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schaube

nhd. bis sprichw. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schaube f.

Bd. 14, Sp. 2297
schaube, f. langes, weites, bis auf die füsze gehendes oberkleid für beide geschlechter. das wort stammt aus dem roman. (italien.) giubba, giuppa, franz. jupe, das seinen ursprung im arabischen hat, vgl. Diez etymol. wörterb.4 166; dem entspricht es, dasz es besonders im oberd. verbreitet ist. mhd. schûbe, schûwe, s. Lexer handwb. 2, 807 f., joppa .. schube Dief. gloss. 307c. daneben begegnet indes frühe die form schoube, schaube, die später allgemein durchgedrungen ist, auch im alemannischen (in anlehnung an schaub?), schweiz. die schauben Frisius (1556) 940b, s. Weigand 2, 554, schaube, crocota Dasypodius. Maaler hat schauben (die), stola, langer oberrock der weyberen 348c, und schuben oder frouwenrock, palla 362b. schube begegnet noch bei Keisersberg: ir schuben, die seint fornen an dem gesicht gefüttert mit marder und da hinden mit heumarder. evang. (1517) 153a. daneben auch formen mit abweichendem vocal, dem roman. gioppa, gippa u. s. w. entsprechend, mhd. gippe, jope, schope, schoppe, schop, scoppe, scheppe, s. Lexer handwb. 2, 770, schob im voc. theut. von 1482 cc 8a, s. Weigand a. a. o., vgl. ferner Schm. 2, 354. Frommann 2, 442, 47, sowie jope theil 4, 2, 2336 f. in den neuern mundarten herrscht schaube(n) Schm. a. a. o. Birlinger 391 (und schaupen 392a mit belegen) Schmid 453 (schaube, schaupe, schopp, schoppen). Höfer 3, 74 f. Schöpf 594. Schröer 199b, schweiz. schopa, m., plur. schöpa Tobler 396b. auszerhalb des oberd. vereinzelt in älterer sprache, so im chronicon Islebense zu 1602 (s. 81): es verlohren weiber undt jungfrauen im getrenge ihre schauben und mäntel, s. Jecht 92b. preusz. s. Frischbier 2, 261b, ein mecklenb. zube ist vielleicht durch das slav. vermittelt, s. niederdeutsches correspondenzbl. 9, 15. 74. über schäube vgl. 3. Bedeutung: 11) oberkleid, mantel, talar. schaube, f. eine tracht von langen kleidern, palla, stola, vestis ad talos usque promissa. Frisch 2, 165a, vgl. Birlinger 391; meist zur bezeichnung des reichthums: unnd wenn sy in jren heüsern seind so thuond sy die seyden schauben an. Keisersberg has im pfeffer Aa 5a; die armen soltest bkleydet han die nit hand füchse schauben an. concil (1545) 712; ich (der reichthum) hab lustgärten, rosenstöck, köstlich schawben und marder röck. H. Sachs fastn. sp. 1, 27 neudr.; auch kan ich stricken schleyr und hauben, porten schlingen auff röck und schauben. Ayrer 963, 34 Keller. insbesondere 1@aa) die männerschaube, ein langer und weiter, kostbarer mantel, auch talar: doctor-schaube, doctorum vestis talaris. Frisch 2, 165a; ach was narheit das ist, wan einer ein marderin schauben an hat, so wil er eerlich gehalten sein, sein erhaben, er meint es sol sich alle welt an im verwundern. Keisersberg narrensch. 125d; nach disen worten iglichem herren czwuo seyden schauben mit feche (pelz) unterzogen schencket und gab. Steinhöwel Äsop 645, 34 Keller (10, 9); wenn ich einem einen grawen rock gebe, und spreche, nim hin, zeuch an, das ist mein mardern sammate schauben etc. Luther 3, 69a; die kleinen diebe henget man an galgen, aber die groszen diebe gehen in mardern schauben herein. 4, 527b; ein fast gelehrter mann ... wonete zuo Erdffurt, gieng daselbst einsmals übern marckt mit einer köstlichen gefüterten schauben und anderm bekleidet. Kirchhof wendunm. 1, 152 Österley (1, 122); der Meylender kam inn einer märderin damastin schauben. Pauli sch. u. ernst (1550) 30b; der von Guettenstain war beklaidt mit ainer gueten, köstlichen zoblinen schauben, weit und grosz, mit langen ermeln, als dozumal der sitt war. Zimm. chron. 2, 302, 1 Barack; ersicht er (der schalksnarr) graf Wilhelm Wernhern beraupt und glatzet, ains grosen alters, in ainer langen schauben neben der königlichen majestat ufwarten; sprucht er in grosem gespött: du alter doctor, was thuestu da? 4, 40, 8; wie cöstlich sie (die Venetier) sonst in iren claidungen gewesen, so hetten sie doch ire marderne schauben und zobel am ruggen mertails mit schafffelen gefietert. 247, 25; der Preuszen legaten wurden mit mardern schauben begabt, daraus ein sprüchwort kam: das land zu Preuszen were für etzliche pelz verkauft. Henneberger landt. 73; also liesz sich der gute Cuntz uberreden, und gab dem schäffer seine gute kleider mit seiner füchsen langen schauben, unnd thet seine desz schäffers böse kleider an. Helvicus 1, 189; Jäcklein selbst zog den koller des grafen an und dessen rothe damastene schauppe. Martha erzählung von Wild (Nördlingen 1871) 77; gold, silber, reich gewant, pferd und manig schawben gab er den herren da zu miet. Suchenwirt 20, 136; vil gandt gar stoltz jn schuben har und werffent den kopff har und har. Brant narrensch. 9, 1 (vgl. anm.); ein jeder hat von fehen wat ein köstlich schauben. meisterl. fol. 23, nr. 222; die wochen gehend wir ins bad, in feisten schauben und weichem wat. Hutten 5, 64 Münch; die männer trugen gülden hauben, seidene wammes, kostlich schauben. B. Waldis 4, 49, 66; ich (Eulenspiegel) hab ein merdren schauben ahn. H. Sachs 3, 3, 73c; wo habt jhr dann die schauben gnommen, die ich gab den frembten kauffleüten. Ayrer 1850, 22 Keller; so zeucht es (das vollsaufen) gute kleider ab, gibt hänffen schauben, böse schuh. B. Ringwaldt lauter wahrh. 70; darausz reit herzog von Wirtenberg mit seiner braunen schauben. Uhland volksl.2 226 (124 C 1); bring mir meine seidine schauben. 240 (130, 18); dieser sucht sein höchstes gut in der kost und braunen trauben, kreucht mit rock und mit der schauben. P. Fleming 297; da trat der teufel in menschengestalt, von einer faltigen schaub' umwallt, zu ihm und sprach: was plärrst du, wie toll? Langbein neuere ged. 2 (1823), 298; die schaube hing sie (Isolde), reich besteckt mit goldgesticke, unten, oben, zum fenster, sprach: 'er wird sich freu'n, erwacht er nun, des kleids, des neu'n'. Immermann 13, 161. 1@bb) die weiberschaube: schauben (die), stola, langer oberrock der weyberen. Maaler 348c; toga muliebris, palla, stola foeminarum. Stieler 1782; schube oder frauen-rock. quelle bei Frisch 2, 165a; es bezeichnet einen langen mantel, meist als eine vornehme und kostbare kleidung (eine tracht vornehmer frauen. Frisch a. a. o.), daher vielfach als brauttracht (vgl. Schröer 199b f.): schaube heist denen Augspurgischen weibesbildern ein gantzes oberkleid, so fast in form eines schlaf-rocks gemachet und durch und durch mit schwartzen spitzen über frisirt ist, wird mehrentheils von schwartzen sammet verfertiget, weil es das habit der bräute ist. quelle bei Schultz alltagsleben s. 111, vgl. s. 93 und frauenz.-lex. 3047; jetzt bei dem östreichischen landvolke ein kurzer weiberkittel. Höfer 3, 74; ob auch eynich weybsspilde .. ain schawben, die nit mit rawhem futter oder wadt, sonnder eynem schetter oder anndern dergleychen unndterfüttert were, [tragen wöllte] die mocht das auch thun. Nürnb. polizeiordn. 100 Baader; damit aber aller sachen angezeichent, hab ich, als ich itzund aus dem kloster gangen, ein böses röcklin, und ein schauben, auch etliche schleierlin, damit ich mich kund bedecken, mit mir genomen. Luther 2, 384b (gesch. einer dem kloster entflohenen nonne); kompt Sidea, hat über jhre schöne kleider eine schlechte schauben an. Ayrer 2217, 14 Keller; wie die elsässischen jungfrawen in hosen und wammest zur kirchen gehen, unnd inn den schauben dantzen: sind erbarer zum dantz als zur andacht. Garg. 240b; dann jhr sind weiber geschlecht, die allzeit zum bösesten auszlegen, nichts zum besten, man steur jhn dann zun schauben. Paracelsus op. (Straszb. 1616) 1, 600 A; da liesz sie ihre geflickte schauben fallen. Opitz 2, 279; als er (der löwe) aber weggegangen, findet Piramus die blutige schaube, und meinet der löwe habe Thisben gefressen. A. Gryphius 1, 721 (Pet. Squenz 1); nu, nu, last mir meine mütze, ihr werdet mir die schaub in stücken reiszen. 782 (Horr. 2); es war ein sehr weiter rock oder schaube aus seidenem purpur. Hohberg 3, 1, 79b; und die Ilse von Bielstein hatte wieder darin (im hause) gehaust in einer sammtnen schaube, die der vater auf des königs heerstrasze den kaufherren geraubt hatte. Freytag handschr. 1, 246; so zogen wir um neun uhr in den münster, darauf die hochzeiterin in einer leibfarbenen schaube. bilder (1859) 1, 248; vor jenem wald nach pfifferlingen klauben (pilze suchen) mit einer meid, bekleit in einer schauben, den lust ich preisz für alle hoffe weis. Neith. Fuchs 2909 (s. Bobertag narrenb. s. 254); sondern er (der liebhaber eines geilen weibes) hat ein mantel do, das ich jm den nit mag abrauben: er dient mir wol zu einer schauben. B. Waldis Esop 2, 46, 20; dein schauben musz fürt lucken stehn (hilfe schaffen, indem sie versetzt wird), sprach er, und hönet sie darmit. H. Sachs 1, 523b; der ich täglich kauft köstlich schauben, gülden ketten, ring und hauben. 3, 2, 117d; da kam sich auch die turteltaub, unnd bracht der braut ein grüne schaub. vögelhochz. vom j. 1613, s. zeitschr. für d. alterthum 3, 38; komm, komm, Melpomene, mit deiner schwartzen schaube. P. Fleming 2; und aus der mutter wimpern glitten zwei thränen auf der schaube mitten. A. v. Droste - Hülshoff 1, 106. 1@cc) als bettdecke verwendet: denn er doctor Luther were zu jm (dr. Henning Göde) kommen, als er kranck auff der erden one bette gelegen, und nur seine schaube uber sich gedeckt gehabt. Luther tischr. 57b; unnd legt sich an dasselbig beth, als were er siech, und liesz deckbet, merdern und füchsen schauben auff jn decken. Pauli schimpf u. ernst 87c. 1@dd) bildlich, von dem grünen kleide der wiesen: die hügel, wo die schaaf' ihr futter rauben, und wiesen, wo sie ruhn, bedeckt von schauben. Shakesp. sturm 4, 1. 22) ein andres schaube ist eine erweiterte form zu schaub, vgl. das., besonders 1, a. 4, a. b. d. 5, a. hierher gehört wol auch schaube, ein weiberstrohut, umbella, petasus. Steinbach 2, 393. vgl. schaubhut. 33) in manchen mundarten findet sich ein wort schäube von unklarer herkunft, in verschiedener bedeutung: a) schweiz. für schürze, fürtuch Stalder 2, 311. Hunziker 230. b) das letzte dielbrett, das die andern schlieszt. Stalder a. a. o. c) ungar. schaüb, hölzerner teller Schröer 2, 287b.
10197 Zeichen · 219 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schaube

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Schaube , plur. die -n, Diminut. das Schäubchen, gleichfalls nur in einigen Oberdeutschen Gegenden, ein Nahme eines …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schaube

    Goethe-Wörterbuch

    Schaube weiter, meist glockenförmig geschnittener u offen (als Statussymbol) getragener Mantel 13 2 ,296,2 Götz 3 Plp Re…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schaube

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schaube , ein weiter, faltiger, vorn durchaus offener Rock, der im 15. Jahrh. aufkam, um den darunter getragenen Schecke…

  4. modern
    Dialekt
    Schaubef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Schaube f. : 1. 'Überrock'; Zs.: Gürtelschaube . a. 1537: Ein Rosinrot düchin schaub [SpeyTreudInv.]. — 2. e aldi Schau…

  5. Sprichwörter
    Schaube

    Wander (Sprichwörter)

    Schaube Ein marderen Schaub 1 vnd gulden Kleid wirdt offt gefüttert mit Hertzenleid. – Petri, II, 214; Henisch, 1421, 48…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schaube

38 Bildungen · 35 Erstglied · 3 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von schaube 2 Komponenten

scha+ube

schaube setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schaube‑ als Erstglied (30 von 35)

schaubediente

DWB

schau·bediente

schaubediente , m. am Niederrhein deichbeamte, besonders die zu der jährlichen deichschau (schau 1, d ) bestellt sind. Jacobsson 7, 190 b .

Schaubefehl

DRW

schau·befehl

Schaubefehl, m. Vorschrift für die Beschau, hier: von Leinwand es sollen auch die schau vndt zeichenmaister fleissige aufsehung thuen, darmi…

Schaube II

RhWB

Schaube II das Wort, auf schûbe zurückgehend (ob zu schûben »schieben« oder zu ahd. scuwo »Schatten«?), steht in einer Reihe mit schûre, sch…

schaubenbund

DWB

schauben·bund

schaubenbund , n. ein langes und dickes bund aus mehreren strohbunden, wie sie der dachdecker bindet. Jacobsson 3, 553 b .

schaubenhaus

DWB

schauben·haus

schaubenhaus , n. scheuer. urk. von 1453 bei Campe ( wol nicht ein mit stroh gedecktes haus, sondern ein haus zur aufbewahrung von stroh ).

schaubenhut

DWB

schauben·hut

schaubenhut , m. strohhut; vgl. schäuben und schaubhut . die eigentlich zu erwartende form ist schäubenhut ( aus schöubîn huot): eia nu gib …

schauben II

RhWB

schauben II -ǫ·u.w- in Schauern regnen, eilen s. Schaube II;

schauben III

RhWB

schauben III = den Weinberg hacken s. schaupen.

schauben IV

RhWB

schauben IV das Wort, nd. schuwen, wie krauchen (kraupen) zu kriechen, ist nur ausschl. n. der Diphthongierungs-L. (auch Siegld ) allg., u. …

schaubenkleid

DWB

schauben·kleid

schaubenkleid , n. schaube: niste dann mich ein in städten wie im schaubenkleid die schabe. Rückert 11, 390 .

schaubenlage

DWB

schauben·lage

schaubenlage , f. lage, reihe der strohbunde in einem strohdache. Jacobsson 3, 553 b .

Schauben(s)deckel

ElsWB

schauben·s·deckel

Schaube n (s)deckel [ʿSàiwətèkl Rapp. ; ʿSæìwətèkl K. Z. ; ʿSæìwəstèkl Illk. ] m. alter Strohhut.

schaubenträger

DWB

schauben·traeger

schaubenträger , m. der eine schaube trägt: frawencredentzer, vorschneider, schaubentrager, guck vatter das kind, liebäugler, muttersöhnlein…

schaubereⁿ

Idiotikon

schaubereⁿ Band 8, Spalte 37 schaubereⁿ 8,37

Schaubereⁿ N

Idiotikon

Schaubereⁿ N. Band 8, Spalte 36 Schaubereⁿ N. 8,36

schauberg

DWB

schau·berg

schauberg , m. berg, von dem man ausschaut, warte: schawberge, schawthurn, specula Dasypodius. Serranus z 4 b .

schauberig

RhWB

schau·berig

schauberig -ūvər-, –ūw-, –ȳw- Allg. Adj.: ek bön (et es mech) sch. ich habe Schauder vor Kälte; et es sch. kalt so kalt, dass man zittert.

Schaubering

RhWB

schau·bering

Schaubering šūwəreŋ, Pl. -ŋə Heinsb-Karken Süsterseel Lümb Sg. t. f.: ein Frösteln.

schaubern

RhWB

schau·bern

schaubern -ūv-, –ūw-, –ȳw- Allg. schw.: 1. Schauder, Frösteln empfinden; do schuversch dech jo van Kält; et schuvert mech vor Kälte. — 2. si…

Schaubert

RhWB

schaub·ert

Schaubert šūwərt, Pl. -tə Emmerich m.: verächtl. Schäuber 2 a.

schaube als Zweitglied (3 von 3)

dachschaube

DWB

dach·schaube

dachschaube , f. schaube von stroh, aus welchen die strohdächer zusammen gesetzt werden.

strohschaube

DWB

stroh·schaube

strohschaube , f. ( auch -schaub, m.; zu den pluralformen -scheuben, -schäbe usw. vgl. schaub teil 8, sp. 2294), strohbündel; manipulus stra…