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schlosze

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schlosze f.

Bd. 15, Sp. 774
schlosze, schlosse, f. grando. der ursprung des wortes ist dunkel. der form nach steht es im ablaut zu schlieszen, mit dem es sich aber in der bedeutung kaum vereinigen läszt. Kluge etymol. wb. 328a. es ist weder goth. noch ahd. belegt, erst im mhd. als slôʒ, slôʒe, mnd. slote, nhd. schlosze, nd. slâte, slôte erscheinend. das ganz abweichenden. slud, schlosze geht zurück auf isl. slydda, das engl. sleet hält Skeat für ein lehnwort aus dem skand. und vergleicht norweg. sletta. das geschlecht des deutschen wortes schwankt. im mhd. läszt sich nicht erkennen, ob slôʒ masc. oder neutr. ist, doch ist wol aus dem nhd. auf das masc. zu schlieszen. daneben kommt auch schon das fem. vor, das im nhd. das herrschende geschlecht geworden ist. doch findet sich hier noch vereinzelt das masc.: wie wann ein kalter sturm den schlosz, den er gebieret, hoch ausz den wolcken her durch thal und wälder führet. Opitz 1, 3, vgl. 1, 82. 3, 197 nachher. der vocal ist im mhd. lang: darzu ein ungewitere grôʒ, beide regen unde slôʒ treib sich dar enbuʒen. pass. 154, 88 Köpke; ebenso nhd. und niederd., durch die schreibung oder den reim bezeugt: da er jre weinstöcke mit hagel schlug, und jre maulberbeume mit schlosen. ps. 78, 47; für dem wetter frey und losz: donner, plitz und harter schlosz soll bey dir fürüber gehen. Opitz 1, 82; er kömmt in trüber nacht, im winter, arm und blosz, hat um und über sich schnee, reiff und strengen schlosz. 3, 197. daneben aber auch mit kurzem stammvocal: er wirfft seine schlossen, wie bissen. ps. 147, 17; der hain erbebt, und heult: auf ficht und tanne schossen verwüstend der orcan, der regen und die schlossen. Hagedorn 2, 124; jene gewaltigen wetterbäche, aus des hagels unendlichen schloszen, aus den wolkenbrüchen zusammen gefloszen, kommen finster gerauscht und geschoszen. Schiller braut von Messina 1, 3; [] sie rudert, sie windet sich — stosz auf stosz, scheltworte und flüche, wie schlossen — das fürtuch reiszt, dann flattert es los und ist in die rinne geflossen. Droste-Hülshoff 1, 310. während im mhd. der gebrauch des singulars durchaus vorzuherrschen scheint, ist das wort mnd. nur im plur. sloten belegt (Schiller-Lübben 4, 249), auch im nhd. ist der plur. fast allein herrschend; neben schloszen kommt auch schlösze vor: aber inwendig werfen si grosse weter und schlösse des afterredens heraus. Butschky hochd. kanzelley 440. das mhd. unterscheidet an dem worte zwei bedeutungen, schloszenwetter und schloszenkorn, von denen nur die zweite noch lebt. 11) schloszenwetter; collectiv im singular: zu Atrebatô ouch ein slôʒ in dem heumânde irdôʒ mit ungewittere vil grôʒ in dem sich hernidir gôʒ sô ungevûge hagilstein. Jeroschin 1290; so daʒ man nindert wart gewar an wolkenen des regens sloʒ; idoch so quam ein blicschoʒ. pass. 554, 43 Köpke. nhd. noch im 17. jahrh., vgl. oben die stellen aus Opitz und für den ungewöhnlichen plur. aus Butschky. 22) schloszenkorn; der begriff nicht streng von hagel, hagelkorn (vgl. theil 42, 142. 146) geschieden; im plur.: dieser (der regen), wenn er im herabfallen gefrieret, wird er hagel (schlossen). Comenius sprachenth. 52; und wil regen lassen, platzregen mit schlossen, fewr und schwefel. Hes. 38, 22; sein fortrab schickt der winter kalt mit regen, schlossen, hageln, krachen. Rollenhagen froschm. Bb 4; steht ein beschädigter stamm, dem rings zerschmetterte zweige um die seiten umher strömende schloszen gestreckt. Göthe 1, 318; möge das drohende wetter, so sagte Hermann, nicht etwa schloszen uns bringen und heftigen gusz. 40, 316. die einzelnen schloszen dem collectiven hagel gegenüber gestellt: denn weil die schloszen, so in einem groszen hagel fallen, auch weisz sein, hat der prophet mit diesem wort den hagel auch nennen wollen. Mathesius bergpostille (1587) 51b; aus des hagels unendlichen schloszen. Schiller braut von Mess. 1, 3. verbindung hagel und schloszen: des selbin jares was solch grOez ungewetere an haile unde an sloʒen. d. chron. 2, 303, 4; todtkrank, wie du siehst, von schloszen und hagel halb erschlagen. H. v. Kleist Käthchen von Heilbr. 2, 5; schnee und schloszen: so dasz der wagen ganz wie mit schnee und schloszen bedeckt .. sich langsam entfernt. Göthe 29, 256; in dieser einsamkeit .., da schnee und schloszen wider mein fensterchen wüthen. 16, 98. schloszen fallen: als ich ein wenig stille hielt, fielen schloszen, ohne einen tropfen wasser. 35, 141; dieser miszmut hängt wie schweres wetter über der republik — nur einen wind, so fallen schloszen und blitze. Schiller Fiesko 2, 4; die schloszen prasseln. Stieler 1859; es regnet, hagelt schloszen; vergleichend zur bezeichnung der grösze der schloszen: schloszen so grosz wie erbsen, kieselsteine, taubeneier, hühnereier; schloszen .. ungefähr in der grösze der bohnen .. nach und nach wurden sie gröszer wie armbrustkugeln .. und endlich wie dicke citronen. Göthe 35, 141. sprichwörtlich: auf schloszen folgt kälte. Wander 4, 247. 33) schlosze, eine art confect oder gewürz: paternoster, lebzelten, schlos, margram, wildes gewurz und ander ding, das unser kramer nit vail haben. quelle bei Schm. 2, 536, dem die übertragene bedeutung von schlosze von der form hergenommen zu sein scheint.
5206 Zeichen · 117 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    schloszef.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    schlosze , schlosse , f. grando. der ursprung des wortes ist dunkel. der form nach steht es im ablaut zu schlieszen, mit…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schlosze

14 Bildungen · 12 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von schlosze

schloszen + -e

schlosze leitet sich vom Lemma schloszen ab mit Suffix -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

schlosze‑ als Erstglied (12 von 12)

schloszelf

DWB

schloszelf , m. elf, der in einem schlosse haust. Droste-Hülshoff (1879) 1, 332 .

schloszenei

DWB

schlosze·nei

schloszenei , n. ein länglich runder durchsichtiger quarzkiesel, so genannt nach form und farbe.

schloszengestöber

DWB

schloszen·gestoeber

schloszengestöber , n. schloszenfall mit starkem winde: dasz es herunter hagelt mit schnee und schloszengestöber und eis darauf hin. Fr. Mül…

schloszenpfeifen

DWB

schloszen·pfeifen

schloszenpfeifen , n. : es war beim ersten hahnenschrei, als alle bürger aufgeschüttert mit schloszenpfeifen knall auf knall; so gräulich ha…

schloszenregen

DWB

schloszen·regen

schloszenregen , m. ein mit schloszen vermischter regen Stieler 1617 : horch! wie der sturm die fahnen trillt, und kalter schloszenregen wil…

schloszensturm

DWB

schloszen·sturm

schloszensturm , m. sturm, der schloszen mit sich führt: wen du nicht verlässest, genius, wird dem regengewölk, wird dem schlossensturm entg…

schloszenwetter

DWB

schloszen·wetter

schloszenwetter , n. , mhd. slôʒweter, unwetter mit schloszen: eʒ vugete got daʒ sich lie ein slôʒweder nider uf in. pass. 357, 2 Hahn; eine…

schloszenwolke

DWB

schloszen·wolke

schloszenwolke , f. wolke, die schloszen mit sich führt: schlos- sive hagelwolke, nubes grandines minitans Stieler 2574 .

schlosze als Zweitglied (2 von 2)

hagelschlosze

DWB

hagel·schlosze

hagelschlosze , f. das einzelne hagelstück, wie hagelkorn, hagelstein: wenn ihr oft gesehn den könig reiten, gold an ihm und gold von allen …

steinregen; schlosze

DWB

steinregen·schlosze

-regen; -schlosze , f. : von den wolken herab regneten steinschloszen Gerstenberg schlesw. litbr. 627 lit.-dkm. 5 5) stein- meteor vgl. stei…