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schwadern

nhd. bis sprichw. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schwadern verb.

Bd. 15, Sp. 2173
schwadern, schwädern, verb. (auch schwedern, schwidern, schwudern), in älterer sprache und in mundartlichem gebrauche. schwadern, strepere Diefenb. 555c, ebenso Maaler 364d. Schottel 1411. Steinbach 2, 532. 11) die ursprüngliche bedeutung des wortes scheint sich auf plätschernde bewegung von flüssigem, auf das schwanken, überschwanken von flüssigem, schwappen zu beziehen (vgl.schwabbern, schwabbeln u. ä.). es wird in den mundarten intransitiv und transitiv gebraucht; schwadern, schwedern, schwidern (zunächst von flüssigkeiten) überschwanken, überflieszen, plätschern Schm. 2, 624; schwudel (Allgäu), überflusz 625; schwadern, plätschern, stark regnen; g'schwader, n. starker regengusz; sehr verdünntes geistiges getränk Lexer 228 (vgl. zweites schwader); schwadern, beim baden plätschern Schmid 485; schwadern, mit geräusche sich bewegen, von flüssigkeiten, wenn sie in einem gefäsze sich bewegen und mit einem klatschenden schalle an die seiten desselben anstoszen; im oder mit dem wasser planschen. Stalder 2, 357; schwadera, von flüssigkeiten, sich plätschernd bewegen; von wasserthieren, sich unter geplätscher im wasser bewegen. Tobler 401b; schwadere, im wasser herumhantieren; öpis schwadere, etwas im wasser umrühren, um es zu reinigen. die wäsche, nachdem sie durch die lauge gegangen und mit seife gewaschen worden, wird in reinem wasser g'schwaderet. Hunziker 234; schwadere, im wasser herumfahren, mit den händen lebhaft kurze bewegungen machen, wie anfänger im schwimmen, gänse und enten mit schnäbeln und flügeln, wäscherinnen mit der wäsche. Seiler 266a. schwadern, schwudern, im wasser klatschen, plätschern; die wäsche ausschwemmen, schweifen. Weinhold 88b; schwaddern, überschwanken, überflieszen, vergieszen; stark regnen. Frischbier 2, 326a; der wein schwadert im glase. Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 694a; schwadern, profundere aquam, strepitum facere movendo aquam; schwadern, im nassen koth, turbare aquas, in aqua coenosa versari Frisch 2, 239c; sich schwadern: so kotzen sie (die kuttelfische) viel der dinten herausz, schwaderen sich darin. Geszner-Forer fischb. (1598) 112a; überschwanken lassen, vergieszen: wenn sie aus unvorsichtigkeit aus dem kelch schwadern. Simpl. 3 (1684), 882; geschwädert voll, zum überlaufen voll Frisch 2, 239c; geschwadert, geschwidert voll Schmeller 2, 624; vom regen: der wolken nasses schwadern tett mich im wasser pfladern. Friz von Zolre, her. v. Laszberg. s. 35, 23. von weicher, schwankender, schwappender masse: der mensch, das gras etc. ist so fett, dasz 's all'n schwadert. Schmeller a. a. o. von schwankendem gange: schweddern, kraftlos einhergehen, z. b. von einem kränklichen, schwachen greise. Frommanns zeitschr. 6, 482 (Lippe). 22) aus dem angeführten erklärt sich die anwendung von schwadern, schwedern im sinne von ingurgitare, schlemmen, prassen, saufen: schwedern, et schwadern, potare, helluari, pergrœcari, popinari Stieler 1979, vgl. 1962; nacht und tag schwadern ò schwedern Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 694a; vom früen morgen bisz inn die sinckende nacht, und offt uber die halbe mitternacht in sich geschwedert. Mathesius Sar. (1571) 11b; schweddert und geuszet in sich, wie in einen laugensack. Syrach (1586) 1, 116a; so war doch des sauffens, schwederns, und uberflusz nicht so vil. hochzeitpred. (1579) 25a; schwedert in sich wie ein laugensack. Fischart Garg. 165a; es würde nun viel tag' anander weidlich müssen gepanketiret seyn, geschwadert und gezecht. W. Scherffer ged. 60 (und öfters, s. Drechsler W. Scherffer 239). 33) übergehend in die bedeutung schwatzen; in diesem sinne schwadern und schwedern bei Stieler 1979, vgl. Frisch 2, 239c; schwadern, schwedern, schwidern Schm. 2, 624, schwedern Höfer 3, 122, schwdern Hügel 145b, schwadern, schwudern, schwatzen; geschwader, geschwuder, geschwätz Weinhold 88b; schwaddern Schemionek Elbingsche mundart 37. Frischbier 2, 326a. Wander sprichw.-lex. 4, 410; er mag nit betten, er hat ein blöd haupt und ein enge brust, ia zebetten. aber nitt sunst zesuaderen unnd zeclapperen. Keisersberg narrensch. (1520) 172a; obnen hyn schwadren. postille (1522) 2, 7b; vil schwetzen und klappern. als da ein mensch muosz geschwadert haben, und tadert und tadert on underlasz. sünden des mundes (1518) 74a; das man nit reden sol, so ist des schwadern zevil. 76c; vil schwetzen unnd schwadern, daʒ im daʒ maul alwegen uff und zuo gang, wie der schwantz einer wassersteltzen. 81b; schwaddert nit leichtlich herus. brösaml. 2, 73a (1517); so sie es selbs nit hören noch verstAend, eben dann wann sie es mit dem mund schwaderen. Franck mor. enc. 59; dann so schwadert der pfaff ein vigilg hereyn, die weder er selbs, gott, noch die menschen verstehn. weltb. 134a; daher geschwadert und geschnadert. Simpl. (1685) 1, 9 (1, 1, 2); schwadert man ohne auffhören daher. 271 (1, 3, 6); komm, eil und lasz uns nit lang schwedern. Sachs fastn. sp. 3, 23, 242 neudruck; keine, die getreulich schwadert, gutten schwestern sich vergadert. W. Scherffer ged. 558. von schnatternden enten: im schilfe schwadert eine entenschaar und kündet frühen winter diesem jahr. K. F. Meyer Huttens letzte tage (1872) 119. 44) die regelrechte hochd. form würde schwattern sein, s. Lexer mhd. handwb. 2, 1345; vgl.schwatteln, überschwanken, plätschern. Schm. 2, 652 aus Schmid 485; schwetten, pferde schwemmen Stalder 2, 363; vielleicht auch schwette, piscina, abusive bei Dasypodius; schwättig, schwattig, feucht-schwankend (sumpfboden, weichere fleischtheile), schwammig, feucht, faulig (vom holze). Schmeller a. a. o. s. auch N. von Reuenthal her. v. Haupt 110. verwandt ist schwatzen; ferner nld. zwadder, geifer, schaum; zwadderig, schmutzig (Franck et. woordenb. 1225; zwadderen, geifern, geifernd sprechen. ferner mundartlich im sinne von plätschern, verschütten, schlampen, schwanken u. ä.). den nd. mundarten scheint swaddern fremd zu sein. Woeste 265a bezeugt swatertrine, schwätzerin; vgl.: mit deins gleichen schwader greden. Sachs fastn. sp. 2, 67, 266 neudruck.
6096 Zeichen · 125 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schwadernv., ntr, intrs, trs

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    † Schwadern , v. I) ntr . mit haben , im O. D. mit Geräusch sich bewegen, von flüssigen Körpern besonders wenn sie in ei…

  2. Sprichwörter
    Schwadern

    Wander (Sprichwörter)

    Schwadern Musst nit allweg schwadern 1 , ander lüt hant auch ein Pfennig in die Klapperbüchs (s.d.) zu geben 2 , lass de…

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Wortbildung

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Zerlegung von schwadern 2 Komponenten

schwad+ern

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schwadern‑ als Erstglied (1 von 1)

schwadern II

RhWB

schwadern II -ād- OBerg in Wippf-Dohrgaul schw.: dummes Zeug reden. — Abl.: die Schwaderei, dat Schwaderlok (Mund).