schwabbeln,
verb.,
von schwabben
gebildet; die hochd. form dieses lautmalenden wortes ist schwappeln (
s. dieses);
es bezeichnet zunächst das plätschernde geräusch anschlagender oder überschwankender flüssigkeit, das stoszweise überflieszen und entwickelt dann, landschaftlich weit verbreitet, mannigfache bedeutungen (
ebenso schwibbeln, schwibbern, schwubbeln, schwubbern, wabbeln, quabbeln), schwabbeln,
sich fleiszig (
lies: flüssig)
oder weich hin und her bewegen. Sallmann
mundart in Estland 27
b. schwappeln,
crassescere, concuti, quassari Stieler 1962. schwabbeln,
beben, zittern, schwanken, dem druck nicht widerstehen; von fetten, weichen, feuchten körpern, sumpfigem boden. Frischbier 2, 325
b. schwappeln,
von einer flüssigkeit, in einem gefäsze hin und her schwanken und an den rand anschlagen; das schwippelt und schwappelt; schwappelnd voll, geschwappelt voll, schwappelde-, schwippelde voll,
zum überlaufen voll Bernd 281; schwabbeln,
wackeln, gleichsam hin und her wogen, von einem schmerbauch u. dergl. Albrecht 208
b. es schwappelt mir im bauche. Klein 2, 148;
vgl. ferner Hertel
thür. sprachsch. 224. Jecht 101
b. Spiesz 229. Kehrein 372: er lachte, dasz ihm der bauch schwabbelte; gehe langsam, das wasser schwabbelt dir sonst aus dem zuber; die schüssel war geschwappelte voll suppe. Schmidt 213; schwabbeln,
taumeln wie ein betrunkener, oder quabbeln wie ein fetter körper, oder wallen, überlaufen wollen wie eine flüssigkeit aus einem vollen geschirre. Stalder 2, 357,
vgl.schwaple
bei Hunziker 234. Seiler 266
b; schwappeln Schmid 485; schwàpeln Kramer
beitr. zu einem siebenb.-sächs. idiot. 122. Schröer 205
b;
nd. swabbeln Danneil 217
a. Stürenburg 240
a. ten Doornkaat Koolman 3, 368
b;
transitiv, hin und her bewegen, schwanken machen, besonders gefäsze durch hin und her bewegen zum überlaufen bringen. Schemionek 37. Klein 2, 148. Woeste 264
a;
sehr verbreitet ist schwabbeln, schwappeln
im sinne von schwatzen (
ausgehend von dem durch schwabbeln
bezeichneten plätschernden geräusch),
vgl. niederd. korresp. 11, 5 (
Hinterpommern). Frischbier 2, 325
b. Kleemann 20
c. Schmid 485. Seiler 266
b. es ist auch ein person sie sei fraw oder man nit fridsam, wen sie wil schwappeln und schwetzen was ir inn das mul kumpt. Keisersberg
emeis (1516) 86
d.
besonderes: nd. swabbeln,
mutwillig oder ungeziemend küssen Schütze 4, 231; swabbeln,
im wasser zappeln, sich aus einer gefahr herausarbeiten wollen Dähnert 476
a; swawweln,
schaukeln, sich hin und her bewegen, z. b. von einem boote gesagt Mi 90
b.
geräuschvoll einschlürfen, saufen, prassen, schwelgen: schwappeln,
etiam id. est quod saufen ..
dicitur etiam sich beschwappeln,
tuburcinari Stieler 1962; schwappeln,
trinken, saufen, schwelgen Schröer 289
a; schwappeln,
locker leben Reinwald 2, 116; swabbeln,
unnütz verthun, prassen. brem. wb. 4, 1107 (
Hannover).