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toppen

mnd. bis Dial. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
11 in 8 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

toppen verb

Bd. 21, Sp. 877
toppen, verb , als ableitung von dem grundwort in seinen verschiedenen bedeutungen; vgl. topp m. und topp interj. die niederd. verbalbildung erscheint in den unter 1 zusammengestellten gebrauchsweisen zum theil auch in hochd. maa.; meist wird sie in nicht umgelauteter, nur selten in umgelauteter form gebraucht. 11) toppen bezeichnet eine berührung von besonderer art. 1@aa) eine grobe berührung, besonders 'schlagen': im niederl. heiszt toppen z. b. auch 'mit den spitzen des mittel- und zeigefingers der eigenen hand denen der hand eines anderen einen harten schlag versetzen' v. Dale groot woordenb. 1786; auch im siebenb.-sächs. heiszt toppen neben doppen 'schlagen, klopfen' nach 1topf I 2 a; mit dehnung des stammsilbenvocales begegnet tôpen 'schlagen' auch in der Eifel und im luxemb.; man sagt hier tôp em eng! 'schlag ihm eine' luxemb. wb. 439; im lothr. op eppes tópən 'zufällig auf etwas stoszen' Follmann 96; im elsäsz. heiszt tópə auch 'verprügeln, mit den händen vertrommeln, schläge auf die hände geben' Martin-Lienhart 2, 699; das verb ist in der bedeutung 'schlagen, klopfen' bis ins bair.-österr. gedrungen, man sagt hier das herz toppt Schmeller 12 613; das geschwür toppt ebenda; es töppt in der wunde Höfer 3, 232; mein zahn hat die ganze nacht hindurch getöppt ebenda. 1@bb) das verb bezeichnet eine tastende, greifende berührung besonders mit ungeschickter hand. in dieser bedeutung ist toppen vielfach durch die jüngere bildung tappen verdrängt worden, so besonders im niederd. und in der nhd. schrift- und umgangssprache; vgl. sp. 140 ff. die frühere geltung dieses gebrauches der form mit dem stammvocal o auch auf niederd. gebiet wird auch durch das erscheinen von spuren der verwendung des zu dem verb neugebildeten subst. im niederd. bezeugt; vgl. toppe. lebendig geblieben ist mit längung des stammsilbenvocals besonders im westmd. und westalem. tôpen 'im dunkeln um sich hergreifen, herumtappen' luxemb. wb. 439; ebenso tópən Follmann lothr. 96; ferner tópə 'ungeschickt mit den händen angreifen', auch von der katze 'mit der pfote schlagen, kratzen' Martin-Lienhart 2, 697; ebenso doope in Basel Seiler 70; tope im Aargau Hunziker 55. mitunter ist toppen auch als ableitung von toppe 'hand' aufgefaszt worden, so, wenn z. b. im pfälz. dôbe 'die hand, pfote geben' bedeutet Autenrieth 33. 1@cc) das verb bezeichnet eine feierliche berührung mit der hand als symbol der rechtsgültigkeit einer vereinbarung: toppen hat dann den sinn von topp machen oder auch topp sagen; vgl. topp interj. 1. in der bedeutung 'einen vertrag, einen kauf schlieszen', besonders 'eine wette eingehen' wird toppen auch von Adelung 4, 630 und Campe 4, 851 verzeichnet; man sagt wij wi darum toppen? 'wollen wir darum wetten?' brem.-nieders. wb. 5, 84. 1@dd) das verb bezeichnet die feierliche berührung mit den trinkgefäszen beim zutrinken: toppen 'die gläser im sauffen zusammenstoszen' Kramer hochd.-niederd. (1719) 214; mit den gläsern toppen oder schokiren Rädlein (1711) 1, 881; toppen heiszt aber auch topp schreyen 'wenn man die gläser beim gesundheittrinken zusammenstöszet' ebenda; vgl. topp interj. 2. 22) toppen heiszt im niederl. auch 'mit dem kreisel spielen' v. Dale groot woordenb. 1786; im fries. topje Dijkstra 2, 302; vgl.topp m. 2. 33) toppen kann im niederd. auch 'mit punktartigen verzierungen versehen' bedeuten: in einer aufzeichnung von 1392 dat man dar laken voren mochte, de gefoldet edder getoppet weren up vlamesche laken liv.-, esth.- u. curl. urkb. nr. 2925, 16; vgl.topp m. 3. 44) toppen erscheint als ableitung von dem grundwort in seinem gebrauch zur bezeichnung des obersten abschlusses auf einem gegenstand; vgl. topp m. 4. 4@aa) toppen kann im niederd. ausdrücken 'einen gegenstand aufrichten, so dasz er mit einem obersten abschlusz, einer höchsten spitze emporragt'; vgl. Campe 4, 851. 4@bb) besonders in der seemannssprache hat toppen diese bedeutung. man richtet eine durch die beiden toppenanten an dem mast in wagrechter lage festgehalten rah auf und bringt sie in eine schräg nach aufwärts gekehrte stellung, indem man eines der beiden taue 'anholt' und das andere 'abfiert', so dasz die eine 'nock' an der rah empor- und die andere herabgezogen wird: als fachgemäsze bezeichnung für dieses verfahren gilt im niederl. der ausdruck de raas toppen v. Dale groot woordenb. 1786; ebenso im deutschen eine rah toppen Röding wb. der marine 2, 795; Bobrik naut. wb. 693; auch einfach toppen oder auftoppen heiszt 'die nock einer rah oder eines ladebaumes in die höhe ziehen, so dasz diese fast senkrecht hängen' Stenzel seemänn. wb. 423; über kreuz toppen 'zwei oder mehr rahen so aufrichten, dasz sie sich kreuzen', vierkant toppen 'eine rahe wagrecht hängen' ebenda. 4@cc) toppen kann dann auch bedeuten 'die oberste spitze abhauen, abschlagen' besonders von pflanzen und bäumen: planten, boomen toppen v. Dale groot woordenb. 1786; in beam topje Dijkstra 3, 302; de bôm mut topt worden Doornkaat-Koolman 3, 425. 4@dd) der gebrauch von toppen entspricht der verwendung von topp als bezeichnung des haarschopfes auf dem kopf. besonders im nieders. bedeutet toppen auch 'bei den haaren fassen, ziehen' Campe 4, 851; man sagt enem de hare toppen oder bi den haren toppen brem.-nieders. wb. 5, 84; dann aber auch z. b. enem bi de mouen toppen 'einen bei dem ärmel ziehen' ebenda. in dieser bedeutung entsprechen hochd. zopfen, zupfen.
5486 Zeichen · 102 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    toppensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    toppen , sw. V. nhd. Tuch oder Laken hauen? Vw.: s. af- E.: Herkunft ungeklärt? L.: Lü 410b (toppen)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Toppenv., trs

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Toppen , v. trs . 1) I N. D. zupfen, von Topp , Zopf. 2) I der Schifffahrt, eine aufgerichtete senkrechte Stellung geben…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Toppen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Toppen , die Rahen wagerecht stellen; über Kreuz t., die Rahen des Fock- und Kreuzmastes nach der einen, die des Großmas…

  4. modern
    Dialekt
    toppen

    Bayerisches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    toppen Band 3, Spalte 3,1803

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit toppen

27 Bildungen · 7 Erstglied · 19 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von toppen 2 Komponenten

top+pen

toppen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

toppen‑ als Erstglied (7 von 7)

toppenant

DWB

toppe·nant

toppenant , m. u. f., als fachgemäszer ausdruck der seemannssprache zur bezeichnung eines der beiden taue, welche die rah des segels im glei…

Toppenants

Herder

Toppenants , Taue, in welchen die Raen hängen und durch welche diese ihre Stellung erhalten. Toppreep , Tau, welches vom Topp des Fockmasts …

toppende

DWB

topp·ende

toppende , n. : dat topende fan de bôm das spitze ' wipfelende ' als gegensatz zu dem dicken unteren theil, dem ' wurzelende ' des baumstamm…

toppen II

RhWB

toppen II -ǫ- = tappen (s. d.);

toppen III

RhWB

toppen III -ǫ- = tippen (s. d.);

toppen IV

RhWB

toppen IV -o- = tupfen s. tuppen;

toppen als Zweitglied (19 von 19)

blōtstoppen

KöblerMnd

*blōtstoppen , sw. V. nhd. „Blut stillen“ Hw.: s. blōtstoppinge E.: s. blōt (1), stoppen

af-(āve-)toppen

MNWB

af-(āve-)toppen , swv. , die Spitze eines Baumes abhauen.

aftoppen

KöblerMnd

aft·oppen

aftoppen , sw. V. nhd. Spitze eines Baumes abhauen E.: s. af, toppen L.: MndHwb 1, 45 (af-[āve-]toppen), Lü 9b (aftoppen)

anestoppen

KöblerMnd

anes·toppen

anestoppen , sw. V. nhd. „anstopfen“, ausfüllen, anflicken E.: s. ane (2), stoppen W.: s. nhd. (ält.) anstopfen, sw. V., anstopfen, anfüllen…

bestoppen

MNWB

best·oppen

bestoppen , swv. , 1. verstopfen; versperren; 2. unterstopfen, verbergen; (vgl. mnl.) dat volk b. die Leute zum Narren halten, täuschen, bet…

betoppen

MNWB

bet·oppen

° betoppen , swv. , beschuldigen, verklatschen . —

instoppen

MeckWBN

ins·toppen

Wossidia MeckWB instoppen hineinstopfen; übertr. mit Worten heimzahlen: dee (einer Frau) wull ick 't œwer instoppen Wi Wismar@Sternberg Ster…

nahtoppen

MeckWBN

naht·oppen

Wossidia nahtoppen a. Spr. neckend nachziehen (?): 'de haveluden tobbeden alle nha und behelden se stede in dem gesichte' Rost. Veide 6.

ōverstoppen

MNWB

overst·oppen

° ōverstoppen , swv. : verstopfen, versperren , dâr villen de berge tõsāmene dat de Edese ō.-et wart êne wîle (Sächs. Wchr. 191).

tõhôpetoppen

MNWB

tohope·toppen

° tõhôpetoppen , swv. : (bildl.:) zu einem Büschel zusammenfügen, zusammendrehen, „ Ouerst solcke waschevate vnd Loͤgenplaten / so den Hoͤyk…

tōstoppen

KöblerMnd

tōstoppen , sw. V. nhd. zustopfen, dicht machen, verstopfen Hw.: vgl. mhd. zuostopfen* E.: s. tō (2), stoppen W.: s. nhd. zustopfen, sw. V.,…

vorstoppen

MNWB

vorst·oppen

vorstoppen , swv. , 1. verstopfen, zustopfen, verschließen, versperren, absperren, sperren, de strâte v., (Blutfluß) stillen; Part. prät. (m…

vörstoppen

KöblerMnd

vörstoppen , sw. V. nhd. verstopfen, zustopfen, verschließen, versperren, absperren, sperren, Blutfluss stillen, aufhören machen, verbergen,…

āvetoppen

KöblerMnd

āvetoppen , sw. V. Vw.: s. aftoppen

ōverstoppen

KöblerMnd

ōverstoppen , sw. V. nhd. verstopfen, versperren, aufstauen Q.: Sächs. Wchr. 195 (1225-1275) E.: s. ōver (4), stoppen W.: s. nhd. überstopfe…

Ableitungen von toppen (1 von 1)

betoppen

MNWB

° betoppen , swv. , beschuldigen, verklatschen . —