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schall

nhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schall m.

Bd. 14, Sp. 2087
schall, m. sonus, strepitus, rumor, mhd. schal, ahd. scal, mnd. nnd. mndl. holl. schal, altnord. skellr. das wort ist wie das dazu gehörige starke verb. schellen mit dem bedeutungsverwandten hall, hellen wahrscheinlich auch etymologisch verwandt. vgl. darüber hall oben theil 4, 2, 227, doch musz der anlautende consonant von schall entgegen dem dort ausgeführten wol als etymologisch berechtigt angesehen werden. als i-stamm hat das wort umgelauteten plur., doch begegnen daneben, obschon selten, auch umlautlose formen: die empfindung ist die einzige lehrerin in dieser bezaubernden beredsamkeit der schalle, durch welche man in den zuhörern alle beliebige bewegungen erregen kann. Lessing 4, 196. 11) schall ist die allgemeine bezeichnung für erschütterungen, die geeignet sind, auf das gehör einzuwirken: der schall pflanzt sich mit geringerer geschwindigkeit fort als das licht; und wenn lichtstrahlen ins auge fallen oder schälle das ohr erschüttern, so wird in beiden fällen ein sinnliches werkzeug berührt. Engel 9, 58; ich höre einen schall, wenn ich das zittern der luft empfinde. Schiller 1, 81; sey, wie das todte sprachrohr, das den schall empfängt und wiedergiebt und selbst nicht höret. don Carlos 2, 4. schall und licht verbunden: versuch' es, wenn du, lebendig todt, eine thurmhöhe tief, unter dem boden im kerker liegst, wo die nacht mit der hölle liebäugelt, und schall und licht wieder umkehren. kab. u. liebe 2, 6. das bedeutungsgebiet von schall umfaszt das der sinnverwandten geräusch, hall, klang, knall, krach, laut, ton u. ähnl. ausnahme ist es, wenn der musikalische ton dem schall gegenüber als etwas feineres, höheres erscheint: jeder höret gern den schall an, der zum ton sich rundet, Göthe 5, 21. vermittelt wird diese auffassung durch fügungen wie die folgenden: und metall rauher schall gellt ins ohr. Göthe 2, 27; warum denn glänzt um uns das all und tönt musik aus rauhstem schall? Immermann 13, 244 Boxberger. unfaszbar, ungreifbar, rasch vergänglich ist der schall, daher heiszt es: alles, alles überall in der welt ist wie ein schall. Logau 2, 165, 30; name ist schall und rauch. Göthe 12, 181. leerer schall: er (der kaiser) konnte in seiner eignen sache nicht richter seyn, ohne die freyheit des deutschen reichs in einen leeren schall zu verwandeln. Schiller 8, 136; doch wenn gemütherharmonie kein leerer schall ist. Gotter 1, 80; und die tugend, sie ist doch kein lehrer schall, der mensch kann sie üben im leben. Schiller 11, 258. besonders häufig wird das wort wie das ihm am nächsten verwandte hall (s. das formale) von lauten, weithin vernehmbaren tönen und geräuschen gebraucht, und zwar sowol von einem einzelnen ton, als auch collectivisch im sinne von getön, getöse, lärm: demnach brüllet der donner, und er donnert mit seinem groszen schall. Hiob 37, 4; daʒ waltgevelle wart sô grôʒ, unt der sûs unt der dôʒ werte mit dem schalle, daʒ er die liute alle gar verzwîvelen tete. Hartm. v. Aue Iwein 7823; der werlde schal begunde er fliehen. Lampr. v. Regensburg Franciscus 515 Weinhold; alsô si zesamnegeriten ûf daʒ wal, dô huop sich von den reckengar ein grôʒer schal. Alpharts tod 368; wiewol sie jetzund gar nah kamen auff Lauffenburg, so hat den namen von des Reins hohem lauff und fall: da etlich berg mit groszem schall dem Rein aus neid sich widersetzen. Fischart 2, 189, 406 Kurz; ach, würden nicht, bey deiner tritte schall, du pflichtvergessene, die Laren scheu entfliehn? Gotter 2, 490; nimmer lausch ich deiner waffen schalle. Schiller räuber schauspiel 2, 2; [] doch was hör ich? welch ein schall überbraus't den wasserfall? Göthe 2, 26. folgende gebrauchsarten lassen sich hier besonders herausstellen: 1@aa) vom tone musikalischer instrumente, meist von lauten, dröhnenden, glocke, trommel, horn, posaune, trompete u. dergl., doch auch von sanfteren wie flöte, laute u. ähnl.: in rottun, lutun ist scal (sonoritas). Notker ps. 67, 1; wenn jr hören werdet den schall der posaunen, drometen, harffen, geigen, psalter, lauten, und allerley seitenspiel, so solt jr niderfallen, und das gülden bilde anbeten, das der könig Nebucad Nezar hatte setzen lassen. Dan. 3, 5; zwei neugeworbene soldaten lobten die wendungen, und machten sich herbei, um sich ebenfalls nach dem schall des tambourins zu zeigen und bewundrung einzuerndten. Tieck (1845) 19, 236; von trumben und von vloitender schal wart sô grôʒ, daʒ Wurmeʒ diu vil wîtedar nâch lûte erschal. Nibel. 751, 2; des gestiurtes unser herre, daʒ sî des endes kêrte dar nâch als sî lêrte von dem horne der schal. Hartm. v. Aue Iwein 5801; vil süeʒes schalles man dâ pflac mit holler-blâsen ûf der wer. Wirnt v. Gravenberg Wigalois 277, 14; los, frau, und hör des hornes schal. Osw. von Wolkenstein 40, 2, 1; merck auff sein grunde und ursach, daraus richte yn fein gemach, so wirst du mir geben beyfall, die trommel richten nach dem schal, und den vogel nach seim gesang. Nigrinus Nasenesel E 2b; dann schleichen wir zur laube, bey meiner flöte schall. Gotter 1, 28; mit dem lezten schall der abendglocke, die den jungen maitag weinend jetzt zu grabe läutet, wandle ich in diese schatten. Hölty 49 Halm; sie weilten, bis der letzte schall der glocke im dorfe schwieg. 57; dann huben sie froh den gesang an, unter dem schall des klaviers. Voss 1, 188 (Luise 3, 622); wie mit einmal durch die nacht einer laute klang erwacht, ... girrend bald gleich zarten tauben durch die dichtverschlungnen lauben, bald mit langgedehntem schall lockend gleich der nachtigall. Grillparzer 3, 16. im bilde: wir schlürfen gern in vollem zug, wir läuten gern mit lautem schall. stoszt an mit dem glücke von Edenhall! Uhland (1864) 354. 1@bb) von der stimme. 1@b@aα) von thierstimmen besonders, zumal in älterer sprache, vom gesange, gezwitscher der vögel: sæhe ich die megde an der strâʒe den bal werfen! sô kæme uns der vogele schal. Walther 39, 5; diu zîsel und diu nâhtegal singent wünneclîchen schal. Wackernagel altd. leseb. 513, 20; nû was eʒ ieze an der zît, daʒ man rûet uber al und die hanen ir schal gein mitternaht gewinnent. erlösung 2894; die hochbegabte nachtigall ergetzt und füllt mit ihrem schall berg, hügel, thal und felder. P. Gerhardt 239, 17 Gödeke; wüszt' ich hübsche liebesstückchen, lustig, wie des kuckucks schall, ach, dann hörte mich mein Fiekchen abends an des amtmanns stall! Hölty 206 Halm. 1@b@bβ) von der menschlichen stimme, laut, sprache, gesang, geschrei u. ähnl.: in omnem terram exivit sonus eorum. et in fines orbis terre verba eorum: in alliu lant fuor iro scal. unde in ende dero uuerlte chamen iro uuort. Notker ps. 18, 5; zwar es ist je in alle land ausgegangen jr schall, und in alle welt jre wort. m. 10, 18; wir wullen von dir scheiden alle, nue gesein uns mit dynem schalle. Mone altd. schausp. 32, 376; noch aines tuot mich pangen, das mir der klainen kindlîn schal mîn ôren dick bedrangen, hând durchgangen. Osw. v. Wolkenstein 3, 1, 28; wenn die schöne nachtigal einmal ausz der wacht entsprungen, hat man ihr auch vorgesungen einen solchen süszen schall, dasz sie wieder flög herein, und sich liesze sperren ein. Fleming 359; [] wie mancher tag verflosz, ... eh leichter sylben schall ins ohr vernehmlich stiesz? Lessing 1, 189; sei meiner stimme nicht auf ewig gram, wenn sie dir jetzt den allerbängsten schall angibt, der je dein ohr durchdrungen. Schiller Macbeth 4, 7; kaum tönte des letzten wortes schall, da thaten sich auf die gräber all. H. Heine 1, 23 Elster. freier, mit verinnerlichung der beziehung: zu stammelnd für den schall geoffenbarter lehren soll die vernunft hier gott mit eignem lallen ehren. Haller 59 Hirzel; o dasz die wahrheit selbst von ihrem licht mir schenkte! dasz dieses himmels-kind den kiel mir selber lenkte! dasz ihr sieghafter schall, der durch die herzen dringt, beseelte, was mein mund ihr jetzt zu ehren singt! 125. schall, im gegensatz zu wort, das lautbild gegenüber dem damit verbundenen begriff: papagey und stahr haben genug menschliche schälle gelernet, aber auch ein menschliches wort gedacht? Herder bei Adelung. den gleichen gegensatz meinen die folgenden stellen, in denen das wort als lautbild gemeint ist: ein wort ist ein wort, das ist, ein bloszer schall, der vor sich nichts heist, und nur zu einer bedeutung gezogen wird, nach dem der gebrauch und die gewonheit solches bestätigen. Weise erzn. 67 neudruck; lernen sie, nachplauderndes hofmännchen, lernen sie von einem weibe, dasz gleichgültigkeit ein leeres wort, ein bloszer schall ist, dem nichts, gar nichts, entspricht. Lessing 2, 165. über die verbindung leerer schall s. oben. schall als übersetzung von accent: deutscher reimkunst meistes werck, steht im beylaut oder schalle ob der sylben ausspruch kurtz, lang, und wo er hin verfalle. Logau 2, 124, 26; du (Bodmer) hast, getrost durch sie (die weisheit), und kühn durch eigne kraft, schon längst den götzendienst des wahnes abgeschafft, dem ausdruck, schall und reim ihr wahres amt erlesen. Haller 177 Hirzel. 22) im affect macht sich vornehmlich der schall der stimme vernehmbar. es heiszt: man hôrte allenthalbenvon wuofe grœʒlîchen schal. Nibel. 1909, 4; von ir grôʒen ungehabe wart dâ ein jæmerlîcher schal. Hartm. v. Aue Iwein 1413; sus hete der strît ende mit sîner missewende und mit lasterlîchem schalle. 2645. am lautesten pflegt sich die freude zu äuszern, daher schall, besonders in älterer sprache, vielfach von jubel, sang und klang, lärmender fröhlichkeit: mnd. he (Claudius) wan iedoch Brittanniam mit groten eren unde wart to Rome untfangen mit groteme schalle. d. chron. 2, 94, 39 mon. Germ.; wolauff mit reichem schalle, ich weisz mir ein gesellschafft gut, gefallt mir vor anderen alle. Garg. 93a; daʒ volk erbeiʒte niderefür des küneges sal: ze liebem antfangeman hôrte grœʒlîchen schal. Nibel. 246, 4; nu wârn die besten dâ ze wege geherberget nâch ir phlege. die uopten ritterlîchen schal. Hartm. v. Aue Erec 2374; dâ lâgen sî durch ir gemach, unz sî der künec dâ gesach und die besten alle mit vrœlîchem schalle. Iwein 3072; in geistlîchem schalle wart daʒ liut alleʒ frô. Lamprecht v. Regensburg Franc. 4988; ir sult mit frolichem schalle den lichnam myner frawen tragen hen. Mone altd. schausp. 63, 1538; ir auszerwelten frawen all, ich dank euch sere mit reichem schall, das ir mich habt also verert. fastnachtsp. 745, 4; des woln mer singen mit frolichem schall. Alsfeld. passionssp. 103 Grein; trompeten und klingender singender schall, und wagen und reiter und bräutlicher schwall, sie kommen und zeigen und neigen sich all, unzählige, selige leute. Göthe 1, 197; als auf der Donau nur allsammt dem heer nach Wien er niederfuhr mit lautem schall, da tönte glockenklang von beiden ufern. Grillparzer 5, 81. häufig so in der verbindung mit schall, ohne beiwort: so trincken wir alle, diesen wein mit schalle. Garg. 86a; singt nur mit schall jhr löffel all. 88b; [] her Wîgâlois von Joraphas mit schalle küneclîchen reit, und manic rîter gemeit wol gekleit unde geriten. W. v. Gravenberg Wigalois 9265; des lobet got mit schalle ir lieben kinder alle! Alsf. passionssp. 7988 Grein; so wol uff mit schalle ir liebe bruder alle! 8054; ja, wie main gaist mit danck, so soll mit schall mein mund, mein got, dein ehr und preisz bezeugen. Weckherlin 134; ermuntert euch und singt mit schall got, unserm höchsten gut, der seine wunder überall und grosze dinge thut. P. Gerhardt 79, 5. in schalle leben, in saus und braus: er liesz ee all sein freunt hie sterben um das guot, ob im davon würd sein gedens, damit er lebt in schalle. Osw. v. Wolkenstein 117, 6, 15. freude und schall: da erhuob sich freud und schall. Aimon C; man sach dâ freude unde schal. W. v. Eschenbach Parz. 222, 14. freuden schall: herre, ir sult beginnen vreud mit vreuden schalle. 662, 5; sô hebt sich ein frouden schal vor uns immer êwiclîch. erlösung 804; freier: mit kranker freuden schalle der wirt zem orse sprach. Wolfram v. Eschenbach Parz. 487, 26; zart liebstes weib, den jâmer hie vertreib, erkück den man in freuden schal. Osw. v. Wolkenstein 38, 3, 22. schall mhd. auch in den weiteren und tieferen begriff von freude übergehend: dû (Maria) frides stat, dû wunnen tal, dû himelpfat, dû herzen schal, dû bluomen volle heide. altd. blätter 1, 85, 222; da waren soe bye einander alle mit inneclichem schalle. Mone altd. schausp. 22, 28. 33) ferner in älterer sprache mit verwandter bedeutungsentwicklung lautes, übermütiges prahlen und geradezu wie übermut: hüeten iuch vor schalle, die wîle ir hie ze lande sît; wan iuwer drô und iuwer strît kan hie lützel vür getragen. Konr. v. Würzburg troj. krieg 7146; er (Roland) sprach: nu müeʒe uns got bewarn, durch sîner tugende willen, und helfe uns hiute gestillen den schal, den sî ûf uns begânt. Stricker Karl der grosze 6323; alsô tuot ein betrogen man: kumt in ein gewalt an, so vert er mit schalle und versmæhet die alle, den er ê was gelîch. quelle in Haupts zeitschr. 7, 366, 43. 44) unschwer erklärt sich auch der ebenfalls besonders dem älteren hd. eigene übertritt in die bedeutung 'gerede, gerücht': hie von wart michel schal zehant ze Swâles in dem lande. Gottfr. v. Straszburg Trist. 407, 10 Massmann; sî mohte zwêne schaden entsitzen, der hâte sî beider wal: daʒ eine was der liute schal. K. Fleck Flore u. Blanschefl. 1878; diz mære durh die strâʒen dranc und wart von im ein grôʒer schal in der stat überal. Lampr. v. Regensburg Franc. 751. weiter dann wie 'ruf, ruhm': der schal ist mîn. Wartburgkrieg 153, 14; der ward von ir (Maria) geporenfür aller welte zoren, des schall ist worden lautt. Muscatblüt 26, 9, 120; da sahe ich unter ihn allen ein röslein ynn dem thal, das thet mir bas gefallen die schönste mit reichem schalle bey den andern röslein stan. bergreihen 9, 18 neudruck. ähnlich, doch sinnlicher: seines lebens schall, der auch zu mir drang, gab mir kein anderes gefühl, als dies: ich sey bestimmt, mich leidend ihm zu opfern. Schiller Piccol. 3, 8; mit der furchtbaren stärke gerüstet, führen sie aus, was dem herzen gelüstet, füllen die erden mit mächtigem schall. braut von Mess. 237. [] mære und schal verbunden: ouch so wuohs daʒ mære und der schal bî Gâwein. Heinr. v. d. Türlin krone 155a (12591). ze schalle werden, ins gerede kommen, ruchbar, berufen werden: dâ von wart er ze schalle und ze prîse für sî alle. Hartm. v. Aue Greg. 1811; sô werde wir alle ze spotte unt ze schalle. Gottfr. v. Straszburg Trist. 317, 34 Massmann; unt wirt ein wîp ze schalle, sô schiltet man si alle. Vridanc 103, 1; daʒ sî von den liuten allen niht würde ze mære noch ze schalle. bruder Philipp Marienl. 1889. mit einem ze schalle werden: töhterlîn, gedenke an Friderûnen, wie diu wart mit einem man ze schalle. Neidhart XLVII, 2. ähnlich in den schall kommen: also kam er in den schal, daʒ er der besten einer hieʒ. quelle bei Lexer mhd. handwb. 2, 638. ze, zuo schalle bringen: sô gônt die dritten liute darumbe dar (zur kirche) obe siu etwaʒ gehœrent, daʒ siu dem brediger verkêren mügent und in zuo schalle mügent bringen. quelle des 15. jh. in der Germ. 3, 415, 21; des vrâgten si in alle und brâhten in sô ze schalle, daʒ im lieber wære geschehen, hiet er (der rabe) die (pfauen-) vedern nie gesehen. quelle in Haupts zeitschr. 7, 366, 38. ze schalle setzen: wande wir sîn alle von den vrouwen komen: swie wir sezzen si ze schalle, maniger wirt von in ze vromen. minnes. 2, 335b Hagen. schall, gegenstand des geredes, spottes: wande dû mir hiute abe gâst unde mich in disme iâmere lâst, dâ bin ich mîner vîende ein schal. pass. 73, 49 Hahn.
15541 Zeichen · 263 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schall

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Schall , des -es, plur. die Schälle. 1) Überhaupt, die zitternde Bewegung der Luft, so fern sie sich dem Ohre nähert…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schall

    Goethe-Wörterbuch

    Schall auch in Paarformeln wie ‘S. und Ton’, ‘Hall und S.’ a (meist lauter) nachhallender Klang, Ton α allg: akustisch d…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schall

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Schall , heißt die dem Gehörorgane eigenthümliche specifische Empfindung, welche hervorgebracht wird, wenn die Schwingun…

  4. modern
    Dialekt
    Schall

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    PfWB RhWB Schall [ʿSàl Str. Co. ] m. wie hochd. bes. Verbindg. Schall u nd Falls Knall und Fall Str. Vgl. Knall. — Bayer…

  5. Sprichwörter
    Schall

    Wander (Sprichwörter)

    Schall 1. Am Schall erkennt man das Metall. – Parömiakon, 2170. 2. Wie der Schall einfährt, so fährt er auch wieder hera…

  6. Spezial
    Schallm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    Schall , m звук , м

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schall

302 Bildungen · 177 Erstglied · 111 Zweitglied · 14 Ableitungen

Zerlegung von schall 2 Komponenten

sch+all

schall setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schall‑ als Erstglied (30 von 177)

Schall I

Idiotikon

Schall I Band 8, Spalte 534 Schall I 8,534

Schall II

Idiotikon

Schall II Band 8, Spalte 534 Schall II 8,534

schallern

SHW

schall-ern Band 5, Spalte 169-170

Schalles

SHW

Schall-es Band 5, Spalte 169-170

Schallhorn

SHW

Schall-horn Band 5, Spalte 169-170

Schallloch

SHW

Schall-loch Band 5, Spalte 169-170

Schallänte

Adelung

Die Schallänte , plur. die -n, in einigen Gegenden ein Nahme der Löffelänte, Anas latirostra Klein . Schall scheinet heir aus Schale verderb…

schallære

Lexer

schal·laere

schallære , schaller stm. redner, schwätzer, praler. do wolt si keinen man wan der sô wîse wære ald ein sölicher schallære, daʒ er si ze ein…

Schallatte

PfWB

schal·latte

Schal-latte f. : ' Latte für Verschalungen ', Schallatt [ RO-Bistschd NW-Frankeck ]; vgl. PfWB Schalbrett , PfWB Richtlatte . SHW Südhess. V…

Schallauser

PfWB

schall·auser

Schal-lauser m. : ' Kopf ohne Haare ', Schallauseʳ [ LA-Herxh ]; vgl. PfWB Glatzkopf 1.

schallbar

DWB

schall·bar

schallbar , adj. von schall, mhd. schalbære. 1 1) schallreich, laut, weit schallend: canorus, schalber Dief. 95 c , schalbar ( so zu lesen s…

Schallblase

Meyers

schall·blase

Schallblase , bei einigen Amphibien die beim Schreien sich aufblähende Kehlhaut der Männchen.

schallboden

DWB

schall·boden

schallboden , m. resonanzboden, klangboden. Campe. im bilde: konnt' es nun für den freudetrunkenen Markgraf einen gelegneren einfall geben, …

schallbüchse

DWB

schall·buechse

schallbüchse , f. , schalbuchsen, -busche, -bosche, -pusch, -boesz, -busse, bombarda. Dief. 78 b . Dief.-Wülcker 832 .

Schalldäse

RhWB

Schall-däse šaldEs, Pl. -zə Geld-Hinsbeck Straelen Veert f.: Bremsfliege, Pferdebremse, s. Scheel-.

Schalldauk

MeckWB

Wossidia Schalldauk m., n. Schal, Umschlagetuch (1967) Wi Wismar@Poel Poel ; einen int Schalldauk geiten einen Schluck nehmen Lu Ludwigslust…

schalldeckel

DWB

schall·deckel

schalldeckel , m. deckel, dach, das man über der kanzel anbringt, damit der schall sich mehr nach unten fortpflanze. Karmarsch-Heeren 3 7, 5…

Schalle(n)hūs

Idiotikon

Schalle(n)hūs Band 2, Spalte 1728 Schalle(n)hūs 2,1728

Schalle(n)meister

Idiotikon

Schalle(n)meister Band 4, Spalte 527 Schalle(n)meister 4,527

schall als Zweitglied (30 von 111)

Úntermarschall

Campe

Der Úntermarschall , — es, Mz. — schälle , ein einem höhern, dem Obermarschalle, untergeordneter Marschall.

ADELSMARSCHALL

DWB2

adel·s·marschall

DWB2 ADELSMARSCHALL m. DWB2 sprecher der ritterschaft: DWB2 1769 adelsmarschall in: Gutzeit Livland 1 ( 1864 ) 26 b . ⟨1889⟩ damit sie mich,…

Böllerschall

Wander

boeller·schall

Böllerschall Mit Bollerschall und Lautenschlag führt man den Teufel unter sein Dach. ( Rumänien. ) – Neue Freie Presse, 4581. Mit Freudeschü…

donnerschall

DWB

donner·schall

donnerschall , m. wetter- oder donnerschall fragor nubium, mugitus tonitruum Stieler 1723 .

Drommetenschall

Campe

drommeten·schall

◬ Der Drommetenschall , des — es, d. Mz. ungew. der Schall der Drommete. Es wurde bei oder mit Drommetenschall verkündigt.

freudenschall

DWB

freude·n·schall

freudenschall , m. jubilum, mhd. auch blosz schal: da disz die menge höret, klopfeten sie mit fäusten freudenschall ( plaudebant ). buch der…

Fürstfeldmarschall

GWB

fuerst·feldmarschall

Fürstfeldmarschall Getrenntschr Titel des Herzogs u preuß Generalfeldmarschalls KarlWilhFerd vBraunschweig-Wolfenbüttel als Oberbefehlshaber…

Futtermarschall

Adelung

futter·marschall

Der Futtermarschall , des -es, plur. die -schälle, ein Hofbedienter, der für das Futter des Marstalles sorget, und an manchen Orten mit dem …

G(e)braschall

Idiotikon

G(e)braschall Band 5, Spalte 821 G(e)braschall 5,821

Gaffelschall

MeckWBN

gaffel·schall

Wossidia Gaffelschall f. Arm der Dreschgabel (s. Gaffel 1 a): dei Gaffelschallen wiren mit Nagels beslagen, dat sei dat Kuurn ornlich ruwwel…

gegenschall

DWB

gegen·schall

gegenschall , m. echo Stieler 1723 , Rädlein u. a.; dazu gegenschällig adj. Stieler 1724 , auch gegenschallhafte tonweise Birken ostl. lorb.…

geschall

DWB

geschall , m. der schall, lärm, mhd. mnd. geschal Lexer 1, 896 . Schiller-Lübben 2, 75 b , mnl. gheschal Kilian, clangor, sonus tubae, ghesc…

gewitterschall

DWB

gewitter·schall

gewitterschall , m. , vgl. (wetter- und) donnerschall theil 2, sp. 1250; vgl.: da hatte ja das mönchlein im gewitterschall ein ding genannt …

Gottschall

Herder

gott·schall

Gottschall , Rudolf, Dichter, geb. 1823 zu Breslau, studierte Rechtswissenschaft, wurde aber Dramaturg der Königsberger Bühne und siedelte s…

Großmarschall

Adelung

gross·marschall

Der Großmarschall , des -es, plur. die -schälle, in einigen Ländern, ein vornehmer Hofbeamter, der erste und vornehmste Hofmarschall. Dessen…

groszmarschall

DWB

grosz·marschall

-marschall als militärische würde: der grosmarschalch des ordens Schütz hist. rer. pruss. 5 , c 2 a ; Olearius persian. reisebeschr. 270 ; a…

Ableitungen von schall (14 von 14)

beschallen

KöblerMhd

beschallen , sw. V. nhd. „beschallen“, überschallen Q.: SSpProl (1369) E.: s. be, schallen (1) W.: nhd. beschallen, sw. V., beschallen, DW- …

entschallen

DWB

entschallen , resonare, personare: den saiten entscholl bald himmlische wehmuth, bald der ton des triumphs. Messias 20, 875 ; mit dem schilf…

erschallen

DWB

erschallen , personare, ein nhd. gleich dem einfachen schallen sonare ( und dem analogen hallen, erhallen) aus der fuge gerathenes wort. die…

Erschallung

Idiotikon

Erschallung Band 8, Spalte 537 Erschallung 8,537

geschall

DWB

geschall , m. der schall, lärm, mhd. mnd. geschal Lexer 1, 896 . Schiller-Lübben 2, 75 b , mnl. gheschal Kilian, clangor, sonus tubae, ghesc…

geschalle

DWB

geschalle , geschälle , n. , coll. zu schall oder subst. verb. zu schallen, schällen (schellen), mhd. und älter nhd. geschelle, geschölle, g…

geschallen

Lexer

ge-schallen swv. BMZ lärmen Troj. ; mit dat. verkündigen Leseb. 1015,20, lobsingen Gsm. ;

Mißschall

Campe

Der Mißschall , — es, Mz. — e , ein unangenehmer, unreiner Schall.

Mißschallen

Campe

○ Mißschallen , v. ntr . unregelm. ( s. Campe Schallen ) mit haben , unangenehm, widerlich, unrein schallen. Uneigentlich einem Mißschalle ä…

schalle

Lexer

schalle s. schëlle, s. scholle.

urschall

DWB

urschall , m. ( desgl. ): die flieszende fortwallungen der luft fahren mitsammt der gestalt des schalls, welche erstlich, von dem ersten hau…

verschalle

BMZ

verschalle swv. 1. übertöne, übertäube. iuwer wünneclîcher sanc der verschallet gar den mînen Walth. 111,6. si lêt sich nicht verschallen Pa…

verschallen

DWB

verschallen , verb. aufhören zu schallen, zu klingen. oben 8, 2092 ist nachgewiesen worden, dasz unser heutiges schallen eine mischung aus z…

zerschallen

DWB

zerschallen , verb. , s. DWB zerschellen . —