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Luft

as. bis spez. · 30 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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38 in 30 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Luft

Bd. 12, Sp. 796
Luft, im allgemeinen jeder gasförmige Körper, weshalb man auch von Luftarten spricht (s. Gase); im engern Sinne die atmosphärische L., das Gasgemenge, das die Atmosphäre der Erde bildet. Die L. ist ein farbloses Gas; 1 cbm L. wiegt bei 0° und Normaldruck 1,2932 kg. Diesen Wert setzt man = 1, er stellt das spezifische Gewicht der L. dar, auf das man allgemein das spezifische Gewicht der Gase bezieht. Auf Wasser von 4° bezogen, ist das spezifische Gewicht der L. 0,0012932. Die spezifische Wärme der trocknen L. bei konstantem Druck ist 0,23741 von der des Wassers, der Ausdehnungskoeffizient für 1° ist 0,003665 = 1/273, als Mittelwert. Zur Erwärmung von 1 cbm L. von 0° bei Normaldruck um 1° sind erforderlich 1,2932. 0,2375 = 0,806 Wärmeeinheiten, wofür man als praktischen Mittelwert 0,81 Wärmeeinheiten zu setzen pflegt. Über flüssige L. s. den folgenden Artikel. Die L. besteht aus 350@@break In sehr geringer Menge enthält die L. auch Helium, Krypton, Neon und Xenon. Dies Gasgemenge enthält stets auch Wasserdampf, ferner Ammoniak, Salpetrige Säure, Salpetersäure, Ozon, Wasserstoffsuperoxyd u. häufig als Verunreinigungen Schweflige Säure, Schwefelsäure, Schwefelwasserstoff, Kohlenoxyd, Kohlenwasserstoffe etc. (vgl. Atmosphäre, S. 51). Abgesehen von diesen Verunreinigungen unterliegt die Zusammensetzung der freien L. sehr geringen Schwankungen, die für die Gesundheit ohne alle Bedeutung sind. Die Beschaffenheit der guten L., die man allgemein schätzt, hat mit diesen Schwankungen nichts zu tun, sie wird bedingt durch große Reinheit, durch gedeihlichen Feuchtigkeitsgehalt und andre klimatische Faktoren (vgl. Klimatische Kurorte), auch wohl durch Wiesen- und Waldduft (im Volksmund oft »Ozon« genannt), vielleicht auch durch Verhältnisse, die wir noch nicht kennen (Radioaktivität?). In abgeschlossenen Räumen (in Höhlen, Schachten, Kellern, dicht bewohnten Zimmern) kann der Sauerstoffgehalt der L. sehr beträchtlich sinken (auf 15, selbst 13 Proz.) und der Kohlensäuregehalt noch viel stärker steigen. Ein Mensch verbraucht in 24 Stunden 600 Lit. oder 894 g Sauerstoff und produziert etwa 542 Lit. Kohlensäure. In ähnlicher Weise verbrauchen alle Tiere Sauerstoff und bilden Kohlensäure, alle Verbrennungsprozesse und die Verwesung wirken in gleicher Weise auf die Zusammensetzung der L., auch entströmen der Erde große Mengen Kohlensäure. Dagegen nehmen die Pflanzen Kohlensäure auf und geben Sauerstoff ab, und diese Verhältnisse, verbunden mit der Diffusion und der Wirkung der Luftströmungen, bewirken das überall beobachtete Gleichgewicht im Luftmeer. Das Ammoniak der L. entstammt wohl hauptsächlich den Zersetzungsprozessen stickstoffhaltiger Pflanzen- und Tierstoffe (Fäulnis etc.), es ist an Kohlensäure und Salpetrige Säure gebunden und wird durch die atmosphärischen Niederschläge der L. entzogen. Salpetrige Säure findet sich regelmäßig aber nur in Spuren in der L.; sie entsteht durch Einwirkung von Ozon auf Ammoniak und durch direkte Vereinigung von Sauerstoff und Stickstoff beim Gewitter. Durch Oxydation der Salpetrigen Säure entsteht Salpetersäure. Über das Ozon s. d. Wasserstoffsuperoxyd findet sich in Spuren häufig in der L., es hat mit Ozon in seiner Entstehung und seiner Reaktion eine gewisse Ähnlichkeit und würde wie Ozon durch seine starke oxydierende Kraft lustreinigend wirken, wenn es nicht wie dieses in viel zu geringer Menge vorhanden wäre. Ozongehalt der L. bedeutet aber stets das Fehlen oxydierbarer Substanzen in der L. Ozonreiche L. galt früher für besonders gesund, seitdem man aber weiß, daß es sich bei Epidemien nicht um schädliche Gase, Miasmen, die das Ozon zerstören könnte, sondern um Mikroorganismen handelt, legt man dem Ozon diese Bedeutung nicht mehr bei. Zur Zeit des Herrschens von Epidemien hat man in der L. nicht weniger Ozon gefunden als in epidemiefreien Zeiten. Die genannten Verunreinigungen der L. entstammen zum größten Teil der menschlichen Tätigkeit, und es ist Aufgabe der öffentlichen Gesundheitspflege, besonders auch der Gewerbehygiene, Maßregeln zu treffen, um die Verunreinigung der L. möglichst zu beschränken. In stark bewohnten Räumen bemerkt man bald durch den Geruch die Anwesenheit von Gasen, über deren chemische Natur sehr wenig bekannt ist. Sie sind meist stickstoffhaltig, ziehen energisch Sauerstoff an und wirken reduzierend auf übermangansaures Kali. In Räumen, die derartige Gase reichlicher enthalten, stellt sich bald allgemeines Unbehagen ein (man hat von einem ausgeatmeten Anthropotoxin gesprochen), und die Bewohner solcher Räume gedeihen mangelhaft. Man kann den Gasen wohl nicht einen direkt begünstigenden Einfluß auf die Entstehung und Verbreitung von Infektionskrankheiten zuschreiben, ihre Beseitigung bleibt aber eine für das Gedeihen der Menschen notwendige Aufgabe der Gesundheitspflege. Über den Staub als Verunreinigung der L. s. Staub und Atmosphäre, S. 51. – Alkalische L., soviel wie Ammoniak; brennbare L., soviel wie Wasserstoff; fixe L., soviel wie Kohlensäure; hepatische L., soviel wie Schwefelwasserstoff. Vgl. Mertens, Die Eigenschaften und physikalischen Gesetze der L. und des Dampfes (Leipz. 1904); Renk, Die L. (in Ziemssens »Handbuch der Hygiene«, das. 1886); Blücher, Die L., ihre Zusammensetzung etc. (das. 1899).
5261 Zeichen · 82 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    luftst. M. (u), st. F. (u)

    Köbler As. Wörterbuch

    luft , st. M. (u), st. F. (u) nhd. Luft ne. air (N.) Hw.: vgl. ahd. luft (1) (st. M. u) Q.: H (830) E.: germ. *luftu-, *…

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    luft

    Althochdeutsches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    luft Gl 3,555,45 s. liuhta.

  3. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    LUFTstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    LUFT stm. luft. Graff 2,208. stf. Herb. 14132. vaterunser 4342. 4417. 4469. Kolocz. 63. — geêrt sî luft unde tou daʒ hiu…

  4. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    luftF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    luft , F. nhd. Luft, Luftraum, Atmosphäre, leerer Raum oberhalb der Erde, Geruch, Duft, Atemluft, Lebensluft, bewegte Lu…

  5. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Luft

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    2. Die Luft , plur. die Lüfte, ein Wort welches ursprünglich den Laut eines gelinden Windes, einer gelinde bewegten Luft…

  6. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Luft

    Goethe-Wörterbuch

    Luft auch -fft; stoffliche u räumliche Begriffsinhalte changierend; Schwerpunkt von ca 1150 Belegen in 1 1 die Erdatmosp…

  7. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Luft

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Luft , gleichbedeutend mit Gas, im engern Sinne mit atmosphärischer L.

  8. modern
    Dialekt
    Luft

    Elsässisches Wb. · +10 Parallelbelege

    Luft [Lùft allg. ] 1. m. Luftzug, Wind. S kummt e warmer L. vom Gebiri g Mütt. Ge h in d e r L., s wurd d i r villicht b…

  9. Sprichwörter
    Luft

    Wander (Sprichwörter)

    Luft Luft (s. Lucht). 1. Auf schwüle Luft folgt Donnerwetter. 2. Aus Luft wird kein Speck. – Sprichwörtergarten, 455. 3.…

  10. Spezial
    Luft

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Luft f. (-, Lüfte) 1 aria f. , aier m. 2 (Atem) fle m. 3 (Luftzug, Wind) aria f. , vënt (vënc) m. 4 (Atmosphäre) aria f.…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit luft

702 Bildungen · 609 Erstglied · 89 Zweitglied · 4 Ableitungen

luft‑ als Erstglied (30 von 609)

luft 1 und häufiger

KöblerAfries

luft 1 und häufiger , Adj. nhd. link ne. left (Adj.) E.: Herkunft ungeklärt? L.: Hh 143a

Luftbad

SHW

Luft-bad Band 4, Spalte 415-416

Luftballon

SHW

Luft-ballon Band 4, Spalte 415-416

Luftblase

SHW

Luft-blase Band 4, Spalte 415-416

Luftbremse

SHW

Luft-bremse Band 4, Spalte 415-416

luftdicht

SHW

luft-dicht Band 4, Spalte 415-416

Luftdruck

SHW

Luft-druck Band 4, Spalte 415-416

luftdürr

SHW

luft-dürr Band 4, Spalte 415-416

Lufteis

SHW

Luft-eis Band 4, Spalte 415-416

Luftfahne

SHW

Luft-fahne Band 4, Spalte 415-416

Luftgewann

SHW

Luft-gewann Band 4, Spalte 415-416

Luftgewehr

SHW

Luft-gewehr Band 4, Spalte 415-416

Luftgucker

SHW

Luft-gucker Band 4, Spalte 415-416

Luftguts

SHW

Luft-guts Band 4, Spalte 415-416

Lufthaken

SHW

Luft-haken Band 4, Spalte 415-416

Luftholz

SHW

Luft-holz Band 4, Spalte 415-416

Luftkissen

SHW

Luft-kissen Band 4, Spalte 417-418

Luftkopper

SHW

Luft-kopper Band 4, Spalte 417-418

Luftkupper

SHW

Luft-kupper Band 4, Spalte 417-418

Luftkur

SHW

Luft-kur Band 4, Spalte 417-418

luftleer

SHW

luft-leer Band 4, Spalte 417-418

luft als Zweitglied (30 von 89)

abendluft

DWB

abend·luft

abendluft , f. nnl. avondlucht, leichte, kühle luft nach sonnenuntergang: die abendluft genieszen.

bergluft

DWB

berg·luft

bergluft , f. aer montanus, alpinus: frische bergluft einziehen; glaubst du nicht an menschen, um welche die bergluft einer höheren stellung…

Bränteⁿluft

Idiotikon

Bränteⁿluft Band 3, Spalte 1160 Bränteⁿluft 3,1160

Brëge(n)zerluft

Idiotikon

Brëge(n)zerluft Band 3, Spalte 1160 Brëge(n)zerluft 3,1160

Brütteleⁿluft

Idiotikon

Brütteleⁿluft Band 3, Spalte 1160 Brütteleⁿluft 3,1160

Bërgluft

Idiotikon

Bërgluft Band 3, Spalte 1160 Bërgluft 3,1160

Bīsluft

Idiotikon

Bīsluft Band 3, Spalte 1160 Bīsluft 3,1160

Chluft

Idiotikon

Chluft Band 3, Spalte 634 Chluft 3,634

Chrǖzluft

Idiotikon

Chrǖzluft Band 3, Spalte 1160 Chrǖzluft 3,1160

Dur(ch)luft

Idiotikon

Dur(ch)luft Band 3, Spalte 1160 Dur(ch)luft 3,1160

eiskluft

DWB

eis·kluft

eiskluft , f. rima glacialis, risz in baumstämmen bei heftigem frost.

elfluft

KöblerMnd

elf·luft

elfluft , F. nhd. Luft an der Elbe E.: s. Elf (3), luft L.: MndHwb 1, 528 (Elf)

Êrzkluft

Adelung

erz·kluft

Die Êrzkluft , plur. die -klüfte, von 1 Erz, im Bergbaue, eine mit Erz ausgefüllte Kluft.

felsenkluft

DWB

felsen·kluft

felsenkluft , f. rupis hiatus: da es an den sprung über die felsenkluft gehen sollte. Felsenb. 1, 165; zuletzt entdeckt des jünglings bangen…

Flüehluft

Idiotikon

Flüehluft Band 3, Spalte 1160 Flüehluft 3,1160

frühlingsluft

DWB

fruehling·sluft

frühlingsluft , f. aura verna, die angenehme, wärmere, mild stärkende, erweckende, erhebende luft im frühlinge: frülingsluft, ventus vernali…

Gege(n)luft

Idiotikon

Gege(n)luft Band 3, Spalte 1160 Gege(n)luft 3,1160

gletscherluft

DWB

gletscher·luft

gletscherluft , f. : man spürt diesen kühlen luftzug an den gletschern hinunter an jedem ruhigen sommertage. die Älpler nennen ihn die glets…

Goldkluft

Adelung

gold·kluft

Die Goldkluft , plur. die -klüfte, im Bergbaue, eine Kluft, welche Golderz oder gediegenes Gold enthält.

Gäu(w)luft

Idiotikon

Gäu(w)luft Band 3, Spalte 1160 Gäu(w)luft 3,1160

Hangekluft

Adelung

hange·kluft

Die Hangekluft , oder Hängekluft, plur. die -klüfte, im Bergbaue, Klüfte, welche nicht in die Teufe oder Tiefe, sondern vom Tage in das Lieg…

herbstluft

DWB

herbst·luft

herbstluft , f. : herbstluft, aer auctumni frigidior, wann der wind über die haberstoppeln wehet. Frisch 1, 444 a ; der sommer macht mir hei…

himmelsluft

DWB

himmel·sluft

himmelsluft , f. in mehrfachem sinne. 1 1) äther: es ist auch zugleich klar, dasz der himmelsraum mit einer subtilen flüssigen materie erfül…

Ableitungen von luft (4 von 4)

beluften

DWB

beluften , aëre, aura instruere, mit luft ausstatten, luftig machen: der lungen halben wissen, das sie die ist, die den ganzen leib beluftet…

erluften

DWB

erluften , 1 1) eventilare, ventilare, wannen. Maaler 114 d : ist es kalt, sol man die stuben oder kamern wermen. ist es aber heisze zeit, s…

lufte

KöblerMnd

lufte , N.? Vw.: s. lüfte

urluft

DWB

-luft W. Schäfer 13 bücher d. d. seele 4,