Eintrag · Rheinisches Wb.
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schauben IV das Wort, nd. schuwen, wie krauchen (kraupen) zu kriechen, ist nur ausschl. n. der Diphthongierungs-L. (auch Siegld) allg., u. zwar šū:və, –ūw-, urkundl. Jül 1473 schuwen. Ein unmittelbar südl. der L. zu vermutendes schauwən, wie rauchen: riechen, ist nicht nachweisbar, nur aus Altk-Mudersb šǫuwər »Schieber« u. aus Neuw-Dierd šǫuwərə »reiben« u. aus Saarl abseits neben šuwələ (Saarbr-Stdt Sulzb) auch -ǫuw- (aber ohne Ort) [das Geb. südl. der L. hat für sch. »etwas durch einmaligen nachhaltenden Stoss zum Gleiten bringen, beiseite schieben« e Schupp gen, op de Seit däuen (drücken) (Wend, Saargeb. schūwe); »Rundes, Kugeln sch.« scheiwen, Part. geschīwen (Saargeb. schuwwele, das schuve-Geb. schibbeln); innerhalb des schuven-Geb. kommt hier u. da nach dem Nhd. beim Klickersp. schieven in nhd. Lautung vor, s. schieben]; šūwə, šūbdə, –wdə, gəschubt, –vt Siegld; ech šū:f, –və, du šȳ:fs [u. -ū:-], he šȳ:ft (-ū:), mər šū:və, yər šū:ft; Prät. šof, –ovf, –ouf, –ō- [u. šū:ftə], Part. jəšǫvə [u. jəšū:f] Rip; ek šūw, he šȳft [NBerg -y-], Prät. šōw, –ōə-, Part. jəšōəwən [Wermelsk -ouv-] Berg; SNfrk šūvə, he šyft, Prät. šōəf, –ūə-, Part. jəšōəvə; Klevld ebenso, Prät. šf u. šuvdə, –vnə, Part. γəšwə, –šūft st.: 1. etwas sch. a. Festliegendes durch einmaligen, nachhaltenden Druck zum Gleiten bringen, beiseite schieben; mer mödde de Kas (Kasten) dohin sch., –heropsch.; etwas heren-, herus-, derbei-, zeröck-, drüvver-, fortansch.; schuf de Dösch e bisske fort, — an de Wand, der (beladene) Wagel op de Hall (Halde) sch. MGladb, Allg.; Möhle sch. das Mühlensp. spielen MGladb-Viersen; absol. de Plog (de Eəg »Egge«) schuf geht über den Acker hinweg, ohne tief zu fassen Bergh, Grevbr; -u- Jül-Broich. RA.: Wen sin Geld well quitt sin on sch., de mott et legge an Beje on Duwə Mörs-Rheinbg. Der ene schuf et op de andere Rip Allg. Ömme (einem) jet op en Hals sch. seine Arbeit, Sorge auf einen andern abschieben Aach, Allg., — op seng Kappe sch. Wermelsk. De Kar in den Dreck sch. ein Unternehmen verderben MülhRuhr, Allg. Enen jet en de Schohn sch. ihm die Schuld geben Allg. Der hät wat för den Dumen te sch. hat Geld Berg. Sich jet va jen Hals sch. von sich auf andere abwälzen Aach. — Schuf et mar net so lang herut schiebe es nicht auf, zögere nicht MGladb, Allg.; jet op de lang Bahn (Bank) sch. Rip, Allg. — b. mit der Schiebkarre Gegenstände fahren; hei mott Mes (Mist) sch. met de Schufkarr Klevld. RA.: Den üs te dumm M. te sch. MülhRuhr. — 2. übertr. a. intrans. mit »sein«, langsam, gemächlich, schwerfällig gehen; he schüft doher; de Trapp erafsch., de Dür erussch.; der schoəf sek dertöscher (dazwischen); he schüft op sin Hus an; der es den Berg heraf-, heropgeschoəwen; do kömmt he en't Wirtshus ganz ilig herentesch.; dran sch. eilen Berg, Nfrk. — b. onjəšū:f(t) Part. ungeschliffen, ungeschlacht, ohne Manieren, unbescheiden, unverschämt; de Lü (Leute) sind so o., se driwen enem de Köuh dörch Kappes un Tebak; o. sek op de Teller scheppen, o. drenschlagen; he deht alles su o. Berg, Rip [Aach -šuft; Malm, Schleid -o-], Selfk; -šuft Heinsb-Breberen, Kref-Fischeln; -šuf Mörs-Neuk; -šoft Klev-Calcar; nach Süden vereinzelt -o-, –u- Prüm; -uft Bitb-Rittersd; -ō- Prüm-Mürlenb; -ø- Aden-Siebenb, Neuw-Rheinbrohl; -u- Trier-Fell Mehring Heidenbg; -o·u.- (auf -uo- zurückgehend) Bernk-Wintrich; en u. Schuttel Begehrlicher Prüm-Weinsf. — Abl.: die Schuverei, dat Geschuf(s).
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Dialektschauben IV
Rheinisches Wb.
schauben IV das Wort, nd. schuwen, wie krauchen (kraupen) zu kriechen, ist nur ausschl. n. der Diphthongierungs-L. (auch…
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Kompositum 2
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Cotta, M. (2026). „schaubeniv". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schaubeniv/rhwb?formid=S03232
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Cotta, Marcel. „schaubeniv". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schaubeniv/rhwb?formid=S03232. Abgerufen 9. May 2026.
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Cotta, Marcel. „schaubeniv". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schaubeniv/rhwb?formid=S03232.
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