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unkraft

as. bis nhd. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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11 in 10 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

unkraft f.

Bd. 24, Sp. 1105
[]unkraft, f. , mangel der kraft und ihr gth.; ahd. as. mhd. unkraft, ags. uncræft 'prava ars', mnd. unkraft, -kracht, mnl. oncracht. ohnkraft öfter im 16. 17. 18. jh. neben u. vgl. mhd. âkraft, nhd. abkraft, abkräftung, unkräftigkeit, unkräftigung, kraftlosigkeit. zu den formen s. kraft. im vergleich mit dem positiven worte und dem adj. unkräftig schwach entwickelt und in den meisten bedd. veraltet. syn. ungewalt, unmacht. 11) kraft II 1 entsprechend, physisch: Graff 4, 604; Lexer 2, 1902; mnd. wb. 5, 60b: gleich wie Gideon ynn seiner unkrafft den drey völckeren oblag Luther 19, 146 W.; Fr. Jacobs personalien 294; Nietzsche II 15, 74; es war jener zustand sanfter u., der schwermütigen genesenden menschen so wohl ansteht Scheffel 2, 153. auch ohnmacht, bewusztlosigkeit, erschöpfung und bestimmte krankheiten bezeichnend (Höfler 304b): er vertreibt die onmacht oder unkrafft und schwachheyt des selbigen Ryff confectbuch 133a; A. U. v. Braunschweig Oct. 2, 1146; altertümelnd: der vogel ... caradrion (vgl. zu Freidank 143, 7) ... nimmt des mannes u. an sich Scheffel 1, 142. beliebt war der heute schriftsprachlich veraltete, schon von Adelung abgelehnte plur.: ach wollet doch ewre liebliche augen gegen meine schmertzliche unkräffte kehren engl. com. z 1a; Simpl. 335 Kögel; Butschky Pathmos 712; ich fühlte solche unkräften, dasz ich mir einbildete, ich legte mich hier lebendig ins grab v. Loen d. redliche mann am hofe 376; meist in präpos.-verbindungen: ynn grosser schwacheit und unkrefften (v. Gideon) Luther 19, 145 W.; in gantzen unkrefften 1, 91a Jen.; theatr. diab. 186b; vor unkrefften M. C. Schütz 3, 71b; wobei diese schwache creaturen fast jedesmal in unkräffte und zu boden sancken Francisci traursaal 1, 13; von gefangenen (nach der mhd. Rotherstelle) in unkräften liegen Tieck 13, 188, Scheffel 2, 122; weil sie (die hexe) einen maurer dermassen hat zu unkräften gebracht und verkrümt, dasz er das haupt beinahe zwischen den füszen muszt gebogen halten Fischart Bodin (1591) 182a. 22) kraft 2 c, 3 d, 11 c entsprechend, das auszerstandesein, die unfähigkeit, unwirksamkeit u. dgl.: so ist der glaube von unkrefften, gute verdienstliche werck ... zu thun Wimpina bei Luther 5, 18a Jen.; deren verwelcktes alter erweiset, von was unkräfften selbe seyn, die wissenschaften fortzupflantzen Harsdörffer gespr. 1, m 4b; Butschky kanzelley 675, 134, 42; im plur. veraltet; sing.: eine nationale u. (der juden) schelten G. Freytag 16, 324; Kürnberger herzenssachen 286. 33) kraft 3 entsprechend: unchraft muotis infirmitas mentis Notker ps. 54, 4 (vgl. 5); die u. des freien willens sei nur, dasz er ... keine göttlichen gaben hervorbringen könne Ranke 2, 312 (im anschlusz an die quelle des 16. jhs.); die zeit der 'kraftgeister', besonders empfindlich für das fehlen der 'kraft', hat dem worte neuen aufschwung verliehen: oft sitzet der charakter der kraft oder u. eines menschen blosz im kinne Lavater phys. fragm. 4, 263; es hängen sich so viel menschen an mich, dasz ich oft über meine u. weinen möchte Schubart briefe 2, 250; Kern sendschreiben 67; die weihe der unkraft Z. Werner 1814 (vgl. s. 22 und unten 5); Görres 5, 114; Fontane I 2, 568; die u. zu ehren heucheln Fr. L. Jahn 2, 315; Heine 6, 282; Dahn kampf um Rom 2, 186; Stifter briefe 1, 138. 44) wie kraft 4 von naturkräften: von veränderung der kräfften und unkräfften (vgl. sp. 26, 3) zu philosophieren Parac. 2, 309 C. veraltet. 55) kraft 5 entsprechend im geistlichen sinne (vgl. Notker u. Z. Werner unter 3): krafft wird ynn unkrafft volkomen (virtus in infirmitate perficitur 2. Cor. 12, 3) Luther 19, 146, 6; 18, 315, 16; 28, 88, 30; 28, 137, 10 W.; durch menschen unkrafft und unwitze 5, 2a Jen.; Agricola sprichw. h 1a; Kirchhof wend. 3, 20; Sachs 18, 181, 18 G.; v. Meyern kl. schr. 2, 117; verlasz uns nicht, wenn unkraft uns befallen (cum defecerit virtus nostra Notker) Scheffel 2, 17; Rosegger 13, 109. [] 66) kraft 10 entsprechend, rechtlich: das sal an ym selbs von uncrefften und vornicht sin (1475) lehnsurk. Schlesiens 2, 84; von unwürden und unkräfften sein Sattler phras. 285; Schmeller 1, 1364; acta publ. 4, 146 Palm; Lohenstein Arm. 1, 61b; Kelch Liefl. historia (1695) 414; sol der contract gentzlich zuo unkrefften sin (1520) Freiburger stadtrechte 44a; zu unkräfften kommen Fischart binenk. 49b, erkant werden bibl. hist. 281, 20 Kurz; Staub - Tobler 3, 789; dasz dadurch ... obgedachter majestät brieff ... gantz zu unkräfften gesetzet Fr. Baumann schles. landsmann (1621) 9; unkraft, sing. Schottel hauptspr. 650; veraltet. 77) aus der rechtlichen bed. verallgemeinert (vgl.machen Christum .. gantz von unkräfften, unnutz und zu nichten Fischart binenk. 95a) oder an 2 anknüpfend (vgl. unkräftig 2 e): die taufe nützet vielen nichts, nicht aus irer unkrafft oder unvolkomenheit, sondern .. Luther 6, 293b Jen.; Adelphus Barbarossa 28b; von der spur und irer gelegenestem gesuch und bester krafft und unkrafft Sebiz feldb. 575. veraltet.
5070 Zeichen · 141 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    unkraftst. F. (i)

    Köbler As. Wörterbuch

    unkraft , st. F. (i) nhd. „Unkraft“, Unvermögen, Schwäche ne. disability (N.) ÜG.: lat. imbecillitas GlEe Hw.: vgl. ahd.…

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    unkraftst. F. (i)

    Köbler Ahd. Wörterbuch

    unkraft , st. F. (i) nhd. Schwäche, Schwachheit, Krankheit ne. weakness ÜG.: lat. imbecillitas Gl, N, infirmitas N, NGl,…

  3. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    unkraftstf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    unkraft stf. schwäche, ohnmacht. von solher hêrschaft menschlîcher unchraft aneg. 5,6. mîn tohter ist beheftet mit miche…

  4. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    unkraftF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    unkraft , F. nhd. „Unkraft“, Schwäche, körperliche Schwäche, Kraftlosigkeit, eine Magenkrankheit (Diarrhöe?) ÜG.: lat. i…

  5. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    UnkraftDie

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    ✱ Die Unkraft , Mz. — kräfte , der Mangel der Kraft. »I mohte der helt nicht darfur vor unchreften bringen.« Klage, V. 2…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unkraft

3 Bildungen · 2 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von unkraft

un- + kraft

unkraft leitet sich vom Lemma kraft ab mit Präfix un-.

Zerlegung von unkraft 2 Komponenten

unk+raft

unkraft setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

unkraft‑ als Erstglied (2 von 2)

unkraftag

KöblerAs

unkraftag , Adj. nhd. „unkräftig“, kraftlos ne. weak (Adj.) ÜG.: lat. imbecillis GlEe Hw.: vgl. ahd. unkreftīg* Q.: GlEe (10. Jh.) I.: Lbd. …

unkraft als Zweitglied (1 von 1)

neunkraft

DWB

neun·kraft

neunkraft , f. achillea millefolium und tussilago alba Holl pflanzennamen 264 b , petasites albus, wilde neunkraft Pritzel-Jessen 267 a ( Sc…