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supfen

ahd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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9 in 7 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

supfen vb.

Bd. 20, Sp. 1215
supfen, vb. , flüssiges einnehmen, trinken, schlürfen. ein obd. wort, gelegentlich auch in md. quellen: sorbere suphen md. voc. rer. 15. jh. bei Diefenbach 543a; Joh. Behm (1625), Neumayr (1632) s. u. 2. vgl. 1suppen, das vielfach daneben steht, bes. im ndalemann. (Elsasz), oft bei denselben schriftstellern, so bei Murner, Adelphus u. a., sieh Ch. Schmidt elsäss. 349. — j-ableitung *supjan (oder *suppjan?) zu saufen. vgl.supf und süpfeln, ferner supfezen schlürfen Schmeller-Fr. 2, 319, versupfen teil 12, 1, 1851; weiteres bei 1suppe. ahd. suphan in suphit, suffit hausta ahd. gl. 1, 166, 26 St.-S. (vgl. die ableitung sorbiunculam suphilun [9. und 8. jh.] ahd. gl. 1, 424, 21), frühmhd. gisuppha merigarto 2, 63, mhd., frühnhd. supfen. umgelautetes süpfen ist selten: Neumayr schatzungen (1632) 38; Stieler (1691) 1686; Bühler Davos 1, 146. 11) das wort bezeichnet ein wiederholtes schlürfendes einziehen von flüssigkeit, vgl. die durchgehende glossierung durch sorbillare (anf. 15. jh. obd.) Diefenbach gl. 543a, sorbere (13.-15. jh. obd. und md.) ebda; Calepinus XI ling. (1598) 1362b; Megiser polyglottus (1603) 2, 537a; Stieler (1691) 1686; sorbire, sorbeggiare Kramer t.-ital. 2 (1702) 1041c. der gebrauch kann, besonders im altdt., nahe an 'trinken' selbst herankommen: hausta suphit (Pa) ahd. gl. 1, 166, 26; suer des einin (brunnen) gisuppha, daz der ibilo gihukka merigarto bei Müllenhoff-Scherer denkm.3 1, 98; und sauftens auf (ich wais nit wie), daz daz tischtuoch also truken belaib da pei von irem supfen H. v. Wittenweiler ring 5770 W.; ein man, der in siben wochen nüt gessen hat, allein ... wasser gesupfet Th. Murner bei Hutten opera 5, 452 B.; schweizerdt. 'übermäszig trinken': dem N. ist anzeigt, sich seines supfens zue müessigen (v. j. 1645) schweiz. id. 7, 1257; auch mundartlich ebda. sonst 'in kleinen zügen schlürfen, einziehen': sahe ain kind uss vollen henden wasser supfen (1472) bei Fischer schwäb. 5, 1963; also schwetzend und zuozeiten etwas wassers supffen J. Heroldt v. d. zung (1544) 49b; supff ein weich gesotten ey O. Gäbelkover artzneybuch (1595) 1, 162; warumb supffet und kAewet ihr aber den wein also, gleich als wan es eine suppe were? Duez le vray guidon (1646) 278; vgl. noch mundartlich obd. 'nippen, schlürfen' Schmeller-Fr. 2, 319, Fischer schwäb. 5, 1963, schweiz. id. 7, 1257. 'mit dem löffel essend einziehen', vgl. 2suppen: du vast zuovil und krenckst din glider, supf das bruogly (brühe), und leg dich nider Murner v. d. fier ketzeren 114 Fuchs; supff er ein br von dillen, saltz und zimmet M. Herr schachtafel d. gesundheit (1533) n 3c. auf das dem schlürfen entsprechende geräusch des zischelns bezogen: in auszsprechung soll der redende ... nicht statzgente (stotternd) noch ... supfende reden Zwengel formularbuch (Frankfurt a. M. 1568) 2b. 22) übertragener gebrauch. 'einziehen', 'hinaufschnupfen': ursach des niesens sind scharpffe ding ... riechen, essen oder in die nasen supffen Wirsung arzneibuch (1588) 45; vermischs und supff ein wenig nüchter und warm in die nasen 5. oder 6. mal auff einander Joh. Behm arzneibuch (Erfurt 1625) 135. bildlich: was einer ungeschickt geredt und solches gern wieder zurück ziehen und hinein supfen möchte (17. jh.) bei Fischer schwäb. 6, 3260; der ander (fürst) süpfft das blut ... und frist seiner unterthanen eingeweide J. W. Neumayr von Ramszla von schatzungen (Schleusingen [bei Erfurt] 1632) 38. übertragen auf das einsaugen von flüssigkeit durch dinge: so man wasser darein (in salz oder asche) schüttet, supffet es das saltz oder aschen in sich J. Brenz Salomo (1528) 10b; die flamme supfft das öl aus dem docht 1505 Adelphus bei Ch. Schmidt elsäss. 349b; baumwollen dareyn legen, die kein safft an sich supffe Herold-Forer Gesners thierbuch (1563) 45. ähnlich supfende spis, die die schädliche feuchtigkeit des körpers 'aufsaugt' (vgl. versupfen 'trocken werden' teil 12, 1, 1851): süllen niesen supfende spis (1472) Fischer schwäb. 5, 1963; die du (sonnengöttin) das wasser an dich supffest und oben in die wolcken schupffest J. Spreng gürtel d. lebens (1564) 202b. — 'hochsaugen': mit meinem ersten werklin ... hab ich so viel probirt, dasz es das wasser etwa 2 schuch hoch von unten hinauf gesupffet J. Kepler opera omnia 5, 639 Frisch.selbst '(magnetisch) anziehen': im fall aber obberührtes (magnetisiertes) messer die nadel nicht auffheben oder an sich supfen wolte J. Furttenbach kunstspiegel (1663) 103.
4534 Zeichen · 135 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    supfensw. V. (1a)

    Köbler Ahd. Wörterbuch

    supfen , sw. V. (1a) nhd. trinken, schlürfen ne. drink (V.), sip (V.) ÜG.: lat. haurire Gl Hw.: s. lang. *supfjan Q.: Gl…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    supfenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    supfen swv. BMZ schlürfen, trinken. sorbere, sorbillare Dfg. 543 a . Schm. Fr. 2, 319. — mit ûʒ. intens. zu sûfen;

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Supfenv., intrs, trs

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    † Supfen , v. intrs . u. trs . im Schwäbischen, aus einem zu vollen Glase so viel trinken und schlürfen, daß es nicht üb…

  4. modern
    Dialekt
    supfen

    Südhessisches Wörterbuch

    supfen Band 5, Spalte 1657-1658

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit supfen

7 Bildungen · 3 Erstglied · 3 Zweitglied · 1 Ableitungen

supfen‑ als Erstglied (3 von 3)

supfenessen

DWB

supfen·essen

supfenessen , n. , vgl. supfe ' suppe ': und soll auch kein nachthochzeit ... getanzt oder sopfenessen gehalten werden (16./17. jh. ) bei Ba…

supfenfresser

DWB

supfen·fresser

supfenfresser , m. : adulator ein supffenfresser J. Orsäus nomencl. ( Stadthagen 1623) 127, vgl. suppenesser ' schmarotzer '.

supfenkrieg

DWB

supfen·krieg

supfenkrieg , m. , gasterei, zu 1 suppe 5 a ' mahl ' ; vgl. teil 4, 1, 4, sp. 7677 gläserkrieg ' zecherei ': da er ( der krieger ) dan nicht…

supfen als Zweitglied (3 von 3)

ine(n)supfen

Idiotikon

ine(n)supfen Band 7, Spalte 1257 ine(n)supfen 7,1257

ī(n)supfen

Idiotikon

ī(n)supfen Band 7, Spalte 1257 ī(n)supfen 7,1257

ūzsupfen

KöblerMhd

ūzsupfen , sw. V. nhd. ausschlürfen ÜG.: lat. exsorbere Gl Q.: Gl, Marner (13. Jh.) E.: s. ūz, supfen (1) W.: nhd. DW- L.: LexerHW 2, 2032 (…

Ableitungen von supfen (1 von 1)

versupfen

DWB

versupfen , verb. , nur obd. in älterer sprache, zu supfen ( s. d. ), verwandt mit saufen. inebriari Scherz gloss. germ. 1782 . vgl. elsäss.…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „supfen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/supfen/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „supfen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/supfen/dwb. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „supfen". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/supfen/dwb.
BibTeX
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