getheilt ,
participiales adjectiv zu theilen (
theil 11, 356),
in einigen belegen auch zu dem eben besprochenen getheilen.
die mannigfaltigkeit der verwendungen des verbums hat in der participialform eine reihe von bedeutungen entwickelt, die sich vom verbalstamme und unter einander ziemlich weit entfernen. [] 11)
im engsten zusammenhange mit den zuletzt behandelten formen steht die verwendung des verbums im erbrechte und in beziehung auf die gütervertheilung überhaupt: mîn got pist dû chad ih. mîn lôz ist in dînen handen (
in manibus tuis sortes meae; hoc est hereditas mea). sîd daz erbe mit lôze iû getêilet uuard. so sól man hiêr lôz fúre erbe fernémen. Notker
psalmen, Hattemer 2, 103
a;
vgl. swâ zwêne man geboren sint ze einer tôtleibe, dâ sol der elter daz swert vor hin dan nemen, daz ander teilen gelîche. swâ zwêne oder mêr ein guot teilent, dâ sol der eltere teilen, der jungere welen.
Schwabenspiegel § 26
Wackernagel; vnd stirbet dar nah ê daz sin vater sin erbe im geteilet habe.
Schwabenspiegel 4
Laszberg. hieran knüpft die entwicklung des participialen adjectivs: 1@aa)
getheiltes gut: wer och dez gotzhus gutes hat vnd der abstirbet, so sol der elst vnder dien die danne bi vngeteiltem gute sitzend dem gotzhus sinen vall richten.
hofrecht von Lufingen weisthümer 1, 304. 1@bb)
der reflexive gebrauch des verbums in diesem zusammenhange (were aber, dasz sich der kinder keines von den geschwistergiten sunderte oder teilte.
zschr. gesch. Oberrh. 6, 374)
erzeugt ein particip mit intransitiver bedeutung: wa ein gotzhus man abgestirbet in der vorgeschribenen vogtye und ein elich kind hinder jm lat vnd das by siner muoter ist, geteilt oder vngeteilt, nimet da die muoter einen andern elichen man, vnd stirbet das kind darnach, hat denn dasselb varend guot, das erbet das gotzhus.
aus der vogtei Hauenstein 1385
zschr. gesch. Oberrh. 6, 374; wo geswistergit mit getailter hant sitzent, yegleichs seiner hab besunder, da mag ir yegleichs sein hab wol gebn, und machen, oder an dem totpet schaffen, wem ez wil. Heumann
cod. vetust. jur. 84. 1@cc)
mit zurückdrängung der grundbedeutung macht sich der begriff des zu eigenthum gegebenen geltend, zugetheilt, eigenthümlich überwiesen, ererbt: lediges guet, daz geteilt sei und nicht lehen sei.
Wiener stadtrechtbuch artikel 81
Schuster; und sol auch daszelb guet ledig sein, und sol auch getailtes erib sein, und schol auch nicht lechen sein, und auch ligen inner landes.
artikel 90. 1@dd)
die bedeutung abgetheilt
geht von dem ausgetheilten grund und boden aus und haftet an den einzelnen grundstücken, denen es durch diese bezeichnung nominell die zugehörigkeit zu der gruppe aufrecht erhält, aus der sie gelöst wurden: vsser dem selben hof ist geteilet ein gütli, das man nemmet des bürgers guot, hat ein hus und ein hofstat, gilt jerlich 1 mutt kernen 2 mut habern und 2 schillinge.
urbar von St. Blasien von 1359
zschr. gesch. Oberrh. 5, 116.
hieraus entwickelt sich durch substantivierung das neutrum geteilit (
vgl. oben): item ein vierden teil einer schuoppos (schuopoze,
f., ein kleineres grundstück Lexer 3, 824), die man nemmet Richenzen Vogtz schuoppos, hât ein hofstat ze obrost in dem dorf, gilt jerlich 3½ fiertel kernen, 1 vierdung und 6 visch, die buwet Ruodolf Vogtz ze erbe. item ein vierden teil einer schuppos, du ist Richenzen Vogtz schuoppos geteilit (
ein theilstück zu der schuppos
des R. V.), gilt jerlich 3½ fiertel kernen und 1 vierdung und 6 visch, das buwet nu Ulrich Stemli vnd sin swestern ze erbe.
ebendort 5, 112.
in demselben urbar wird ein getheilter maierhof beschrieben, dessen eines halbtheil an den bach und an die kirche grenzte, während das andere einerseits an diese beiden, andererseits 'an sin geteilit'
stiesz. zsch. gesch. 5, 109
; hier also kommt das moment wechselseitiger ergänzung ganz besonders deutlich zum ausdruck. 22)
auf solche privatrechtliche theilungen, wie sie bei erbschaften oder bei jedem gewinne, der auf mehrere fiel, das tägliche leben so oft bot, geht nun eine übertragene verwendung, deren entwicklung ganz in die sprache der dichtung fällt, deren zusammenhänge mit dem rechtsgebiet sich bald verwischt haben: dô sprach der künic Gunther'küneginne hêr, nu teilt swaz ir gebietet.und wær es dannoch mêr, ich bestüend ez alleʒdurch iwren schœnen lîp.'
Nib. 406, 2
Lachmann. das object der theilung hat hier gewechselt, an stelle der materiellen güter ist etwas ideelles getreten, pflichten, leistungen. aber die verbalhandlung ist sich gleich geblieben: einer, der abtheilt, abwägt und zur wahl stellt, und ein anderer, der auf grund dieser schaustellung seine wahl trifft. 2@aa) geteiltez spil
in den verschiedenen bedeutungen, deren das substantiv in der älteren sprache fähig ist, vgl. mhd. wb. 3, 25
b. Benecke
zu Iwein 4630. Wackernagel
zschr. d. a. 2, 542.
das unmittelbare vorbild gerade dieser verbindung liegt im romanischen [] jeu parti (
vgl. Holland
Chrestien von Troies 112),
doch ist auch hierfür der boden in Deutschland wol vorbereitet gewesen: si sprach 'ist er dîn herreunde du sîn man, wil er mîn geteiltiuspil alsô bestân, behabe er die meisterschaft,so wird ich sîn wîp: gewinne aber ich,ez gêt iu allen an den lîp. ... den stein sol er werfenund springen dar nâch, den gêr mit mir schieʒen.lât iu sîn niht ze gâch. ir muget hie wol verliesendie êre und ouch den lîp: des sult ir iuch bedenken'sprach daʒ minnecliche wîp.
Nib. 402
ff. Lachmann. vgl. hiezu: nû wol dan, welt ir die wârheit schouwen! gên wir zuo des meien hôhgezîte! der ist mit aller sîner krefte komen. seht an in und seht an schœne frouwen, wederʒ ir daʒ ander überstrîte; daʒ beʒʒer spil, ob ich daʒ hân genomen, owê der mih dâ welen hieʒe, deich daʒ eine dur daʒ ander lieʒe, wie rehte schiere ich danne kür! hêr Meie, ir müeʒet merze sîn, ê ich mîn frowen dâ verlür. Walther v.
d. Vogelweide 46, 21
Lachmann; der rihter sprach 'ich wil dir ein geteiltes spil geben. dv mvst vnder zwein eines nemen. opfer Jovis dem edelen got unde lebe nach sinem gebote, alde wiltu dich niht bekeren, so wil ich noch hüte alle din fründe an dir entteren.
Santa Cäcilia (
nach einer handschr. des 14. jahrh herausg. von Schönbach) 1595
zschr. d. a. 16, 210; der habe ein geteiltez spil, einweder .. oder,
er habe die alternative. Würzburger sätze von 1343 § 33 Schmeller
2 1, 600. 2@bb) vil wîser man nû hœre mir! ein dinc, daʒ wol geteilet ist, daʒ wil ich teilen dir. Reinmar v. Zweter (
Hagen 2, 208
b)
Roethe 175;
ebendort vgl. s. 254
ff. über geteiltez spil. 2@cc) das getheilte Lexer 1, 943.
nachtrag 204;
quaere de cantationibus in choreis, de quaestionibus lascivis, von fragen oder getailten Schmeller
2 1, 600; 'und bring ir dîne sicherheit sô daʒ du leistes ir gebot: oder nim allhie den tôt.' 'sol daʒ geteilte gelten, sone wil ichʒ niht beschelten:' sus sprach der künec von Brandegâ
n. Parzival 215, 13; daz ich iezuo den verdampten in der helle ein geteiltez gæbe und spræche alsô 'ir verdampten, wederz wære in lieber, ob ir in der helle immer solten sîn, als ir doch müezet und daz ir alle die marter .. lîden soltet, die ir sust iezuo habet und daz ir daz antlütze unsers lieben herren gesehen soltet oder welt ir in dem himelrîche sîn, dâ die heiligen und engel inne sint und daz ir gotes antlütze nimmer gesehen soltet. Berthold v. Regensburg 2, 9; 'ich wil dir zwei geteilte geben, diu doch beide hübsche sint', so sprach (siu sprach?
oder sô sprach (siu)?) 'werder minnen kint, wellet ir eineʒ bestân?' der grâve sprach: 'nu teilet an, daʒ uns beiden wol an stê, und niht krumbes dâ mit gê.' diu küneginne sprach ze im: 'sich hêre, daʒ beste nim: oberhalb der gürtel mîn, wiltu, daʒ sol wesen dîn; oder von der gürtel hin ze tal, wiltu, daʒ nim überal. und nimest dû daʒ beste teil, daʒ wirt niht dîn unheil.
die heidin 1350
in v.
d. Hagens
gesammtabent. 1, 425; daz got hinz im sante. ainen wissagen der hiez Gad. und der gab im driu sweriu getailten. und sprach also. aurora. ecce trium rerum tibi, rex, datur optio.
altd. predigten 2, 27
Grieshaber; do underwant sich der grove von Schalun, daz er wolte degedingsman sin und wolte werben umbe einen friden zwischen kunig Rudolf (
v. Habsburg) und dem groven von Burgünne. und do der grove von Schaluns fur den kunig kam und umbe fride rette, do gab inen der kunig drü geteilte: antweder daz sü von sime angesicht fluhent und sich wider in ire hüle leitent, oder daz sü mit im striten woltent, oder daz sü mit ime uberein kement noch allem sime willen. Closeners
chronik von Straszburg d. städtechroniken 8, 52.
ebenso 59.
im singular ist das wort gerne mit dem indefiniten pronomen verbunden: ein getheiltes, ein geteilts,
eine form, die noch in die neuhochdeutsche periode hereinreicht und mit den collectivbildungen auf eze
sich berührt, vgl. getäfelts,
vgl. gethierz:
[] der geiste sprach 'sich dar gar eben, ích wil dir sagen, was esz ist, ich wil dir ein gedeyltze geben alhie in kurzer frist.'
gedichte auf Heinrich den Löwen 15. jahrh. Massmann
denkm. 133; jr herrn ich gib euch ein getailcz (
pertido), das yeder man sein puln zaig. oder daz wir uns hie alsampt paden. tuet welichz ir wolt.
italienisch-deutsches sprachbuch 60
b Brenner. 33)
eine andere richtung nimmt die grundbedeutung des verbums in der participialform, die als attribut neben stoffen, geweben und kleidungsstücken verwendet wird. im dienste des kleiderprunks und der mode beherrscht dieses adjectiv das ganze mittelalter, bis es durch die landsknechtstracht der renaissancezeit in der anscheinend verwandten form des particips zerschnitten
seinen nachfolger fand. wo mehrere stoffe verschiedener farbe aneinander genäht wurden, entstand das bild eines getheilten stoffes, getheilter farbe, getheilter kleider, und hieran stättigte sich die prachtliebe des mittelalters; die renaissancezeit dagegen brachte die sitte auf, den einen stoff durch schnitte und schlitze des andern hindurch zu ziehen. 3@aa) 3@a@aα) vil guotiu kleider hetens an von bunt und von samîte an ietwederre sîte geteilet gel unde rôt.
Wigalois 7300; âvoy nu siht man sehse gên in wæte die man tiure galt; daʒ was halbeʒ plîalt, daʒ andern pfell von Ninnivê. dise unt die êrsten sehse ê trugen zwelf röcke geteilt, gein tiwerr kost geveilt.
Parzival 235, 13.
vgl. mhd. wb. 3, 25
a; wan man hat wuocher gar so werd darum sin menger begert des vatter und muoter warent biderbluot und begienent sich mit hacken und mit rüten und hand im ain klain gelan. da facht er mit wuochren an, das kain sin vorder hat getan und ist derselben lüt und wil weder hacken noch rüten und wil sich mit wuocher began und treit geteilt hosen an und tuot in aim langen mantel schwenken und tuot lützel bedenken das sich sin vatter mit eren began und trug zwen alt stiffel an und lisz sich da wol benü
gen. Neustädter u. Wallersteinsch. handschr. zu des teufels netz 9085
ff. Barack 287
anm. in dem buch der weisheit (
Ulm 1485)
bl. 44
ist 'ein getailt claid'
halb weisz, halb schwarz abgebildet Schmeller
2 1, 600.
von den bewohnern der Canarischen inseln erzählt S. Franck: wie die vnsern getheylte kleyder etwa tragen, also lassen dise sich etwa so sye prangen wöllen, an dem leib malen, mit safft, grün, rot, vnd geel, daz ist ein wohlstand bey yn.
weltbuch (1538) 212
b.
verordnungen über und gegen getailte klaider, getheilte hosen, getailte hüte
s. bei Schmeller
2 1, 600; sie hatte einen getheilten rock an, denn solche röck trugen desz königs töchter weil sie jungfrauwen waren (
kurz nachher heiszt es von diesen röcken: den bunten rock).
buch der liebe 294, 4.
vgl. 2.
Samuel 13, 18; der hauptmann liesz mich kleiden mit getheilten hosen und wammisz die ein seiten weisz, die ander rot und blaw, wie sein farb was.
F. Platter 131
B. vgl. theil 11, 356; die gtheilten federn schon an mir, dienen zum schmuck vnd hofes zier. B. Waldis
Esop 2, 57, 9
Kurz. 3@a@bβ)
mit der mitte des 16.
jahrh. beginnt brauch und wort aus dem lebendigen verkehr zurückzutreten, es wird von der mode der zerschnittenen kleidungsstücke verdrängt. Andreas Musculus
kämpft in seinem hosenteufel (1555)
nur gegen die letzteren und auch Fischart
macht von unserm wort bei der beschreibung der kleidung des Gargantua keinen gebrauch mehr. dagegen hält sich der brauch in der beschränkung auf einzelne stände: zu Maintz war ein reicher thumbpfaff, der het vor seiner thür ein aff, die het ein rock getheilt von stücken, ein narrenkappen auff dem rücken. B. Waldis
Esop 4, 26, 3
Kurz; dergleichen ein scherg oder büttel an seinem theilten oder farb im ermel zu erkennen ist. Paracelsus 6, 329.
die amtsdiener der schweizerischen abgeordneten tragen noch solche zweifarbige livreen. Schmeller
2 1, 600. 3@a@gγ)
die wörterbücher natürlich lassen das wort ein längeres leben fristen, als ihm in der that zukam: geteiltz cleid in mancherley farb,
polimita. vocab. incipiens teut. (
Hupfuff 1515) i 3
b; geteilt
[] kleid,
synthesis, geteilt von farben,
varius Maaler 177
c.
genau so Henisch 1585; getheilt kleid, von vil farben,
vestis discolor Jun.
nomenclat. von 1629 (
Schmeller). 3@bb)
wie die eigentlichen kleidungsstücke so waren auch die verwandten schmuckstücke getheilt:
binden, banner und schilde. hieraus entwickelte sich der heraldische gebrauch des adjectivs: diu banir was alsus gevar, geteilet wîʒ unde rôt.
Wigalois 10480; wann ich sage, der schild ist gespalten, schwarz und gold .. so weisz der herolt leicht, das der schild in zwey gleiche theil von oben abgesondert, und die erstbenante farbe zur rechten seiten befindlich. ist aber der schild getheilet silber und grün, gold und blau .. so versteht er wieder, dasz die linie gleich durchgehe, und die erstbenante farbe zu dem obern feld gehöre. Harsdörffer
gesprächspiele 3, 165; getheilt (
quergetheilt) wird ein schild oder ein feld durch wagerechten schnitt. Querfurth
kritisches wb. der heraldischen terminologie 52; getheilt (
terme de blason) von der linken oberecke hinab zur rechten unterstelle getheilt,
éclopé Rondeaux - Buxtorff 252.
in der heraldik spielen auch die getheilten figuren
hier herein, vgl. Querfurth 53: ein von roth und grün getheilter löwe
u. a., getheiltes schildeshaupt
s. ebendort. 3@cc)
verwandt mit diesen verwendungen, jedoch ohne eine ähnliche entwicklung zu erzielen, ist geteilt
in bezug auf die haartracht: ain bruder gra mit aim getailten langen bart. H. v. Sachsenheim
mörin 691
Martin. 44)
wissenschaft, kunst und technik machen ebenfalls von dem particip vielfachen gebrauch und geben der grundbedeutung des verbums neue richtungen. 4@aa) partitus, getheilt, sagt man von einem blatte, blumenkelche oder von einer blumenkrone, wann sie beynahe bis an ihre grundfläche in mehrere stücke zertheilt sind.
onomatologia botanica (1773) 6, 813; getheiltes krystallsystem
vgl. theilflächtiges (halb-, viertelflächtiges) system. Thiel
landwirtsch. lex. 4, 406. 4@bb) dea gateiltun stimma,
divisas voces Graff 5, 409; getheiltes accompagnement, bei der generalbaszbegleitung die gleichmäszige vertheilung der accordintervalle an beide hände, so dasz nicht die linke hand den grundbasz allein und die rechte die drei oberstimmen, sondern jede der beiden hände zwei stimmen auszuführen hat (
vgl. Ph. E. Bach
versuch über die wahre art das klavier zu spielen2 II
cap. 32, 10). Mendel
musikal. conversationslex. 4, 228; divisi, getheilt, zeigt in den stimmen der streichinstrumente an, dasz die unter dieser bezeichnung stehenden doppelgriffigen stellen nicht von einem sondern von zwei spielern, deren einer die höheren, der andere die tieferen noten übernimmt, ausgeführt werden sollen. diese vorschrift kommt natürlich nur in orchesterwerken vor, weil zwei spieler dieselben gewöhnlich aus einer stimme und einem pulte ablesen. Mendel 3, 186. 4@cc) 4@c@aα) getheilte thür, die zweyfach auff einander geht,
valva Dasypodius Q 6
a. 4@c@bβ) getheilt, ein ausdruck, der in der fachsprache der orgelbauer in verschiedenen zusammensetzungen und dadurch bedingten verschiedenen bedeutungen vorkommt. Mendel 4, 228; getheilte wellen (gebrochene wellen); getheilte registerzüge, laden, parallelen, schleifen, stimmen, hauptkanäle.
ebendort. 4@c@gγ) getheilte walze,
vgl.gelenkwalze,
gegliederte walze Thiel
landwirtsch. lex. 4, 406. 55)
übertragungen der grundbedeutung. 5@aa) getheilt feuer, das wärt nicht lang, getheilte macht hat keinen bestand inconstantia desolat, constantia jungit. Henisch 1585. 5@bb) untersceitota giteilto,
distincte. glossen zu Gregors homilien Steinmeyer-Sievers 2, 265; er sol die sinne recht taylen, so wirt er gewis.
cod. germ. mon. 234
bl. 124 Schmeller
2 1, 600. 5@cc) getheilter schmerz ist halber schmerz, getheilte freud' ist doppelte freud,
in due diviso ogni tormento è più leggiero; chagrin partagé, chagrin diminué; plaisir partagé, plaisir doublé. Wander 4, 267.
das sprichwort ist in der deutschen sprache jüngeren datums, in den sprichwörterbüchern des 17.
jahrh. ist es nicht gebucht. zu der anschauung, aus der heraus es entstanden ist, vergleiche: ist wohl der ein würdiger mann, der, im glück und im unglück, sich nur allein bedenkt, und leiden und freuden zu theilen nicht verstehet, und nicht dazu von herzen bewegt wird? Göthe (
Herm. u. Dor.) 40, 249;
[] das hertz bedarf ein zweites herz: getheilte freude ist doppelt freude, getheilter schmerz ist halber schmerz. Tiedge
Urania 4, 223. 5@dd) 5@d@aα) fühlt auch das herz sich im verlust gespalten und getheilt, gieb willig, was du geben muszt, und jede wunde heilt. Platen
resignation, werke (1847) 1, 96; den du den hort der deinigen geglaubt, er ist ihr feind, ihr unterdrücker jetzt. du aber stehest mit getheiltem herzen inmitten doppelseitigen verbands. Uhland
herzog Ernst 3; als ich neuerlich die ehre hatte, über das bayerische strafgesetz zu reden, da konnte ich nur mit getheilter empfindung sprechen. Treitschke (
reichstag 29. nov. 1871)
reden s. 47. 5@d@bβ) angstvoll blickte das getheilte Europa auf diesen kampfplatz hin, wo sich die kraft beider streitenden mächte .. fürchterlich sammelte. Schiller (30
jähr. krieg) 8, 272; einen offenen sinn, ein erweitertes herz, einen frischen und ungeschwächten geist musz man dazu mitbringen, welches keineswegs der fall derjenigen ist, die durch abstraktes denken in sich selbst getheilt, durch kleinliche geschäftsformeln eingeengt, durch anstrengendes aufmerken ermattet sind. Schiller (
naive u. sentimentalische dichtung) 10, 506; so viel habe ich indesz gleich nach der ersten erscheinung ihrer schrift vernommen, dasz die urtheile darüber sehr getheilt sind. Schiller (
an Schelling) br. 6, 151
Jonas.