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Erne

mhd. bis Dial. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
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21 in 15 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

Erne f.

Bd. 2, Sp. 945
Erne1, Ernte f.: 1.a. 'Getreideernte'. Hauptformen: Ääʳn (ǟʳn) mit Äären als Nebenform, Ääʳnt (ǟʳnd) mit Äärent als Nebenform, Ääre (ǟrə), zur Verbr. s. K. 117. Seltenere Formen: Ääʳne [PS-Lu'wink BZ-Schweighf], Aaʳn (neben Aaren) [RO-Ruppeck FR-Merth NW-Deidh []BZ-Dernb], Aaʳne [PS-Nothw], Eeʳ (ēʳ) [KU-Roth], Eeren (ērən) [GH-Rh'zab], Aare [WD-Hoof], Äär (ǟʳ) [HB-N'alth], Aaʳ [KB-Mauchh (neben Äären)], Eere (ērə) [KU-Friedhs ZW-Gr'bundb], Aaʳnt (neben Aarent) [BZ-Schweig], Ääret (ǟrəd) [BZ-Albw]. Auslandspfälzer: Äärn (ǟrn, ǟrən) [Don-Schowe Torscha Werb Tscherwk Sekitsch verbr. Gal Rußl-Rastatt], Aarn [Gal-Hohenb u. Umg. bis Königsberg], Äärne [Don-Sekitsch Rußl-N'liebstal], Ääre [Gal-Beckersd], Äärnt [verbr. Don Gal Buch Rußl-Worms], Ärn/Arn [Penns (PSA 15)]; vgl. Abmachen, Schnitt. Heit is Wedder for die Ääre [ZW-Battw]. Ich geh in die Ääʳn, um mitzuhelfen [LU-Alsh, verbr.]. SprW.: 's is net alle Dag Äärn [Fogel Prov. Penns S. 12]. Mit der Äärn soll mer immer am Samschdag aaⁿfange, das is e leichter Dag [Gal-Sap, verbr. Gal Buch]. Uf d' Wisse (beim Heumachen) wie'n Daub (Taube, d. h. gut angezogen), en d' Äärn wie'n Raup (Raupe, d. h. in schlechten Kleidern) [LA-Herxh]. Wer im Häämache (Heumachen) nit gewwelt (gabelt), in de Ääʳn nit zawwelt (zappelt, hier 'sich rührt'), im Herbscht nit frih ufsteht, der guck, wie's'm im Winder geht! [BZ-Dierb, verbr. (Wilde 104)]. WR.: Steht der Schlehdorn früh im Blütenschein, wird vor Jakob (25. Juli) Ernte sein [PS-Fehrb]. Wann die Blume welke an Frooleichnam, gebt's e pidderich (s. pittern 'regnen') Ääre [KU-Hundh]. Wann's uf Marie Himmelfahrt (15. August) reent, gibt's e nassi Äären [FR-Bockh]. a. 1344: nach der erne [OttbgUrkb. 426]. a. 1357: in der schuren, darin dasselbe closter sin gud zu erne jnnefuret [PfWeist. I 257 (KB-Dreis)]. a. 1480: mit dem knecht den er zu wynachten dingt vnd mayde die er zu der eren dinget [MHVPf. 1870, S. 4]. a. 1480: den andern frohntag ihn der erndt [PfWeist. I 445 (KL-Erlb)]. a. 1501: Item hat mein herr von Limpurg oder ein pfleger im fronhofe einen vorschnit 'Recht, vor anderen zu ernten' in der ehern [Grimm Weist. V 587 (SP-Schiffstdt)]. a. 1529: von den pferden ... zu beschlagen in der Eern [SpeyGgHospR]. a. 1539: zwey huner, eins zu ernn vnd eins zu fasenacht [PfWeist. I 327 (LA-Edk)]. a. 1553: korn in der erndt zu schneiden [ABlieskst 25]. a. 1553: in der errent, sobald die von Bließcastel ihre schuldige frohn gethan [ebd. 30 (IB-Lautzkch)]. um 1567: im ernd [PfWeist. I 72 (KL-Baalbn)]. a. 1579: in der ärndt [ebd. I 225 (NW-Dackh)]. a. 1537: so hat sy macht in der erren ein vorschnitt zu thun [SSp., Schöffenweistum Falkenstein, S. 75]. a. 1707: Die adeliche seynd zur ernd ein garb von jedem morgen ... schuldig [PfWeist II 589 (NW-Freinsh)]. a. 1772: Dung, als das einzige wahre Mittel, die Aernden ergiebig zu machen [Bemerkungen der phys.-ök. Gesellschaft in Kaislt, S. XI]. — b.α. 'Ertrag der Ernte 1 a'. Die [] Schloße hän die Ääʳn verschlache [GH-Vollmw]. Die Ääre is schlecht ausgefall [KL-O'arnb, verbr.]. RA.: Dem hat's die Äärnt verschlaa, deshalb schaut er so mißmutig darein [Rockhs]. SprW.: Wie die Soot, so die Ääʳn [RO-Dielkch]. WR.: Wann die Felder en ganzer Winder mit Schnee zu sin, gebt's en guti Äärn [Fogel Beliefs Penns Nr. 1210]. a. 1471: helffen die ern intun [SSp., Kirchschaffnei Zweibr. Bl. 18]. — β. von Erträgen anderer Pflanzen, s. Tabaks-, Grundbirnen-, Heu-, Honig-, Kirschen-, Kohlernte; vgl. Herbst. Die Obschtbääm gewwen desjohr e guri Äären [NW-Freinsh]. — 2. übertr. [] Bei dem nasse Werrer hält de Dokter wirrer Äärə [RO-Lettw]. — Zur Lautform: Die Formen mit ē- (ēʳ, ērə, ērən) erhalten (bei Längung) die Qualität des mhd. Stammvokals (erne), die mit ǟ- (ǟʳn, ǟʳnd, ǟrə u. ä.) zeigen die im Pfälzischen weithin in Erscheinung tretende Senkung des Vokals vor r + Kons.; die Formen mit ā- (ārə, āʳn, āʳnd u. ä.) stellen den äußersten Grad dieser Senkung dar. Die Dehnung des Vokals vor r + Kons. ist im Pfälzischen häufig anzutreffen, vgl. z. B. gāʳdə 'Garten', šdǟʳwə 'sterben', kǟʳwə 'Kirbe', wōʳšd 'Wurst'; Näheres hierzu bes. bei Bertram §§ 33, 40, 89, 102, 122, 162. Schwund [] des auslautenden -e wie in ǟʳn, ǟʳnd gilt in der Pfalz fast allg.; Ausnahmen sind selten. In ǟrən, ǟrənd ist ə Sproßvokal wie in ārəm 'arm', gǟrən 'gern' u. a. Das auslautende -d in ǟrənd, ǟrnd u. ä. ist alt bei uns, wie dies die historischen Belege erweisen. — Südhess. I 341/42 arn, II 258/59; Rhein. I 255/56; Els. I 68; Bad. I 706/07.
4590 Zeichen · 137 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    ernestf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +8 Parallelbelege

    erne stf. ernde ( ahd. arn Graff 1, 480. vgl. das angels. ärian, erian nhd. pflüge ). ich wil in die erne MS. 1,60. a. s…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    erne(Adj.=)Suff.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    erne , (Adj.=)Suff. nhd. geneigt?, fähig? Vw.: s. arbēd-, krīg- Hw.: s. ernde E.: Herkunft ungeklärt? L.: MndHwb 1, 600 …

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    ernef.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    erne , f. s. DWB ern , DWB ernte .

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Erne

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Erne , Fluß in Irland, Abfluß des Gomeysees, mündet in die Donegalbai.

  5. modern
    Dialekt
    Erne

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Wossidia Erne s. MeckWB Oorn .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit erne

676 Bildungen · 116 Erstglied · 558 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von erne

er- + ne

erne leitet sich vom Lemma ne ab mit Präfix er-.

erne‑ als Erstglied (30 von 116)

erne 1 und häufiger

KöblerAfries

erne 1 und häufiger , F. nhd. Zahnwurzel ne. root (N.) of a tooth Q.: E, H, R E.: Herkunft ungeklärt? L.: Hh 21a, Rh 713a

erneªren

WWB

erne·aren

er-neªren V. [verstr.] ernähren. — Sprichw.: Wä sick äärlick well ernearen, maut sick rüstern uut de Fearen (Federn) darf kein Langschläfer …

ernebëte

Lexer

erne·bete

erne-bëte stf. abgabe zur zeit der erne. die ernbete, die ûf sant Jacobs tag gefelt Gr.w. 5, 497. sechzig viertel gelts uf der ernenbette, e…

ernëcken

Lexer

ern·ecken

er-nëcken swv. ausbrüten? die aier ernecchin Gen. 49,29 ( bei D. 68,6 ouʒ nichen).

ernedderen

KöblerMnd

ernedderen , sw. V. nhd. erniedrigen E.: s. er (3), nedderen L.: MndHwb 1, 600 (ernedderen)

erne, .. ernde

LW

erne·ernde

.. erne, .. ernde, Ableitungssilbe, Fähigkeit, Geneigtheit bez. z. B. arbeiderne, arbeitsam, kiverne, streitsüchtig u. a.

Ërnegans

ElsWB

erne·gans

PfWB Ërnegans [Árnkàns Bf. ; Arnkàns Osthsn. Schäfersh.; Arnəkns Geud. ; Árnəkànts Rothb. ; Êrnəkàns Rauw. ; Árnəkàs Hf. ] f. Erntegans, F…

ernegarbe

KöblerMhd

erne·garbe

ernegarbe , st. F., sw. F. nhd. Erntegarbe als Abgabe Vw.: s. erndegarbe Q.: DRW (14. Jh.) E.: s. erne (1), garbe W.: nhd. DW- L.: DRW

ernehuon

KöblerMhd

erne·huon

ernehuon , st. N. nhd. Erntehuhn? Hw.: s. erndehuon Q.: LexerN (1339) E.: s. erne, huon W.: nhd. DW- L.: LexerN 3, 159 (ernehuon), DRW

Erneiserin

ElsWB

erne·iserin

Erneiserin f. Forscherin. ‘die vernunft, die selb ist ein erneiserin, ein ersucherin’ Geiler Brös. 43 b . St.

erneisig

ElsWB

erne·isig

erneisig Adj. wissbegierig, neugierig, der gerne forscht. ‘die erneisig seind und wöllen alle ding wissen und erfaren, die werden gelert’ Ge…

erneiteⁿ

Idiotikon

erneiteⁿ Band 4, Spalte 851 erneiteⁿ 4,851

erneizen

FindeB

* erneizen swv. beschädigen, verderben, belästigen Apk. Teichn.

erneiʒen

MWB

erneiʒen swV. ‘jmdn./etw. bedrängen, (be-)schädigen’ so beschebt er [ schatzer ] witiben und waisen. / wie ers immer mag dernaisen, / er mac…

ērneledder

MNWB

erne·ledder

(ērneledder,) ārneledder , f. , Ernteleiter; ārneleddernbôm Ernteleiterholm, -baum.

ernelîn

FindeB

erne·lin

* ernelîn stn. kleines Geschäft, Kleinigkeit Vät.

ernelîn

MWB

ernelîn stN. Dimin. zu erne, eine Var. von ârant stM. ‘kleines Geschäft, Kleinigkeit’ do sante er umme ein ernelin Vät 21676 MWB 1 2022,57; …

ernelôn

MWB

erne·lôn

ernelôn stM. ‘Erntelohn’ swem ze muote / nâch dem guote / sî der ernelœne, / der bereite sich, des ist zît SM:Had 43: 1,3 MWB 1 2022,60; Bea…

ernelīn

KöblerMhd

erne·līn

ernelīn , st. N. nhd. Geschäftchen, Geschäftlein, kleines Geschäft, Kleinigkeit Q.: Vät (1275-1300) (FB ernelīn) E.: s. erne W.: nhd. DW2- L…

ernelōn

KöblerMhd

erne·lōn

ernelōn , st. M. nhd. Erntelohn Q.: Had (1. Hälfte 14. Jh.) E.: s. erne, lōn W.: nhd. DW- L.: MWB 1, 2023 (ernelōn)

Ërnemaud

ElsWB

Ërnemaud f. Magd zur Aushilfe bei der Ernte Z. †‘

ernëmen

Lexer

erne·men

er-nëmen stv. I, 2. herausnehmen, entnehmen Wg. 33 b ( W.Gr., bei Rückert 2108 entnomen ohne var. ); refl. sich zusammennehmen, aufraffen. s…

ernemunge

KöblerMhd

ernemunge , st. F. nhd. Wegnehmen ÜG.: lat. incestus Gl Q.: Gl (15. Jh.?) E.: s. ernemen W.: nhd. DW- L.: LexerN 3, 159 (ernemunge)

erne als Zweitglied (30 von 558)

hwæþerne

KöblerAe

*hwæþerne , Adj. Vw.: s. dæg- E.: s. hwæþer (1) L.: Hh 69

kerne?

KöblerMhd

*kerne? , st. M. Vw.: s. wünschel- E.: s. gerne (?) W.: nhd. DW-

scherne?

KöblerMhd

*scherne? , sw. M. Vw.: s. kelber- E.: Herkunft ungeklärt?

þerne

KöblerAe

*þerne , Adj. Vw.: s. dæg-; s. *hwæþerne

aeterne

MLW

at·erne

adv. aeterne , aeterno . semper, in (ex) aeternitate — immer, (auf) ewig, von Ewigkeit her : MLW Liber diurn. 85 p. 107,11 verbum ... de pat…

Alberne

Wander

alb·erne

Alberne Das die Albernen gelüstet, das tödtet sie. – Henisch, 38, 31.

algërne

Lexer

al-gërne adv. ganz gerne Otn. s. 59.

allerhanddērne

WWB

allerhand·derne

aller-hand-dērne. Allerweltsdäierne f. tüchtiges Mädchen ( die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen Dor die krfr. Städte Dortmund,…

alsôvērn(e)

MNWB

also·verne

alsôvērn(e) , -verre, alsevēr ... dat 1. soweit wie, als. 2. sofern, insofern, nämlich.

alterné

LDWB1

alt·erne

alterné [al·ter·nę́] I vb.tr. (alternëia) wechseln, abwechseln ( → baraté jö) II vb.refl . se alterné sich abwechseln.

amoderné

LDWB1

amo·derne

amoderné [a·mo·der·nę́] vb.tr. (amodernëia) modernisieren, erneuern.

apfelkerne

KöblerMhd

apfel·kerne

apfelkerne , sw. M., st. M. nhd. Apfelkern Q.: SalArz (Anfang 13. Jh.) E.: s. apfel, kerne (1) W.: nhd. Apfelkern, M., Apfelkern, DW 1, 535,…

Appelkǟrne

WWB

Appel-kǟrne ⟨ Mit [ -er- ]: -kēä ( r ) n m. , Pl. -e ( die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen Dor die krfr. Städte Dortmund, Cas…

arbēderne

KöblerMnd

arbēderne , Adj. nhd. arbeitsam, zum Arbeiten geeignet Hw.: s. arbēdisch, arbētsam E.: s. arbēt L.: MndHwb 1, 118 (arbê[i]derne), Lü 22a (ar…

Audierne

Herder

audi·erne

Audierne , franz. Stadt im Depart. Finisterre an einer gefährlichen Bai, 1500 E., Hafen, Leuchtthurm, Schifffahrtsschule.

Bāsdērne

WWB

bas·derne

Bās-dērne. „ Basdeiene “ prächtiges Mädchen ( Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm Unn Hi).

bedriverne

LW

be-driverne, der etwas eifrig betreibt, rührig.

begrīperne

WWB

begrip·erne

be-grīperne Adj. leicht begreifend; klug. Hei hätt ’n begriepern Kopp ( Kr. Minden Min Ma).

behōlderne

MNWB

behōlderne , adj. , adv. , 1. b. in dēme danken im Gedächtnis habend (= dachthaftich). 2. parcus, tenax (karich).

behoverne

KöblerMnd

behoverne , Adj. Vw.: s. behȫvern

behōlderne?

KöblerMnd

behōlderne? , Adj., Adv. nhd. habend? E.: s. behōlden (1) R.: behōlderne in dēme danken: nhd. „im Denken behalten“, im Gedächtnis habend L.:…

behȫverne

KöblerMnd

behȫverne , Adj. Vw.: s. behȫvern

Ableitungen von erne (2 von 2)

Ernée

Meyers

Ernée , Stadt im franz. Depart. Mayenne, Arrond. Mayenne, am gleichnamigen Nebenflusse der Mayenne, an der Westbahn, mit einem neuen Schloß,…

Mißerne

PfWB

Miß-erne f. : ' Mißernte ', Mißäʳn (ˈmisäÄn) [ Henn Mda.-Int. 110]. SHW Südhess. IV 680 .