vertreiben,
verb. ,
schon in ältester zeit üblich und verbreitet: altsächs. fardrîBan,
exigere, excludere, pellere Gallée
vorstudien 65;
ahd. fartrîban, firdrîban, fertrîben,
repudiare, refutare, repellere vgl. Graff
sprachschatz 5, 485
f.; captivaverat, in ellenti (elilenti, ellentuom) virtreip
glossen 1, 700
b Steinmeyer - Sievers; mhd. vertrîben
in reicher bedeutungsverzweigung vgl. mhd. wb. 3, 88
a; Lexer 3, 275;
nhd. vertreiben:
depellere, expellere, repellere, propellere, propulsare voc. 1482 kk 1
a;
abigere, repudiare, divorciare voc. inc. teut. ii 6
a;
abigere, expellere, exterminare, exulare, infringere, pellere, perdere, perpellere, propellare, refugare, repellere, repudiare, revellere, tribulare, vexare Diefenbach
gloss. 3
a, 218
a, 220
ac, 297
c, 421
b, 425
a, 428
c, 465
b, 490
a, 492
c, 493
c, 497
a, 595
a, 616
c;
repello, ich vertreib, verstosz, treib hinder mich, treib ausz, hinweg, verjag, stosz hinausz Alberus 12
a;
agitare, jagen, vertreyben;
arcere, vertreyben, abtreyben Frisius 68
b, 113
b; Maaler 435
b c d, 436
a;
prodo, hinstoszen, verstoszen, vertreiben Calepinus 1161
b; vertreiben, austreiben, verjagen, ausstoszen, ausjagen Sattler
phraseologey 371;
abolere, abigere, discutere, amovere, exterminare, exigere Stieler 2322; Kramer 2, 1128
b c; Dentzler 289
b, 315
a; Steinbach 2, 858; Frisch 2, 384
c; Adelung; Campe.
zum ersatz der fremdworte discutiren (zerstreuen, erwegen) Spanutius 213; delogiren (
in der kriegskunst, wenn ein feind den andern aus seiner stellung verjagt) Jacobsson
techn. wb. 8, 84
a; exiliren (verweisen) Kinderling
reinigkeit 260.
mnd. vordriven Lübben - Walther 498
a;
mnl. verdriven Verdam 619
b; verdryven Kilian 585
b;
nl. verdrijven.
ins dän. fordrive,
schwed. fördrifva
übernommen. auch in den deutschen mundarten zu hause: schweiz. elsäss. vertribe
n zeitschr. f. d. mundarten 2, 312 (
Habkern; auch '
verhandeln, besprechen'); Martin-Lienhart 2, 738
b;
schwäb. bair. vertreibe
n Fischer 2, 1386; Schmeller 1, 641;
henneberg. Spiesz 270;
westmitteldeutsch verdreiwen, verdriven:
luxemb. wb. 458; Leihener
Cronenberg 33
b; Bauer-Collitz
Waldeck 32
a;
nd. verdriven:
westfäl. Woeste 290
b;
altmärk. Danneil 237
a;
pomm. Dähnert 519
b;
lübisch Schumann 52;
ostfries. Stürenburg 310
a.
vereinzelt eine schwache form: wär' uns nit lieb, wenn wir ihnen von da vertreibeten Anzengruber 10, 82.
intrans. verwendung ist nur nd. nachzuweisen in dem sinne von '
abtreiben, umhertreiben, verschlagen werden'
vgl. Lübben - Walther; Verdam; anno 1493 war ein greulicher norden sturm, zerreisz das bolwerck, da vertrieben die steine mit sandt, und verterbte das tieff Hennenberger
preusz. landtaffel (1595) 115; ein schiff wird vertrieben, '
wenn es von widrigem winde oder von einem meerstrome von seinem wege getrieben wird' Campe.
reflex. verwendung findet sich nur mhd., vgl. Lexer;
reciproke dagegen ist nhd. häufig. im übrigen ist das verbum stets transitiv. der gröszere theil der bedeutungen weist auf eine fra-
type zurück, ein kleinerer auf eine fair-
type. II.
in der regel liegt eine fra -
type zu grunde wie bei verjagen, verstoszen.
im vergleich zu den synonymen ausdrücken verbannen, verweisen, verjagen
hat vertreiben
den gröszten bedeutungsumfang, da es von menschen, thieren und leblosen erscheinungen gebraucht wird, die man mit gewalt entfernt bzw. zur flucht nöthigt, vgl. Eberhard-Lyon
nr. 1370. I@11) '
austreiben, ausstoszen, verbannen, verweisen'.
in der regel mit persönlichem object. '
teufel austreiben'
: ahd. daʒ ér tôton erquíkta ... tûiuela uertrêib Williram 93, 11;
nhd. wenn du wirst die leber vom fisch auf die glüenden kolen legen, so wird der teufel vertrieben werden
Tobias 6, 20; in meinem nahmen vertreiben sie den satan aus den besesznen Klopstock
Messias (1780) 510. '
ausstoszen': wan die swindekeit die verjaget und vertribet den heilgen geist zuomole Tauler 106, 31
Vetter; daʒ die vertribene geiste mit der gotes volleiste bî dem grâle wæren Wolfram v. Eschenbach
Parzival 798, 11; darumb vertribe sy (
Adam und Eva) got ausz dem paradise
erste d. bibel 3, 462, 13; so söllend ir alle eynwoner vertreyben vor euwerem angesicht
Zürcher bibel (1531)
4 Mos. 33 f; die von Nürmberg in meinten zu vertreiben
d. städtechron. 2, 125; aber (
die Wenden) fielen bald wider ab ..., vertriben die rhömischen bischoff und pfaffen Franck
chron. Germaniae 88; wen soll die setzen ein, die selber wird vertrieben? Lohenstein
Ibrahim (1680) 82, 394; bis sie aus irem lande vertrieben, und in alle lande zerstreuet wurden
Sirach 48, 16; ab seinem ort verstoszen oder verrucken, ausz seinem sitz vertreyben,
commovere Frisius 262
b; ich werd vertriben ins elend Alberus; einen aus dem land, von hausz und heimat vertreiben Dentzler; von haus und hof, ins elend vertreiben Steinbach; wie er .. den alten künig ausz dem lande vertreyb Arigo
decamerone 73, 16; hätten die Venetier längst den Türcken durch mich ausz Constantinopel vertrieben Gryphius
Horribil. 23
neudr.; ich mein ein eigen haus, darausz mich mehr kein tod, kein teuffel, kein tyrann vertreibt Logau
sinnged. 177 (69); wer sind sie, die mich aus meines königs gunst vertrieben? Schiller
Karlos 1093; er liesz den harlequin feyerlich vom theater vertreiben, welches selbst die gröszte harlequinade war Lessing 8, 42; eine pöbelhafte anklage bezichtigte Fichte .. des atheismus und vertrieb ihn aus Jena Treitschke
aufsätze 1, 123.
subst. inf.: in Lear das umherziehen mit den rittern, das vertreiben von der thür Herder 5, 248.
älter mit genitiv der entfernung: vertrîbet ir in der lande
Alphart 62, 2;
ut regno exigatur, dasz er desz lands vertrieben werd Alberus; wie die keyserin desz lands vertrieben ward
buch der liebe 3
c; eer klaget uber di so yn des gantzen landes Israël vertraiben Schede-Melissus
psalmen 42
neudr.; (
als) ir mich der statt Rom vertriben hetten Carbach
Tit. Liv. 58
r; daselbst solt prächtig sitzen bleiben, kein gast wirt dich deins orts vertreiben Scheit
Grobianus 2742.
militärisch: sie (
die batterie) war von oben vertrieben worden, und an der anderen seite der chaussee in einer schlucht heruntergegangen Göthe 33, 70
Weim. selten in diesem sinne mit sächlich - abstractem object: gelt bet jetzt an ja jederman und würt gotsdienst vertriben Franck
sprüchw. (1541) 1, 119
b; hat das tüfelisch gebot die göttlichen fryheit vertriben Zwingli
d. schriften 1, 44; der eigen nutz vertreibt all recht, all frintschafft, lieb, sipschafft, geschlecht Brant
narrenschiff 13, 19; es mag sich auch Achilleus tapfferkeit aus liebes-brunst verhülln ins weiber-kleid: doch dieses wird sein ansehn nicht vertreiben, Achilles wird wohl ein Achilles bleiben Ziegler
Banise 823; andre deutsche völker haben .. ihre andern länder besetzt, ihre sprache vertrieben und ihren namen verschlungen Herder 14, 263; wer die lehre von der gnade aus der bibel vertreibt, der vertilgt die ganze bibel
F. H. Jacobi 6, 192.
besonders ín den wendungen, die bedeuten '
gleiches mit gleichem vergelten': wenn gewalt mag man wol mit gewalt vertryben Keisersberg
bilgerschafft B vi
c; sie beschlossen ... die sturmglocke anzuziehen und gewalt mit gewalt zu vertreiben Ranke 2, 131;
vim vi repellere Maaler, Kramer; eysen musz man mit eysen vertreiben Lehman
florileg. 1, 60; wann der lon ist der arbait gelych, und würt schmach mit schmach vertriben Steinhöwel
Äsop 126; man musz bösz mit bösz vertreiben Lehman
florileg. 1, 84; Franck
sprüchw. (1545) 1, 18
a;
noch schwäb. Fischer; doch du hast gehöret viel, dasz ein bösz das ander vertreibt Fischart
Eulenspiegel 6857; dann list mus man mit list vertreiben Eyering
proverb. 2, 186; 3, 180. I@22) '
etwas ausscheiden',
vom ausschmelzen der metalle (
vgl. seigern
th. 10
1, 202): die meisten kupffer aber, so man in disen landen machet, seigert, vertreibet, und verarbeit, sind ungerische kupffer Mathesius
Sarepta 71
a.
vgl. vertreibung 2. '
etwas störendes mit gewalt entfernen': ein maasen (
flecken) in kleideren vertreyben,
eluere Frisius 469
a; flecken aus kleidern Stieler, Kramer;
noch heute üblich; die flecken aus den kleidern ich vertreiben kundt gar meisterlich Mangold
marckschiff E iiij; eine andere sasze und asze kohlen, ... damit sie die lebhafte farbe (
des gesichts) vertreiben .. möchte Moscherosch
Philander 1, 124; dem weyn den bösen geschmack vertreiben,
odorem deteriorem vini demere Maaler, Dentzler. '
abtreiben'
: discutere, wenn die artzet die feüchte desz leybs on sundere auflösung durch die verborgnen schweyszlöcher und geng vertreybend und hinnemmend Maaler;
depello, abtreiben, vertreiben Calepinus 398
b; ein kind vertreiben, abtreiben Kramer; erzney, damit man kindlin vertrybt
schwäb. quelle v. 1486
bei Fischer; das .. nonnen und beginen mit träncken und artzney ihre frucht vertreiben, ehe das sie geboren werden Fischart
binenkorb 168
a;
in diesem sinne durch abtreiben
verdrängt. auf nd. boden nur bei Kilian: verdreven de draght,
abigere partum venenis, expellere medicamentis. heute noch lebendig im elsäss. Martin Lienhart.
von krankheiten schon ahd.: thie síechun quamun álle zo themo ábande. firdreib er ál thio suhti joh iro úmmahti Otfrid 3, 14, 56.
nhd.: einen alten husten haben ir viel mit saltzlecken zerteilet und vertrieben Faber
thesaurus 453
a;
tentipellium, ein artzney das die runtzlen vertreibt Calepinus 1452
a; Reyher u 5 v
b; fieber, krankheit, schmerzen, husten, schnupfen Stieler, Kramer; knobloch gesotten mit essig ... vertreibt die würm in dem bauch Vachenberg
margarita medicine 2
v; mannpfeffer oder katzenkraut. vertreibt die kröpfe Neumark
palmbaum 253; wie zwen einem pfaffen das podegram vertriben Wickram 3, 77; da sol man euch wol zwagen und reiben, den kurtzen athem euch vertreiben Sachs 21, 8, 15
Götze; (
es) vertreibt die gifft, verjagt den fluch, und giebt ein heilsam öle Silesius
seelenlust 94
neudr.; ein altes weib, das warzen und sonnenflecke vertreibt, verstehe mehr von der sympathie als ich Göthe 8, 56
Weim. (
Götz); eine alte .. frau .. vertrieb hier den kindern die drüsen Gutzkow
werke 1, 99; die ärzte leiten flüsse, die sie nicht vertreiben können, an minder gefährliche orte ab Hippel
kreuz- u. querzüge 1, 272; vielleicht vertreibt die see, die neuen länder, sammt wandelbaren gegenständen ihm diesz etwas, das in seinem herzen steckt
Shakespeare 3, 238 (
Hamlet 3, 1).
vgl. auch II 1. '
einem übermuth und unarten mit gewalt austreiben, abgewöhnen'
: inhibere aviditatem, den lust vertreyben Frisius 142
b; einem den mutwillen, kitzel, schelmerei, kurzweil, narrenpossen vertreiben Kramer; Christus wird ihn das lachen bald vertreiben Luther 30
2, 178
Weim.; das plären tet man in vertriben
ältere schweiz. bibliothek I 5, 90; wer mir den kitzel gar vertreibt, so er die fies im bad mir reibdt Murner
badenfahrt 20; und wolt ir auch mit kirschenholtz vertreiben disen poch und stoltz Sachs 17, 153, 16
Keller-Götze; ich wil inen den mutwillen vertreiben
buch der liebe 377
a; darumb musz man ihnen (
den kapaunen) das krähen mit dem bratspiesz vertreiben Fischart
binenkorb 7
a; einen doctor zu agiren, und dem menschen das schnarren zu vertreiben Weise
erznarren 118
neudr.; fängst du an, mir über den kopf zu wachsen? ich will dir den kitzel vertreiben
Shakespeare 4, 160 (
wie es euch gefällt 1, 1); wollt' eure dummen köpf belehren und euren weibern die mücken wehren, die ihr nicht gedenkt ihnen zu vertreiben Göthe 16, 104
Weim. (
Satyros 479); namentlich war diesem das selbstgefällige lächeln des kleinen kerls in einer art zuwider, dasz er's ihm gerne durch eine ohrfeige vertrieben hätte Meyr
aus dem Ries 1, 279.
schwäb. einem die mucken vertreiben Fischer. I@33) '
verscheuchen, entfernen'.
thiere: das die frösche von dir, und von deinem haus vertrieben werden
2 Mos. 8, 9 (
auch Zürcher bibel 1531); dann ... solcher rauch vertreibt die schlangen Sebiz
feldbau 107; denn man wenig häuser findet, in welchen man nicht siehet die schwalben nisten, daraus man sie nicht ... vertreibet Prätorius
winterflucht 4; dasz die raben vom Kyffhäuser vertrieben und dasz der tag der deutschen einheit nahe herbeigekommen ist Bismarck
erinnerungen 1, 232.
selten von personen: einem (
wirth oder kaufmann) die kunden, käuffer, abkäuffer vertreiben Kramer; sie ist mein gast, und Sie sind mein gast. einer darf den andern nicht vertreiben (
durch unverträglichkeit) Benedix
störenfried 2, 6.
mundartlich henneberg.: geh', der vertreibt dich ganz und gar, '
stellt dich in schatten, überbietet dich',
im guten wie im schlimmen sinne Spiesz. '
erscheinungen meist unangenehmer art beseitigen'.
von naturerscheinungen: den vergifften lufft reinigen und vertreyben (
aër) Frisius 50
b; der wind vertreibt den regen, den schnee Kramer; die sonne vertreibt den nebel Steinbach; wie ein staub vom winde verstreuet, und wie ein dünner reiffe von eim sturm vertrieben
weish. Sal. 5, 15; nachher vertrieben wir den moderigen geruch mit schieszpulver Arnim
werke 11, 87.
defendo frigus, ich vertreib die kelt Alberus; mit den herin túchern, mit den sy vertreyben die hitze der sunnen
erste d. bibel 5, 8, 18; wer solt doch nicht lachen, das die glocke von Benno geweyhet das wetter vertreybe? Luther 15, 189, 27
Weim.; so der regen nicht gar gewaltig ist in seiner operation, er wirdt vom dürren vertrieben und verzehrt ('
in seiner wirkung aufgehoben') Paracelsus
opera 2, 85 b; ihr seyd mit mir das licht der welt, den schatten zu vertreiben Günther
ged. 37; zur rechten zeit vertreibt der sonne lauf die finstre nacht, und sie musz sich erhellen Göthe 2, 113
Weim. (22, 256); siehe, da sind alle schrecken der wüste, des meers und der nacht durch einen lichtstrahl vertrieben Herder 6, 8; wo die genossenschaft am feuer sitzen und durch scherz und gespräch die ungunst des wetters vertreiben konnte Alexis
hosen 1, 103.
abstractes: tegeliche gebresten die .. das hertze zerstrouwent und andacht vertrîbent und hinderent, und den heiligen trôst benimment und vertrîbent Tauler 126, 26
Vetter; also mus man des todes bitterkeit vertreiben 1
Sam. 15, 32; (
so) fragte dieser, und die nachkommenden gesprächigen pfarrleute vertrieben die antwort Jean Paul
werke 7/10, 50.
besonders '
trübe stimmungen verscheuchen': ein unglück oder unfal mit singen vertreyben,
levare Frisius 182
a; melancholey, betrübnis, traurigkeit, verdrusz Kramer; sich die grillen mit einem glase wein vertreiben Steinbach; alle bittercheit soltu vortriben von dinem herzen
Leipz. predigten 36, 21
Schönbach; lâ guoten muot den bœsen muot von dir vertrîben Walther v.
d. Vogelweide 37, 28; wir trincken drumb den guten wein, die sorgen zu vertreiben Fischart
Garg. 127
neudr.; so vertreibt doch alle morgen meinen gram, und meine sorgen, Sylvia, dein süszer kusz Neukirch
ged. 31; jede grille zu vertreiben, das sey unsre sorg' allein Gökingk
ged. 1, 52; es läszt sich denken, dasz alle zweifel bald aus seinem herzen vertrieben wurden Göthe 21, 93
Weim. (
Meister).
körperliche bedürfnisse: hunger und durst Konrad v. Megenberg
bei Lexer; mit einem trunck wasser den durst löschen oder vertreyben,
sitim avertere Frisius 139
a; hunger, müdigkeit Stieler; ich muesz als den hunger vertreyben
tirol. passionsspiele 474
Wackernell ein guter armer mann kan viel gesünder bleiben, als einer dem sein geld den hunger musz vertreiben Opitz
opera (1690) 1, 106; sich vor dem schlaaf hüten, den schlaaf vertreiben,
abducere Frisius 4
a; dieser käszhandel mit der bäurin hat mir den schlaff ganz vertrieben Grimmelshausen 2, 369, 2
Keller. I@44)
während bisher die sinnliche anschauung des verjagens zu grunde lag, kommt vertreiben
im folgenden auch in verblaszter verwendung vor. veraltet und spärlich ist die bedeutung '
betreiben, vollführen': wie Florio mit seiner gesellschafft gen Montorio ritte, allda ihr weydwerck mit jagen zu vertreiben
buch der liebe 128
c; so grosz ist auch eur schmertz, es ist der feder zug unmüglich zu beschreiben, am allerwenigsten mit reden zu vertreiben Pietsch
schriften 219. '
sein ende finden': er g'steckte in eim graben tief ... sin end muost er allein im graben vertriben
ält. schweiz. bibliothek I 5, 68. '
abnutzen, abtreiben, verbrauchen': si (
die ritter) wâren mit strîte sô verriben unt diu ors mit sporn alsô vertriben, daʒ die vrechen ritterschaft iedennoch twanc der müede kraft Wolfram v. Eschenbach
Parzival 93, 20; (
die mäuse haben) das gelt zernaget und zerbissen, so gar vertragen und vertrieben, ist nit ein pfenning uber blieben Waldis
Esopus 1, 406; idoch es ihr (
der wirthin) gar schlim behagt, wenn ihr fein grob besitzen bleibt, und unbezalet bier vertreibt ('
verzehrt, vertilgt') Ringwalt
lauter warheit 207. '
ein land verwüsten': die slang vertreibt ain ganzeʒ lant und macht daʒ wüest Konrad v. Megenberg
buch der natur 265, 12; den groszen mangel, so si gehept hettend in iren vertribnen land
ält. schweiz. bibliothek I 1, 188.
lebendig erhalten hat sich allein die anwendung auf die zeit in gleicher beliebtheit seit der mhd. periode, '
hinbringen'
: vgl. Lexer;
schwäb. quellen seit 1290
bei Fischer;
ebenso mnd. mnl. Lübben - Walther, Verdam; ich vertreib die zeit mit lesen,
exigo Alberus; die nacht in fröuden (
agere), den summer etwan an einem ort verschleyssen oder vertreyben (
consumere) Frisius 67
a, 317
b; lange weyl vertreyben,
eblandiri 456
b; Maaler, Stieler, Kramer, Steinbach, Frisch, Adelung; da er dann vil jar in dem dienst gottes sin leben vertraib Oheim
Reichenauer chron. 38, 12; so .. vertreiben sie ir leben mehr mit müssigang, schlaffen und essen, dann mit jagen Franck
chron. Germaniae 5; sie vertriebent diesen tag bisz abent an (
ohne) alle speis
d. städtechron. 3, 143; in diser marterlicher wise vertreib er sin tag und nahte Seuse 45, 23; ich selbs, das ich die worheyt sag, mit disen narren hab vil tag vertriben Brant
narrenschiff 50, 37; got will denn erzögen sinen zorn den, die hie hand ir zitt verlorn und unnützlich vertriben
der jüngste tag 314 (1, 283
Mone); in solchem hader, not und jammer vertrieb er mit ir dreyszig jar Sachs 9, 434, 30
Keller-Götze; hiemit habt kurtzlich ihr beschriben, wie er sein jugend hab vertriben Fischart
Stauffenberg v. 308;
Michael. ist er bey uns lang in dem zimmer blieben?
wächter. er hat schier so viel zeit als ich allhier vertrieben Gryphius
trauersp. 87 (
Leo 3, 5, 328); dasz man .., den kindern die zeit zu vertreiben, schöne mährlein musz erzehlen Moscherosch
insomnis cura 79
neudr.; wenn aber doch jemand will die zeit nützlich vertreiben, so nehme er ein geistliches buch in die hand und lese was Abraham a S. Clara 4, 297
Strigl; mit der tochter meiner wirthin .. vertrieb ich mir manche stunde Gellert 4, 219; doch mit bedingnisz, dir die zeit, durch meine künste, würdig zu vertreiben Göthe 14, 71
Weim. (
Faust 1433); spielen heiszt, die zeit vertreiben Riehl
deutsche arbeit 6; die menschen wissen nicht, wie sie sich die zeit vertreiben sollen, dieselbe zeit, die sie (
später) gerne festhalten möchten Tieck
schriften 10, 33.
heute sind nicht mehr wendungen in dem allgemeinen sinne '
verbringen, fristen'
üblich, sondern nur in verbindung mit persönlichem dativobject '
einem die zeit angenehm und unbemerkt vergehen machen, da sie ihm ohne dies langsam zu vergehen geschienen haben würde' Campe.
vgl. zeitvertreib. IIII.
in einigen anderen gebrauchsarten läszt sich vertreiben
nur als '
umtreiben',
hin und her treiben' verstehen und weist damit auf eine fair-
type hin (
vgl. Leopold
germ. abh. 27, 179).
es fehlt im ahd. und älteren nd. und erscheint auch auf hochdeutschem boden erst gegen 1400. II@11)
in bildlicher anschauung, eine schwellung '
durch hin und her streichen behandeln' (
vgl. verstreichen I
sp. 1794): für uberflusz der milch (
bei frauen). milch zu vertreiben. streich ihr mit einer feder .. umb die brüst fürniesz (
firnis) Gäbelkover
artzneybuch 2, 71; etwas zerteilen und fürkommen oder vertreyben, das zuo einem geschwär wolt werden,
digerere Frisius 416
a; den schwulst, eine geschwulst vertreiben Stieler, Kramer.
vgl. auch I 2 (
sp. 1972).
ähnlich: so dasz alle die feinen säfte gehörig vertrieben ('
in umlauf gebracht') und in blumengeist verwandelt werden Tieck
novellenkranz 4, 259; der immer den schweif hängen läszt, um seine spuren zu vertreiben ('
durch hin und her wedeln zu verwischen'), und der seinen schleichgang eben damit desto sichrer verräth Herder 3, 391. II@22)
während dieser gebrauch nur noch in abgestorbenen resten nachweisbar ist, ist ein andrer als fachausdruck seit 1700
lebendig: die farben vertreiben in einem gemäl Kramer; als die mahler die farben in einander vertreiben,
adoucir Frisch
nouv. dict. 601; Schwan 2, 938
a; vertriebene farbe,
couleur rompue, lavée 938
b;
die farben auseinandertreiben, damit sie stufenweise an stärke abnehmen, und sich endlich gar verlieren; die umrisse vertreiben Adelung;
die farben verdünnen und mehr und mehr verbreiten Campe;
das untereinanderbringen der beim untermalen eines ölgemäldes aufgetragenen farben mittelst des pinsels, so dasz sie ineinander verschmelzen und nur eine, aus vielen zusammengesetzte, farbe ausmachen Otte
archäol. wb. 132; Mothes
baulex. 4, 426. in der miniatur selbst wird nichts vertrieben, sondern jeder punkt behält die farbe, wie sie auf der palette war Sulzer
theorie 3, 396; die lichtfarben impastirte man auf den hohen stellen sehr stark und vertrieb sie gegen den schatten zu Göthe ii 1, 354
Weim.; der natur dieser (
öl-)farben und der behandlungsweise, welche sie zulassen, gemäsz wurde nun alles nach und nach weichlicher, mehr vertrieben, gesättigter 3, 356; es ist die schöne elliptische linie, die in allen theilen ihre bahn verändert, die nie gewaltsam unterbrochen, nie stumpf vertrieben, nie scharf abgeschnitten, sich mit pracht und schönheit um den körper gleichsam umherwälzet Herder 4, 64; sie klekset die farben auf, ich vertreibe sie Klopstock
grammat. gespräche 41; der dichter (
Lessing) hat nicht verstanden, jene derbe farbe zu vertreiben und die handlungsweise des historischen Saladin mit dem Saladin des stückes zu vereinbaren Schiller 10, 545; in welcher (
scene) ich meinem freunde einige allzu kühn croquirte pinselstriche zu lindern und mit dem übrigen in eine sanftere haltung zu vertreiben wol raten möchte Lessing 9, 267; den stolz und die bescheidenheit, mit dem pinsel jener schelmerey so durch einander vertiefen, vermischen, vertreiben und vereinigen Möser
patriot. phantasien 3, 06. II@33) waaren vertreiben
stellt eine begrenzung des begriffs verkaufen
dar, derart dasz von dem vorrath vieles an mehrere und besonders an käufer, die voneinander entfernt sind, abgesetzt wird vgl. Eberhard-Lyon
nr. 1389.
es geht zurück auf die anschauung '
im ganzen lande umherführen, hin und her führen und an den mann bringen'.
mercari Diefenbach
gloss. 357
a;
distraho, verkauffen und vertreiben Calepinus 440
a; vertreiben, verkauffen,
debiter, spacciare Hulsius-Ravellus 359
a;
exactus, das vertreiben der wahr Corvinus 34; Rädlein (1711) 950
b; Kramer; Dentzler; Steinbach; Kirsch 2, 315
b; Schwan 2, 938
a;
unter die leute bringen, absetzen Adelung, Campe;
im kleinen verkaufen Schmeller.
ältere urkunden bei Lexer, Schmeller, Fischer; Schirmer
kaufmannssprache 205.
allgemein: verkauffen, verganten und vertreiben
ebd.; auch sol kein unser burger .. einichem gast .. pfenwert oder ware hie nit verkauffen oder vertreiben
Nürnberg. polizeiordnungen 130; der kaufman bei in seins gewerbs über lant nicht geraten mocht, auch der handwerckman sein arbeit nit vertreiben solt
d. städtechron. 2, 125; auff das unser land und leute, so mit fischen handeln, ihr gewerbe haben und ihre wahre vertreiben mügen und nicht zu schaden komen Luther 26, 586
Weim.; vil schwaczen und als die hund bellen, bis das sie iere war vertryben Steinhöwel
de claris mulieribus 131, 9; ich glaub, wann ir auf einen marckt kemen und solch guot masz geben, ir wurden eüwer war bald vertriben haben Wickram 3, 40, 30; (
dasz man) die frücht anderszwo hin könt verfüren, .. fürnämlich bey einer feinen statt, darinn alles höher und besser vertriben wird Sebiz
feldbau 20; da bey mag mann nit lang zeit bleiben, theur kauffen, und wolfeil vertreiben Brant
narrenschiff 51, 66; mein wahr offt nicht vertreiben kan Sachs 17, 260, 21
Keller-Götze; weil man sich von handelsleuten offt betrügen lassen musz, ... also sei kein land vorhanden, da man echte waar vertreibt Zinzendorf
die letzten reden 85; kauften die fabrikate der kaiserlichen fabriken und vertrieben sie unter die barbaren Freytag
bilder 1, 287.
einzelne artikel: nim hin, du vertreibst in wol ('
bringst den verdächtigen pfennig in umlauf und bei anderen an')
Sterzinger pass. v. 1500
bei Schmeller; man vertreibt sein geld,
bringt es unter die leute, wenn man es durchbringt, mit unnützen unüberlegten ausgaben verthut Campe; daʒ sie ouch daʒ selbe altgewant hinnanvürme selber verkoufen und vertriben süllent
Straszburger zunftordnungen 249
Brucker; damit er den win dester fürderlicher vertriben mocht, hette er im ain gasthus ze buwen fürgnomen Watt
hist. schriften 2, 292; sonst aber vertreibt Gallien mehr grobes segeltuch Lohenstein
Arminius 2, 187
b; das er solch obangezeigt buoch im truck vollenden, offenlich auszgeen und vertreyben lassen mag Boner
Plutarch, privileg; (
dasz die buchhändler) falsche, schädliche und ärgerliche schriften zu verlegen, einzuführen und zu vertreiben sich nicht entsehen Leibniz 2, 281; auszerdem können wir sie (
die schrift) wenigstens durch verschenkte exemplare im norden sogleich vertreiben Dahlmann
an J. Grimm, briefwechsel 1, 112; des schiefers, den er weit in das land und über dessen grenzen hinaus vertreibt Ludwig 1, 144; mit dem orden zu brechen, der .. den ablas in aller welt predigte und vertrieb Ranke 1, 187; wenn die bank .. auszerhalb des .. angewiesenen gebiets ihre noten vertreibt oder vertreiben läszt
bankgesetz (14. 3. 1875) § 50.
subst. inf.: so dasz der anschlägige kopf .. sich eines colonialwaarenhändlers .. zum vertreiben seiner artikel bediente Gutzkow
werke 1, 207.
statt dessen gewöhnlich der vertrieb (
s. d.).
übertragen, '
anbringen': was wäre Winckelmann .., wenn er ... seine archäologie in der stillen berufsthätigkeit eines professors oder in lateinischen reden .. vertrieben hätte Justi
Winckelmann 1, 235.
mit persönlichem object und in reflex. verbindung: myn kindt kan ich mir gwinlich machen, myn lieben kindt also vertryben, das sy by der kirchen blyben (
er will seine töchter an geistliche verschachern) Murner
narrenbeschwörung 98, 57
neudr.; doch kann er vier lateinscher wort, die würfft er usz an allem ort, das er by synen eren blybt, für einen gelerten sich vertrybt 190, 37. II@44)
zweifelhaft ist die einordnung der bedeutung '
umgehen, umfahren'
: mnd. den tollen vordriven Lübben-Walther; sie hettin im den .. zoll vertriben
schwäb. quelle v. 1397
bei Fischer; uber die maut mit ochsen ader sust mit anderm vih vortriben, der sol von iczlichem haupt VI
gr. pusz geben nach gnaden
Iglauer stadtbücher 3, 39
b (
bei Jelinek 852); es sollen die zölle nicht vertrieben werden, den vertreibern aber sollen richter und zöllner nachjagen und das vertriebene abnehmen
waldeck. quelle v. 1581
bei Bauer-Collitz 138; dafern gedachter Ilmenauischer zoll verfahren oder vertrieben würde
Gothaer urkunde v. 1670
bei Diefenbach-Wülcker 570.
vgl.den zoll verfahren
sp. 290 (10). IIIIII.
das part. prät. vertrieben
ist als adj. und subst., zu I 1
gehörig, im gebrauch. schon ahd.: actus, pulsatus, compulsus, fartripaner, fartribane
glossen 2, 465
b; 657
b; 670
a; 733
b Steinmeyer-Sievers; acta, repudiata, repulsa, firtribiniu, fartribaniu 4, 29
a; 1, 344
b; 2, 306
b. III@11)
adj. '
verbannt'
: exulatus, propulsus, proscriptus, pulsus, repulsus Diefenbach
gloss. 220
c, 466
b, 467
a, 472
c, 493
c;
exulo, ich bin vertriben, im elend Alberus; vertriben und flüchtig ausz Asia,
desertor Asiae Frisius 389
a; Kramer 2, 1129
a; Dentzler; Steinbach.
auch mnl. verdreven,
pulsus, propulsus Verdam 619
a; Kilian 585
b; teileten den raub gleich unter sich, und unter die vertriebene weisen, wittwen und alten 2
Macc. 8, 30; Gisippus ... wie er von Athena ein vertryben mann was Montanus
schwankbücher 124; schreiben vertriebener frau Germanien an ihre söhne Fleming
ged. 1, 102; Hannibal als eyn vertribner und verweister mann von seinem vatterlandt Carthago Carbach
Tit. Liv. 417
v; scheinst du dir hier vertrieben und verwais't? Göthe 10, 6
Weim. (
Iphigenie 75); nicht ohne blut räumt er das feld, ja selbst vertrieben bleibt er furchtbar noch dem land Schiller 14, 335 (
Tell 1431); aber das ist ja schrecklich, ... nahm der aus all' seinen himmeln vertriebene Anton das wort Holtei
erz. schriften 11, 130. III@22)
subst.: exterris, exul, ein vertrybner
gemma (1508) i 4
b;
apolis, extorris, bandit, vertribner Frisius 104
b, 524
b;
extorris, exul, ein vertriebner eines landts, ein bandit, ein vertribner ausz seinem vatterlandt Calepinus 531
a, 533
b; vertriebener, verjagter Hulsius-Ravellus 359
a; Zehner 118; Dentzler; Steinbach; vertriebener, flüchtling,
refugié; vertriebener und verwiesener,
exilirt, exulant Moritz
gramm. wb. 4, 285.
nl. verdrevener,
exsul, extorris Kilian 585
b. deshalb war er alls ein vertribner verursacht worden, dagegen zu handlen
verhandlungen über Absberg 9; die vertriebend wurden ergetzt ires elends Sachs 2, 142, 28
Keller; niemand sich sein annimbt, und meinet jederman, gott nehme sich auch selbst keines vertriebnen an Zinkgref
ged. 64; es ist auch nit unser fürnemmen, ein jeglichen verdorbnen oder vertribnen zu eim artzt zu machen Paracelsus
chirurg. schriften 278 A; die besten fabeldichter ... fanden sich glücklich, wenn sie der nackten vertriebnen (
der wahrheit) ein .. gewand verschaft hatten Herder 15, 556; ihr (
vögel) indesz, wie armselige vertriebene, .. werdet auf euerm eignen boden .. als unkraut behandelt Göthe 17, 102
Weim. (
vögel); die unglückselige, die ... als eine hilfesuchende, vertriebne, bei der verwandten schutz zu suchen kam Schiller 12, 403 (
M. Stuart 88); die thränen der vertrieb'nen, des feldherrn dumpfe gruft, verschwinden vor'm beschrieb'nen stein unter'm lindenduft Rückert
werke 1, 76; dasz scharen von vertriebenen jenseits der grenzen umherzogen Keller 2, 161; endlich glaubte der vertriebene doch die rückkehr wagen zu dürfen Treitschke
deutsche geschichte 3, 54. III@33)
in besonderem sinne bedeutet vertrieben '
umhergetrieben, durchtrieben, verschlagen'
und läszt sich ebenso von dem eben behandelten gebrauch wie etwa von II 3
aus verstehen. sicherlich bezeichnet das adj. verschlagen
auch von hause aus einen menschen, der weit umhergekommen ist und sich dabei witz gekauft hat (
gegen die erklärung auf sp. 1091).
vgl. bildungen wie πολύτροπος, versutus, callidus ('
schwielig'). mit seiner frau, die er 'eine harte unleidliche bremse und ein abtrünniges, vertriebenes weib' nennt
schwäb. quelle d. 16.
jhs. bei Fischer; so ain vertribner arglistiger schmaychler an dich gerathen sölte Schwarzenberg
teutsch Cicero 78; du bist wanckelhafftiger oder vertriebener als eine töpfferscheibe Meyfart
teutsche rhetorica (1653) 136.
lebendig bezeugt als lübisch: dörchdreben, verdreben Schumann.
etwas anders ostfries. verdräven uutseen '
verstört aussehen wie ein landstreicher' Stürenburg. —
in der zusammensetzung kommt nur vertreibpinsel, m., vor, '
pinsel zum vertreiben
der farben' (
s. II 2) Campe; vertreib-
sive schlichtpinsel,
temperatorius Stieler 1425; runde lackir-, vertreib- und anstreich-pinsel werden auch öfters .. mit dem stiele verbunden Prechtl
techn. encyclop. 11, 139; Beil
techn. wb. 1, 630; Mothes
baulex. 1, 414.
auch nl. verdrijfpenseel.
vgl. vertreiber 6.