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kaulen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kaulen

Bd. 11, Sp. 350
kaulen , kugeln, rollen, kollern. 11) intrans.: stosze ihm mit meinem knopf auf die brust, dasz er überrück den jählingen berg hinunter (gedr. hinter) vier beete breit kaulete. Schweinichen 1, 348; (der dieb) wirft das büchslein in einen rinnstein, das es unter eine treppe kaulete. Henneberger preusz. landtafel (Königsb. 1595) 62; das fasz kault weg. Chr. Weise Isaacs opf. s. 133; ich wil sehen wo es (das fasz) zu kaulen wird. das. 3, 11; wo die breter löcher haben wie die sparbüchsen, dasz also die thaler unter die thielen hinunter kaulen. causenmacher 50. 22) trans., rollen, wälzen: Lazarus war bettelarm .. als den man für des reichen thür geworfen, gekaulet und gewelzet. Dannhauer ev. mem. 510; ein stein bemost nicht, wenn man immer ihn bald kaulet her bald wieder dorten hin. J. Chr. v. Schönborn bei Gryph. (1698) 2, 502; von pottasche sollen sie (die 'aschcapitains') haben vom verkäufer vom fasz aus dem kahn in den hof ins trockne zu kaulen und auf die schale (wagschale) zu liefern 15 gr. Danziger willkür 1783 s. 183. Es ist noch nordböhmisch Fromm. 2, 31, deutschungr. Schröer 68b (auch sich herumtreiben, von landstreichern), in Sonneberg gleich kegeln Schleicher 68; schles. aber jetzt käulern, s. d. dasselbe aber scheint westerwäld. kaweln Schmidt 78, z. b. den berg hinunter kaweln, auch sich kaweln sich überkollern, mittelrh. auch kauweln, keuweln, kuweln, trans., mit eigner gestaltung des stamms, gab es ein kûwel kugel? doch vgl. gabeln gaukeln. nrh., schles. kullen kollern schlieszt sich an die nebenform kulle gleich kaule an, zu der auch kollern gehört. aber auch im nd. gebiet taucht es auf (wie kullern nd. ist), wo doch das subst. fehlt: hamburg. kueln wälzen, rollen, auch bei Schütze 2, 362. auch böhm. kulati, koulati, poln. kulać, wend. kuleć.
1811 Zeichen · 53 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    kaulen

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    kaulen , kugeln, rollen, kollern. 1 1) intrans.: stosze ihm mit meinem knopf auf die brust, dasz er überrück den jähling…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kaulen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Kaulen , Franz , kath. Theolog, geb. 20. März 1827 in Düsseldorf, wurde 1859 Repetent am theologischen Konvikt in Bonn, …

  3. modern
    Dialekt
    kaulen

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    kaulen schw.: 1. a. -ū:-, de Hohnder k. bilden Kaulen beim Baden im Sande Schleid-Kirchseifen ; -u- Rees-Elten ; de H. k…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kaulen

44 Bildungen · 42 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von kaulen 2 Komponenten

kau+len

kaulen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

kaulen‑ als Erstglied (30 von 42)

Kaulenauge

RhWBN

kaulen·auge

Kaulen-auge Wuppergeb. n.: Scherenauge, auf dessen Rand K. als Verzierung angebracht sind.

Kaulenaus

RhWBN

kaule·naus

Kaulen-aus ky˙l.yt (grosser Brachvogel) gehört nicht hierher; der Vogel ist nach seinem Ruf benannt.]

Kaulenball

RhWB

kaulen·ball

Kaulen-ball Trier , Eusk-Zülp , Aach-Eschw ; kę·i.lχəs- Prüm ; -ȳ:- Sieg-Eitorf , Grevbr ; ky·l.kə- MGladb-Helenabrunn m.: ein Ballsp.; sovi…

Kaulendopp

RhWB

kaulen·dopp

Kaulen-dopp kȳ:lχəsdǫp Eusk-Rheder Weingarten ; ky·l.əkəs- Düss-Stdt ; kę·i.lχəs (dildǫp) Merz-Saarhölzb m.: Kreisel, der auf der Kopfseite …

Kaulendutz

RhWB

kaulen·dutz

Kaulen-dutz -ǫ- Bergh m.: dicker Klicker aus Stein oder Gips, mit dem nach der Kaule 1 b μ αα geworfen wird.

Kaulenkadett

RhWB

kaulen·kadett

Kaulen-kadett Bo-Stdt m.: einer aus dem berüchtigten Stadtteil Sandkaule, auch K.kerl.

Kaulenkind

RhWBN

kaulen·kind

Kaulen-kind -ki˙ŋ.kə Geilk-Immend n.: Hüllname für noch ungetauftes K.

Kaulenlänger

RhWB

kaulen·laenger

Kaulen-länger kū:lę·ŋ.ər Düss-Elsiepen Serm m.: Schreckgespenst für Kinder, in Kaulen hausend.

Kaulenloch

RhWB

kaulen·loch

Kaulen-loch ku·l.ǫk, –lkskə (s. S.) Grevbr-Hochneuk , Düss , MülhRuhr , Ess-Werden n.: 1. Kaule, bes. zum Stucken beim Klickern. — 2. Grab.

Kaulenmann

RhWB

kaulen·mann

Kaulen-mann m.: 1. Bergmann, Steinbrucharbeiter Mayf. — 2. übertr. a. ku·l.əmę·n.kə, Pl. -kəs Erdgeist, Heinzelmännchen Heinsb-Schalbr . — b…

Kaulenmeister

RhWB

kaulen·meister

Kaulen-meister kū:lmēstər Köln-Kalk Widdersd , Bergh-Hüchelhv (kǫ·u.əl-) m.: dritter im Range der Knechte, der bes. die jungen Pferde anlern…

Kaulenmesser

RhWBN

kaulen·messer

Kaulen-messer (s. S.) Wuppergeb. n.: Buntschälmesser mit länglichen Kaulen in der Klinge.

Kaulenmöpp

RhWB

Kaulen-möpp ku·l.mp Aach-Merkst m.: Neckn. für den Bergmann.

Kaulenmutze

RhWB

kaulen·mutze

Kaulen-mutze kū:lmuts f.: 1. kurze, irdene Tabakpfeife Wurmgeb . — 2. übertr. Neckn. für den Bergmann Jül-Mersch .

Kaulenpack

RhWB

kaulen·pack

Kaulen-pack Bo-Stdt n.: das niedrige Volk, das in dem Stadtteil en der Kul wohnt, Gesindel.

Kaulenpatsch

RhWB

kaulen·patsch

Kaulen-patsch kū:l- MGladb-Rheind m.: 1. die eingemieteten Runkelrübenblätter. — 2. übertr. in der Wend.: Der K. för ene sen Aschenbrödel.

Kaulenpeter

RhWB

kaulen·peter

Kaulen-peter Gummb m.: Neckn. für den Steinbrucharbeiter. RA.: Hei isst as en K. sehr viel.

Ableitungen von kaulen (2 von 2)

verkaulen

RhWB

ver-kaulen -ǫ·u.- : einen Gegenstand v., verkerben Neuw-Rüschd .

zerkaulen

RhWB

zer-kaulen: dass. Aden-Kelbg ( -ø·y. ).

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „kaulen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kaulen/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „kaulen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kaulen/dwb. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kaulen". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kaulen/dwb.
BibTeX
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