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gabeln

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
10 in 9 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

gabeln

gabeln

Gabel f. ‘zwei- oder mehrzinkiges Gerät zum Essen und zum Heben und Wenden in der Landwirtschaft’, übertragen auf verschiedene Dinge, die einer Gabel ähnlich sind. Das westgerm. Wort ahd. gabala ‘zwei- oder mehrzinkige Gabel’ (9. Jh.), mhd. gabel(e), asächs. gaƀala, gaflia ‘Gabel’, mnd. gaffel(e) ‘große hölzerne oder eiserne Gabel, Kornforke’, mnl. gaffel(e), gavel(e), nl. gaffel ‘Heu-, Mistgabel’ (s. Gaffel), aengl. gafol, geafol ‘Gabel, Forke’ (germ. *gablō) führt mit den kelt. Verwandten air. gabul ‘gegabelter Ast, Gabel, Gabelungspunkt der Schenkel’, kymr. gafl, bret. gavl, gaol (aus dieser kelt. Gruppe ist lat. gabalus ‘gabelförmiger Galgen’ entlehnt) auf ie. *ghabh(o)lo-, -lā ‘Astgabel, Gabelung, Gabel’. In der Frühzeit ist die Gabel ein starker, gegabelter Ast, der zu verschiedenen Arbeiten in der Landwirtschaft Verwendung findet und der später im Gefolge des Handels mit den Römern durch die eiserne Gabel (s. Forke) ersetzt wird; vgl. ahd. gart-, īsarn-, mistgabala. Die Gabel als Tischgerät begegnet zufrühst in Konstantinopel, findet bald darauf an italienischen Höfen Verwendung und verbreitet sich von dort in Europa. Sie dient zunächst zum Vorlegen der Speisen, gegen Ende des Mittelalters wird sie in beschränktem Umfange auch zum Essen verwendet; allgemein vertraut mit ihr wird man erst im 17. Jh. gabeln Vb. ‘(Heu) mit der Gabel auf- oder abladen’ (15. Jh.), ‘mit der Gabel essen’ (17. Jh.); reflexive Verwendung ‘sich verzweigen’ zuerst im Bergbau (von Gängen) und in der Geographie (von Flüssen); dazu Gabelung f. ‘Abzweigung, Teilung in zwei oder mehrere Arme’ (1. Hälfte 19. Jh.). aufgabeln Vb. ‘auf eine Gabel spießen, entdecken, finden’ (17. Jh.). Gabelfrühstück n. ‘reichhaltiges, Fleisch enthaltendes zweites Frühstück’ (1. Hälfte 19. Jh.), nach gleichbed. frz. déjeuner à la fourchette. Gabelstapler m. ‘kleines Fahrzeug mit einer gabelartigen Vorrichtung zum Fassen, Heben und Befördern von Lasten’ (Mitte 20. Jh.). Gabler m. ‘Hirsch, Elch, Rehbock mit zwei Enden an jeder Stange’ (Anfang 18. Jh.).
2040 Zeichen · 58 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gabeln

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Gabeln , verb. reg. act. auf die Gabel spießen; besonders von den Hirschen, wenn sie Menschen oder Thiere mit den spitzi…

  2. modern
    Dialekt
    gabelnschw.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    gabeln schw. : 1. a. 'mit der Gabel reichen'; Haai (Frucht) gaww(e)le [allg.]; vgl. spießen . Das Gabeln war früher meis…

  3. Sprichwörter
    Gabeln

    Wander (Sprichwörter)

    Gabeln Wer nicht gabelt, wann die Hewschreck zabelt (zappelt), der nimb im Winter ein Seyl vnnd frag: Wer hat Hew feil? …

  4. Spezial
    gabeln

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    ga|beln I vb.tr. 1 (mit der Gabel aufspießen) infurcé (-cia) 2 (mit der Essgabel) tó cun la forchëta II vb.refl. sich ga…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gabeln

6 Bildungen · 3 Erstglied · 2 Zweitglied · 1 Ableitungen

gabeln‑ als Erstglied (3 von 3)

gabelnadel

DWB

gabel·nadel

gabelnadel , f. die haarnadel der frauen, weil sie gabelförmig ist. Adelung.

gabelnbaum

DWB

gabeln·baum

gabelnbaum , m. diaspyros lotus, im südl. Europa, die äste liefern gabeln für die landwirtschaft. Adelung.

gabeln als Zweitglied (2 von 2)

aufgabeln

DWB

auf·gabeln

aufgabeln , furca, fuscinula excipere, mit der gabel aufnehmen: heu aufgabeln, fleisch, brot aufgabeln, aufstechen. dann überhaupt aufgreife…

weggabeln

DWB

weg·gabeln

weggabeln , eig. beim essen ( gemeinsames essen aus einer schüssel ist vorauszusetzen ) mit der gabel wegnehmen, dann wie wegfischen gebrauc…

Ableitungen von gabeln (1 von 1)

begabeln

DWB

begabeln , furca excipere, aggredi, schwächer als aufgabeln, mit der gabel anstechen: mitten in der raschen arbeit, eine junge hühnerbrust z…