lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Waffe

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
12 in 11 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
Verweise rein
45
Verweise raus
30

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Waffe

Bd. 4, Sp. 1329
Die Waffe, plur. die -n, 1. Ein jedes Werkzeug, sowohl zur Vertheidigung, als zum Angriffe, in welcher weitern Bedeutung noch manche Glieder und Theile derselben, womit die Natur die Thiere zu dieser Absicht versehen hat, bey den Jägern Waffen genannt werden. So heißen die Klauen des Habichts und anderer Raubvögel, die Klauen des Luchses, und die vier großen Zähne der wilden Schweine Waffen; da denn auch der Singular nicht selten ist. Wenn der Habicht dem Haasen einen Griff gegeben hat, so hält er ihn mit der rechten Waffe fest, mit der linken aber ergreifet er die Erde. Die vier großen Zähne der wilden Schweine werden mit einem Collectivo auch das Gewäff genannt. Auf ähnliche Art werden alle Dinge, welche Menschen sowohl zur Vertheidigung, als zum Angriffe, gebrauchen, Waffen genannt, in welchem Verstande es aber, so wie im folgenden, im Plural am üblichsten ist. 2. In engerer Bedeutung, ein jedes künstliches, oder eigentlich dazu bestimmtes Werkzeug zur Vertheidigung oder zum Angriffe;[] gemeiniglich nur im Plural. Da diese Werkzeuge in den neuern Zeiten gar sehr verändert und vervielfältiget worden, folglich die Deutlichkeit erfordert hat, ihnen eigene bestimmte Nahmen zu geben, wohin besonders der Ausdruck Gewehr gehöret, so ist der allgemeinere, folglich nicht so bestimmte, Nahme Waffen nach und nach in Abgang gekommen, obgleich noch nicht ganz veraltet. Man gebraucht ihn noch: (a) von solchen Werkzeugen bey Personen, welche nicht zum Kriegesstande gehören, oder keinen Beruf haben, selbige zu tragen; doch nur als einen allgemeinen Ausdruck, wenn man sie nicht näher bestimmen will. Tödtliche Waffen bey einem Diebe antreffen. Verbothene Waffen tragen. Wo man zur Erklärung auch wohl noch das Wort Wehr beyzufügen pflegt, Wehr und Waffen, ohne daß eben das eine Werkzeuge zum Angriffe, und das andere zur Vertheidigung bedeuten dürfte. (b) Als einen allgemeinen Ausdruck solcher Werkzeuge bey solchen Völkern, welche keine eigentlichen Feuergewehre haben, auf welche folglich die neuern Nahmen Gewehr, Geschütz u. s. f. nicht passen. Vulkan schmiedete dem Mars seine Waffen. (c) In manchen figürlichen Arten des Ausdruckes. Zu den Waffen greifen, sich zum kriegerischen Angriff oder zur kriegerischen Vertheidigung rüsten. Die Waffen tragen, ein Soldat seyn. Sein Recht durch die Waffen suchen, der Entscheidung der Waffen überlassen. Sich in den Waffen üben. Stillstand der Waffen oder Waffenstillstand. Die feindlichen Waffen haben gesieget. Gott wolle die gerechten Waffen des Königes segnen! Jemanden die Waffen wider sich in die Hände geben, die Mittel des Angriffes, auch wenn es nur Gründe, u. s. f. sind. Ihre Waffen waren Thränen. (d) In den edlern und höhern Schreibarten, sowohl in den vorigen und andern ähnlichen figürlichen Bedeutungen, des Zustandes öffentlicher Feindseligkeiten, der Vertheidigung und ihrer Hülfsmittel u. s. f. als auch wenn die im gemeinen Leben üblichen bestimmtern Ausdrücke, besonders Gewehr, zu unedel scheinen. In dieser ganzen Bedeutung ist das Wort als ein allgemeiner und collectiver Ausdruck freylich nur im Plural gebräuchlich; allein da der collective Begriff demselben nicht wesentlich ist, so ist kein Grund vorhanden, warum wenigstens die höhere Schreibart den Singular nicht ohne Bedenken sollte gebrauchen können, wenn sie einem zwar an sich nicht unedlen, aber doch alltäglichen Ausdrucke, dergleichen Gewehr ist, dadurch ausweichen kann. Als man, trotz allem Flehn, ihr jede Waffe nahm, Alringer. 3. In der weitesten Bedeutung pflegen manche Handwerker ihre Werkzeuge überhaupt, auch wenn sie zur Vertheidigung oder zum Angriffe völlig untauglich sind, Waffen zu nennen. So müssen die Kammmacher, die Hutmacher u. s. f. zur Verfertigung des Meisterstückes ihre eigenen Waffen haben. Anm. Das Wort ist sehr alt, indem uuafan für arma schon seit des Kero Zeiten vorkommt. Die Niederdeutschen Mundarten und damit verwandten Sprachen haben Statt des weichen Blaselautes in der Mitte nach ihrer Gewohnheit ein p, dahin das Nieders. Wapen, das Engl. weapon, das Schwed. vapn. das Isl. wopn gehören. Auch bey dem Ulphilas lautet das Wort wepna, S. Wapen; welches davon auch im Hochdeutschen üblich ist. Dieses hohe Alter macht zugleich die Abstammung schwer und schwankend. Wenn es erweislich wäre, daß dieses Wort, wie Ihre glaubt, ehedem eigentlich den Harnisch und was zur Rüstung gehöret, bedeutet hätte, so würde der Begriff des Umgebens, Bekleidens u. s. f. füglich als der Stammbegriff können angesehen werden, und dann würde es zu dem Gothischen bivaibam, umgeben, bekleiden, dem Isl. wepa, ein Kleid, Decke, u. s. f. gehören, wenn anders diese nicht vielmehr Abkömmlinge von wehen sind. Die Stelle in dem Schwabenspiegel, mit fuuerten und[] aun uuaffen, mit Schwertern und ohne Harnisch, scheint zwar diese Ableitung zu bestätigen. Allein da sie so viele und weit ältere Beyspiele wider sich hat, da uuaffen nicht bloß von der Rüstung, sondern von eigentlichen Gewehren, gebraucht wird, so kann der Begriff der Bekleidung wenigstens nicht als der erste und herrschende angesehen werden. Wachters und anderer Ableitungen von den Griech. ὁπλον, ιβυω, oder άφάν, verdienen keine Erwähnung. Bey den Schwäbischen Dichtern kommt waffen, waffena! häufig als ein Ausruf in unangenehmen Fällen vor; z. B. Wafena wie hat mich minne gelassen! Fridrich von Husen. Des erschrak mins herzens lere, Wafen wie geschah mir so! Gottfried von Niffen. Wafen wie bin ich gescheiden Von der lieben die ich da minne! Der Schenk von Limburg. Allein dieses hat nur eine zufällige Verwandtschaft mit unserm Worte, und gehöret zu dem längst veralteten Oberd. wafan, Niederd. und Angels. weapan, wipen, heulen, weinen, wovon es allem Ansehen nach eigentlich eine Onomatopöie ist. Waffen ist daher eine ähnliche Interjection, als das noch im gemeinen Leben übliche Zeter! Im Niederdeutschen ist Wapenruchte das Zetergeschrey.
5886 Zeichen · 76 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Waffe

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Waffe , plur. die -n, 1. Ein jedes Werkzeug, sowohl zur Vertheidigung, als zum Angriffe, in welcher weitern Bedeutun…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Waffe

    Goethe-Wörterbuch

    Waffe [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Waffe

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Waffe , soviel wie Truppengattung, s. Waffen (am Schluß).

  4. modern
    Dialekt
    Waffef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Waffe f. : ' Gerät zum Angriff oder zur Verteidigung ', Waff (waf, wḁf) [mancherorts], häufiger im Pl. Waffe gebr. [verb…

  5. Spezial
    Waffe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Waf|fe f. (-,-n) erma (ermes) f.

Verweisungsnetz

4852 Knoten, 13436 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 4 Hub 11 Kompositum 4830 Sackgasse 7

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit waffe

360 Bildungen · 358 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

waffe‑ als Erstglied (30 von 358)

Waffelbube

SHW

Waffel-bube Band 6, Spalte 189-190

Waffelmaul

SHW

Waffel-maul Band 6, Spalte 189-190

Waffelohr

SHW

Waffel-ohr Band 6, Spalte 189-190

waffelart

DWB

waffel·art

waffelart , m. schwätzer. ein von Fischart gebildetes wort, mit romanischer endung ( vgl. franz. babillard schwätzer zu babiller) zu waffeln…

Waffelbecker

Campe

waffel·becker

Der Waffelbecker , — s, Mz . gl. einer, der vorzüglich oder ausschließlich Waffeln bäckt.

waffelbindung

DWB

waffel·bindung

waffelbindung , f. ein gewebe aus rechtwinklig sich schneidenden erhöhten rippen, zwischen denen vertiefte quadratische stellen erscheinen, …

waffeleisen

DWB

waffel·eisen

waffeleisen , n. 1 1) das aus zwei zusammenschlagenden blechen bestehende gerät, in dem die waffeln gebacken werden. Diefenbach gl. 255 b ga…

waffeler

DWB

waffe·ler

waffeler , m. einer, der die worte durcheinander wirft, schwätzer. in Nassau Schmidt 318 . Kehrein 436 . zu waffeln vgl. waffel 4.

Waffelfresser

PfWB

waffel·fresser

Waffel-fresser Pl. : Neckname für die Bewohner von KU-Altkch und KL-Spesb, -fresseʳ [KU-Dunzw, Seebach Neckn. 27]; vgl. Waffel 4.

waffelfrisur

DWB

waffel·frisur

waffelfrisur , f. eine frisur, die so gelegt ist, dasz sie längliche vierecke bildet. Jacobsson 4, 571 ( wo waffenfrisur gedruckt ist ).

waffelhaus

DWB

waffel·haus

waffelhaus , n. waffelbude: waffelhaus, waffelkram, wafelhuis, wafelkraam. Kramer (1719) 257 .

waffelig

PfWB

waffelig Adj. : ' rautenförmig gemustert '. »Der Nordpfälzer Bauer spricht gelegentlich von einer waffeligen Tür eines Hauses oder eines Sch…

Waffel II

ElsWB

Waffel II f. dünner wabenähnlicher Kuchen, zwischen zwei Eisenblechen gebacken Ingersh. Dü. U. W. Klein vergleicht frz. gaufre, was zu wabe …

waffe als Zweitglied (2 von 2)

mordwaffe

DWB

mord·waffe

mordwaffe , f. waffe zum mord: einen mit mordwaffen angreifen.

steinwaffe

DWB

stein·waffe

-waffe , f. 1) zwei steinwaffen (1504) ' landwirtschaftliches geräte ' bei Lexer 2, 1169 ; ähnlich: ein wagen mit mauwrergezeug als allerley…