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Gaffel

mhd. bis Dial. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
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19 in 15 Wb.
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Gaffel

Bd. 3, Sp. 8
Wossidia MeckWBNGaffel -ww-, Gawel, -b- f. Gabel, gabelförmiger Gegenstand mannigfachster Art: furca 'ein Gaffel edder Forcke' Chytr. 419. 1. landwirtschaftliches Gerät a. als Dösch-, Hawer-, Klopp-, Slagg-, Slahgaffel Gabel aus gewachsenem Holz, meist Hasel oder Esche, bestehend aus dem Stäl (Stiel) und der Gabelung, die Twäl (Twäält, Twäälk), manchenorts auch Schall, Schir, Tinnen, Trönen heißt, ziemlich eng ist und mit dem Stäl einen stumpfen Winkel bildet, s. Abb.; mitunter, bes. in Schö, mit Gaffelnagels (s. d.) oder -pinnen (daher Pinngaffel), in Sta Stargard@PasenowPas mit Schafzehen beschlagen, zuweilen auch mit Draht umwunden; benutzt bis in neuere Zeit zum Haferdreschen, bes. in Ha, sowie zum Nachdreschen aller Kornarten beim Flegeldrusch; Gawwel Dreschergerät Mi 25b; Gaffel Dreschforke Kolz 30; zum Ungezogenen oder Übermütigen sagt man: du ward'st nich ihrer klauk, mööst ierst elben mit dei Gaffel hebben, dat gifft tweiuntwintig Stripen SchöSchönberg@Kirch GrambowKGramb. b. als Kihr-, Lang-, Schüdd'-, Schüddel-, Upschüdd'-, Stöw-, Twäl-, Ümslaggaffel, Ümsmiter, hölten Twäl der unter a beschriebenen ähnliche Holzgabel, doch länger und oft mit weiterer, zuweilen dreifacher Gabelung, die singlecolKihrgaffel mit dem Stäl keinen oder nur einen ganz geringen Winkel bildet (s. Abb.); dient zum Durchschütteln und Wenden des ausgedroschenen Strohs, damit alles darin verborgene lose Korn herausfällt, in Lu@ auch zum Abtragen, bes. des Krummstrohs, und gelegentlich zum Flachswenden; ferner allgem. als Heugaffel; beim Flegeldrusch schlugen die Drescher das abgedroschene Stroh auch handvollweise um die Gaffel, um die daran etwa noch festsitzenden restlichen Ähren abzulösen Land. Ann. 1818, S. 230; in MaMalchin@LiepenLiep benutzt für das Spitzkoppgestell beim Ruhklasumzug; vgl. Spitzkopp; Kühen, die leicht aus der Koppel ausbrechen, legt man eine Gaffel um den Hals HaHagenow@BelschBelsch; N. Monschr. 4, 147b; Jac. 1, 49; Blume 10. c. übertr. im Rätsel das Paar der menschlichen Beine: hinner uns' Finster steiht ne Gaffel, up dei Gaffel 'n Rump Wo. V. 1, 164 e; sich teilende Rauchfahne: Twischen uns' Hus un Nahwers Hus slögen sick twei mit Gaffel, Un doch gifft 't kein Geraffel 314 a; Kuh oder Ochse: vör as ne Gaffel, in de Midd' 'n Strohsack, hinnen 'n Swungrad 234 b; c; 235; Kuhhörner: se (die zu kaufende Kuh) möt keen sonn grot Gaffel hebben RoRostock@DierhagenDierh; die ausgestreckten Schwurfinger: dei Sak kümmt up dei Gaffel zum Schwur vor Gericht GüGüstrow@GülzowGülz; PaParchim@DobbertinDobb; wenn wi den Perzeß man ierst up de Gaffel hebben, denn wöllt wi de Arwschaft ok woll to Bœhn staken, säd' de Bur to 'n Afkaten Hoef. 10. 2. in der bäuerlichen Hauswirtschaft die auch Fleisch-, Speck-, Wimengaffel genannte zweigeteilte, sehr lange, starke Holzgabel, an beiden Gabelenden mit je einer rechtwinklig dazu stehenden Eisenklammer versehen, womit das Spät (Querholz) mit der daran hängenden Räucherware zum Wimen (Räucherbalken) hinaufgehoben oder von ihm heruntergenommen wird allgem.; bei den Fastnachtsumzügen mitgeführt, um die empfangenen Gaben an Wurst und ähnl. daran aufzuhängen; s. Fastelabend. 3. auf Segelschiffen auch Gaffelbom genanntes Rundholz, am unteren Ende mit gabelförmigem Ausschnitt, der den Mast von hinten umfaßt und um diesen in schräger Richtung drehbar ist; dient zur Führung des Gaffelsegels: de Amerikaner hadd' grote, swere Sägels, œwer Gaffels, keen Raas (horizontal am Mast befestigte Segelstangen) Wo. Seem. 2, 96; wenn de Gaffel knarren ded', säd' Vadder: ick krig' bald goden Wind 203; Bri. 2, 58; Zss.: Munki-, Staatsgaffel. 4. bei der Eisfischerei die auch Zoßgabel genannte Holzgabel zum Vorschieben der Treibstangen unter dem Eise, an denen die Zugleinen der Wade befestigt sind StaStargard@GrammertinGramm; Monh. 4, 104a. 5. in der Form Gawel und hd. Gabel a. als Eßgerät, erst ganz allmählich im Laufe des 18. und 19. Jahrh. in Gebrauch gekommen; vgl. Krüg.-Ploen 113; noch heute heißt es: Mit ne Gabel is 't ne Ihr, Mit 'n Läpel schafft 't doch mihr Pa; HaHagenow@BelschBelsch; s. auch bet2 (1, 853); dem Gaste Metz un Gawel henleggen HaHagenow@Kirch JesarKJes. b. als gabelförmiger Geräteteil; selbst die beiden in die Bank des Spinnrades eingebohrten Hölzer, die das Rad zwischen sich tragen (Radarms), werden Gawel genannt Ma; Ha; Lu; Sta; Pa; Gawel Mi 25b. Weitere Zss.: Dackgaffel; Aben-, Quäk-, Strohgabel. FN. Dwasgabel. — Mnd. gaffele f. — Br. Wb. 2, 476; Dä. 140b; 144b; Kü. 1, 531; 564; Me. 2, 286; 288; Schu. 33; Teu. 1, 81.
4375 Zeichen · 71 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gaffelmmd., F.

    Köbler Mhd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    gaffel , mmd., F. nhd. „Gaffel“, Gilde, Zunft Vw.: s. kannengiezære-*, vleischhouwære-* Q.: DRW (1395), Nbu, RChr E.: s.…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    gaffelF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    gaffel , F. nhd. große hölzerne oder eiserne Gabel, Kornforke, Fleischgabel zum Aufhängen oder Abnehmen der Rauchwaren a…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gaffel

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    * Die Gaffel , plur. die -n, ein nur in einigen Oberdeutschen Gegenden übliches Wort. 1) Zins, Steuer, obrigkeitliche Ab…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gaffel

    Goethe-Wörterbuch

    Gaffel nur pl niederrheinisch: Innung, Gilde, Zunft G-n Zünften 37,113,27 Ephem [1770/71] Syn Gilde Innung Zunft Gert Li…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gaffel

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Gaffel , altdtsch., dasselbe was Zunft.

  6. modern
    Dialekt
    Gaffel

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Gaffel m. der dumm, leichtsinnig in die Welt hineinschaut, spricht; Gaffer; f. herumgaffendes Weib Str. CS. ‘ albernes, …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gaffel

73 Bildungen · 55 Erstglied · 17 Zweitglied · 1 Ableitungen

gaffel‑ als Erstglied (30 von 55)

Gaffelbaum

Campe

gaffel·baum

† Der Gaffelbaum , des — es, Mz. die — bäume , in der Schifffahrt, ein Baum, der hinter dem großen Maste liegt, mit welchem er einen spitzen…

Gaffelebäien

WWB

Gaffele-bäien n. [ Sos Arn Mes] Festlichkeit, kleines improvisiertes Fest; Festessen. Dǫ gaftet ’n wān Chafflenbäggen ( Arn Mü ).

Gaffelebō²m

WWB

gaffele·bom

Gaffele-bō²m m. 1. Baumstamm mit gewachsener Astgabel am Ziehbrunnen ( Det Is = PLATE-NAUWB). — 2. Gabeldeichsel (Frbg.) ( Enr Gr ). ¶ Bed. …

Gaffeledīßele

WWB

Gaffele-dīßele f. [(westl.) SWestf] Gabeldeichsel (aus zwei Stangen bestehende Deichsel, zwischen die ein einzelnes Zugtier eingespannt wird…

gaffele, geffele

LW

gaffele, geffele, f. grosse hölzerne oder eiserne Gabel, bifurca. — Dazu demin. gaffelke.

gaffelen

WWB

gaffelen V. 1. mit der Gabel aufschütten ( Bek Al ). — 2. „fuchteln“ ( Stf Rh ). — 3. ungeschickt mit Messer und Gabel essen ( Höx Sb).

Gaffeler

PfWB

Gaffeler m. : ' fahriger Mensch '; e alder Gaffleʳ [ KL-Hirschhn ]; vgl. Gaffel 1. Rhein. II 978 Z. 48.

Gaffeleschǟre

WWB

gaffele·schaere

Gaffele-schǟre f. [ Bch Enr Hag] aus zwei Stangen bestehende Deichsel, zwischen die ein einzelnes Zugtier eingespannt wird.

Gaffeleschot

WWB

gaffele·schot

Gaffele-schot n. [verstr.] 1. hölzernes Gestell zur Aufbewahrung der → Gaffeln (Bed. 2.2.) auf der Tenne. — 2. Tischschublade zur Aufbewahru…

Gaffelesneise

WWB

gaffele·sneise

Gaffele-sneise großes Gabelholz zum Auf- und Abhängen der Wurststöcke, des Schinkes usw. ( Wit Wi).

Gaffelestange

WWB

gaffele·stange

Gaffele-stange f. großes Gabelholz zum Auf- und Abhängen der Wurststöcke, des Schinkes usw. ( Bri Kb).

Gaffelesteªrt

WWB

Gaffele-steªrt m. Gabelweihe, Roter Milan ( Det Is = PLATENAUWB).

Gaffelestil

WWB

gaffele·stil

Gaffele-stil m. 1. Stiel einer Gabel ( Dor Wl ). — 2. Gabeldeichsel ( Unn Wd).

Gaffelestok

WWB

gaffele·stok

Gaffele-stok m. [verstr. nördl. OWestf] großes Gabelholz zum Auf- und Abhängen der Wurststöcke, des Schinkens usw.

Gaffeletand

WWB

gaffele·tand

Gaffele-tand m. [ Hfd Stf Rek, sonst verstr. bes. Münsterl Bie Lippe] 1. Ohrwurm, Ohrenkneifer, kleines Insekt mit kurzen Vorderflügeln und …

Gaffeletange

WWB

gaffele·tange

Gaffele-tange f. 1. Ohrwurm, Ohrenkneifer, kleines Insekt mit kurzen Vorderflügeln und zwei zangenartig ausgebildeten Schwanzborsten (Forfic…

Gaffeletante

WWB

gaffele·tante

Gaffele-tante f. Gaffeltante Ohrwurm ( Rek Lb ). ¶ Wohl entstellt aus → Gaffel-tand .

Gaffelgier

MeckWB

gaffel·gier

Gaffelgier f. ?: de Brotbüdel würd' upheißt an de Gaffelgier, um anzuzeigen, daß die Besatzung des Schiffes ungenügende Kost erhält Ro Warn …

Gaffelherr

Campe

gaffel·herr

† Der Gaffelherr , des — en, Mz. die — en , O. D. ein Abgeordneter des Raths, welcher den Versammlungen der Handwerker beiwohnet; ein Handwe…

gaffelig

PfWB

gaffelig Adj. : 1. 'unruhig, unstet, unzuverlässig', bes. von einem Kind, einem jungen Mädchen, gafflich [lothr. SWPf (PfId. 49) SOPf (Nachl…

gaffelke

KöblerMnd

gaffelke , N. Vw.: s. gaffelken

gaffel als Zweitglied (17 von 17)

Giffelgaffel

Wander

giffel·gaffel

Giffelgaffel Up en 'n Giffel-Gaffel folget en Snippel-Snappel. – Schambach, II, 380. Auf (eine) unmässige Lustigkeit folgt (ein) Weinen und …

kannengiezæregaffel

KöblerMhd

kannengiezære·gaffel

kannengiezæregaffel , F. nhd. „Kannengießergaffel“, Zunft der Kannengießer Q.: Urk (1473) E.: s. kanne, giezen (1), gaffel W.: nhd. DW- L.: …

kōrnegaffel

KöblerMnd

kōrnegaffel , F. nhd. „Korngabel“, Kornforke ÜG.: lat. merga Hw.: vgl. mhd. korngabele*; sE.: s. kōrn, gaffel W.: s. nhd. Korngabel, F., Kor…

Nadelmachergaffel

DRW

nadelmacher·gaffel

Nadelmachergaffel, f. zu Gaffel (II) Zunftgebäude der Nadelmacher have H. eyne vergaderunge gehat in der naldemechergaffelen 1482 KölnAkten …

Sarrockswebergaffel

DRW

sarrocksweber·gaffel

Sarrockswebergaffel, f. wie Sartuchs'amt (I) etzlichen van der schomecher-, gurdelmecher- ind sarroxwevergaffelen 1482 KölnAkten I 496 Faksi…

Schrötergaffel

DRW

schröter·gaffel

Schrötergaffel, f. wie Schrötergilde; meton. deren Versammlungshaus min schroder [hat mich] ... uff die schrodergaffel, da er die kost gehal…

schōfgaffel

KöblerMnd

schōf·gaffel

schōfgaffel , F. nhd. Strohgabel, Heugabel E.: s. schōf (1), gaffel L.: MndHwb 3, 112 (schôfgāvel), Lü 331a (schôfgavel)

ströuwgaffel

MNWB

ströuwgaffel (stroͤw-) „furca stratoria” (Chyträus).

ströuwegaffel

KöblerMnd

ströuwe·gaffel

ströuwegaffel , F. nhd. Heugabel? ÜG.: lat. furca stratoria Q.: Chyträus (1582) E.: s. ströuwen (1), gaffel W.: s. nhd. (ält.) Streugabel, F…

ströuwgaffel

KöblerMnd

ströuwgaffel , F. Vw.: s. ströuwegaffel*

vlēschgaffel

KöblerMnd

vlēsch·gaffel

vlēschgaffel , F. nhd. große Gabel zum Aufhängen des Fleisches in den Wiemen Hw.: vgl. mnd. vleischgabele* E.: s. vlēsch, gaffel W.: s. nhd.…

vlēsgaffel

KöblerMnd

vlēsgaffel , F. Vw.: s. vlēschgaffel

Ableitungen von gaffel (1 von 1)

gaffel(e)

MNWB

gaffel(e) , gafle , ° gefle , geffele , f. , 1. große hölzerne oder eiserne Gabel, Kornforke , Fleischgabel (vlê[i]schgaffele, -gefle) zum A…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „gaffel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gaffel/meckwb
MLA
Cotta, Marcel. „gaffel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gaffel/meckwb. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „gaffel". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gaffel/meckwb.
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