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gellig

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gellig

Bd. 4, Sp. 1197
gällig, gellig, zu dem dritten galle sp. 1187. 11) gleich gällicht, mhd. gellic von pferden: ouch wart eʒ gellig unde laʒ. Boner 51, 39. 22) zu wassergalle, ackergalle bei Frisch 1, 315a wassergällig morastig. 33) besonders gälliger, gelliger fels, aber nicht in einfacher bed., und nicht ohne schwierigkeiten. 3@aa) harter, fester fels: ain zink (des steigeisens) der haftet allein in dem herten gelligen stein. Teuerd. 20, 86. 62, 20; was ein gneisiger stein und gelliger fels ... für ein hartes ding sei. Mathesius Sar. 138a. Noch bergm. gällig, fest, z. b. der gang lieget in (d. i. in'n) gälligen felsen, d. i. er stehet fest an, und hat keine ablösung. Chemn. bergwerkslex. 229a; gellig gestein ist ein fest gestein, auf welchem .. die eisen schwer haften, sondern fast auf jeden schlag ausplatzen. 243b, vgl. Veith bergwb. 228, auch das verstärkte klammgällig, das an der urspr. bed. fest, gedrungen keinen zweifel läszt. Das erklärt sich genügend aus galle, steingalle sp. 1188, der ganze fels ist da gleichsam éine galle. so musz die erkl. aus gellen schallen bei Frisch 1, 314c u. a. (s. schon im 17. jh. u. gälling) zurücktreten, und wenn die bergleute jenes 'ausplatzen' der eisen gellen nennen (Veith 228), meinen sie damit wol nicht das ihnen gleichgültige schallen, vgl. gellen. s. auch gälling. 3@bb) nahe liegt zwar, weicht aber doch zugleich aus: schweiz. gälliger fels, purer fels. Stalder 1, 416, und so im 16. jh., gleichfalls bergm.: dieweil man in mansfeldischem schifer auch allerlei fisch mitten im gelligen stein findet. Mathesius Sar. 34a; gott ernehrt die feurkröten mitten im gälligen stein. ders. bei Frisch 1, 314c; hatte im ein new grab in gelligen fels hawen lassen. ders. fastnachtpr. 191a. gerade in harten stellen, die gallen heiszen, kommen wol solche eingeschlossene thiere vor. auch in der sprachinsel der tredeci comuni gellje, gelle, z. b. gelljena bant (felswand, fels), sasso vivo. Schmeller 124a, gellgena bant 109a. 3@cc) aber dieser begriff wird auch auf ganz andere dinge erstreckt: schweiz. der gällige, aber auch gälige hunger, der blosze hunger Stalder, der Maalers gleiche angabe (s. das vorige gällig) dazu zieht; ebenso das. das gälig is, das baare, helle eis, das gälig bluet, das helle blut. Da macht zugleich die form mit langem vocal irre, und gällig erinnert zugleich an hellig in gleicher bed., bair. das hellig bluet rinnt hervor Schm. 2, 172 (vergl. 42, 974), auch helliger hunger Stalder 2, 37, für das gellig bei Boner unter 1 hat eine hs. hellig; anderseits erinnert gälig îs an die eisgalle sp. 1189. Da liegt wieder ein verflechten mehrerer worte vor, die sich in klang und sinn näherten, das nur auf grund älterer fünde rein zu lösen wäre. kann man doch bei dem gällig rein selbst an das gällen einstimmen sp. 1190 denken, und bei hellig (42, 974) auch, da jenes mit gehellen einstimmen eins scheint (vgl. helligen, einhellig), gleich zugestanden, unläugbar, offenkundig. 3@dd) der gällige fels aber auch noch anders: appenz. gällig steil, stotzig (vgl. gähstotzig), z. b. es god völli gälli ui (d. i. ûfhin), es geht wie schroff hinauf. Tobler 211b (daher auch plötzlich das., s. gähe). und so im 16. jahrh.: es war ein gelliger fels und hohe wand wie ein maur. Reiszner Jerus. 1, 8b, entsprechend der abrupta rupes bei Tac. hist. 5, 11; Psephina hiesz der hohe thurn im eck auf einem gelligen felsen. 1, 73b. bei Tobler übrigens wieder auch gälig, was sich hier dem gählich nähert, das wol auch steil bedeutete. auch in kärnt. galschn adv. plötzlich Lexer 107 (s. Tobler vorhin) scheint ein gällisch gleich gällig zu stecken.
3654 Zeichen · 104 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gellig

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    gällig , gellig , zu dem dritten galle sp. 1187. 1 1) gleich gällicht, mhd. gellic von pferden: ouch wart eʒ gellig unde…

  2. modern
    Dialekt
    gëllig

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    gëllig [kalik Roppenzw. M. ] 1. paarungssüchtig (Taube) Rapp. 2. bleich, übel aussehend M. 3. rein, unvermischt [tər kal…

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Wortbildung

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Ableitung von gellig 2 Analysen

ge- + ll + -ig

gellig leitet sich vom Lemma ll ab mit Präfix ge-, mit Suffix -ig.

Alternativen: gell+-ig

gellig‑ als Erstglied (1 von 1)