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Staub

nhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Staub Der

Bd. 4, Sp. 599b
Der Staub, — es, Mz. — e, als Sammelwort, o. Mz.; Vw. das Stäubchen, O. D. Stäublein, ein Sammelwort, die so sehr zertheilten und feinen Theile eines trocknen, zuweilen auch flüssigen Körpers (s. Staubbach, Staubregen), daß man sie mit bloßen Augen und durch das Gefühl einzeln nicht unterscheiden kann, und welche sich bei Bewegung der Luft leicht erheben und von ihr fortgeführet werden, zu bezeichnen. Gewöhnlich gebraucht man es von zarten Theilen dieser Art, welche sich von allen trocknen Körpern durch den Gebrauch abreiben, besonders aber von solchen Erdtheilen, welche sich bei jeder leichten Bewegung in die Luft erheben, dann aber wieder auf andere Körper sinken und durch die feinsten Öffnungen dringen. Man bestimmt es, wenn diese Theile von einem oder dem andern Körper vorzüglich herrühren, durch Zusammensetzung näher, z. B. Kohlenstaub, Mehlstaub, Mühlenstaub, Spreustaub  Der Wasserstaub, Wasser, welches in so feine Theile getrennt wird, daß diese dem Staube gleichen. Von Staub bedeckt sein. Voller Staub sein. Den Staub abblasen, abkehren, ausklopfen. Der Wind treibet den Staub in die Höhe. Ein großer dicker Staub. Vor Staub kaum sehen können. Staub machen, erregen, durch irgend eine heftige Bewegung solche feine Theile in die Höhe treiben. Der Staub fällt unangenehm auf die Brust. Staub einschlucken müssen, an einem Orte, wo viel Staub ist, sein müssen. »Ih erwartete nicht, daß sie den Staub, den sie mit den Füßen aufstoßen, für Wolken ausgeben würden.« Weiße. Wenn ich einst Staub bin, wenn ich einst verweset bin. Х Sich aus dem Staube machen, sich eilig entfernen, oft auch, entfliehen; wofür man im Osnabrückschen sagt, sich auf den Hasenpfad geben oder begeben. Einem Staub in die Augen streuen, uneigentlich, ihn hindern das Wahre in einer Sache zu sehen, ihn täuschen, hintergehen. »Ih weiß, daß er sich albern stellt, um ihr Staub in die Augen zu werfen.« Weiße. Uneigentlich bezeichnet Staub, besonders in der höhern Schreibart, etwas so Geringes, Vergängliches wie der Staub, oder etwas aus Staub, Erde Bestehendes und Vergängliches. So wird der Mensch und ein Geschöpf überhaupt seinem Körper nach, oft Staub, belebter Staub, beseelter Staub genannt. Unsterblich, doch des Todes Raub, Sind wir halb Engel und halb Staub. Cronegk. — bis auch mir die Stimme schallet: Komm, Staub, und sammle dich zum Staube! K. F. Kramer. Denn unempfindlichen Staub (den Leichnam) mißhandelt er, tobend vor Unsinn. Voß. Dort betet die Vernunft: Erhabener, du bist! Bist nahe dem beseelten Staube. Tiedge. Was stäubt am Teiche dort? Es ist belebter Staub! Ders. I dieser Bedeutung, da es auch Menschen von Seiten ihres irdischen Körpers und ihrer Vergänglichkeit bezeichnet, kömmt auch von einzelnen Menschen oder ihren todten Körpern die Mehrzahl vor: Wenn — — — — Ein Stein sich wölbet über beide Staube, Dann wird der Fluch entwaffnet sein. Schiller. (R.) I weiterer uneigentlicher Bedeutung bezeichnet Staub einen Zustand der Niedrigkeit, der tiefsten Demuth. I Staube liegen. Sich im Staube krümmen, in tiefer Niedrigkeit, Verworfenheit sein, leben. Und siehst, wie sich der Stolz Der Tyranney im blut'gen Staube krümmt, Weiße. I Staube kriechen, auf eine niedrige und kriechende Art sich betragen. Einen in den Staub treten, ihn in die Niedrigkeit versetzen, ihn auf das verächtlichste, wegwerfendste behandeln. »Ih trat dein zitterndes Alter in den Staub der Dürftigkeit und Verachtung nieder.« von Brawe. Einen aus dem Staube erheben, hervorziehen, aus seiner Niedrigkeit, aus seinem niedrigen, verachteten Stande. Dann sinkt der schwache Henker, den Frevelthat und Glück Vom Staub erhoben hatte, in seinen Staub zurück, Dusch. Von den einzelnen feinen Theilchen, welche den Staub, sammelwörtlich, ausmachen, gebrauchte man ehemahls auch die Mehrzahl. Jetzt gebraucht man aber nur das Verkleinungswort Stäubchen oder Stäublein auf diese Art. Auch ein geringes Stäublein fühlet man in dem so empfindlichen Auge. Das Sonnenstäubchen. Uneigentlich bedeutet ein Stäubchen oder Stäublein auch etwas sehr Weniges, unmerklich Weniges, Geringes von einer Sache; in der niedrigen Sprechart mancher Gegenden auch Stoben. Nicht ein Stäubchen soll er davon haben. Ein Stäublein Salz, Brot, ein Körnchen Salz, ein Krümchen Brot. I N. D. lautet es Stof, Stoff.
4296 Zeichen · 63 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Staub

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Staub , des -es, plur. car. ein Collectivum, mehrere so sehr zerkleinte Theile eines trocknen Körpers zu bezeichnen,…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Staub

    Goethe-Wörterbuch

    Staub [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Staub

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Staub , in der Luft enthaltene Körperchen verschiedener Art, die bei gewisser Größe oder massenhafter Anhäufung dem bloß…

  4. modern
    Dialekt
    Staub

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Staub [ʿStòyp Steinbr. ; ʿStoip Hlkr. Co. Horbg. Dü. ; ʿStàip Su. Bf. ; ʿStp Barr ; ʿStœyp K. Z. Prinzh. ; ʿStaùp Str. …

  5. Sprichwörter
    Staub

    Wander (Sprichwörter)

    Staub 1. Besser im Staube als am Throne kriechen. 2. Blas' mir den Staub weg und lass mir den Dreck liegen. ( Franken. )…

  6. Spezial
    Staubm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Staub , m пыль , ж

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit staub

451 Bildungen · 389 Erstglied · 56 Zweitglied · 6 Ableitungen

staub‑ als Erstglied (30 von 389)

Staubaus

SHW

Staub-aus Band 5, Spalte 1317-1318

Staubbesem

SHW

Staub-besem Band 5, Spalte 1317-1318

Staubbesen

SHW

Staub-besen Band 5, Spalte 1317-1318

staubdumm

SHW

staub-dumm Band 5, Spalte 1317-1318

Staubfahne

SHW

Staub-fahne Band 5, Spalte 1319-1320

Staubhexe

SHW

Staub-hexe Band 5, Spalte 1319-1320

Staubimbiß

SHW

Staub-imbiß Band 5, Spalte 1319-1320

Staubkamm

SHW

Staub-kamm Band 5, Spalte 1319-1320

Staubkammer

SHW

Staub-kammer Band 5, Spalte 1319-1320

Staubkuchen

SHW

Staub-kuchen Band 5, Spalte 1319-1320

Staubladen

SHW

Staub-laden Band 5, Spalte 1319-1320

Staublappen

SHW

Staub-lappen Band 5, Spalte 1321-1322

Staubloch

SHW

Staub-loch Band 5, Spalte 1321-1322

Staublumpen

SHW

Staub-lumpen Band 5, Spalte 1321-1322

Staubmantel

SHW

Staub-mantel Band 5, Spalte 1321-1322

Staubmehl

SHW

Staub-mehl Band 5, Spalte 1321-1322

Staubpilz

SHW

Staub-pilz Band 5, Spalte 1321-1322

Staubrechen

SHW

Staub-rechen Band 5, Spalte 1321-1322

Staubregen

SHW

Staub-regen Band 5, Spalte 1321-1322

Staubsieb

SHW

Staub-sieb Band 5, Spalte 1321-1322

Staubstube

SHW

Staub-stube Band 5, Spalte 1321-1322

staub als Zweitglied (30 von 56)

Bei(n)staub

Idiotikon

Bei(n)staub Band 10, Spalte 1072 Bei(n)staub 10,1072

Blueme(n)staub

Idiotikon

Blueme(n)staub Band 10, Spalte 1071 Blueme(n)staub 10,1071

blumenstaub

DWB

blumen·staub

blumenstaub , m. pollen, über den blumenstaub wolwollender feinheiten. J. Paul Hesp. 3, 227 ; was uns schwefelregen der strafe und hölle sch…

Bëttelstaub

Idiotikon

Bëttelstaub Band 10, Spalte 1071 Bëttelstaub 10,1071

chätzerstaub

Idiotikon

chätzerstaub Band 12, Spalte 82 chätzerstaub 12,82

Chüestaub

Idiotikon

Chüestaub Band 10, Spalte 1070 Chüestaub 10,1070

chürbstaub

Idiotikon

chürbstaub Band 12, Spalte 82 chürbstaub 12,82

Chǟsstaub

Idiotikon

Chǟsstaub Band 10, Spalte 1070 Chǟsstaub 10,1070

darrenstaub

DWB

darren·staub

darrenstaub , m. staub und spreu, die in den brauereien von dem fertigen malz vor dem schroten durch sieben abgesondert werden.

drescherstaub

DWB

drescher·staub

drescherstaub , m. der beim dreschen auffliegt, spreu. denn der könig zu Syrien hatte sie umbgebracht und hatte sie gemacht wie drescherstau…

Eggenstaub

Wander

eggen·staub

Eggenstaub Eggenstaub und Winters Frost machen die Ackersleut getrost. – Oec. rur., 55.

Esel(s)staub

Idiotikon

Esel(s)staub Band 10, Spalte 1070 Esel(s)staub 10,1070

federstaub

DWB

feder·staub

federstaub , m. von stiebenden federn. auch die feinsten pflaumfedern heiszen so.

feilstaub

DWB

feil·staub

feilstaub , m. dasselbe: die eingeführte schreibregel, nicht zu feilen, sondern den ganzen aufwand von feilstaub und zeit zu ersparen. J. P.…

Fielstaub

Idiotikon

Fielstaub Band 10, Spalte 1070 Fielstaub 10,1070

Finke(n)staub

Idiotikon

Finke(n)staub Band 10, Spalte 1070 Finke(n)staub 10,1070

G(e)staub

Idiotikon

G(e)staub Band 10, Spalte 1072 G(e)staub -äu- 10,1072

Goldstaub

Adelung

gold·staub

Der Goldstaub , des -es, plur. inus. ein in Staub oder unfühlbares Pulver verwandeltes Gold.

Herrenstaub

Wander

herren·staub

Herrenstaub Wenn der Herrenstaub kommt. In Oberösterreich von der Zeit, in der man glaubte, die Herren (Gutsherren) fortzujagen. (Ausstauben…

Heu(w)staub

Idiotikon

Heu(w)staub Band 10, Spalte 1070 Heu(w)staub 10,1070

kohlenstaub

DWB

kohlen·staub

kohlenstaub , m. staub von kohlen, kohlenpulver ( s. kohlengestübe): kolnstaub, calcina. voc. 1482 p 8 b , auch in andern voc. 15. jh., koln…

kohlstaub

DWB

kohl·staub

kohlstaub , m. kohlenstaub, fuligo. Kirsch cornuc., Stieler 2124 , Steinbach ; calcina, kolstoup und kalestaub ( rheinisch ) Dief. gl. 89 b …

Maienstaub

Wander

maien·staub

Maienstaub Maienstaub bringt Gras und Laub. ( Oppeln. ) – Boebel, 95.

malzstaub

DWB

malz·staub

malzstaub , m. dasjenige was von dem malze durch sieben abgeht und aus staub, keimen u. ähnl. besteht.

Ableitungen von staub (6 von 6)

Bestauben

Adelung

Bestauben , verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte seyn, voll Staub werden. Die Betten, die Kleider bestauben, wenn man sie nicht zudeckt.

entstauben

RDWB1

entstauben (Lakune) etw. ~ - стереть пыль с чего-л.

urstaub

DWB

urstaub (ur- C 4 c) Pyrker Tunisias 1, 277 . —

verstauben

DWB

verstauben , verstäuben , verb. beide sind nicht reinlich zu scheiden, und in enger beziehung zu ihnen steht verstieben und verstöbern ( s. …

Zerstauben

Campe

Zerstauben , v. ntr . mit sein , in Staub zerfallen, aus einander fahren und zerstreuet werden; auch zerstieben . Also zerstoben jetzt war T…

Zerstaubung

Idiotikon

Zerstaubung Band 10, Spalte 1088 Zerstaubung 10,1088

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „staub". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/staub/campe
MLA
Cotta, Marcel. „staub". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/staub/campe. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „staub". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/staub/campe.
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