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wartig

nhd. bis Dial. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wartig adj.

Bd. 27, Sp. 2175
wartig, wärtig, adj. erwartend, dienstbereit. die bei gewärtig (s. theil 4, i, 5348f.) nicht belegte form mit erhaltenem a erscheint nicht nur zuweilen im 15. und 16. jahrh. (s. unten Eheberg und Keszler), sondern liegt auch im jetzigen alem. vor Hunziker 287. Seiler 311a. Martin-Lienhart 2, 858a. im gebrauch steht wärtig hinter gewärtig zurück und hat sich in der neueren schriftsprache nicht erhalten. 11) sich in erwartung von etwas befindend, fast ausschlieszlich in prädicativem gebrauch und meist in verbindung mit einem genetiv: sihe liebe, wie die scher ist schertig; eins eisenkremers bin ich wertig, der mir ein neuwe scher solt brengen. Waldis Esopus 3, 98, 42 Kurz; so wirt dein buol eyn krom dir reychen umb mitternacht zum laden ein; desselben solt du wertig sein. Wickram 4, 40 Bolte (losbuch v. 1132); desselben hertzog Wilhalms und auch zeges man wertig ist ze komen, damit man die vesten Fridberg ... auch stwrmen main und gewinnen städtechron. 4, 120, anm. 4 (Augsburg 1422); er ist wertig der ewigen freüden Keisersberg ausg. d. juden (1511) H 6; aber wie groszer belonung seind wir wertig, so wir alle geschefft und zehe laster abreyszen M. Herr sittliche zuchtbücher (1536) 108a; daʒ ich gäntzlich mir verwegen hat zuo sterben und keyns andren drosts noch hilff wertig gewesen bin Wickram 1, 17, 7 Bolte; ein yeder wirdt, so einen reyf ausstecken, mus manches selzammen gasts wertig sein 3, 103, 9; so wisse er auch, das sie zu ainer beharlichen were nach notturft nit gefast, zudem er auf dizmal kains entschittens, hilf oder rettens, in ansehung daʒ er von allen seinen herrn und freunden verlassen, nit wertig Zimmerische chronik2 1, 538, 33; Oriana, die von tag zu tag ires Amadis zukunfft wertig Amadis 1, 152. eines dinges wärtig von jemand: so bitten wir ewer kunigliche durchleuchtikait wolle sich gegen im (den bischof) als in den dingen, der er von ewren gnaden wärtig ist, und auch gegen seinem widertail ... hilflich sein Zinke, städtechr. 5, 370; durch disen meyen würst du bericht der trew und liebe, so du von Rosamunde ... wertig bist Wickram 1, 239, 18. bei pron. steht an stelle des gen. der acc.: was hoffnung, hylff, vertrawen oder glück mag er wertig sein, der got seynem schOepffer widerstrebt? J. Lachmann, flugschriften aus den ersten jahren der reformation 2, 439, 5; kan ich nit wissen, was wir von inen wartig sind J. Keszler Sabbata 93. auch in den jetzigen alem. dialecten geht der gen. in den acc. über: schweiz. si isch es chind wartig Seiler a. a. o.; els. er soll e-n-ortlig vermöje wartig si Martin-Lienhart a. a. o. anschlusz eines abhängigen satzes: zu den weybern ist im zu hainstewr worden, das er die zwinglischen ketzerey pflantzet und aufricht, und ist noch wertug, was im gott, der allmechtug, in kunftug zeyt geben wurd Baumann quellen z. gesch. d. bauernkrieges aus Oberschwaben 174; so er aber zuo mir würt sprechen, du gefalst mir nit, so binn ich wörtig, er mach waʒ ym gelieb oder gfellig sey vor ym Lonicerus berichtbüchlin d 1b. vereinzelt attributiv 'zu erwartend, bevorstehend': und diser weg gedunckt unsz nit, dasz er zuo wurcklicher auszfuerung der sach welle leyten, sonder mer z wertiger einbrechung vermuschen Knebel chronik v. Kaisheim 198. 22) dienstbereit (zu einem warten 'dienen'): euerem willen nach zuo volgen sein wir wertig Schade satiren 3, 87, 9. mit etwas: der sol ziehen einen hengest für fünfzig güldin und domitte der stette wartig sin aller dinge ungeverlich Eheberg verfassungsgesch. d. st. Straszburg 1, 356 (um 1400); hab h. Friedrich ... in (den abt) ersuchen lassen, dasz er mit rossen, raysigen knechten und fszvolck well enthalten und fernern beschayds von im welle erwarten, der mainung, wan er der bedurf, dasz desz gottshausz mit inen wertig sein well Knebel chronik v. Kaisheim 408. [] 33) ein ganz anderes wärtig (zu wärts) in zusammensetzungen wie hinterwärtig, widerwärtig.
3928 Zeichen · 67 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    wartigadj.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    wartig , wärtig , adj. erwartend, dienstbereit. die bei gewärtig ( s. theil 4, i, 5348 f. ) nicht belegte form mit erhal…

  2. modern
    Dialekt
    wartig

    Elsässisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    wartig , warte nd [wârtik Bf. ; wàrtə M. ] Adj. erwartend, gewärtig, in der Erwartung. Er soll e-n-ortlig Vermöje n w. s…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wartig

10 Bildungen · 0 Erstglied · 7 Zweitglied · 3 Ableitungen

Ableitung von wartig

wart + -ig

wartig leitet sich vom Lemma wart ab mit Suffix -ig.

Zerlegung von wartig 2 Komponenten

war+tig

wartig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

wartig als Zweitglied (7 von 7)

aufwartig

DWB

auf·wartig

aufwartig , aufwärtig , promtus ad ministerium, qui praesto est, gewärtig, aufzuwarten bereit: es seint in zal deines frauenzimmers aufwarti…

erwartig

ElsWB

erwartig [ərwârtik Su. Osenb. Obhergh. ] Adj. erwartend. Epper e. si n jemand erwarten Su. Osenb. M i r hän e alle n Tag z e e. Obhergh.

fiuwartig

KöblerAs

fiuwartig , Num. Kard. nhd. vierzig ne. forty (Num. Kard.) ÜG.: lat. quadraginta H Hw.: vgl. ahd. fiorzug Q.: EH, FK, FM, H (830) E.: s. fiu…

g(e)wartig

Idiotikon

g(e)wartig Band 16, Spalte 1614 g(e)wartig -ä- 16,1614

schwartig

DWB

schwar·tig

schwartig , adj. , jüngere form zu schwarticht, hartschwartiger speck, lardum cute duriori Frisch 2, 243 b ; schwartig, schwarte, dicke, har…

Ableitungen von wartig (3 von 3)

erwartig

ElsWB

erwartig [ərwârtik Su. Osenb. Obhergh. ] Adj. erwartend. Epper e. si n jemand erwarten Su. Osenb. M i r hän e alle n Tag z e e. Obhergh.

unwartig

Idiotikon

unwartig Band 16, Spalte 1616 unwartig 16,1616

Wartige

Wander

Wartige Er wird de Wortige hon (kriegen). D.h. er wird warten können, bis er das Gewünschte erhält, oder erreicht. »Ihr wart de wartige hon;…