woran,
adv. ,
aus wo
und präpos.-adv. an
zusammengerückt, unter erhaltung des -r
aus ahd. wâr
vor vokalischem anlaut. ahd. wârana,
mhd. vereinzelt und in getrennter schreibung war an,
nhd. als zusammenrückung gefestigt seit dem 15.
jh. (
s. die belege unten, dazu voron '
woran' [
ca. 1450
schles.]
bei Jungandreas
gesch. d. schl. ma. i. mittelalt. 10),
bis ins 16.
jh. meist noch als waran.
vereinzelt ohne -r-: woe an (
fränk. 1468)
weisth. 6, 65.
mundartlich, und von da aus auch umgangssprachlich in der form wodran,
vgl. z. b. Hofmann
niederhess. 265
b;
meist durch satzglieder getrennt: ə~ sach, wo mə' drà~ ə~ freud hàbm kà~ Schmeller-Fr.
bair. 2, 828; Fischer
schwäb. 6, 428;
vgl. daneben wo
urun
wb. d. luxemb. ma. 491
b.
zur form vgl. noch s. v. wo
sp. 904
f. die anwendung von woran
entspricht, mit der abwandlung ins interrogative, relative oder indefinite, derjenigen des demonstrativen daran,
s. teil 2,
sp. 753
ff. 11)
interrogativ. 1@aa)
in direkter frage: vnde gehorta er mine dige uuarana scein daz? Notker 2, 145, 4
P. (
ps. 39, 3);
vgl. 2, 501, 23 (
ps. 118, 9); waz touc ditz schelten unde dreun, ode war an verschult ich daz? Hartmann v. Aue
Iwein 6111; waran fehlt es ewern gnaden? Vogelgesang-Cochläus
ein heiml. gespräch 27
ndr.; woran ist dieser ... gestorben? Moscherosch
ges. (1650) 1, 188; woran hänget es, dasz jener grosze entwurf ... nicht zum stande kam? Just. Möser
s. w. 1, 104
Abeken. 1@bb)
in indirekter frage: meine augen schluog ich under und west nit wol, waran ich was
liederb. d. Hätzlerin 280
H.; dasz ich also ... nicht wuste woran ich mit ihr war Chr. Reuter
Schelmuffsky 38
ndr.; die unentschlüszigkeit, woran ich nunmehr die feder sezen soll Schiller
br. 1, 156
Jonas; der graf ... zeigte ihnen ..., woran es den Deutschen immer fehle Göthe I 21, 239
W.; ich wuszte nicht, woran es lag, dasz ... Fontane
ges. w. I 1, 153.
elliptisch, vgl.: hie erzeigte sîne hövescheit her Gâwein der bescheiden man, unde ich sage iu war an Hartmann v. Aue
Iwein 2716. 22)
in relativischer anwendung. 2@aa)
in relativsätzen, die als subjekts- oder objektssätze auf den übergeordneten satz bezogen sind: ez solt ieglicher zunftmaister ... erfaren an sinen zunftlüten, waran si beliben wölten (
Augsburg 1397)
dt. städtechron. 4, 109; waran man lange kochet, wird gemeiniglich verkocht Friedrich Wilhelm
sprichw.-reg. (1577) G 1
b; waran sie handt die grOeste freydt, das clagens für ein cleglichs leydt Th. Murner
mühle 42
Beb.; woran der welt grauset, das pflegten sie mit lust J. Arndt
Thomas a Kempis (1631) 97. 2@bb)
seltener in der verknüpfung zweier satzaussagen, mit konjunktionaler funktion: wenn sich etwan etliche (woran ich sehr zweifele) solten finden Rist
d. friedewünsch. Teutschland (1648) 12; später vermählte er sich ...,
[] woran sich ... die übersiedlung nach Rheinsberg schloss Fontane
ges. w. (1905) I 1, 161. 2@cc)
in relativischer anknüpfung an ein substantiv des regierenden satzes, ein an dem, an den, an das, an denen
vertretend, die in moderner sprache wohl als korrekter empfunden werden. gegenständlich lokal: vestungen, woran die Römer so lange zeit gearbeitet hatten
M. I. Schmidt
gesch. d. Deutschen (1778) 1, 90; der faden, woran wir uns durch das labyrinth ... durch helfen Göthe II 6, 279
W.; (
ein) stock, woran ein silberner knopf war Cl. Brentano
ges. schr. (1852) 5, 107.
bei allgemeinerer oder abstrakterer beziehung, namentlich auf das neutrum eines substantivierten adjektivs oder pronomens oder eine satzaussage, wohl auch modern noch zulässig, vgl.: es wer an getreid, holz, weingarten, wisen, weid, oder woe an das wer (1468)
weisth. 6, 65; auch umb alle peu an zinnen, meuren, an gräben und überall, waran das ist (
Augsburg, mitte d. 15.
jh.)
dt. städtechron. 5, 119; gott ... war das erste woran er ... dachte Miller
pred. fürs landvolk (1776) 1, 116; hab nichts, woran sich mein herz hängen möge Gaudy
s. w. (1844) 4, 120. 33)
als indefinitum im sinne von an etwas
wenig üblich: damit der ... läser nicht etwa woran im durchläsen möchte behangen bleiben Bellin
hochdtsche rechtschr. (1657) b 7
a; um zu sehen, ob es woran fehlet
reglement vor d. kgl. preusz. cavallerie-regim. (1743) 6, 89;
accrochiren sich woran stoszen Kinderling
reinigk. d. dtsch. sprache (1795) 110.