gällig,
gellig,
zu dem dritten galle
sp. 1187. 11)
gleich gällicht,
mhd. gellic
von pferden: ouch wart eʒ gellig unde laʒ. Boner 51, 39. 22)
zu wassergalle, ackergalle
bei Frisch 1, 315
a wassergällig
morastig. 33)
besonders gälliger, gelliger
fels, aber nicht in einfacher bed., und nicht ohne schwierigkeiten. 3@aa)
harter, fester fels: ain zink (
des steigeisens) der haftet allein in dem herten gelligen stein.
Teuerd. 20, 86. 62, 20; was ein gneisiger stein und gelliger fels ... für ein hartes ding sei. Mathesius
Sar. 138
a.
Noch bergm. gällig,
fest, z. b. der gang lieget in (
d. i. in'n) gälligen felsen,
d. i. er stehet fest an, und hat keine ablösung. Chemn. bergwerkslex. 229
a; gellig gestein
ist ein fest gestein, auf welchem .. die eisen schwer haften, sondern fast auf jeden schlag ausplatzen. 243
b,
vgl. Veith
bergwb. 228,
auch das verstärkte klammgällig,
das an der urspr. bed. fest, gedrungen keinen zweifel läszt. Das erklärt sich genügend aus galle, steingalle
sp. 1188,
der ganze fels ist da gleichsam éine galle.
so musz die erkl. aus gellen schallen bei Frisch 1, 314
c u. a. (
s. schon im 17.
jh. u. gälling)
zurücktreten, und wenn die bergleute jenes '
ausplatzen'
der eisen gellen
nennen (Veith 228),
meinen sie damit wol nicht das ihnen gleichgültige schallen, vgl. gellen.
s. auch gälling. 3@bb)
nahe liegt zwar, weicht aber doch zugleich aus: schweiz. gälliger fels,
purer fels. Stalder 1, 416,
und so im 16.
jh., gleichfalls bergm.: dieweil man in mansfeldischem schifer auch allerlei fisch mitten im gelligen stein findet. Mathesius
Sar. 34
a; gott ernehrt die feurkröten mitten im gälligen stein.
ders. bei Frisch 1, 314
c; hatte im ein new grab in gelligen fels hawen lassen.
ders. fastnachtpr. 191
a.
gerade in harten stellen, die gallen
heiszen, kommen wol solche eingeschlossene thiere vor. auch in der sprachinsel der tredeci comuni gellje, gelle,
z. b. gelljena bant (
felswand, fels),
sasso vivo. Schmeller 124
a, gellgena bant 109
a. 3@cc)
aber dieser begriff wird auch auf ganz andere dinge erstreckt: schweiz. der gällige,
aber auch gälige hunger,
der blosze hunger Stalder,
der Maalers
gleiche angabe (
s. das vorige gällig)
dazu zieht; ebenso das. das gälig is,
das baare, helle eis, das gälig bluet,
das helle blut. Da macht zugleich die form mit langem vocal irre, und gällig
erinnert zugleich an hellig
in gleicher bed., bair. das hellig bluet rinnt hervor Schm. 2, 172 (
vergl. 4
2, 974),
auch helliger hunger Stalder 2, 37,
für das gellig
bei Boner
unter 1
hat eine hs. hellig;
anderseits erinnert gälig îs
an die eisgalle
sp. 1189.
Da liegt wieder ein verflechten mehrerer worte vor, die sich in klang und sinn näherten, das nur auf grund älterer fünde rein zu lösen wäre. kann man doch bei dem gällig
rein selbst an das gällen
einstimmen sp. 1190
denken, und bei hellig (4
2, 974)
auch, da jenes mit gehellen
einstimmen eins scheint (
vgl. helligen, einhellig),
gleich zugestanden, unläugbar, offenkundig. 3@dd)
der gällige fels
aber auch noch anders: appenz. gällig
steil, stotzig (
vgl. gähstotzig),
z. b. es god völli gälli ui (
d. i. ûfhin),
es geht wie schroff hinauf. Tobler 211
b (
daher auch plötzlich das., s. gähe).
und so im 16.
jahrh.: es war ein gelliger fels und hohe wand wie ein maur. Reiszner
Jerus. 1, 8
b,
entsprechend der abrupta rupes
bei Tac. hist. 5, 11; Psephina hiesz der hohe thurn im eck auf einem gelligen felsen. 1, 73
b.
bei Tobler
übrigens wieder auch gälig,
was sich hier dem gählich
nähert, das wol auch steil bedeutete. auch in kärnt. galschn
adv. plötzlich Lexer 107 (
s. Tobler
vorhin)
scheint ein gällisch
gleich gällig
zu stecken.