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zadel

mhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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9 in 9 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zadel m.

Bd. 31, Sp. 19
zadel, m. 11) fehler, mangel, gebrechen; ein nur hochdeutsches wort, ahd. als zadal oder zâdal (über stammhaftes a oder â vgl. Müllenhoff-Scherer denkm.3 2, 442) mit den verbalbildungen zâdalôn und firzâdalôn nicht unhäufig bezeugtes wort (Graff 5, 639), ebenso gewöhnlich in mhd. quellen als zadel oder zâdel, noch bis zum 16. jahrhundert in oberdeutschen schriftquellen, auch als zodel (nachwirkung der länge des stammvocals, s. den beleg nachher) erscheinend, um nachher völlig zu verschwinden; nur im schwäbischen zadel, zaudel, zaundel, mangel (Schm. 22, 1085; Schmid 541) ist sein mundartliches fortleben bezeugt. das verhältnisz zu dem erst mhd. auftauchenden tadel wird th. 11 sp. 8 berührt; es ist, wie die herkunft und ursprüngliche bedeutung beider wörter, durchaus ungeklärt, und auch die von Kluge5 371 vorgetragene meinung, dasz tadel die niederdeutsche entsprechung von zadel und aus niederdeutschen gebieten vorgedrungen sei, kann als gesichert nicht gelten. penuria, hunger, zadel, vel mangel, vel abgang Dief. 424a; gib mir, ... gedultigklich mitt jnen ze tragen allen mangel und zadl in zeytlichen dingen herzmaner 30b; verfolgung, zadel, arbeyt und mwe dye du (Maria) gnetigklich mit jme (Christus) geduldet hast 150b; wie die veter und brüeder ... keinen zadel, sunder aller rat mit proviant und anderm überflüsziglich gehabt haben d. städtechr. 11, 721, 7 (variante mangel); (Karl III sei) zuo solcher dürfftigkeit, zadel und mangel kummen, das er von dem reich, von seinem adel sey geworffen worden S. Franck chronica 1531 171a (in andern exemplaren dieses druckes ist für zadel not eingesetzt worden); aus dem überflusz ist gemeinlich mangel und zodell entsprungen Höniger narrensch. 3b; sô muoʒ ich den zadel an disen mærn vermîden, ob ich niht wil lîden spotlîches schelten Ottokar 66; sînen amtliuten der furste hieʒ bediuten, daʒ si daʒ westen, ob er zadel oder gebresten an deheinen dingen lit, sîn zorn si niht vermit 67806; gott machts nach sinem willen wie es im gfalt, er kan den zadel stillen mit sinem gwalt Uhland volksl. 897, 4; pald ich (ein tauber) fleug zu aim lautern pach, ich mich wider quidledig mach von deinem (der pfütze) unflat, darmit du mich vermailigt hast unschüeldiclich. denn hab ich wider meinen adel, auch an meiner schon kein zadel, und pin deines unflads entladen H. Sachs fab. 2, 95, 62 Götze; ein schneider in der stat Straspurg sas, der ain perüempter maister was, der guete kundschaft het ân zadel (es mangelte ihm nicht an kundschaft) pey den thumherren und dem adel 472, 3; der dewffel sprach: den (sack mit geld) wil ich geben, daran soltu haben kain zadel 533, 35; ich würt haben mangel und zadel an allen scheczen in der welt 534, 84; nimb heindt vergut in meinem stadel, an hew und stro hab keinen zadel, da grab dich ein, und hab dein ru fastn. sp. 2, 143, 66 Götze; das kloster hat grosze auffritt (besuche zu pferde) beydes von knechten und vom adel den alten lest man keinen zatel (lies zadel) weder von futter, speisz noch tranck J. Ayrer 103a (2856, 4 Keller). 22) ob ein anderes zadel in dem allgemeinen sinne des zerfaserten, faserigen und so hangenden, das in mehrere bedeutungsschattierungen verläuft, zu dem vorigen in enger beziehung steht, musz so lange dahin gestellt bleiben, als die etymologischen verhältnisse dunkel sind: corruptell snitzen an dem rock, zadel neben zoden, zot an dem klayde Dief. 153; blüthenkätzchen: iuli, die zadeln oder zaseln an den baumen, ehe sie blüen Alberus Ee 3b. in der Oberpfalz heiszt zadel der fehlerhafte faden oder wurm, der sich vom schleifen an der schneide eines instruments gebildet hat und noch weggewetzt werden musz Schm. 22, 1085; in Tirol ist zder der sehnige, faserichte theil des fleisches Schöpf 823, der in der gegend von Berlin zadder heisst. dazu zaddrig, sehnig Brendicke 194b, zadderig, auseinandergezerrt, vom fleisch, das lappig ist Kleemann 25c. s. auch unter zotte.
3970 Zeichen · 39 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    ZADELstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    ZADEL stm. mangel, entbehrung. ahd. zadal Graff 5,639. der zadel fuogt in hungers nôt Parz. 184,7. der zadel hüener ab i…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    zadelm.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    zadel , m. 1 1) fehler, mangel, gebrechen; ein nur hochdeutsches wort, ahd. als zadal oder zâdal ( über stammhaftes a od…

  3. modern
    Dialekt
    Zadel

    Elsässisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Zadel , s. Zattel.

  4. Spezial
    задел

    Russ.-Dt. Übers. (ru-de)

    задел Konzept n , Grobstruktur f , Anfang m У меня уже есть задел статьи на эту тему. - Ich habe schon mit einem Artikel…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zadel

9 Bildungen · 7 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

zadel‑ als Erstglied (7 von 7)

zadelborte

Lexer

zadel·borte

zadel-borte swm. borte, an dem kein zadel ist? ieglich seil was sonderbar gewürket alsô rehte vîn, gar ein z. sîdîn Ls. 1. 134,118.

zadelboum

Lexer

zadel·boum

zadel-boum stm. undr einem zadelboume stuont ein gezelt sô wunnesam Ecke Z. 229,3.

zadelen

Lexer

zadelen swv. refl. in zadel leben. ir bringt mich nimmer dran, daʒ ich mich ân orden zadel, ich wil leben nâch mînem adel Teichn. C. 225 b .…

zadeleshalp

KöblerMhd

zadel·es·halp

zadeleshalp , Adv. nhd. „zadelshalben“, aus Mangel? Q.: Ot (1301-1319) (FB zadelshalp) W.: nhd. DW- L.: FB 481a (zadelshalp)

Zadelleteⁿ

Idiotikon

Zadelleteⁿ Band 17, Spalte 322 Zadelleteⁿ 17,322

Ableitungen von zadel (2 von 2)

verzadele

BMZ

verzadele swv. 1. verkomme vor mangel. Schmeller 4,226. 2. lasse vor mangel verkommen. von dem andern kinde ich sage daʒ man verzadelt sîne …

verzadelen

Lexer

ver-zadelen , ver-zâdelen swv. ib. refl. vor mangel umkommen, verschmachten Schm. Fr. 2,1086 ; tr. in dürftigkeit bringen, vor mangel umkomm…