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schale

mhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schale f.

Bd. 14, Sp. 2060
schale, f. crusta, patera, urgerman. wort, ahd. scâla, mhd. schale, schal, schâl (über die quantität vgl. Lachmann anm. z. d. Nibel. 1750, 3, gewöhnlich f., selten m., z. b. Parz. 794, 23); alts. skala, mnd. schale und schelle, schille, niederl. schaal, ags. scealu, engl. shale, scale und shell, altn. skál, skel, n. skal, skaal, schwed. skl, dazu goth. skalja, ziegel. ins ital. drang es als scalgia, ins franz. als écaille und écale. ob die doppelformen mit langem und kurzem vocal, welche die meisten dialekte bieten, nach den beiden bedeutungen des wortes (s. I und II) getrennt sind, ist unsicher. jedenfalls scheint es zu einer indogerm. wurzel skel, spalten zu gehören (Kluge 294), von der auch die griech. worte σκάλλειν, σκαλίς, σκολύπτειν u. a. abstammen, vergl. Pott etym. forsch.2 2, 3, 683 ff. und Fick vergl. wb. der indogermanischen spr.4 566. im ahd. wird das wort stark flectiert, im mhd. tritt daneben die schwache declination. vorzüglich in mitteldeutschen quellen (Dief. 140a. 153b) erscheint neben dem kurzvocalischen schale auch die form schelle, die sich nhd. als schäle fortsetzt, s. d. 1. Bedeutung und gebrauch. II. äuszerlich umgebende hülle, hülse, rinde, crusta, ein harte schal oder rinde Dasyp.; concha, ein harte schalen ebenda; schale, testa ebenda. I@AA. In eigentlicher bedeutung. I@A@11) an obst, nüssen, bäumen u. s. w.: schaale, cortex, rinde am baum Schottel 1392; die grün rind odder scheel an der nuss, ein scheel an den äpfeln, hasselnüssen, rhor, äpffelscheel. Alberus; die weisze hirzwurz hat eine weisze wurzel, obschon gleichwol die äuszerste schäle darvon graulechtig ist. Tabernaemont. (1664) 312 E; die schale von alten pappeln, die nichts kostet, vertritt dessen (des korks) stelle vollkommen. Krünitz; wenn die frucht reif ist, zerspringt die schaale. Herder z. phil. u. gesch. 7, 203; hunde verzehrten begierig die weggeworfenen schalen unserer würste. Göthe 28, 153; kern, schale mit dem stamme, die sachen einen boum. H. v. Müglin (hdschr.) 209a. auch sprichwörtlich gebraucht: an der schale beiszt sich mancher die zähne aus, eh er zum kern kommt. Simrock sprichw. 477. I@A@22) an schnecken, muscheln, eiern u. s. w., concha, als eines schnägken, schalen, herte rauhe haut oder überzug etlicher meerfischen und anderer thieren als käfferen, guogen. Maaler. Oken 4, 306; schalen und schneckenheuser waren jr schüsseln und trinkgeschirr (der ersten menschen). Mathesius Sir. 8b; die jungen (des skorpions) sollen sich durch den bauch der mutter fressen, und also ans tageslicht kommen, und kann die haut oder durchgefressene schale des scorpions dessen ein augenscheinlich exempel seyn. Olearius pers. roseng. 7, 10; to lesten he (ein adler) ene sniggen vant, de was gekropen up dat sant unde stekede an oren fasten schellen. Gerhard von Minden 12, 7; drum achtet ihn gleich einem schlangeney, das, ausgebrütet, heftig würde werden wie sein geschlecht, und würgt ihn in der schale. Shakesp. Julius Cäsar 2, 1; so sucht man in dem weiten sand des meers vergebens eine perle, die verborgen in stillen schalen eingeschlossen ruht. Göthe 9, 138; als, mit Eurotas schilfgeflüster, sie leuchtend aus der schale brach, der hohen mutter, dem geschwister das licht der augen überstach. 41, 224; kein mensch bewohnte sie (die insel), fischreiher seeraben, möwen allerhand, die legten sommers dort die eier und brüteten im sonnenbrand. jetzt deckten schalen diese klippe, von todten jungen die gerippe. Immermann 13, 138. I@A@33) an animalischen körpertheilen Adelung und zwar I@A@3@aa) die knochenschale des menschlichen gehirns. im nhd. gewöhnlich nur im compositum hirnschale (s. d.): dem zerspielt er die schalen, daʒ daʒ hirn dar ûʒ flôʒ und er ûf die erden schôʒ. Herb. v. Fritzlar troj. krieg 7632; diu stirne wart im und der schopf sô gar verschroten überal, daʒ helmes boden und die schal des hirnes vielen ûf daʒ gras. Konr. v. Würzburg troj. krieg 36578. I@A@3@bb) die hörnerne bedeckung des fuszes mancher thiere: die schaalen werden die unten hornichten theile am laufte (der hirsche) genennet. Döbel jägerpr. 1, 18a; schalen, ungulae quarundam ferarum, als der wilden-schweine, der hirschen, was oben die ballen decket. Frisch 2, 159a; auch pferdehuf ebenda (nach Fleming teutsch. jäger); mit heiszer schale und glühn'der brust fällt er (der hirsch) hinein. der hund, das ross springt hinterdrein. Immermann 13, 60. I@BB. In übertragenen und bildlichen ausdrücken, überaus häufig und zwar: I@B@11) im gegensatz zu einem kern (s. dort 12, theil 5, 599), um das äuszere gegenüber dem innern zu bezeichnen: wäre es euer ernst der welt nütze zu seyn, so würdet ihr nicht an den bloszen schalen kleben, und den kern gantz dahinden lassen. Weise erznarren 68 neudruck; der innere sinn ist der kern ihres werthes, das übrige ist nur schale. Kant 3, 101; dieser (Eduard) .. bestellte sogleich in der stadt den niedlichsten koffer mit rotem saffian überzogen, mit stahlnägeln beschlagen, und angefüllt mit geschenken, einer solchen schale würdig. Göthe 7, 152; in einem jeden neuen kreise musz man zuerst wieder als kind anfangen, leidenschaftliches interesse auf die sache werfen, sich erst an der schale freuen, bis man zu dem kerne zu gelangen das glück hat. 21, 44; diese prediger stumpften sich die zähne an den schalen ab, indessen ich den kern genosz. 19, 325; aber in zeiten des umschwunges, wenn ein neuer geist umgeht, hat die alte schale des gewohnten rechtes keinen werth mehr, da der kern heraus ist. Keller Seldwyla 1, 179; ich hab die schaln, er hat die kern. Hollonius somnium 63 neudruck; dir bleibet doch der kern, sie sättigt sich mit schalen. du hast das beste brodt, sie nimt die brocken an. Hoffmannswaldau heldenbr. 65; wir bildeten uns ein, dasz weisheit und verstand uns nicht gewehret wird als nur durch fremde hand, dasz nur der künste kern in fremden schalen stecket. begräbnisged. 30; küszt man euch (mädchen), so heiszt es thalen, ich versteh wohl, das sind schalen, darum wollt ihr nur den kern. Günther 241; ins innre der natur dringt kein erschaff'ner geist, zu glücklich, wann sie noch die äuszre schale weist. Haller 74; ihr habt die schale nur; der kern der wahrheit fehlt, wenn ihr mit nackten kleinen sternen berühmte namen schreibt. K. Eb. Schmidt kom. dicht. 43; leben wähnst du noch immer zu sehn, dich täuschen die züge, hohl ist die schale, der geist ist aus dem leichnam geflohn. Schiller 11, 81; natur hat weder kern noch schale. alles ist sie mit einemmale; dich prüfe du nur allermeist, ob du kern oder schale seyst. Göthe 3, 112; du bist, den ich gesuchet, du, der, vom wahne fern, zerbricht die hohle schale und sucht nach ihrem kern. Chamisso 1, 274. I@B@22) um blosze äuszere hülle oder äuszerlichkeit, oft auch schein und unwahrheit zu bezeichnen: darumb sihe eben drauff — das du nicht habest die losen ledigen schalen von der liebe, auff der zungen einwebend. Luther 6, 53a; dasz seine nation ... begreifen werde, dasz alle schalen und schlacken der zeit und des individuums, durch welche sich auch der beste hindurch und heraus zu arbeiten hat, nur augenblicklich, vergänglich und hinfällig gewesen. Göthe 46, 232; nicht ein betrug, versteckt in güldnen schalen, machts, dasz man sich in deinen lehr-saal dringt. Haller 235; ihr, die ihr tugend liebt, legt eure schalen ab, nicht passend mehr für euch gebt willig sie dem grab. Wieland 1. suppl.-bd. s. 238 (natur der dinge 5, 423); leise bist du nur umfangen, schlaf ist schale, wirf sie fort! Göthe 41, 5; zwar masken, merk' ich, weiszt du zu verkünden, allein der schale wesen zu ergründen sind herolds hofgeschäfte nicht, das fordert schärferes gesicht. 46; kräftig und zierlich aber zieht schon der schalk die geschmeidigen, doch elastischen glieder listig heraus, die purpurne ängstlich drückende schale lassend ruhig an seiner statt. 231. IIII. ein gefäsz von der form einer halben nusz- oder eierschale, das zu den verschiedensten zwecken, meist aber zur aufnahme von nahrungsmitteln gebraucht wird: schalen, guldin oder silberin trinckgeschirr, ampulla, phiala. Maaler 346c; ein gefäsz zum essen oder trinken, patera, scutella. Frisch 2, 159a. II@11) eigentlich, in neuerer sprache besonders in gehobener rede: item 26 scholen und vier kumpechte mit lepchin. Frankfurter arch. Elsen von Holzhusen inventar 1410; item 7 gulden umb ein schalen die marg vür 7 gulden und wiget 1 marg. ebenda; du solt auch seine schüsseln, becher, kannen, schalen aus feinem golde machen, damit man aus- und einschenke. 2 Mos. 25, 29; und trincket wein aus den schalen. Amos 6, 6; ein wort geredt zu seiner zeit, ist wie gülden epffel in silbern schalen. spr. Sal. 25, 11; wie kommt dir dies trinkhorn vor, Römer? doch du trinkst aus zierlichen schalen. Klopstock 9, 264; einst hat das griechische mädchen dich Semele gerufen und sie hat dir die schale mit purpurnem mohn bekränzt. Freytag verl. handschr. 1, 4; man truoc von golde (eʒ was niht glas) für si manegen tiwern schâl. Parz. 794, 23; ho! wein her, den uns das Welschland ohn des bapsts sig und segen sendet, ein schalen voll in meiner hand davon wirt bald wol angewendet. Weckherlin 531; wie der ungeschminckte wein seinen schein duppelt in Venedigs schalen; so vermählt sich blüt und frucht, zier und zucht, so steht scham bey schönen jungen. Fleming 389; weingott, bist du mir so nah, mir so nah bei jedem mahle? füllst du mit ambrosia und mit nektar jede schale? Bürger 72; dann, von keines fürsten mahle, nicht von seines gartens frucht, noch des rebengottes schale, würde dann mein gaum versucht. 79; eine schale des stroms, welcher vergessenheit durch elysiums blumen rollt, eine schale des stroms spende mir, genius! Hölty 114 Halm; bei dem erndtemahle iszt aus einer schale knecht und bauersmann. 175; du nimmst ein schreckliches geheimnis mit, das jenen starken giften gleich die schale, worin es aufgefangen wird, zersprengt. Schiller 5, 2, 213; denn was frommt es, dasz mit leben Ceres den altar geschmückt? dasz den purpursaft der reben Bacchus in die schaale drückt? 11, 359; und da galt kein vorbereiten. heller ward's mit einemmale von dem glanz der vollen schale, die ein schöner knabe trug. Göthe 1, 199; wie das becken schwillt! wie sich jede schale voll mit wasser füllt! 1, 238; doch wenn es allgewaltig brennt, dann greifst du nach der schale; der schenke läuft, der schenke kömmt zum erst- und zweytenmale. 5, 42; nun komm herab, krystallne reine schale! hervor aus deinem alten futterale, an die ich viele jahre nicht gedacht. 12, 43; zum Parnassos will ich, und, wenn, im dunkel der eiche schimmernd, mir irrenden dort Kastalia's quelle begegnet, will ich, mit thränen gemischt, aus blüthenumdufteter schale dort auf keimendes grün das wasser gieszen. Hölderlin 1, 175 Köstlin; die sonne blinkt von der schale rand, malt zitternde kringeln an die wand. Chamisso 1, 133; aus hoch erhob'ner schale laszt das freud'ge kind der sonne leuchten über uns. 1, 331; auch der hasz ist liebe, schöpfend mit dem siebe statt der schal' im born. Rückert 2, 429; allein es ist ein schöner knabe mit einer goldnen schaal' in händen, in der goldgleiche früchte liegen. 4, 50; dann geb' ich täglich assemblee! und meine schalen zum kaffee, die müssen von brillanten sein, und gold'ne kipfel tunkt man ein. Raimund 1, 58; drauf brachten die nonnen zuckerbrödchen, für jeden freilich nur ein löthchen, und milch in einer blanken schal'. Immermann 13, 228. II@22) in mancherlei bildern: gehet hin, und gieszet aus die schalen des zorns gottes auff die erden. offenbar. Joh. 16, 1; die schale des spottes über jemand ausgieszen; anders: ich will mich zwischen dich und das schicksal werfen — empfangen für dich jede wunde — auffassen für dich jeden tropfen aus dem becher der freude — dir ihn bringen in der schale der liebe. Schiller kab. u. liebe 1, 4; jeder kommende tag knüpfte das seelenband unauflöslicher fest, geudete für und für, aus der goldenen schale neue freuden auf uns herab. Hölty 94 Halm; schäumend beut die zauberische schale die natur den auserwählten dar, trunken von der schönheit göttermahle höhnet glück und zeit die frohe schar. Hölderlin 1, 29 Köstlin. II@33) für den inhalt einer schale, als kalte schale (vgl. auch zusammengerücktes kalteschale theil 5, 90), bezeichnung eines kühlenden gerichtes aus bier, wasser, wein, milch und brod oder ähnlichem: wein-kalteschale est intritum vini, et kalteschalen in genere dicuntur impomenta. Stieler 1716; nun wurde obst und kalte schaale vorgesetzt, und das gesundheittrinken gieng von neuem an. Miller Siegwart 2, 50; kalte schale gemacht. Göthe briefe an frau v. Stein 1, 142; sie spielten alle nachmittag, nach eingenommnem mahle, in einer sommerlaube schach, und aszen kalte schaale. Hölty 26 Halm. blosz als schale genannt: es ward in einer stadt auff einem weitem saale viel jung-gesinntes volk ergetzt durch tantz und schale, so unser jahre lentz vor andern frölich macht. Hoffmannswaldau hochzeitsged. 9; da dieses werthe paar auf einem groszen saale bey kurtzweil, liedern, tantz, gespräche, spiel und schale in höchsten freuden sasz. 35. II@44) schale an einer wage: wag-schale, lanx. Frisch 2, 159a. II@4@aa) eigentlich: wenn die waage nicht vollkommen inne steht, da kann das gleichgewicht nur durch eine schwankung der beiden schaalen hergestellt werden. Schiller 14, 10; und auf geheisz des weisen meisters brachten sie eine wage, deren eine schale mit gold und aber gold er hiesz befrachten. und in die andre legt er blosz das kahle, das kleine knochenstück, und, wundersam! die senkte schnell und mächtig sich zu thale. Chamisso 2, 109. II@4@bb) in bildlichem gebrauch: darum bleibt er immer nur schöner geist, und in den marmorhänden Longin, Home (wer will, schreibe seinen namen hin) wird seine schaale nie zum dichter hinunter sinken. Lenz 2, 208; tretet herzu, ihr kinder von Adam — ich wäge die gedanken in der schaale meines zornes! und die werke mit dem gewicht meines grimms! Schiller räuber 5, 1 schauspiel; er schnitt (beim jüngsten gericht) eine locke von seinem silbernen haupthaar, warf sie hinein in die schaale der sünden, und siehe, sie sank, sank plötzlich zum abgrund, und die schaale der versöhnung flatterte hoch auf! ebenda; die zunge steht inne, es kommt auf deinen entschlusz an, welche von beiden schalen den ausschlag haben soll! Göthe 10, 103; und gewisz sie konnte nach ihren körperlichen und geistigen gaben, besonders wenn sie sich ein ansehnliches vermögen noch mit auf die schaale legte, auf die ersten partien anspruch machen. 19, 307; der nachwelt ziemt das richteramt, kopeyen und originale wägt sie auf unbescholtner schale. Gotter 1, 455; eine schale des harms, eine der freuden wog gott dem menschengeschlecht, aber der lastende kummer senket die schale, immer hebet die andre sich. irren, traurigen tritts wanken wir unsern weg durch das leben hinab, bis sich die liebe naht, eine fülle der freuden in die steigende schale geuszt. Hölty 96 Halm; tod und leben zu wollüstgen qualen gaukeln in den schalen. Schiller 1, 283; und wiegt denn er allein die schale meines werths und aller liebe, die ich so reichlich sonst besessen, auf? Göthe 9, 218; doch überwiegt das leben alles, wenn die liebe in seiner schale liegt. 10, 35; und wer bist du denn, dasz du dein wort magst in die schale legen, in der die menschheit ihre ersten wiegt? Grillparzer 3, 236; in gleichen schalen wäg' ich euer loos. 6, 75; nun wohl, ihr habt das zünglein an der wage, das ich mit sorge hielt im gleichgewicht, ihr habt es rohen drängens angestoszen: es schwankt, und blut'ge todesloose fallen aus beiden schalen auf die bange welt. 8, 75. IIIIII. schale in landschaftlichen bedeutungen. III@11) abzugskanal für die jauche im stall, im Aargau Hunziker 217. III@22) in Kurhessen bisweilen für schalter Vilmar 340. III@33) niederd., stück eines geschmeides, vielleicht von der muschelform so genannt. Schiller-Lübben 4, 40. III@44) eine pferdekrankheit (knochenexostose) ebenda. IVIV. technische bezeichnungen. IV@11) in den kupferhämmern die vertieften scheiben, woraus die kessel gemacht werden. Jacobsson 3, 533b. IV@22) in den zuckersiedereien die zwischen den zuckerpfannen angebrachten öffnungen, welche dazu dienen, den hervorquellenden zucker aufzunehmen. Jacobsson 3, 534b. IV@33) schale oder mantel an den gieszformen, die äuszere form. Adelung. IV@44) im bergwerke hinter der verzimmerung eingeschlagene pfähle, die das gestein zurückhalten sollen. Jacobsson 3, 534b. IV@55) eine schale erz ist eine vom gestein losgelöste erzplatte. bergwerks-lex. 475a. auch steinplatten werden schalen genannt. Jacobsson 3, 533b; es soll auch der stat paumeister alle weg haben hundert oder mer Kornperg schalen, die do ligen, ob man der bedorft. solich schalen brechen sie am Kornperg und geben die zu 15, 16 und 18 pfenning, darnach sie grosz sein. Tucher baumeisterb. 86, 20. IV@66) schalbrett (s. d.), schalen, womit man das ufer bekleidet, dasz die erde nicht abfallen kan, ligna quibus ripae vestiuntur. Frisch 2, 159a; wenn das gerüste oder die wölbung vorher mit schalen oder brettern war geleget worden. Winckelmann 1, 352. IV@77) ein eiserner beschlag der wagenachsen. Jacobsson 3, 533b. IV@88) derjenige theil des wagens, auf dem der kippstock aufliegt (vgl.schalholz 4, d): von einer schall 6 und 7 pf. Tucher baumeisterbuch 102, 22. IV@99) die äuszersten bretter an einem zersägten holzblocke, asseres trunci exteriores in mola serraria. Frisch a. a. o. IV@1010) die wangen der masten. Bobrik naut. wb. 580b. IV@1111) eine art von fahrzeugen auf der Oder. Bobrik naut. wörterbuch 580b. IV@1212) die aus metall, knochen oder ähnlichem hergestellte einfassung der messer. Jacobsson 3, 534b. IV@1313) einbanddecke eines buches Adelung: die bücher sind gut, aber von den auszwendigen schalen wird kein doctor. Chr. Weisze erzn. 29 neudruck. IV@1414) eine fehlerhafte erhöhung auf dem hufe der pferde. Nemnich. IV@1515) auch das rehbein, eine unnatürliche erhöhung am hinterknie der pferde wird schale genannt. Nemnich. IV@1616) ein stück fleisch, welches einen andern fleischtheil umschlieszt. Höfer 3, 66. besonders wird die fleischhülle der keulen des rindes so genannt. Adelung. IV@1717) schalenthier, s. d. IV@1818) bei pflasterern der theil des pflasters der fahrstrasze, der gegen den fuszsteig abschüssig zugeht und in dem die abwässer laufen.
18472 Zeichen · 293 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schâle

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    schale , schâle s. schal.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schale

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +6 Parallelbelege

    schale, f. Napf, Trinkgefäss; ênes s. drinken, jemandes Gesundheit trinken; als bestimmtes Mass (wie beker); Frucht-, Co…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schale

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Die Schale , plur. die -n, Diminut. das Schälchen, ein Wort, welches noch in mehr als Einer Hauptbedeutung gebraucht wir…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schale

    Goethe-Wörterbuch

    Schale auch -aa-; gelegentl apokopiert; Kleinschr B3,202,19 A meist natürliche(s/r) Hülle, Haut, Gehäuse, Panzer 1 (fest…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schale

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +2 Parallelbelege

    Schale , ein schon im Altertum gebräuchliches, halbkugelförmiges oder ganz flaches handliches Gefäß mit und ohne Füße, o…

  6. modern
    Dialekt
    Schal(e)

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Schal(e) [ʿSâl Su. Co. M. Dü. Rapp. Bf. Str. ; ʿSól Geisp. ; ʿSôl K. Z. ] f. Schale von Früchten. — Bayer. 2, 394.

  7. Sprichwörter
    Schale

    Wander (Sprichwörter)

    Schale 1. An der Schale beisst sich mancher die Zähne aus, ehe er zum Kern kommt. – Eiselein, 543; Simrock, 8835. 2. Die…

  8. Spezial
    Schale2

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    Schale 2 f. (-,-n) 1 (Hülle: Apfel, Nuss, Ei etc.) scüscia (-sces) f. 2 (Haut) pel (pels) f. , scüscia (-sces) f. 3 (Bau…

Verweisungsnetz

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schale

149 Bildungen · 105 Erstglied · 43 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von schale 2 Komponenten

sch+ale

schale setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schale‑ als Erstglied (30 von 105)

Schale I

SHW

Schale I Band 5, Spalte 163-164

Schale II

SHW

Schale II Band 5, Spalte 165-166

Schale(n) I

Idiotikon

Schale(n) I Band 8, Spalte 534 Schale(n) I 8,534

Schale(n) II

Idiotikon

Schale(n) II Band 8, Spalte 542 Schale(n) II 8,542

Schale(n) III

Idiotikon

Schale(n) III Band 8, Spalte 553 Schale(n) III 8,553

Schale(n)baggeleⁿ

Idiotikon

Schale(n)baggeleⁿ Band 4, Spalte 1074 Schale(n)baggeleⁿ 4,1074

Schale(n)gëlt

Idiotikon

Schale(n)gëlt Band 2, Spalte 265 Schale(n)gëlt 2,265

Schale(n)mandleⁿ

Idiotikon

Schale(n)mandleⁿ Band 4, Spalte 319 Schale(n)mandleⁿ 4,319

Schale(n)ripp

Idiotikon

Schale(n)ripp Band 6, Spalte 1195 Schale(n)ripp 6,1195

Schale(n)steiⁿ

Idiotikon

Schale(n)steiⁿ Band 11, Spalte 886 Schale(n)steiⁿ 11,886

Schale(n)wāg

Idiotikon

Schale(n)wāg Band 15, Spalte 682 Schale(n)wāg 15,682

schāl(e)bōrt

MNWB

schale·bort

schāl(e)bōrt Planke (aus dem äußersten, borkigen Teil eines Baumstammes geschnitten) , Schalholz.

Schāledō¹k

WWB

schale·dok

Schāle-dō¹k n. [WMünsterl Dor Unn Sos Isl Mes Alt] 1. Schal, Halstuch. — 2. Umschlagtuch. ⟨ Schāl(en) - ⟩

schâleken

MNWB

scha·leken

schâleken, n. , Hostienschale, Patene. schâldōr, ~hûs, ~kanne, ~knōpe, schâleblat, ~pōrte, ~punt, schâlenmêker, ~wicht.

schalelôs

Lexer

schal·elos

schale-lôs adj. ohne schale. ein schalelôseʒ ei Reinfr. B. 10811.

schalelōs

KöblerMhd

schale·lōs

schalelōs , Adj. nhd. ohne Schale seiend, schalenlos Q.: Reinfr (nach 1291) E.: s. schale, lōs (1) W.: nhd. (ält.) schalelos, Adj., schalenl…

Schalemachen

GWB

schale·machen

Schalemachen Getrenntschr zu ‘Schale’ A1f; kollektiv für: Kokon N13,70,14 Morph Plp Sofia Frys S.F.

Schalemachum

MeckWB

Schalemachum Schalemichum die entstellte jüdische Grußformel schalem alichem Friede sei mit euch Bri. 2, 103; Teu. 2, 6 Schalemachei aus sch…

schalemîe

Lexer

schalemîe , schalemîen s. schalmîe, schalmîen.

Schalenei

SHW

Schalen-ei Band 5, Spalte 167-168

schalen1

MeckWB

schalen 1 Verb . vom Adj. schal schal, trübe, nur in der Zs. verschalen.

schalen2

MeckWB

schalen 2 Verb . vom Subst. Schal 1 f. Trinkschale, nur in den Zss. kollschalen , af-, dörch- , rüm- , trecht-, utkollschalen .

schalen3

MeckWB

schalen 3 Verb . vom Subst. Schal 2 f. Schale, Hülse, als Simplex nur im Schäfergruß: kann hillen, kann stillen, kann schalen, kann blitzen …

schale als Zweitglied (30 von 43)

Pauschale

RDWB1

Pauschale f (Lakune) общая сумма, некоторая устреднённая общая сумма

apfelschale

DWB

apfel·schale

apfelschale , f. die abgeschälte haut der äpfel: das ist keine apfelschale werth. nnl. appelschel.

brōtschale

KöblerMhd

brōt·schale

brōtschale , st. F. nhd. „Brotschale“, Verkaufsstätte der Bäcker Hw.: s. brōtschal Q.: Urk (1335) E.: s. brōt, schal (3) W.: nhd. DW- L.: MW…

drinkschâle

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drink·schale

drinkschâle , drinke- , drinkelschâle , f. , Trinkschale, hölten, gülden, sülveren d.

eierschale

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eier·schale

eierschale , f. ovi putamen, res vilissima, nnl. eijerdop, altn. eggjaskurn: gewis, nicht eierschalen erhielt ich, liesz ich dich los. Göthe…

Eyerschale

Adelung

Die Eyerschale , plur. die -n, die ledige Schale eines Eyes, welche, wenn sie die Hälfte eines Eyes ausmacht, in den gemeinen Mundarten Eyer…

Henseschale

MeckWBN

hense·schale

Wossidia Henseschale f. a. Spr. wie Henseglas: '1 henseschale' (Wi 1532) Jb. 91, 201.

hirneschale

KöblerMhd

hirne·schale

hirneschale , st. F., sw. F. nhd. Hirnschale ÜG.: lat. cerebellum SH Hw.: s. hirnschale Q.: BdN, HvNst, KvWPart, KvWTroj, LvReg, Macer, Rab,…

hirnschale

DWB

hirn·schale

hirnschale , f. 1 1) schale in der das hirn geborgen ist, oberer theil des schädels: ahd. hirniscala, hirnescala, hirnscale cerebella, cerve…

hirschschale

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hirsch·schale

hirschschale , f. , plur. -schalen, die hornartigen theile oder klauen an den füszen der hirsche, worauf sie gehen. Jacobsson 2, 265 b .

Kaltschale

Pfeifer_etym

kalt·schale

kalt Adj. ‘von niedriger Temperatur, erstarrt, gefühlsarm’, ahd. (9. Jh.), mhd. kalt, asächs. kald, mnd. kōlt, mnl. cout, nl. koud, aengl. c…

kammschale

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kamm·schale

kammschale , f. ein schwarzer, harter kupferschiefer, der zwischen dem mittelschiefer und den mittelbergen liegt, besonders in den Hohenstei…

kernschale

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kern·schale

kernschale , f. die schale, das häutchen das den kern umgibt: nauci, die kernschale an der nüsse. voc. opt. Lpz. 1501 R 6 a , in vocc. d. 15…

kiesschale

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kies·schale

kiesschale , f. überzug von schwefelkies, wie er beim quarz sich findet; auch schwefelkies in form einer muschelschale ( s. kiesapfel). Adel…

löthschale

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loth·schale

löthschale , f. , plur. löthschalen, zwei hölzerne zusammenpassende cylinder, mit denen die glaser die heisze stange des löthkolbens anfasse…

merschale

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mersc·hale

merschale , st. F. nhd. „Meerschale“, Muschel ÜG.: lat. concha Gl Q.: HistAE (FB merschal), Albrecht (1190-1210), Gl E.: ahd. meriskala* 9, …

messerschale

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messer·schale

messerschale , f. 1 1) messerheft, das runde oder aus zwei länglichen theilen bestehende gehäuse um die angel eines messers: messerschalen, …

muschelschale

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muschel·schale

muschelschale , f. schale einer muschel: und eine neue tracht von schönen muschelschalen musz, wenn sie ( die wilde ) ihn besucht, um ihre s…

Nußschale

Adelung

nuss·schale

Die Nußschale , plur. die -n, die Schale einer Nuß, so wohl die äußere weiche, mit welcher sie am Baume umgeben ist, als auch, und zwar am h…

nuzschale

KöblerMhd

nuz·schale

nuzschale , st. F. nhd. Nussschale Hw.: vgl. mnd. nutschelle Q.: HlReg (um 1250), Seuse, Teichn (FB nuzschal), LS E.: s. nuz, schale W.: nhd…

oberschale

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ober·schale

oberschale , f. was obertasse; bei den fleischern das obere stück ziem von der keule des rindes. Amaranthes frauenzimmerlex. 1348 ; die ober…

opferschale

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opfer·schale

opferschale , f. simpulum Aler 1501 a : weihet die flamme, und bringet sie in der groszen opferschale! Klopstock 8, 93 ; die geweihten diene…

pfützschale

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pfützschale , f. , pfützschüssel , f. , bergmännisch ein ausgetieftes eisernes blech zum auspfützen eines sumpfes. Hübner naturlex. 1405 . B…

(pik)schāle

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pik·schale

° (pik)schāle , pek- , f. : Schale oder größeres Gefäß in dem Pech erhitzt oder verbrannt wird, 19 den. vȫr de p. tô vērdigende in dem wachh…

Pochschale

Adelung

poch·schale

Die Pochschale , plur. die -n, eben daselbst, eine gegossene eiserne Platte mit einer kleinen runden Grube in der Mitte, worauf das Erz gepo…

Ableitungen von schale (1 von 1)

urschale

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urschale , f. (ur- C 4 c) Göthe III 9, 22 W. —