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Stumpfsinn

nhd. bis Lex. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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5 in 5 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Stumpfsinn

Stumpfsinn

stumpf Adj. ‘ohne Spitze, nicht scharf’, ahd. stumph (Hs. 12. Jh.), mhd. stumpf, (md.) stump ‘verstümmelt, gestutzt, unvollkommen, übel’, mnd. stump, mnl. nl. stomp. Das nur im Dt. und Nl. heimische Adjektiv (westgerm. *stumpa-) stellt sich mit Stumpf, Stümper und (ablautend) Stempel (s. d.) sowie lit. stùmbas ‘Strunk, Stamm’, stimburỹs ‘Schwanzstumpf, Stummel’ zu der unter stampfen (s. d.) angegebenen Variante ie. *stemb- der unter Stab (s. d.) genannten Wurzel. Die älteste Bedeutung ist ‘verstümmelt, verkürzt’. In der Mathematik stumpfer Winkel (um 1400), d. h. ‘nicht spitzer, sondern breiter, weiter Winkel’ (wohl Übersetzung von lat. angulus obtūsus). – stumpfen Vb. ‘stutzen, beschneiden, stumpf machen’, mhd. stumpfen. abstumpfen Vb. ‘stutzen, stumpf machen bzw. werden’ (16. Jh.), übertragen ‘abschwächen, unempfindlich, gefühllos machen bzw. werden’ (Ende 18. Jh.). Stumpfheit f. ‘Zustand des Stumpfseins’, spätmhd. stump-, stumpfheit; überwiegend übertragen (seit Ende 18. Jh.) auf die körperliche und geistige menschliche Haltung der ‘Unempfindlichkeit, Trägheit, mangelnden Reaktionsfähigkeit’. stumpfsinnig Adj. ‘geistesschwach, dumm’ (15. Jh.; vgl. mhd. stumpfer sin), ‘geistig uninteressiert und träge, gefühllos’ (18. Jh.); daraus rückgebildet Stumpfsinn m. ‘Geistesschwäche’ (Ende 18. Jh.), dann besonders ‘geistige Trägheit, Teilnahmslosigkeit’, auch ‘Langweiligkeit, Monotonie’.
1403 Zeichen · 55 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    StumpfsinnDer

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Der Stumpfsinn , — es, Mz . u. ein stumpfer Sinn, sowol ein durch vielen Gebrauch und Mißbrauch seiner Schärfe und Lebha…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Stumpfsinn

    Goethe-Wörterbuch

    Stumpfsinn [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Stumpfsinn

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Stumpfsinn ( Stupor ), ein krankhafter psychischer Zustand, der teils als selbständige Geisteskrankheit, teils als Teile…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stumpfsinn

5 Bildungen · 4 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von stumpfsinn 2 Komponenten

stumpf+sinn

stumpfsinn setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

stumpfsinn‑ als Erstglied (4 von 4)

stumpfsinnen

DWB

stumpf·sinnen

stumpfsinnen , vb. , ' stumpfsinn treiben ': man war im vollen zuge zu essen und zu stumpfsinnen H. Conradi ges. schr. 3, 220 .

stumpfsinnig

DWB

stumpf·sinnig

stumpfsinnig , adj. , 'stumpfen sinn (III 1 c) habend ', gleichbedeutend sinnstumpf, s. th. 10, 1, 1202. seit dem 15. jh. bezeugt, später ab…

stumpfsinnigkeit

DWB

stumpfs·innigkeit

stumpfsinnigkeit , f. , seit dem 17. jh. 1) bis heute von stumpfsinn durch schärfere begrenzung auf die bedeutung ' geistesschwäche, stupidi…

stumpfsinniglich

DWB

stumpfs·inniglich

-sinniglich , adj. , ' dumm ': tumlich, grobsinniglich, ungelirniglich, stumpfsinniglich voc. theut. (1482) hh 3 a . —

Ableitungen von stumpfsinn (1 von 1)

stumpfsinne

Lexer

stumpf-sinne , stumpf-sinnic adj. hebes Dfg. 273 c .

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „stumpfsinn". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/stumpfsinn/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „stumpfsinn". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/stumpfsinn/pfeifer_etym. Abgerufen 14. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „stumpfsinn". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/stumpfsinn/pfeifer_etym.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„stumpfsinn"},
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