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Stumpfsinn

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Stumpfsinn

Bd. 19, Sp. 147
Stumpfsinn (Stupor), ein krankhafter psychischer Zustand, der teils als selbständige Geisteskrankheit, teils als Teilerscheinung solcher Krankheiten (Melancholie, Poranoia, Katatonie, paralytische Geistesstörung) aufgefaßt wird, er stellt einen Symptomkomplex dar, der durch die gänzliche Aufhebung aller willkürlichen psychischen wie motorischen Äußerungen charakterisiert ist. Man sieht diese Kranken im Zustande völliger Geistesabwesenheit und Regungslosigkeit durch Tage und Wochen verharren; keine Frage wird beantwortet, kein äußerer Eindruck kommt zum Bewußtsein, das Gefühl gegen Frost und Hitze, gegen Schmerzen und andre Sinneseindrücke ist verloren. Harn und Speichel fließen unwillkürlich ab, die Kranken verunreinigen sich, sie müssen künstlich ernährt werden, da sie sonst verhungern oder verdursten würden. Zuweilen ist mit dem S. eine eigentümliche Starrsucht (Flexibilitas cerea) verbunden, bei der die Muskeln gespannt, ja bretthart sind, so daß die Gliedmaßen in der einmal eingenommenen oder ihnen gegebenen Stellung ohne Ermüdung verharren. In nicht wenigen Fällen ist der S. durch Sinnestäuschungen (beängstigenden, faszinierenden oder imperativen Inhalts) oder durch Wahnideen bedingt (sekundärer S.). Primär findet er sich dauernd oder vorübergehend bei vielen Psychosen, in deren Entstehung Erschöpfung und Überanstrengung eine Rolle spielen. Der S. geht zuweilen in Genesung über, sofern er akut und als einzige Geistesstörung auftritt. Täuscht die mit dem S. verbundene Denkhemmung oft auch nur Schwachsinn vor, so geht leider häufig lange dauernder S. in wirklichen Schwachsinn aus.
1614 Zeichen · 14 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    StumpfsinnDer

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Der Stumpfsinn , — es, Mz . u. ein stumpfer Sinn, sowol ein durch vielen Gebrauch und Mißbrauch seiner Schärfe und Lebha…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Stumpfsinn

    Goethe-Wörterbuch

    Stumpfsinn [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Stumpfsinn

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Stumpfsinn ( Stupor ), ein krankhafter psychischer Zustand, der teils als selbständige Geisteskrankheit, teils als Teile…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stumpfsinn

5 Bildungen · 4 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von stumpfsinn 2 Komponenten

stumpf+sinn

stumpfsinn setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

stumpfsinn‑ als Erstglied (4 von 4)

stumpfsinnen

DWB

stumpf·sinnen

stumpfsinnen , vb. , ' stumpfsinn treiben ': man war im vollen zuge zu essen und zu stumpfsinnen H. Conradi ges. schr. 3, 220 .

stumpfsinnig

DWB

stumpf·sinnig

stumpfsinnig , adj. , 'stumpfen sinn (III 1 c) habend ', gleichbedeutend sinnstumpf, s. th. 10, 1, 1202. seit dem 15. jh. bezeugt, später ab…

stumpfsinnigkeit

DWB

stumpfs·innigkeit

stumpfsinnigkeit , f. , seit dem 17. jh. 1) bis heute von stumpfsinn durch schärfere begrenzung auf die bedeutung ' geistesschwäche, stupidi…

stumpfsinniglich

DWB

stumpfs·inniglich

-sinniglich , adj. , ' dumm ': tumlich, grobsinniglich, ungelirniglich, stumpfsinniglich voc. theut. (1482) hh 3 a . —

Ableitungen von stumpfsinn (1 von 1)

stumpfsinne

Lexer

stumpf-sinne , stumpf-sinnic adj. hebes Dfg. 273 c .

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „stumpfsinn". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/stumpfsinn/meyers
MLA
Cotta, Marcel. „stumpfsinn". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/stumpfsinn/meyers. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „stumpfsinn". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/stumpfsinn/meyers.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„stumpfsinn"},
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  urldate      = {2026-05-13},
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