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wintermonat

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wintermonat m.

Bd. 30, Sp. 461
wintermonat, wintermond, m. , auch n.; seit ahd. zeit bezeugt; zunächst als monatsname und als solcher schriftsprachlich noch bis in den beginn des 19. jhs. verwendet, mundartlich z. t. alem. und nordfries. bewahrt; vom mhd. ab auch allgemeiner für einen in die winterzeit fallenden monat belegt (s. u. 2). 11) als monatsname, vgl. die nachweise bei K. Weinhold die deutschen monatnamen (1869) 61 f. 1@aa) zufrühest für den januar als wintarmanoth in der monatsliste bei Einhart vita Caroli magni cap. 29, vgl.den januarium hat er (Karl der grosze) genennet den wintermonat Schill teutsch. sprach ehrenkr. (1644) 74; so bis in die glossare des 12. jhs. hinein: wintermanoth januarius ahd. gl. 3, 205 (summarium Heinrici), vgl.manot des hindrosten winters (januar, v. j. 1459) der geschichtfreund, mittheil. d. hist. ver. d. fünf orte 6, 244; erhalten im nordfries. und wohl noch bis ins 19. jh. auch im holstein., vgl. wintermuun 'januar' (Keitum auf Sylt) Weinhold 21; 'der wintermonat, dieser name scheint in unsern gegenden eher dem januar als dem november zu gehören' Soltau beyträge (1806) 81a; wintermonat Eutiner kalender v. 1869; künstlich eingeführt dagegen im almanach der deutschen belletristen (1782) von J. Chr. Fr. Schulz und im kalender des Gustav-Adolf-vereins aus Darmstadt. 1@bb) als name des ersten monats im winter, des november, tritt wintarmanoth in glossarien des 12. jhs. zunächst im Elsasz neben wintermonat für januar auf, vgl. wintermanoth november ahd. gl. 3, 205 (summ. Heinrici), s. Weinhold 7, ist aber wahrscheinlich schon älter; für den november gilt wintermonat in der gemeindeutschen monatsreihe des 14.-18. jhs., deren gebrauch sich, von einem westl. streifen abgesehen (s. u.c), die bair., alem., fränk., md. und nd. sprachgebiete anschlieszen, so auch schwed. wintermnad unter nd. einflusz; die mehrzahl aller zeugnisse des 15.-19. jhs. meint daher den november, vgl. wintermont november (gloss. des 15. jhs.) Diefenbach gl. 383c; der wintermonat november Alberus nov. dict. (1540) mm 1a, der wintermonat november Frisius (1556) 879a, wintermonat november Rädlein sprachschatz (1711) 1, 1065a: wintermânde, dis ist von dem aller heiligen tag (überschrift) Herman von Fritslar in: myst. 1, 230 Pfeiffer; alse do hof zugangin was an dem sechstin tage des wintirmandin, do bestunt den ediln furstin di groze krankheit Ködiz v. Saalfeld leben des hl. Ludwig 40 Rückert; an deme sesten tage des wintermans, den man nennet zu latine november (v. j. 1467, Hessen) weisth. 3, 352; der wyntermonde er och heyszt von der rolczen aller meyst. in diesem monden hebt sich an der liebe winter unde kan kule seyn ap her mag an sinte Clementen tag Bresl. ged. bei Weinhold 62; die juden heben das jar an ym mertzen, umb yhre ostern darnach zu rechen, so ist der neunde mond bey yhn, den wir den wintermond heiszen Luther 23, 589 W.; in dem andern jar im wintermon, aht tag nach sant Merteins tag, an einem mitwoch vor mitternacht, da ist si nider kumen (Nürnberg) städtechron. 11, 627; der wintermon ist in der zal der aylfft ... H. Sachs 4, 70 K.; des sibenden tags des monatz november, wintermonet genant G. Oheim Reichenauer chron. 85 Bar.; darnach zuo unsern zeyten anno 1530 im november oder wintermonat, do erstuond auff dem möre ein grosz ungestüme Seb. Münster cosm. (1550) 143; de twelff maende (im) jar heiszen: jenner, ... wintermaent, christmaent Husemann spruchsamml. 21 Weink.; s. a. o. ist im 1644. jahre am 1. tage des schlacht- oder wintermohndes ... einverleibet Zesen helikon. rosentahl (1669) 68; gleichwie in dem calender auf das weinmonath das wintermonath folget Abraham a s. Clara Judas (1686) 1, 4; Rinteln, den 5. wintermonats 1764 Th. Abbt verm. w. (1768) 3, 292; o du stürmischer und trüber trauriger novembermond! oder hörst du, unser landsmann, lieber schlachtmond, windmond, wintermond? J. Arn. Ebert episteln (1789) 305; im ... spätherbst vom wintermond an werden die zu bau- und nutzholz tüchtigen stämme gefällt H. Zschokke s. ausgew. schr. 12, 230; kalt wie der wintermond, des eisger hauch der erde schoosz verschlieszt ... E. Raupach dram. w. ernster gatt. 6, 226; alem. noch im 19. jh. mundartlich bezeugt, vgl. Fischer schwäb. 6, 1, 865, Martin-Lienhart elsäss. 1, 691, Seiler Basler ma. 316, Staub-Tobler 4, 238; ebenso in volkstümlichen kalendern neuerer zeit oft neben der römischen bezeichnung verwendet, vgl. Weinhold 62. zur unterscheidung vom december (s.u. c) in älterer sprache auch als der erste wintermonat, vgl. der erste winterman november (gloss. v. 1394) Diefenbach gl. 383c, erst wintermonat (15. jh.) in: Schweiz. arch. f. volkskunde 1, 164, der erste wintermonet geschichtfreund 6, 176: den ersten wintermonats wendet sich Fridrich zur Lignitz mit ihr wenigen zu haus sein eigen land wider die Polen zu schützen Rätel Curaei chron. (1607) 332. 1@cc) wintermonat als name des december tritt erst im 14. jh. zu tage; zunächst neben wintermonat für november im elsäss. Kopenhagener kalender, vgl. Weinhold 62; dann allein im pergamentkalender von 1431, im Straszburger kalender v. 1513 u. anderen, bleibt aber unhäufig; für december galt wintermonat namentlich im westen des deutschen sprachgebiets, im Elsasz, am Main (neben november), im Westerwald und am Niederrhein, in Flamland, den Niederlanden und Westfriesland; vielleicht in älterer zeit auch schweiz., vgl. Staub-Tobler 4, 238. vermutlich liegt in dieser anwendung auf den december eine verkürzung aus der gleichzeitig auftretenden bezeichnung der andere (zweite) wintermonat vor, vgl. der ander wintermaneid in: cod. germ. mon. 3384 bei Weinhold 62, der andere winterman (gloss. v. 1394) Diefenbach gl. 383c, ander wintermonat (15. jh.) in: Schweiz. archiv f. volkskunde 1, 164, auch der leczt wintermon Ehing. spitalb. (15. jh.) bei Weinhold 62; lexikalisch wenig häufig bezeugt, vgl. wyntermaynt december v. d. Schueren Teuthonista 165b Clignett, wintermaend december Kilian (1605) 674b, wintermonat december Kramer t.-ital. 2, 1356b; noch seltener literarisch: die beste zeit (ist) die winterische sonnewendung im wintermon Sebiz feldbau (Straszburg 1579) 137; Dillenburger kellereirechnung v. 1455 in: Arnold miscellaneen (1758) 6; künstlich eingeführt im jahre 1781 von Boie für das 'Deutsche Museum' und Wieland für den 'Teutschen Merkur' und von da in andere almanache und kalender übergegangen, vgl. Weinhold 10; mundartlich ebenfalls selten, vgl. Frischbier preusz. wb. 2, 473, wohl von westdeutschen siedlern mitgeführt; schriftsprachlich in nl. wintermaand erhalten. 1@dd) ganz selten tritt wintermonat für den october auf; in der Münchener und Wiener handschrift des summarium Heinrici ist auszer januar und november auch der october mit wintermanot bezeichnet, was vielleicht nur entstellung oder umdeutung von älterem windemmanoth (s. Blasier handschr.) ist, doch kann auch übertragung auf den october als monat des winteranfangs (vgl. sp. 418) vorliegen; auf dieser lexikographischen tradition ruht wohl das niederalem. glossar v. 1420 mit wyntermande october, november, december Diefenbach gl. 393a; für october auch vereinzelt bei Luther: so hat Secharja (Sacharja) ym achten mond, das ist ym wintermond, fast umb die weinernd, nach dem kalender ym weinmond, angefangen diese erste predigt 23, 509 W. 22) seit dem späten mhd. allgemein für einen monat der winterzeit oder des winterhalbjahrs; die zahl der wintermonate schwankt je nach der dauer des unter winter verstandenen zeitabschnittes zwischen vier, drei oder sechs monaten: hin sind die winttermon liederb. d. Hätzlerin 264 Halth.; uf sant Dorothen tag im hindersten wintermanot (d. h. im februar) Stretlinger chron. 153 Bächt.; murenen ... (die) in den wintermonden ... gefangen (werden) Micraelius Pommerland (1640) 6, 388; Pelopidas belägerte ... Patana, in welcher Apollo durch die sechs wintermonathe wahrsagen soll Lohenstein Arminius (1689) 1, 935b; die arbeit hat die sechs wintermonate gedauert Göthe III 3, 340 W.; dagegen die drei wintermonate der bakchischen religion geweiht waren K. O. Müller die Dorier (1824) 1, 328; die ritterburg war eben nicht der freundlichste aufenthalt für die langen wintermonde Uhland schr. 5, 121; das gesellige leben ..., das er schon während der wintermonate geführt hatte Fontane ges. w. I 6, 408. —
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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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    Neuhochdeutsch
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    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

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  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Wintermonat

    Goethe-Wörterbuch

    Wintermonat [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Wintermonat

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Wintermonat , deutscher Monatsname, soviel wie Dezember, oft aber auch der erste W. soviel wie November, der andre W. so…

  4. modern
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    Wintermonatm.

    Pfälzisches Wb.

    Winter-monat m. : 1. 'November'. a. 1542: Im Wyntermonat [KSchArch. IV, 3570 Seelbuch Bl. 10v (BZ-Wind)]. a. 1773-87: Wi…

  5. Sprichwörter
    Wintermonat

    Wander (Sprichwörter)

    Wintermonat 1. Spielen im Wintermonat die Mucken, heisst's: Bauer, du musst nach dem Futter gucken. – Medau, 1845. 2. Wi…

  6. Spezial
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    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Win|ter|mo|nat m. (-[e]s,-e) mëis da d’invern m.

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winter+monat

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Cotta, M. (2026). „wintermonat". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/wintermonat/dwb
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Cotta, Marcel. „wintermonat". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/wintermonat/dwb. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „wintermonat". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/wintermonat/dwb.
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  author       = {Cotta, Marcel},
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