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zimmermann

nhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zimmermann m.

Bd. 31, Sp. 1330
zimmermann, m. , zimmermann; in den späteren ahd. glossen reichlich belegt: faber smid enti cimparman (9. jh.) 4, 244, 21; edilis zimparman (10. jh.) 2, 7, 27; architectus zimberman (11. jh.) 1, 760, 22; 5, 21, 6; cimberman (13. jh.) 3, 357, 8; (14. jh.) 4, 306, 8; carpentario zimberman [] (12. jh.) 3, 414, 16; carpentarius zemberman (13. jh.) 3, 374, 49; carpentarius wagner vel zimmerman (14. jh.) 4, 183, 24; lignarius cimberman (12. jh.) 3, 139, 31; lignarius vel tignarius (12. jh.) 3, 185, 71; metanicus (sic!) zimbirman (12. jh.) 4, 171, 35; zimberman (13. jh.) 4, 78, 39. artifex zimberman Notker 1, 276, 13 P. mhd. zimber-, zimerman (zimperman kaiserchron. 11526; [Elsasz ende 14. jh.] weist. 4, 5); mnd. timber-, timmerman (timmerman bereits 1250/72 Wismarer stadtb. nr. 5; vgl. die liste der mnd. belege bei M. sdahl Holmberg stud. z. d. nd. handwerkerbezeichnungen d. mittelalters [1950] 218). 11) in der ausübung seines handwerks. a) arbeitsweise und -geschick wird beachtet: der zimmerman muoz warten, wie er mit der barten nâch der ackes müeze snîden Wolfram v. Eschenbach Willehalm 394, 13; als durch die dicken mûre brichet der bickel und zimberman den zwickel bliwet durch den herten nagel ebda 54, 22; als mit einem tzimmerman musz ich in seinen terminis reden, nemlich winckeleisen und nicht krumpeisen, axt und nicht beil Ant. Lauterbach in Luther tischr. 5, 653 W.; das ist allein der zymmerman, der durch sein schnur, masz und richtscheit kan messen, hoch, tieff, weit und preit Hans Sachs 7, 471 Keller; der schmied ergreift den hammer und läuft zum ambos hin, der zimmerman die klammer Paul Fleming dt. ged. 1, 115 lit. ver.; der zimmermann bringt, ohne andere werkzeuge als seine axt, in kurzer zeit die feinsten arbeiten zustande Schubert verm. schr. (1823) 2, 252. der zimmermann vertritt im mittelalter auch das schreinergewerbe; dieses kommt erst mit dem mobiliar auf, während vorher eingebaute schränke und wandfeste bänke im gebrauch waren. noch 1580-87 wird dieselbe person in Bremen bald als timmerman, bald als sniddeker erwähnt, s. bei M. sdahl Holmberg a. a. o. 189; 208; ein treffendes zeugnis: der boden war festgestampfter lehm, und die tisch und bänke von solchem kerneichenholze, dasz es dem zimmermann schade gedünkt, viel mit hobel und meiszel daran schnitzen und glätten Alexis hosen (1846) 1, 107. b) beim fällen und zubereiten des bauholzes: vindet er och einen cimberman nach der snore howen, so sol er in phenden vor funf schillinge (Oberelsasz 1320) weist. 1, 666; und mochte auch mit einem gesworn zymmerman ... buweholtze tun hauwen (Dieburg 1429) ebda 4, 534; als wenn ein zimmerman, der zu erbeiten sucht, etwa einen bawm abhawet, und beschlehet und schlichtet den selbigen wol, und macht etwas künstlichs und feins daraus weish. Sal. 13, 11; der zimmermann hauet sein holtz zum bauen umb, nicht in vollen, sondern abnehmenden licht J. Prätorius abentheuerl. glückstopf (1669) 369; viel bäume, die verdeckt in tiefster wildnisz stunden, ... findt itzt der zimmermann, fAellt itzt auf einen tag der schwankend-scharfen axt oft wiederholter schlag König ged. (1745) 24. c) beim bau eines hauses: und gleich wie ein zimmerman, wenn er ein newes haus bawet, nicht weiter denckt, denn das ers also mache, das es einen bestand habe 2. Makk. 2, 30; es ist kein hantwerckssman, kein zimmerman der ein haus künne zimmeren, wan er es nit vorhin hab angeschlagen in seinem hertzen J. Pauli Keisersbergs narrenschiff (1520) 54a; ein zimmermann, der da bawet ein haus Paracelsus opera 1, 25c Huser; wie dann auch kein zimmermann erschrickt, so einer ausz ihnen vom gebAew zu todt fallet Bech Agricolas bergwerckbuch (1621) 4; möge der zimmermann vom gipfel des daches den spruch thun, wir, so gut es gelang, haben das unsre gethan Hölderlin ges. dicht. 1, 242 Litzm.; [] ist gut auch gedecket dein lustiges haus? all frühling blüht neu drauf des zimmermanns straus Cl. Brentano ges. schr. (1852) 4, 117; verschollen sind des beiles schläge, verstummt ist die geschwätzige säge; drum nimmt das wort der zimmermann Baumeister zimmermannssprüche (1837) 10; ein zimmermann erschien zwischen den dachbalken Kurt Kluge Kortüm (1938) 309. d) als schiffszimmermann: und weret sake dat jenich timmerman jenich schip buwede dat groter worde ..., dat schal by der stad also vorwaret sin, dat id nement enkope seerecht d. Hansa (1412) artikel 6 bei Pardessus coll. de lois marit. (1831) 2, 460; unter diesen befanden sich der dritte schiffslieutenant ..., der zimmermann und der constabel J. G. Forster s. schr. (1843) 1, 180; oft hämmere der klabotermann auch auszen am schiffe, und das gelte dann dem zimmermanne, der dadurch gemahnt werde, eine schadhafte stelle ungesäumt auszubessern Heine s. w. 3, 101 Elster. e) in lohn und stellung: in Hamburg wird im jahre 1311 ein Johannes carpentarius civitatis genannt, vgl. Koppmann kämmereirechn. d. st. Hamburg cvii; in Frankfurt begegnet 1462 die eintragung meister Kune, der stete zimmermann bei K. Bücher berufe d. st. Frankfurt a. M. 140b; deme tymmermanne, den mestern von ostern byt Mychael sal me geven des dages to lone V d, und dem knechte iiii d (1386) Bauer - Collitz waldeck. wb. 301; item 10 m. eyme zimmermanne, der eyne zigilschune buwen sall, uf rechen gegeben (1399 bis 1409) Marienburger tresslerb. 4 Joachim; und 1 m. eyme zimmermann, der dem marschalke vor dy slusen rathen sal in der wiltnisse ebda 98; der stede zimmerman sal man ierlichs geben 16 achteil korns, diewile er in der stede dinste ist, und einen sesz, sine cleidunge und zur wochen einen schilling. und sal getruwelich der stede buwe an bliden, an notstellen und an andern buwen, warten und bewaren und sal auch alle kloczer und ander geholcze, daz zu ichte zu buwe dank, behuden und behalden der stad zu nucze K. Bücher berufe d. st. Frankfurt a. M. 140b; auch sol der schaffer das zimmerholtz, das der stat walthawer zu der stat pewen herein antwort, eigentlichen mercken und ab zelen mitsampt der stat werckmeister dem zimmermann, als oft des nöt ist Tucher baumeisterb. d. st. Nürnberg 33 lit. ver.; dem zimermann fir die dillen zu schneiden (Tirol 17. jh.) österr. weist. 4, 316; dem zimmerman den machloen bezalen (Hochwald 1514) weist. 2, 98. 22) als zimmerleute erscheinen der hl. Fulogius und Joseph, dieser nach Matth. 13, 55: ist er (Jesus) nicht eines zimmermans son? der inhalt dieser bibelstelle klingt lange in der literatur nach: Joseph der was ain zimberman, hie mit erwarb er in dar zuo, wan er zimbert spat und fruo, und ander spis, claider der saelden hort 2179; Joseph, der do Marien was gemehelt, selten múessig sas, wan er must sich began selb ander als ainen zinberman, der da muost haben cost me, so er ist komen zuo der e ebda 1136; uns ist sin vatter wol bekant ain zimmerman, Joseph genant Wernher Marienleben 5406 P.-H.; es daucht sie seltzam, das eyn leye und eynsz tzymmermansz szon solt szo gelertt seyn und hatte doch nichts geleret (1522) Luther 10, 1, 1, 445 W.; 10, 1, 2, 150 W.; also ist des herrn Christi mutter ohn zweifel ein armes mägdlin gewest, darum wird sie auch einem zimmermann vertrauet und zur ehe gegeben Kasp. Heidenreich in Luther tischr. 5, 230 W.; noch eins tet gott, das schetz ich hoch, dasz er Joseph selb fürher zoch und wolt sin reinigste mter han vermehlet Joseph, dem zimberman N. Manuel v. papst u. s. priestersch. 1347 Bächtold, Schupp schr. (1663) 428; [] und wenn man berschlug die wrdigkeit der sprossen, war 's ein' elende magd, ein armer zimmerman Lohenstein geistl. gedancken (1680) v. 709; in Nazareth kein zimmermann wie er (Joseph) die ceder hauen kann Fr. Kind ged. (1817) 1, 7; Jesus von Nazareth, des zimmermanns sohn Hegel w. (1832) 12, 260; vgl. noch H. Fischer schwäb. 6, 1210. 33) übertragen a) auf gott als den baumeister der welt und des himmels: er sprach. ... nah der genade, diu mir gegeben ist, han ich gesezzet eine gruntvest, als ein wîser cinberman (2. hälfte d. 12. jhs.) speculum ecclesiae 162; der himil zimberman und der erde macher Hugo v. Langenstein Martina 80, 105; und lat den hohin zimberman der uz erden machen kan so mengen wunderlichen lip beide man und darzue wip ebda 11, 61; swaz ieman gemachen kan, dun sîst selbe der zimberman, daz muoz man gar verlorn hân Stricker Karl 3722 Bartsch; ô mîn lieber herre Jêsu Kriste, ô fürste unmêziger rîlicheit, ein zimmerman aller der welte Nicolaus v. Straszburg in: dt. mystiker 1, 263 Pf.; sus hat sie der zimmerman, sint daz her der werlt began, gebuwet mit siner macht Heinrich v. Hesler apokalypse 6309; nuhn hab ich offtmalen, und nemlich in dem buch vom hinfallenden siechtage, vom zimmerman der himmeln geredt Paracelsus opera (1616) 1, 567a Huser; der himel aber new formirt, ist so gewaltig roborirt, das er (wie auch sein zimmerman) nicht sincken noch vorallten kan Ringwaldt christl. warnung (1588) b 7a; armer Jesu, sohn desz wahren erdt- und himmel-zimmermans Spee trutznachtigall 262 ndr. b) auf persönlich vorgestellte krankheiten und leidenschaften des menschen: so musz ich die und andere kranckheiten verantworten, auff das ein gemeine declaration, im zimmermann der kranckheit verstanden werden Paracelsus opera (1616) 1, 583a Huser; da (im herzen) hauset ein zimmermann schlimm und arg, der zimmert mir einen totensarg Heine s. w. 1, 31 Elster; der bube (Cupido) ist ein guter maurer und zimmermann und schlAegt das hAeuschen unehre so nahe an der nachbarin ehre haus, dasz man aus einem laden in den andern ungesehen hineinschlupfen kann maler Müller w. (1811) 2, 114. c) auf prediger, erzähler, schriftsteller: ein prediger ist wie ein zimmermann, sein instrument ... ist gottes wort Luther tischr. 1, 99 W.; so mag er dann in anderm sinn ein zimmermann heiszen immerhin Hoffmann v. Fallersleben ges. schr. (1890) 6, 87; aber der Zwingel ist aller erst ein ungeschickter zymerman und hawet grobe spen, da er gen Baden also schreibt Luther 23, 199 W.; und was wer es auch von nöthen mit latein wie ein zimmerman mit speen umb mich zu werffen Kirchhof wendunmuth 2, 124 lit. ver. d) auf den biber: berühmt als zimmermann und baumeister ist namentlich der biber Vischer ästhetik (1846) 2, 144. 44) redensarten, die auf die arbeit des zimmermanns anspielen; am geläufigsten ist einem weisen (zeigen), wo der zimmermann das loch gemacht hat 'jemand die tür weisen und ihn so zum verlassen des raumes nötigen'; literar. bei Schiller 3, 359 G. (kabale u. liebe I 1); älter ist die fassung sieh, wo der zimmermann das loch gelassen hat 'mache [] dich zur tür hinaus, mache dich fort'; so bei Lessing 1, 316 L.-M. (d. junge gelehrte II 3); Adelung2 4, 1717; das älteste zeugnis vom vorhandensein der redensart liefert Stieler stammb. (1691) 1102 mit der angabe: zimmermannsloch dicitur janua, porta; abweichenden wortlaut zeigen die beiden frühbelege, in welchen der wunsch, den raum zu verlassen, von eingesperrten ausgeht (der verfasser erzählt von seiner geburt): ich, der ich dazumal die welt noch niemals geschauet, und nach Adam Riesens rechenbuche 4. gantzer monat noch im verborgenen hätte pausiren sollen, ... sahe, wo der zimmermann das loch gelassen hatte, und kam auf allen vieren sporenstreichs in die welt gekrochen Chr. Reuter Schelmuffsky 7 ndr.; ob ... wir auch allerhand gelegenheit suchten, umb zu sehen, wo der zimmermann ein loch davon zu springen vor uns brig gelassen, wolte es uns doch nicht gelingen Ettner v. Eiteritz mediz. maulaffe (1719) 123. sonstige fassungen: wissen, wo der zimmermann det loch jelassen hat 'sich aus der thür entfernen' Brendicke Berliner wortschatz 195b; Müller-Fraureuth obersächs. 2, 705b; Nestroy ges. w. (1890) 4, 184; de timmermann heft dat lock nich vergeeten 'sagt man zu einem, dem man die türe weiset' Strodtmann id. Osnabrug. (1756) 246. andere redensarten: der grob ist nicht beym zimmerman gewest, ist unbehawen, hat noch viel grobe spAen Lehman floril. polit. (1662) 1, 373; ihr könnt einen zimmermann an seinen schnitzeln erkennen Düringsfeld sprichw. (1875) 1, 209a; das holtz ist gut, wenn du einen guten zimmermann darzu nimmst Steinbach dt. wb. (1734) 2, 23; das holz ist gut, wenn es nur zum rechten zimmermann kommt Binder sprichwörterschatz (1873) 92; je bter timmermann, je leeger hus Mensing schlesw.-holst. 5, 64. das gemächliche arbeitstempo wird bemängelt: wann der zimmerman lang umbs holtz spacieren geht, so felt kein span davon S. Franck sprüchw. (1541) 2, 163a; wann ein mawrer oder zimmermann sich zu todt arbeitet, so fhret sie der teufel in die underste hOell, da das feuer am heisten ist Lehman floril. polit. (1662) 1, 396; mäken, nimm kenen timmermann, hei is jümmer full Bauer-Collitz waldeck. wb. 282b; der zimmerman schleift den ganzen tag, und nach musz er schlafen H. Fischer schwäb. 6, 1210; mädle, wenn dir raten kan, nimm dir ja keinen zimmerman, zimmerleute, die sind nicks nutz, ripsent älleweil am schurz ebda; mehr reime ebda und bei Martin-Lienhart elsäss. 1, 686a. man wirft ihm auch neigung zum trunk vor, vgl.: timmermanns maate 'ein ganz vollgeschenktes glas, bis an den rand, weil die zimmerleute allemal volle gläser austrinken', he drinket aszen timmermann d. i. ein glas nach dem andern, ohne zu pausiren Strodtmann id. Osnabrug. (1756) 246; vgl. ob. und H. Fischer schwäb. 6, 1211. 55) da die lat. handwerkerbezeichnung faber mehrdeutig ist, gibt die gemma gemm. (1508) i 4b sie mit ein schmid oder zymmerman wieder, wie in der ersten dt. bibel an der stelle Matth. 13, 55 dafür smid gewählt wird, während Luther die griech. vorlage τέκτων mit zimmerman übersetzt. die anderen glossare und wörterbücher haben für zimmermann in der regel faber lignarius, faber tignarius; selten wird lignarius allein gebraucht (so schon gemma gemm. [1508] o 5b), ebenso selten allein tignarius (wie z. b. von Frisius [1556] 1310b), dagegen steht carpentarius 'wagner' meistens für sich (so gemma gemm. [1508] d 2b; Diefenbach gl. 102c; nov. gl. 77a). sonst begegnet häufiger noch materiarius (u. a. bei Frisius [1556] 806a) und vereinzelt abietarius (bei Diefenbach gl. 3a; nov. gl. 2b; Alberus [1540] Ff 1a; Frisius [1556] 6a), architectus (bei Diefenbach gl. 46a; gemma gemm. [1508] b 3b), mechanicus (bei Diefenbach gl. 352c). in den modernsprachlichen wörterbüchern werden charpentier, carpenter und legnaiuolo bevorzugt. eine sachliche erklärung der tätigkeit des zimmermanns bieten Noel Chomel (1750) 8, 2416, Helfft wb. d. landbaukunst (1836) 420 u. a. [] 66) das volk nennt hier und da den grünspecht, picus viridis, weil er sein nistloch selbst aushöhlt, zimmermann: Brehm tierl. 4, 580 P.-L.; Naumann naturgesch. d. vögel (1822) 5, 270; Wimmer gesch. d. dt. bodens (1905) 367; Mensing 5, 64; auch picus principalis heiszt so bei Oken allg. naturgesch. (1839) 7, 213; nach Unger-Khull steir. 652a name des stars in der umgebung von Graz. sehr verbreitet als benennung eines käfers mit langen beinen, des phalangium opilio, so benannt, indem 'die langen beine dieses tieres, die beim gehen weit ausholen, mit der tätigkeit holz behauender zimmerleute verglichen' werden schweiz. id. 4, 288; Martin-Lienhart elsäss. 2, 686b; Kleemann nordthür. 26a; Hertel Thür. 265; Vilmar Kurhessen 470. auch arten der bockkäfer erhalten den namen zimmermann, so der holzbock, cerambyx aedilis Tobler Appenzell 455b; ferner lamia aedilis Oken allg. naturgesch. 5, 1701; ergates faber Brehm tierl. 9, 176 P.-L. synonyme sind ob. weberknecht (teil 13, sp. 2663) aufgezählt. schlieszlich für eine warze mit haaren schweiz. id. 4, 288. 77) zimmermanns- als bestimmungsglied gering belegter substantivischer zusammensetzungen; ein teil von ihnen tritt neben ältere zusammensetzungen mit zimmer-, das für zimmerer- steht (s. o.): -barte, f., dolabrum Diefenbach nov. gl. 140a; -baurede, f., zimmermannsspruch Jean Paul w. 49/51, 18 Hempel; -beil, n., M. v. Ebner-Eschenbach ges. schr. (1893) 5, 283; -beitel, m., Karmarsch-Heeren techn. wb. (31876) 8, 478; -blei, m., reiszblei des zimmermanns Mothes ill. baulex. 2 (1882) 77, aus dem folgenden verkürzt, daher das m. geschlecht; -bleistift, m., Krünitz öcon. encycl. 241 (1858) 356; -bock, m., ein gestell, um balken und andere grosze stücke darauf zu bearbeiten, timmermannsbuck J. Sass sprache d. nd. zimmermanns 45; -bube, m.: -bub Christus Ostwald rinnsteinspr. 170; -eisen, n., Prechtl technol. encycl. (1830) 9, 562; -gerät, n., Ch. v. Schmid ges. schr. (1858) 4, 180; -gewerbe, n., handwb. d. staatswiss. (21898) 5, 877; -hacke, f., Rosegger schr. II 1, 77; -handwerk, n., Krünitz öcon. encycl. 241 (1858) 310; Nestroy ges. w. (1890) 4, 186; -handwerkzeug, n., Göthe I 49, 158 W.; -hobel, m., Karmarsch-Heeren techn. wb. (31876) 8, 183; -hock, n., werkstätte des zimmermanns auf dem schiffe Wossidlo reise, quartier 2 (1943) 269; -junge, m., wie -bube Rosegger J. N. R. J. (1904) 274; -knoten, m., timber-hitch Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 1, 870, s. zimmerschlag; -loch, n., s. zimmermann 4; Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1465b; -rötel, m., H. Fischer schwäb. 6, 3484; -schmiege, f., Schönermark-Stüber hochbaulex. (1902) 933, s. schmiege (teil 9, sp. 1068); -schnur, f., schnur, welche, mit rötel oder kohle gefärbt, dazu dient, eine gerade linie auf einem baumstamm abzuzeichnen, längs der die säge geführt werden soll, vgl. u. zimmerschnur Mothes ill. baulex. 2 (1882) 12; Hoyer-Kreuter technol. wb. 1, 870; L. Strackerjan abergl. u. sagen 1, 144; -schraube, f., schwere holzschraube zum heben eines gebäudes, wenn es neu unterschwellt werden soll Hübner zeitungslex. (1824) 4, 1022b; Mothes ill. baulex. 4 (1884) 511; Eggers 2, 1397; Krünitz 241 (1858) 356; -schuh, m., ein längenmasz (1806) schweiz. id. 8, 476; -schweisz, m., H. Fischer 6, 1211; -sprache, f., die fachsprache des zimmermanns allg. dt. bibl. 77, 552; -spruch, m., spruch, den der zimmerpolier beim richtfest vom giebel herab spricht Stifter s. w. (1901) 2, 269; E. Baumeister zimmermannssprüche (1837) titel; H. Fischer schwäb. 6, 1211; Martin-Lienhart 2, 558a; -stechbeitel, m., Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 1, 870; -stich, m., gleich zimmerschlag, einfacher knoten mit doppeltem einschlag des freien endes J. Sass sprache d. nd. zimmermanns 42; Krebs techn. wb. 163; -tochter, f., tochter eines zimmermanns Leopold Mozart in: br. W. A. Mozarts 4, 13 Sch.; Iffland theatr. w. (1827) 5, 72; M. Meyr erz. a. d. Ries (1868) 1, 77; -wappen, n., alle werkzeuge des zimmermanns, die während des zimmerspruchs vorn am dachfirst des neuen hauses schön geordnet befestigt werden H. Fischer schwäb. 6, 3484; -weib, n., Rosegger schr. III 10, 143; -werkstatt, f., bottega di legnaiuolo Hulsius (1618) 2, 223b; -werkstätte, f., dasselbe J. M. Sailer vorles. a. d. pastoraltheologie [] (1788) 320; Muspratt chemie (1888) 6, 1697 St.-K.; -werkzeug, n., handwb. d. staatswiss. (21898) 7, 945; Krebs techn. wb. 163; Ritter erdkde 5 (1835) 261; -zeichen, n., contre-marc Mothes ill. baulex. 2 (1882) 69. —
19068 Zeichen · 444 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zimmermann

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Zimmermann , des -es, plur. die -leute, derjenige, welcher das Zimmerhandwerk erlernet hat, oder übet; da es denn al…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Zimmermann

    Goethe-Wörterbuch

    Zimmermann [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Zimmermann

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +6 Parallelbelege

    Zimmermann Joh. Georg, berühmter Arzt u. populärphilosophischer Schriftsteller, geb. 1728 zu Brugg im Kanton Aarau, wurd…

  4. modern
    Dialekt
    Zimmermann

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    PfWB RhWB Zimmerma nn Hagenb. , Zimmer mann Ruf. und nö. davon allg. m. 1. Zimmermann. Mariannele, Mariannele, Nimm du d…

  5. Sprichwörter
    Zimmermann

    Wander (Sprichwörter)

    Zimmermann 1. Auch einem alten Zimmermann kann das Beil einmal abfahren (ins Bein, in die Finger gehen). Böhm. : I mistr…

  6. Spezial
    Zimmermann

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Zim|mer|mann m. (-[e]s, ...leute) zumpradú (-dus) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zimmermann

69 Bildungen · 57 Erstglied · 11 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von zimmermann 2 Komponenten

zimmer+mann

zimmermann setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

zimmermann‑ als Erstglied (30 von 57)

zimmermannsarbeit

DWB

zimmermanns·arbeit

-arbeit , f. , die arbeit eines zimmermanns: holzarbeiten, zimmermannsarbeiten Krünitz öcon. encycl. 241 (1858) 309 ; Karmarsch-Heeren techn…

Zimmermannsauge

Wander

zimmermann·sauge

Zimmermannsauge Tömmermanns-Og drögt (trügt) nich, säd jen Jung, on hadd sess Wäke gelehrt. ( Ostpr. ) Er hatte ein Mädchen geschwängert und…

zimmermannsaxt

DWB

zimmermanns·axt

-axt , f. , so viel wie zimmeraxt Krünitz öcon. encycl. 241 (1858) 356 ; seid still! das ist die säge und die zimmermannsaxt, und bald brech…

zimmermannsgeselle

DWB

zimmermanns·geselle

-geselle , m. : ein zimmermanns-geselle Lichtwer Äsop. fabeln (1748) 98 ; zimmermannsgeselle allg. dt. bibl. (1765) 38, 177; Rosegger schr. …

zimmermannshaar

DWB

zimmer·mannshaar

-haar , n. , sprichwörtlich als unscharfes masz im gegensatz zum masz des tischlers, das ' haarscharf ' sein musz; zunächst als gewerkespott…

zimmermann als Zweitglied (11 von 11)

Bêrgzimmermann

Adelung

berg·zimmermann

Der Bêrgzimmermann , des -es, plur. die -leute, ein Zimmermann, welcher die zum Bergbaue nöthigen Kunst- und Wasserräder geschickt zu bauen …

Oberzimmermann

Adelung

oberzimmer·mann

Der Oberzimmermann , des -es, plur. die -zimmerleute, auf den Schiffen, der oberste Zimmermann, welcher die Zimmerleute unter seiner Aufsich…

Ratzimmermann

DRW

ratz·immermann

Ratzimmermann, m. Zimmermann in städtischem Dienst vgl. Ratsbeamte ouch ensoll der ratht zcymmerman (wer der zu gezeitenn ist) keyme ratißme…

schiffzimmermann

DWB

schiff·zimmermann

schiffzimmermann , m. zimmermann, der auf einer schiffswerft arbeitet, faber lignarius navium. Frisch 2, 181 a , vgl. schiffszimmermann; plu…

stadtzimmermann

DWB

stadt·zimmermann

stadtzimmermann , m. , wol gleich dem folgenden: nu uber das alles so hat ein erberger ratte einem werckmeister und statzimmermann ab zu sag…

Talszimmermann

DRW

tal·s·zimmermann

Talszimmermann, m. in Halle: amtl. bestellter Salinenzimmermann den thals-zimmermann aber bestellet der saltzgraͤfe und oberbornmeistere mit…

Thalzimmermann

Campe

thal·zimmermann

Der Thalzimmermann , — es, Mz. — leute , Zimmerleute, welche im Thale, d. h. im Salzwerke arbeiten.

Ableitungen von zimmermann (1 von 1)

erzimmermannen

DWB

erzimmermannen , nominare fabrum: und wenn sie den ewigen son gottes wol durchschendet und erzimmermannet und an seiner kirch mit gewalt ang…