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Schwefelkies

nhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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6 in 6 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Schwefelkies

Bd. 18, Sp. 158
Schwefelkies (Eisenkies, Pyrit), Mineral, ist ebenso wie der rhombische Markasit (s. d.) Doppelschwefeleisen FeS2, mit 53,3 Proz. Schwefel und 46,7 Proz. Eisen, nicht selten gold-, silber- und besonders kupferhaltig, auch durch Mangan, Kobalt, Thallium und Arsen verunreinigt, findet sich sowohl in regulären, parallelflächig-hemiedrischen Kristallen, oft sehr flächenreich, als auch derb und in kugeligen und nierenförmigen Aggregaten. Er ist speisgelb und metallglänzend, zuweilen auch braun durch oberflächliche Zersetzung; Härte 6–6,5, spez. Gew. 4,9–5,2. S. ist ungemein verbreitet und kommt in fast allen Gesteinen und Formationen vor. Er bildet teils für sich, teils mit Kupferkies und Magnetkies zusammen selbständige Lager, so bei Meggen in Westfalen, bei Schmöllnitz in Ungarn, Drontheim, Rio Tinto und Huelva in Spanien, findet sich sehr häufig auf Erzgängen (Harz, Erzgebirge, Siegen, Cornwall etc.) und kommt ferner oft eingesprengt, mitunter äußerst sein verteilt in den verschiedensten Gesteinen, besonders in jüngern kristallinischen Schiefern und Tonschiefern, auch in tertiären Tonen und Mergeln, besonders in Form von Konkretionen, vor. Sehr schöne Kristalle finden sich im Eisenglanz von Elba sowie bei Traversella und Brosso. Der S. bildet sich leicht da, wo organische Massen zersetzend auf Lösungen von schwefelsauren Alkalimetallen einwirken; deshalb erscheint er häufig als Vererzungsmittel pflanzlicher und tierischer Reste; seltener bildet er dünne, goldglänzende Überzüge auf Geschieben in Moortümpeln, wie bei Ellringen in Hannover. S. wird in der Natur häufig in Brauneisenstein umgewandelt und unterliegt, wenn auch nicht so leicht wie Markasit, namentlich im Zustand seiner Verteilung, der oxydierenden Einwirkung der die Gesteine durchdringenden Tagewasser. Dabei bildet sich neben Eisenvitriol noch freie Schwefelsäure, und dies hat je nach Beschaffenheit des den S. einschließenden Gesteins eine Reihe sekundärer Prozesse im Gefolge. Sind kohlensaure Verbindungen vorhanden, so können Säuerlinge entstehen; Magnesium haltende Gesteine liefern Bittersalzquellen, Kalksteine gipsreiche Wasser; Alkalien führende Silikatgesteine (Tonschiefer) werden alaunhaltig (Alaunschiefer), Braunkohlen werden geschwärzt und in steinkohlenähnliche Massen übergeführt. Das Vorkommen des Schwefelkieses in Kohlen kann den technischen Wert derselben stark beeinträchtigen, indem der S. bei erhöhter Temperatur die Hälfte seines Schwefelgehaltes leicht abgibt (Abschwefeln der Kohlen) und beim Verbrennen der Kohle Schweflige Säure liefert. Endlich kann, namentlich wenn das Kohlenklein nicht sorgfältig aus den Gruben entfernt wird, die mit der Oxydation des Schwefelkieses verbundene Temperaturerhöhung zur Selbstentzündung des Kohlenflözes führen (vgl. Steinkohle). Früher als Feuer- und Flintenstein vielfach benutzt, dient S. jetzt zur Schwefel-, Schwefelsäure-, Eisenvitriol- und Alaunfabrikation. Die Rückstände bei der Schwefel- und Schwefelsäurebereitung, die sogen. Schwefelkiesabbrände, verarbeitet man auf Gold, Silber, Kupfer und Eisen. Goldhaltiger S. ist für einige Orte, so namentlich Schemnitz, ein wichtiges Golderz, kupferhaltiger S. im südlichen Spanien (Rio Tinto und Huelva) ein sehr wertvolles Kupfererz. Gefördert wurde an S. in 1902 in Tonnen in: Österreich-Ungarn 93,907, Belgien 400, Frankreich 307,417, Großbritannien 10,402, Spanien 2,683,229, Portugal 443,182, Norwegenl 98,945, Vereinigte Staaten 238,661, Kanada 25,638, Deutschland 1905: 185,384. In Deutschland wurden 1905 eingeführt: 5,521,842 dz und ausgeführt 351,945 dz.
3578 Zeichen · 34 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schwêfelkies

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Schwêfelkies , des -es, plur. doch nur von mehrern Arten oder Quantitäten, die -e, ein Kies, dessen vornehmster Best…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schwefelkies

    Goethe-Wörterbuch

    Schwefelkies mineralog: Eisendisulfid, Pyrit; im natürlichen Vorkommen u als Sammlerstück; vereinzelt im Vergl bzw im ve…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schwefelkies

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schwefelkies ( Eisenkies, Pyrit ), Mineral, ist ebenso wie der rhombische Markasit (s. d.) Doppelschwefeleisen FeS 2 , m…

  4. modern
    Dialekt
    Schwefelkies

    Rheinisches Wb.

    Schwefel-kies Siegld , Altk m.: wie nhd.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schwefelkies

4 Bildungen · 4 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von schwefelkies 3 Komponenten

(sch+wefel)+kies

schwefelkies setzt sich aus 3 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schwefelkies‑ als Erstglied (4 von 4)

Schwefelkieskugel

GWB

schwefel·kieskugel

*Schwefelkieskugel mineralog: knollenförmige Pyrit-Ausformung Heute hielt uns Goethe einen freien mündlichen Vortrag über kristallisierte st…

Schwefelkiespendel

GWB

schwefelkies·pendel

Schwefelkiespendel -ß- aus Pyrit gefertigtes Pendel zur Untersuchung der Polarität von Mineralien Professor Vogt junior behauptet, daß ihm d…