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topp

ae. bis Dial. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
17 in 13 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

topp interj.

Bd. 21, Sp. 863
topp, interj. der zustimmung, besonders beim bekräftigenden handschlag und beim zutrinken, wenn man die trinkgefäsze zusammenstöszt. der ausruf hat in der nhd. schrift- und umgangssprache des 18. und 19. jhs. allgemeine geltung erlangt, nachdem er gegen ende des 17. jhs. aus der niedersächs. volkssprache in die obersächs. literatursprache aufgenommen worden war. er taucht zuerst in Reuters Schelmuffsky auf, in wbb. wird er zuerst von Rädlein (1711) 1, 881 und Sperander frauenz.-lex. (1727) 743b verzeichnet, regelmäszig seit Adelung 4, 929 und Campe 4, 851. schon diese lexicographen haben auf die mitunter ähnlich verwendete franz. interj. (je) tope! hingewiesen, die aus der älteren redensart beim kartenspiel je tope et tingue stammt und eigentlich 'ich will beim spielen mithalten' bedeutet. die bestimmte meinung, dasz das wort mit anderen spielerausdrücken etwa im 17. jh. aus Frankreich importiert wurde, ist auf grund einer brieflichen mittheilung Schmellers von Weigand synon. (1843) 3, 735 aus gesprochen und nach ihm in den etym. handbüchern allgemein wiederholt worden. diese herleitung steht aber im widerspruch mit der thatsache, dasz der deutsche ausruf in einer allgemeinen verwendung erscheint, die auf einen besonderen gebrauch gerade beim spiel nicht zurückgeführt werden kann. aus seinem auftreten auch in nieders. redensarten wie topp machen 'eine vereinbarung treffen' und besonders topp halten 'an einem vertrag festhalten', ferner in der schon in einem diplom von 1351 festgehaltenen, das 'handgeld' als symbol der rechtsgültigkeit eines abgeschlossenen vertrages bezeichnenden zusammensetzung toppschilling ist vielmehr erschlieszbar, dasz das wort, wie schon Adelung und J. Grimm rechtsalterth. 24, 148 erkannt haben, aus der altniederd. rechtssprache stammt und dasz seine verwendung in der rechtssprache zusammenhängt mit dem gebrauch der verbalbildungen niederd. tippen, stippen und hochd. tupfen als ausdrücken für eine die rechtsgültigkeit symbolisierende 'berührung'. der ausruf topp!, der noch heute vielfach den handschlag begleitet, ist nichts anderes als das niederd. subst., das die feierliche, die rechtsgültigkeit einer vereinbarung bekräftigende berührung, ursprünglich eine 'berührung' überhaupt bezeichnet. als sprachliche bildung ist die form topp das ergebnis einer umgestaltung der lautung dopp, die die function eines die 'berührung' ausdrückenden verbalabstracts hatte; vgl. 1topf I sp. 815 ff. die verhärtung des dentalanlautes war die folge einer formangleichung. neben den ursprünglichen bildungen des verbalabstracts dopp- < dupp- und des verbs duppjan stehen in den bedeutungen 'eintauchen' und 'berühren' als alte doubletten stopp- < stupp- und stuppjan mit einem offenbar von haus aus als präfix vorgeschlagenen s, nach dem das anlautende d des wortstammes zu t sich verhärtet hat. der zusammenhang der formen mit westgerm. d und der mit st erhellt aus der thatsache, dasz diese genau dieselbe bedeutungsentwicklung erkennen lassen, die unter 1topf I und II für jene nachgewiesen werden konnte. unter der einwirkung der parallelformen mit anlautendem st ist dann auch der einfache anlaut schon im westgerm. mitunter zu t verhärtet worden, so dasz topp- < tupp- und tuppjan als tripletten sich ergaben. im hochd. ist allerdings der gebrauch der den niederd. formen mit t und pp entsprechenden bildungen mit z und pf auf ganz bestimmte functionen eingeschränkt worden; vgl. topp, m. 4 d. nach der hochd. lautverschiebung waren eben gerade die den niederd. formen mit anlautendem d entsprechenden bildungen mit anlautendem t in ihren ursprünglichen verwendungsarten durch die parallelformen mit anlautendem st gestützt, und daher haben zupfen und zopf in diesen bedeutungen sich nicht durchzusetzen vermocht. in ihren ursprünglichen und übertragenen verwendungen sind aber die westgerm. bildungen mit dem verhärteten dentalanlaut auch auf engl. boden heimisch und besonders vom niederd. aus zum theil schon sehr früh auch in die nordgerm. und roman. sprachen eingedrungen. die von altniederfr. topp 'berührung' abgeleitete verbalbildung liegt dem roman. toppare zu grunde, dessen entsprechungen z. b. im ital. und span. 'stoszen, antreffen' bedeuten. auf eben dieses verb geht auch franz. toper 'mithalten im spiel' zurück; in derselben bedeutung wird auf niederd. boden die form mit umgelautetem u der stammsilbe gebraucht, und hier ist tippen dann auch der name für ein kartenspiel (vgl. z. b. Bernd Posen 315). diese bezeichnung mit dem verb in der bedeutung 'berühren' ist darin begründet, dasz man seine bereitschaft mitzuspielen durch eine hörbare berührung der tischplatte mit dem finger bekundet. in dieser anwendung des aus dem niederd. entlehnten verbs hat das franz. (je) tope! seinen ursprung. das deutsche topp! hingegen steht in unmittelbarem zusammenhang mit dem bodenständigen gebrauch des wortstammens in der alten rechtssprache. besonders die verschiedenen verbalformen erscheinen in volksthümlicher, rechtssprachlicher verwendung: vgl.tupfen, zesamentupfen, eintupfen bei Schmeller 12, 615; gestuppen, gestippen, upstippen bei Schiller-Lübben 2, 86 und 5, 135. auch das niederd. verb tippen ist in der bedeutung 'durch feierliche berührung die rechtsgültigkeit bekräftigen' vorauszusetzen, und dem entsprechend ist topp als ausdruck auch für eine die rechtsgültigkeit bekräftigende berührung gewisz schon im frühen mittelalter auf niederd. boden gebräuchlich geworden. neben der hart anlautenden wird aber die ursprüngliche, weich anlautende form dopp auch in der rechtssprache noch lange zeit hindurch verwendung gefunden haben. ihr rechtssprachlicher gebrauch ist auch noch erschlieszbar aus dem erscheinen der mit d anlautenden secundären verbalableitung in entsprechender bedeutung auf holstein. boden: aus Nortorf wird von einer alten linde berichtet, 'unter deren zweigen ehemals gerichte, feste, trauungen, contracte usw. vollzogen wurden, man machte alles nur mündlich ab und versiegelte es, wie man sagt, mit einem doppen. das doppen bestand nämlich darin, dasz man den daumen nur gegen den stamm der linde setzte' Müllenhoff sagen 110. mit weichem anlaut wird sogar auch die interj. noch im 18. jh. mitunter literarisch festgehalten: dop! Stoppe Parnasz (1735) 324. als bezeichnung einer berührung überhaupt ist im niederd. topp meist durch tipp verdrängt worden; aber die bildung mit dem stammvocal o tritt doch gelegentlich als ausruf auch dann auf, wenn dieser eine berührung begleitet, mit der nicht eine rechtsbekräftigung oder feierliche zustimmung ausgedrückt werden soll: (er schrie) mit seiner baszstimme: 'topp, da hab ich es'; er schlug dabei fröhlich auf die landkarte neben ihm Eichendorf sämtl. werke 3, 87. wirklich lebendig geblieben ist topp jedoch nur in dem isolierten gebrauch als interj. der feierlichen bekräftigung und zustimmung beim handschlag und beim festlichen anstoszen mit dem trinkbecher. 11) niederd. topp gilt heute noch auch als subst. in der bedeutung 'schlag', besonders 'handschlag bei kauf und tausch' Woeste westf. 273; im westf. verwendet man auch die redensart topp um topp! wenn man 'einen tausch eingeht ohne dasz dabei zugegeben wird', also eigentlich im sinne von 'handschlag gegen handschlag' ebenda. das subst. kann dann nicht nur das eine vertragschlieszung begleitende rechtsbekräftigende symbol, sondern auch den rechtsgültigen vertrag selbst bezeichnen: diese bedeutung hat es in der zs. toppschilling, d. i. die bei einem rechtsgültigen vertrag als anzahlung gegebene münze; die wendung top holden wird von Voss in der anm. zu seiner idylle 'der winterabend' v. 60 erklärt durch 'den vertrag halten'; nach Adelung und Campe bedeutet die redensart auch 'die wette, das wort halten, fusz, stand halten'; he will nig topp (tipp) holden 'er will sich von der verbindung los machen, nicht aushalten' brem.-nieders. wb. 5, 83; er musz topp (tipp) halten 'er musz mit sich machen lassen, dableiben' Schütze holst. 4, 262; nun mein geschäft hier abgethan ist, sehne ich mich nach Göttingen zurück, musz aber noch der gastereien wegen etliche tage topp halten G. Forster 7, 404. als das subst., das die thätigkeit beim handschlag ausdrückt, erscheint das wort auch in der wendung topp machen: und nun, mein lieber herr professor, wäre denn ihre wette verloren, wenn sie hätten toppmachen wollen Hermes Sophiens reise 3, 48; bildlich: hat man's nur erst soweit im reinen, dasz die gemüther topp machen, wutsch! nehmen die körper ein exempel Schiller 3, 358 G. meist ist topp einfach interj. der bekräftigung und zustimmung, oft aber gerade beim handschlag: wenn ein paciscirender oder negotiirender theil dem andern die hand beut, und jener den vorhabenden tractat, contract oder handel acceptiret und gutheiset, mit seiner hand zuschläget und top! spricht, ist es eben so viel als: ja, gut, es sey also! Sperander frauenz.-lex. 743b; vgl. Rädlein 1, 881; 'die wette biet' ich!' 'top!' 'und schlag auf schlag!' Göthe 14, 81 Weim. (Faust 1698); top! sagt ich gleich, ich schlage ein Tieck 1, 343; geb sie mir ihre hand, frauenzimmerchen! topp! Lessing 2, 264 M; 'gib mir deine hand, ich will dich bei mir behalten ...' 'topp Lavagna! ich bin euer ...' Schiller 3, 81 G. doch auch wenn sie nicht den handschlag begleitet, verräth die interj. als ausdruck einer feierlichen bekräftigung und zustimmung ihre herkunft: worauff ich auch alsobald tob sagte Reuter Schelmuffsky 119 neudr.; top! es seye zugesagt Melissus Salinde (1718) 57; top! riefen die ritter, der alte wassermann spricht wie ein orakel! Wieland Amadis 8, 5; topp, kanzler, euren vorschlag nehm' ich an Grillparzer 6, 82. 22) die verwendung der interj. beim zutrinken geht auf den gebrauch des subst. als ausdruck für das feierliche zusammenstoszen mit den trinkgefäszen zurück. man sagt topp! im sinne von 'er lebe!' Rädlein 1, 811; vgl. Sperander frauenz.-lex. 724; topp kamerade! schrie er, indem er eine zinnerne flasche aus seiner jagdtasche hervorlangte, einen kräftigen schluk daraus that und mir sie reichte Schiller 4, 75 G.; top! es leben alle, die bey diesem falle der toback ergetzt! drum, ihr brüder! raucht und netzt Günther 920; top! top! kling! klang! das ging herum Göthe 14, 184 Weim. (Faust 3634).
10298 Zeichen · 137 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    toppst. M. (a)

    Köbler Ae. Wörterbuch

    topp , st. M. (a) nhd. Spitze, Gipfel, Quaste, Zipfel, Kreisel Hw.: s. tuppa; vgl. an. toppr, ahd. zopf*, afries. topp E…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Topp

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Der Topp , des -es, plur. die -e, ein altes nur noch im Niederdeutschen übliches Wort, welches theils das oberste, den G…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    topp

    Goethe-Wörterbuch

    topp [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Topp

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Topp (v. engl. top , »Spitze«), s. Takelung .

  5. modern
    Dialekt
    Topp

    Schweizerisches Idiotikon · +5 Parallelbelege

    Topp Band 13, Spalte 947 Topp 13,947

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit topp

200 Bildungen · 196 Erstglied · 2 Zweitglied · 2 Ableitungen

topp‑ als Erstglied (30 von 196)

topp 6

KöblerAfries

topp 6 , st. M. (a) nhd. Zopf, Haarbüschel ne. tuft of hair Hw.: vgl. an. toppr, ae. topp, ahd. zopf* Q.: E, H, R E.: germ. *tuppa-, *tuppaz…

topp I

Idiotikon

topp I Band 13, Spalte 946 topp I 13,946

topp II

Idiotikon

topp II Band 13, Spalte 947 topp II 13,947

topp III

Idiotikon

topp III Band 13, Spalte 947 topp III 13,947

topp(e)liereⁿ

Idiotikon

topp(e)liereⁿ Band 13, Spalte 957 topp(e)liereⁿ 13,957

toppauflanger

DWB

topp·auflanger

toppauflanger , m. , auch verkehrter auflanger, engl. toptimber, der oberste, nach aufwärts gerichtete bestandtheil einer schiffsrippe Rödin…

Toppbrill

MeckWB

topp·brill

Toppbrill f. seem. Vorrichtung, die die Form einer Acht hat und die Steng' am Mast hält: stif un boltengrad' set he in den Sadel as ne Reils…

toppbugt

DWB

toppbugt , f. , die ' bucht ' am oberen schiffsleib die durch die biegung der toppauflanger gebildet wird Röding; Bobrik.

Toppch

RhWB

Toppch -o- = Kreisel s. Doppch bei Dopp.

toppchen

PfWB

topp·chen

toppchen 2 Adj. : Dim. zu tipptopp , doppche 'fein, schön', Schülerspr. [Kus].

Toppdach

RhWB

topp·dach

Topp-dach -dāk ebd. n.: Walmdach des niederrhein. Hauses.

toppée

DWB

toppée , n. , der künstlich auf dem kopf über der stirn aufgebaute haarwulst, auch das gekräuselte stirnhaar als modefrisur nach franz. toup…

Toppeh

Adelung

top·peh

Das Toppeh , des -es, plur. die -e, die erhaben gekämmten oder erhaben gekräuselten Haare zunächst über der Stirn. Daher das Toppeheisen ode…

toppeke

KöblerMnd

topp·eke

toppeke , N. nhd. kleines Büschel E.: s. top, ke L.: Lü 410b (toppeke)

toppel

DWB

top·pel

toppel , m. , als ableitung von toppe 1 ein ' ungeschickter, dummer mensch ' ; z. b. im südrheinfr. toopl Meisinger Rappenau 202 .

Toppel I

Idiotikon

Toppel I Band 13, Spalte 952 Toppel I 13,952

Toppel II

Idiotikon

Toppel II Band 13, Spalte 955 Toppel II 13,955

toppel

FWB

1. ›Würfelspiel; Glücksspiel‹.; 2. ›Spiel- bzw. Turniereinsatz; Beitrag dazu; durch Einzahlung aller Teilnehmer zustande gekommenes Preisgel…

toppelblāw

Idiotikon

toppelblāw Band 5, Spalte 244 toppelblāw 5,244

toppelbrett

DWB

toppel·brett

toppelbrett , n. , das brett, der tisch, auf dem mit würfeln gespielt wird. in Geldernschen aufzz. des 15. jhs. dobbelbret Verwijs-Verdam 2,…

Toppelbëcher

Idiotikon

Toppelbëcher Band 4, Spalte 967 Toppelbëcher 4,967

Toppelchanteⁿ

Idiotikon

Toppelchanteⁿ Band 3, Spalte 373 Toppelchanteⁿ 3,373 u.

Toppelchlöbli

Idiotikon

Toppelchlöbli Band 3, Spalte 620 Toppelchlöbli 3,620

Toppelchrōn

Idiotikon

Toppelchrōn Band 3, Spalte 830 Toppelchrōn 3,830

topp als Zweitglied (2 von 2)

tipptopp

Pfeifer_etym

tipp·topp

tipptopp Adj. (nur prädikativ und als Adv.) ‘tadellos, völlig zufriedenstellend’, Übernahme (Ende 19. Jh., zuerst nordd.) von engl. tiptop ‘…

Ableitungen von topp (2 von 2)

betoppen

MNWB

° betoppen , swv. , beschuldigen, verklatschen . —

toppe

DWB

toppe , m. und f. , ' hand, pfote, tatze '. das subst. in der form mit dem stammsilbenvocal o ist nur auf dem westlichen hochd. sprachgebiet…