er (Clinsor) konte ez alles sament gar leben der heil. Elisabeth 209 Rieger; von des himels umbswaif in wie vil jaren cgm. 715, f. 5, s. Schmeller-Fr. 2, 626; beim tanz: sich hebt aber ein umbesweif von tœrschen dorfeknaben v. d. Hagen minnes. 3, 280b; am tantzen, da sie (die heil. Elisabeth) nit fliehen kundt, sprach sie, einmal umbgangen were genug ... die uberige umschweiff wolt sie umb Christi liebe willen underlassen Fabricius bewerte historien (1599) 841; übertragen, wie 'gang, lauf': hie gienc im zu, da gienc im abe nach der werlde ummesweif passional 507, 31 Köpke; wenn sonst glück dabey sein soll und die reich nicht gar auff die neige kommen und iren gang oder umbschweiff verricht haben Mathesius Sarepta (1571) 88b. 33) als gegensatz zur gradlinigen bewegung oder wegstrecke, wobei es sich auch um das bewuszte umgehen eines oder mehrerer punkte handeln kann. 3@aa) der umweg; recta den nechsten, on umbschweyff, recta proficiscor Moguntiam den nechsten uff Meyntz Alberus (1540) m 3b; addritura gerad zu, ohne umschweiff Apinus gloss. novum (1728) 15: man hette (vor der durchstechung des Isthmus) von Bründüsz ghen Athen, Chaleidon, Bisantz einen groszen umbschweiff ... gehabt Petrarche trostbücher (1559) 85b; (aus furcht) sie nicht vergebens zu wasser so weite umbschweiff gesuchet und an ungewönlichen enden zugelendet Spangenberg mansfeld. chronica (1572) 33b; doch hab ich mir ein umbschweiff gnommen, das er mich gar nicht hat gesehn J. Ayrer dramen 1, 399 lit. ver.; jener wegen des stromes einen weiten umschweif nehmen muste A. U. v. Braunschweig Octavia (1677) 1, 71; wozu dienet ein weiter umschweif, wenn man gerade zu eben so gut ... gehen kan? vernünft. tadlerinnen (1725) 2, 251; nachdem er (der hirsch) einen groszen umschweif genommen hat, zieht er denn grade auf seinem alten holzweg in den wald hinein Heppe lehrprinz (1751) 122; dat is âwer en ümmesweif umweg Schambach Göttingen 241b; militärisch, 'die umgehung, überflügelung': der nam im einen groszen umbschweiff, die Türcken zu umbziehen J. Jonas ursprung des turk. reichs (1538) n 1a; der solt mit weitem umbschweiff die keiserischen zurück anfallen A. Reiszner historia G. v. Frundsberg (1572) 32a; es kan auch ein feind ... durch einen eilfertigen umschweif übereylet, eingeschlossen ... werden v. Fleming soldat (1726) 270. 3@bb) krümmung, windung: (der weg des Nils wird) wegen der umschweiffe und krümme auf 900 oder 1000 teutsche meilen ... berechnet Harsdörffer teutscher secretarius (1656) 2, 704; aus derer (der gemächer) irrsamen umschweifen sich Dedalus selbst nicht auszuwickeln gewüst hat Lohenstein Arminius (1689) 1, 676b; allerhand angenehme canäle und nützliche wasserleitungen, welche tausend wunderliche gänge und umschweiffe nehmen, durch so viel schleifen gehn v. Fleming soldat (1726) 33; (welcher wasserfall) nach einem schlänglichten umschweif in ein liebliches thal sich ergosse J. M. v. Lön der redl. mann am hofe (1740) 15; auf der stillen flutumrauschten insel im krummen umschweif des ganzen stromes Scheffel ges. w. (1907) 3, 24; vgl. auch ahd. umbesweift vom wasserlauf bei Notker 1, 706, 28 Piper. 44) übertragene verwendungen, vornehmlich von der voraufgehenden gruppe ausgehend. 4@aa) allgemein: ein weiter weg und umbschweiff durch die mündtliche lahr und vermanung Barth weiberspiegel (1565) d 3a; dasz die eine (religion) den weg, den zweck zu erlangen, gerade zu, die andere aber durch umschweife zeiget A. G. Spangenberg apolog. schluszschrift (1752) 2, 152; welches (ziel) die wissenschaften ... mittelbar und erst durch umschweife zu erreichen suchen Bürger 358a Bohtz; alle richtungen ... führen ... nur unmittelbar zur erreichung des eigentlichen zwecks; sie sind umschweife und nebenwege W. v. Humboldt ges. schr. 2, 28 akad.; nun will ich von seinem charakter mehr in resultaten als schildernd sprechen, weil es unmöglich wäre, ihn durch die umschweife seines lebensganges zu begleiten Göthe 28, 245 W.; hat man uns nur durch ein labyrinth metaphysischer spitzfindigkeiten und umschweife geführt Justi Winckelmann (1866) 1, 76. 4@bb) besonders von der rede; ambages umbschweiff in der rede B. Faber thesaurus (1587) 43b; periodus umbschweiff der rede Zehner nomenclator (1645) 8; als 'abschweifung vom thema': wir lazen hie den ummesweif und grîfen wider an den reif, dar sich die rede bouget passional 431, 29 Köpke; disser umbschweyff ist uns von notten gewesen ... nu kommen wir wider auf den text Luther 10, 1, 1, 592; verzeihe, wehrter leser, mir, wofern ich dich zu weit hierdurch geführet: doch hoff ich, mancher dencke hier, dasz diesem umbschweiff danck gebühret Hagedorn versuch einiger gedichte 77 litt.-denkm.; im sinne von 'weitschweifigkeit, umständlichkeit, ausweichendes drumherumreden, ausflüchte', öfter in redensartlicher fügung wie ohne umschweif(e), umschweif(e) machen oder ähnlich: (Abraham) tet recht als der vogel tut, der umme ein az vluget und sich nicht darzu buget, e ez im dunket wesen recht: sus nam dirre gotes knecht mit worten verre ummesweif väterbuch 32889 Reiszenberger; hier dörff es nit vil wort und umschweyff, sie wöllen ir fürsten ... nit verlassen S. Franck chron. Germaniae (1538) 116b; die warheyt hat ein einfeltige red und darff nit geschwinder griff oder umbschweyff der auszleger S. Franck sprichw. (1541) 2, 101b; dasz er ihrer huldschafft on lang umbschweiff begehret Kirchhof wendunmuth 2, 450 lit. ver.; sag nur bald her, kein umbschweiff mach! Hayneccius Hans Pfriem 44 ndr.; du weist selbst nicht davon, sondern machst viel unnützer umbschweiff Paracelsus opera (1616) 1, 931B; (manche autoren haben) manch schönes kurtzes wort nicht, wie es an sich selbst auff die welt komen, gelassen, sondern, als wolten sie es besser machen, mit vielen umbschweiffen auszgedehnet Zinkgref apophthegm. (1628) 65; will ich mein elend ihm ohn umschweiff glatt auslegen Gryphius trauerspiele 325 Palm; anitzo kan ich in meiner erzehlung keine grosze umschweiff suchen, sondern musz geschwind heraus sagen Zendorius a Zendoriis teutsche winternächte (1682) 301; (er) nichts durch dunckle umschweif, ausflüchte und dergleichen zu verheelen suchen soll Hohberg georg. cur. aucta 3 (1715) 51a; eine sache ... mit langen umschweifen zu verzwicken Petrasch s. lustsp. (1765) 2, 554; keine umschweife mehr! was fordern sie? A. G. Meiszner skizzen (1778) 1, 130; ohne viel umschweife zu machen, will ich aufrichtig sagen, was ich denke Heinse s. w. 3, 377 Schüdd.; rasch und ohne umschweife zur sache! Gaudy s. w. (1844) 15, 89; die umschweife der verwickelten argumentationen ... verblendeten die augen der deutschen fürsten Ranke s. w. 9, 305; die ausdrucksweise (hat) schon viel von dem pedantischen umschweif, den die späteren schriften alle zeigen V. Hehn bei Schieman Hehn 207. 4@cc) übergehend in die bedeutung 'lüge, list, betrug' o. ä.: (Sathanas) nam einen ummesweif und wolde daz volc da effen passional 469, 66 Köpke; das du ynn eyner sach, die allen leuten offenbar, also offentlich darffst lygen und mit sollichen umbschweifen dein schützung süchen Hutten opera omnia 2, 181; sol ich gerade heraus sagen, ich wil mich hüten, einen ranck und umbschweiff machen Mathesius Syrach (1586) 21a; (ihr habt) mich belogen, und ich sehe jetzt klar, wie ihr umschweife und ränke angewendet, um mich in eure gewalt zu locken Chézy erzähl. u. novellen (1822) 2, 333. 4@dd) so viel wie 'umschreibung, paraphrasierung, andere ausdrucksweise': es brauchet ... die h. schrifft diszfals einen umbschweiff und höflicheit und scheltet die fürsten nit offentlich für müsziggänger ... deswegen nennet sie solche fürsten kinder Albertinus zeitkürtzer (1603) 117; (die wörter) eigentlich und kurtz zugeben. ich sage eigentlich, denn wenn es mit weiten umschweiffen und metaphorischer weise geschiehet ... Schottel haubtspr. (1663) 101; wenn es schon die nothturfft erfordert, ein ding zu wiederholen, hat er es doch mit zierlichen umbschweiffen zu beschreiben wissen, dasz er selbige worte nicht wieder nöhtig gehabt Olearius pers. rosenthal (1696) 61; der hang zur wollust noch keine so witzigen umschweiffe und geschickte umschreibungen ersonnen hatte, die bey alledem das laster schmücken, indem sie es nur halb bedecken Adelung magazin (1783) 2, 4, 58. vereinzelt im sinne von 'auseinandersetzung, ausführung': dessen hochvernünftigen, nachsinnigen umbschweiffen von verbesserung der teutschen sprachen ich ein achthaber gewesen W. Scherffer bei Drechsler 72, vgl.umlauf A 1 d. 55) gegenständlich als 'rand, einfassung, kasten', auch als 'kreisring'. 5@aa) margo umschwaiff Diefenbach 349b: thet ein eyssren sturmhut aufftragen, der einen preiten umbschweiff het, darmit er gleich behangen thet zwischen der mawren und den thor H. Sachs 9, 496 K.; (am kleid des jünglings) stehet in fimbriis, das ist am saume oder umbschweiffe, mit buchstaben geschrieben: todt und leben W. Bütner epitome historiarum (1596) 466a; umschweif bei siebmachern derjenige teil eines siebrandes, auf den der wulst zu liegen kommt Adelung 4, 817; in der heraldik: limbus, orarium, fimbria, bordera ... einfassung, umbschweiff, rand Spener opus herald. (1680) pars gen. 179; s. auch J. W. Trier wapenkunst (1714) 126; umschweif wurde der 'schildesrand' bisweilen früher genannt Querfurth wb. der herald. terminol. (1872) 163. 5@bb) umschweif nennen die schlosser das schmale seitenblech, das rund um das schloszblech oder den kasten des schlosses ... mit kleinen zapfen befestigt ist Blumhof eisenhüttenkunde 4, 387: das schloszblech ist ... mit einem blechrahmen, dem umschweif umgeben, um staub und holzsplitter vom schlosse abzuhalten Avé-Lallemant gaunertum 2, 159; im schweiz. umschweif die bleche an den vier seiten des schloszkastens am steinschloszgewehr Staub-Tobler 9, 1757; dazu das compos. umschweifstift Helfft wb. der landbaukunst 380; Hoyer-Kreuter technol. wb. 1, 790. 5@cc) als 'reif': do truc man in der selben zit zwelf liecht vor die vrowen ... anderweide man do sluc die liecht an einen ummesweif passional 618, 77 Köpke; (dasz die frauen) an eines zwelfpoten tag die zwelff kerczen der zwelfpoten ... und das rad oder den umbswaiff umbetreiben und umbwenden Hartlieb Cäsarius von Heisterbach 155 Drescher. als kreisring an einem feldmeszinstrument (vgl. u. 6 a): solch winckelmesz soll in seiner mitten haben eynen runden umbschweyff in gestalt eynes rings, ziemlich dick, in der länge durchlöchert, durch und durch, herumb mit acht liechtfenstern Sebiz feldbau (1579) 472. 66) umschweif im sinne von 'umgrenzende linie, umfang, umgebung'. 6@aa) umgrenzende linie, peripherie: des cirkels umbswayff cgm. 75, f. 31, s. Schmeller-Fr. 2, 626; der umbschweiff diser insel ist 3200 rosslauff S. Franck weltbuch (1534) 18; wirt der umschweiff des steins 5 ellen E. v. Ellenbogen rechenbuch (1538) b 4b; nim ein faden oder schnur und leg ihn umb und umb das stück, das du den rechten umbschweiff darvon hast Hulsius ander tractat (1603) 20; (das der stadt zugeteilte gebiet soll) mit dem pflug nach brauch der alten umbfahren sein worden; innerhalb dises umbschweifs haben die einwohner ihr eigen zwing ... gehabt quelle von 1616 bei Staub-Tobler schweiz. 9, 1757; diese (höhle) hatte einen umschweiff von 100 schritten Lohenstein Arminius (1689) 2, 759b; welches (gräbchen) dann die erste grundlinie und umschweif der äuszerlichen anlage des walles auf den horizont bedeutet v. Fleming soldat (1726) 393; im bilde: die ewigkeit ist ein circkel, welcher in sich selbsten zusammen laufft; dessen mittelpunct oder centrum ist allzeit, der umschweiff oder eusser circumferentz niemals Meyfart himml. Jerusalem (1630) 2, 318. 6@bb) inhaltlich gesehen als ausdehnung, weite einer fläche, eines körpers: du (könig) schynest nit anders wann als der umschwaiff der sunnen, und die dinen schinent umb dich als der schin, der die sunnen umbgibt Steinhöwel Äsop 70 lit. ver.; disz landt begreifft weit umb sich und hat ein grossen umbschweiff S. Franck weltbuch (1534) 73b; der umschwaif der freihait Tunckhelstein vermag: ... (1630) niederösterr. weist. 1, 238; der unglaubliche umbschweiff dieses eylandes beredete mich festiglich, dasz vielerley völcker darein gewandert sind Lohenstein Arminius (1689) 1, 123b; im mhd. wie umkreis gern neben einem genetiv zur bezeichnung des umfanges der erde, des himmels: (Gregorius) in sin hute mit gebete so begreif alle der werlde ummesweif passional 438, 44 Köpke; du (gott) zwingest auch mit krefte des firmamentes ummesweif Johann v. Würzburg Wilh. v. Österreich 1103; ich allein hab umbgangen den umbsweiff des himmels buch geistlicher gnaden (1503) 72a; auch einfaches umschweif so viel wie 'welt', vgl. umkreis 4 a: der (Christus) den wîten umbesweif, himel und erde, umbgriffen hât und alle crêatiure Seifrid Helbling 11, 23; unsinnlicher: nieman aber sol wænen, daz der umbesweif irdischer gedanke wîter sî denne geistlîchiu betrachtunge, dâvon daz uns unnütze gedanke manicvalteclîcher zuovliezent denne die guoten deutsche mystiker 1, 324 Pfeiffer; neben abstractem genetiv meist pleonastisch: hertzen sin es nie begraif, welicher freuden umbswaif got dir da behalten hat väterbuch 41322 Reiszenberger; di wege siner (gottes) strazen ny kein herze gantz durchgreif, noch vernumphten ummesweif ny irvorschte noch vernam der drie hochgelobten cram md. Hiobparaphrase 56 Karsten. 6@cc) umkreis, umgebung um einem punkt; vgl. frühmhd.: sô waz er there heithenen erreihte ane sînem umbesweifte, thie fûlten thâ ze stunde Rolandslied 6235: swaz der dörper ist in einem wîten umbesweife koment mit ein ander dar alle ûf mînen tratz Neithart v. Reuental 90, 8 Haupt-W.; das ich derfülle das evangelium Cristi von Jherusalem durch den umbschwayf untz zuo Illiricum erste deutsche bibel 2, 56 lesart, als übersetzung von circuitus; ebenso: allen den geburtten durch den umbschwaiff (cunctis per circuitum nationibus) ebda 4, 331, lesart für allumb; ich hab unser frauen kirchen mit weiterm umbschweiff conterfet Dürer tagebuch 64 Leitschuh; wer ihm den mittelpunct zum wohnhausz hat erkiest, der siht mit einem blik, was in dem umbschweif ist A. Silesius cherubin. wandersmann 43 ndr. 77) für die rhetorische figur der periode, περίοδος und circuitus entsprechend, anscheinend nicht sprachläufig: ein andere zierd (der rede) ... ein umbgang, welchen sie periodon nennen, dessen glider durch stimm des redenden, bisz das sye zuoletst beschlossen, auffgehencket werden ... circuitus und umbschweiff ... hat zwey glider ... darnach würt ein kurtzer umbschweiff hineingesetzt, dann mit auffgehenckten aussprechen es zuo underscheiden ist C. Hedio Augustini bücher von der christlichen leer (1532) 40b. 88) das kleidungsstück, das umgeschlagen, umgelegt wird; vgl. umbisuueift perizomata, femoralia ahd. glossen 1, 315, 1; enveloppe der umschlag, umschweif, mantel Kinderling reinigkeit (1795) 219: einen mantel si begreif und einen sîdînen umbesweif heidin v. 1244 bei Pfannmüller die vier redactionen 346; was hast du denn da für einen fatalen umschweif (schlafrock)? H. Beck schachmaschine (1798) 67; als umlaufender besatz: ferner wurden verboten alle umschweife an der weiblichen kleidung, welche auszer handtuch oder leinwadt an dieselben gesetzt werden v. Schickfusz schles. chron. (1625) 3, 590; übertragen wie 'hülle, schutz': swâ mir der hœhesten helf entsleif, sô was sîn triuwe mîn umbesweif Ulrich v. d. Türlin Willehalm 249 Singer.
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Úmschweif

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Úmschweif , des -es, plur. die -e, von dem folgenden Zeitworte, ein Ding, welches im Kreise um etwas herum gehet. In…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Umschweif

    Goethe-Wörterbuch

    Umschweif [bisher nicht publizierter Wortartikel]

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit umschweif

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umschweif‑ als Erstglied (11 von 11)

umschweifen

DWB

umschweifen , vb. 1 1) trennbar. 1@a a) umher-, herumschweifen, -streichen, sich herumtreiben. 1@a@a α) vagari umbschweiffen Diefenbach 605 …

umschweifer

DWB

umschweifer , m. , girovagus umbswayffer Diefenbach 263 c ; profugus ein landstreycher, landfarer, umbschweyffer, der nienen kein gewüsz ort…

umschweiffen

Idiotikon

umschweiffen Band 9, Spalte 1762 umschweiffen 9,1762

umschweifig

DWB

umschweifig , adj. 1) unstät umherschweifend, sich herumtreibend; vagus umschwaiffig Diefenbach 605 b ; circumforaneus umbschweiffig, der au…

umschweifigkeit

DWB

umschweifig·keit

umschweifigkeit , f. : dissoluta vagatio zerstörlich umbschweiffigkeit vocabular. predicantium (1486) h 7 a ; anders, ' umständlichkeit ': d…

umschweifler

DWB

umschweif·ler

umschweifler , m. , herumtreiber, landstreicher: anno 1559 gehet solcher umbschweiffler einer vor Cassel Kirchhof wendunmuth 1, 355 Öst. —

umschweiflich

DWB

umschweif·lich

umschweiflich , auch umschweifenlich, adj.: vage umschweyflichen gemma gemmarum (1508) c 8 b ; vage umbschweiffenlichen (1512) Diefenbach 60…

umschweifung

DWB

umschweif·ung

umschweifung , f. 1) das umherschweifen, -ziehen; vagatio umbschweyfung gemma gemmarum (1508) c 8 b : der Cimbrorum oder Cimeriorum umbschwa…

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Cotta, M. (2026). „umschweif". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/umschweif/dwb
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Cotta, Marcel. „umschweif". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/umschweif/dwb. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „umschweif". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/umschweif/dwb.
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