vierling,
m. , 11)
wie zwilling, drilling,
eins von vier gleichzeitig geborenen kindern: vierling, einer von vieren zusammen gebohren Steinbach 2, 895; Peloponnesia, war ein solch fruchtbar weib und gute heckemutter, dasz sie fünff mahl nach einander vierlinge (oder 4. kinder zugleich) gebahr
frauenz.-lex. (1715) 1453. 22) vierling,
der vierte theil von etwas, mhd. wb. 3, 308
a; Lexer
mhd. handwb. 2, 341;
ferto, fierling, ferling Diefenbach
gloss. 231
b;
nima, vierling 380
c;
quadrans, vierlinc 475
b;
quadrantale, virlinc wert
ibid.; quadrinus, vierling, vierlengk,
nd. verlinch,
verlich 476
b;
quarta, ein viertel
vel vierling 477
c;
ferto, vierling
nov. gloss. 171
b;
quadrans, fierling 310
a;
mnd. vêrlink Schiller-Lübben
mnd. wb. 5, 241
b;
mnl. vierlinc Verwijs-Verdam
mnl. wb. 9, 455; vierer,
quaternio, quadrans: dicitur etiam vierling Stieler 2382; vierling,
quartarius Steinbach 2, 895;
vgl. Frisch 2, 401
a, Adelung
und Campe;
zeitschr. f. d. wortforsch. 2, 200
b; 4, 166; 12, 128
b;
durch die veränderung der maszeintheilungen und der münzen ist das wort jetzt aus der schriftsprache verschwunden, es hält sich nur noch in einigen besonderen anwendungen in landschaftlichem gebrauche. über das vorkommen des wortes in den mundarten in älterer und neuerer zeit vgl. Schmeller
bayer. wb. 1, 844; Schoepf
tirol. idiot. 789; Lexer
kärnt. wb. 95; Fischer
schwäb. wb. 2, 1475; Martin-Lienhart
wb. d. elsäss. mundarten 1, 130
a;
schweiz. idiot. 1, 924; Follmann
wb. d. deutsch-lothr. mundarten 159
a; Spiess
beitr. zu einem henneb. idiot. 271; Albrecht
leipz. mundart 231
b; (
als diminut. fîrlingl) Goepfert
mundart d. sächs. erzgebirges 48; Bauer-Collitz
waldeck wb. 139; Schütze
holstein. idiot. 4, 309. 2@aa)
der vierte theil eines feldmaszes: vierling fäld (der),
jugeri pars quarta Maaler 448
a; ¼ jauchert
oder ¼ morgen Fischer
schwäb. wb. 2, 1476; ¼ juchart
z. b. von weinbergen, schweiz. idiot. 1, 925;
vgl. ferlingus
als ackermasz in England (Ducange
s. o.)
und unten vorling (Schiller-Lübben
mnd. wb. 5, 396
a;
die beiden letzten haben mit vierling
nichts zu thun). 2@bb)
als gewicht, ¼
pfund; vgl. Schmeller
bayer. wb. 1, 844; Schoepf
tirol. idiot. 789; Fischer
schwäb. wb. 2, 1475; Martin-Lienhart
wb. d. elsäss. mundarten 1, 130
a;
schweiz. idiot. 1, 924; Follmann
wb. d. deutschlothr. mundarten 159
a; Spiess
beitr. zu einem henneb. idiot. 271; Reinwald
henneb. idiot. 2, 136;
un quarteron, ein vierling, ein viertheil eines pfundes Duez
nomencl. (1652) 69; vierling eines pfunds,
pondo quadrans Dentzler
clavis linguae lat. (1716) 318
b; kertzen, der jegliche wol ainen fierling wachs hett Richental
chron. d. constanzer concils 85
lit. ver.; was gewichts ungezeichint oder nicht mit der stat zeichen gemerckt, das über ein vierling ist
nürnb. polizei-ordnungen 184
lit. ver.; die halb quart, oder der halb vierling ... (
ist der) achtest teyl von einem pfund Ryff
confectbuch (1548) z 5
b; wie teuer die elle tuch oder der vierling käs? Hebel
werke 2, 260
Behaghel; dann nympt er syner köchin flachs und einen halben vierling wachs Murner
narrenbeschw. 38, 14
neudr.; sie schmieren sich mit eierweisz, dasz sie besser glanzen: die eine mit em vierling, die andre ein halb pfund
spottreim aus Stuttgart in zeitschr. f. d. wortforsch. 5, 275;
redensarten: drei vierling ist kein pfund,
es reicht nicht; wenn einer nur 'n vierling (
verstand) hat, kann man kein pfund von ihm verlangen Fischer
schwäb. wb. 2, 1475; drei vierling und e rosechranz gid em au a pfund,
der rosenkranz ersetzt das fehlende viertel Wander
sprichw.-lex. 4, 1641.
anderes gewicht: viertel eines steins (20
pfund)
also = 5
pfund, als fleischgewicht Müller-Fraureuth
wb. der obersächs. u. erzgeb. mundarten 2, 622
a. 2@cc)
hohlmasz für getreide, sämereien u. s. w., dann auch hohlmasz für flüssigkeiten: vierling, der, ein masz, quartarius Steinbach 2, 895;
vgl. Frisch 2, 401
a; Jacobsson
technol. wb. 8, 89
a; Adelung; vierling: heiszet in dem würtenbergischen ein masz der feldfrüchte und anderen truckenen sachen und machen 4 vierlinge ein simmer, 8 simmer aber einen scheffel
allg. haushalt.-lex. (1749
ff.) 3, 599;
das verhältnisz des vierlings
zu andern maszen wird verschieden festgesetzt, vgl. hierüber Schmeller
bayer. wb. 1, 844; Lexer
kärnt. wb. 96; Unger-Khull
steir. wortschatz 233
b; Fischer
schwäb. wb. 2, 1476; Martin-Lienhart
wb. d. elsäss. mundarten 1, 130
a;
schweiz. idiot. 1, 925; Follmanm
wb. d. deutschlothr. mundarten 159
a; Spiess
beitr. zu einem henneb. idiot. 271; Müller-Fraureuth
wb. d. obersächs. u. erzgeb. mundarten 2, 622
a; di geltent mit einander der hêrschaft ze vogtrechte vj vierteil kernen und ein vierling kernen, vj vierteil und ein vierling roggen
habsburg. urbarbuch 232, 32
lit. ver.: der (
ein turmknopf) hielt 2 schaff roggen minder 1½ fierling
deutsche städtechron. 25, 30, 18; denn sie einen vierling voll wein bey sich gehat Grimmelshausen
Simpl. 3, 412
Kurz. 2@dd)
vierte theil einer münzeinheit (
doch z. th. auch zusammenfassung von 4
münzeinheiten, s. oben vierding);
der vierte theil eines pfennigs oder angeblich auch vier pfennige: quadrassis, eyns virlinges wert Diefenbach
gloss. 475
c; Jellinek
mhd. wb. 869;
vierpfennigstück Schiller-Lübben
mnd. wb. 5, 241
b;
mnl. vierlinc,
von verschiedenem werth Verwijs-Verdam
mnl. wb. 9, 456; vierling, vierpfenniger Rädlein (1711) 958
b; vierling, scheidemüntze, deren drey einen groschen in Ober-Sachsen machen Hübner
convers.-lex. (1722) 1982; virling,
der vierte theil eines pfennigs Bauer-Collitz
waldeck. wb. 139; untz das du vergeltest den jungsten vierling
die erste d. bibel 1, 19 (
Matth. 5, 26); macht es gerad, und fehlet nicht umb ein härlein, neunhundert gulden, zwölf batzen, siben creutzer, fünff pfenning, drey heller, anderhalb scherff und ein halben vierling Lindener
schwankb. 152
lit. ver.; ich weine ir sulch bas wissen sulde, we manich herinc einen virlinc gulde
deutsche städtechron. 12, 61, 1403;
mlat. ferlingus (
franz. ferlin, frelin),
s. bei Ducange 3, 440
a. 2@ee)
der vierte theil eines hundert, z. b. von äpfeln, birnen, nüssen, kohlköpfen, setzlingen, zuckerrüben, holzwellen Martin-Lienhart
wb. d. elsäss. mundarten 1, 130
a;
vgl. schweiz. idiot. 1, 924. 2@ff)
als längenmasz, eine viertelelle Fischer
schwäb. wb. 2, 1476;
schweiz. idiot. 1, 924; en vierling blaue himmel,
wenn nur ein kleines stück des blauen himmel sichtbar ist. 33) vierling,
so werden nach Jabobsson
technol. wb. 4, 542
b die eimerigen fässer genannt; das wort gehört wohl zu mhd. vuore,
s. fürling
bei Fischer
schwäb. wb. 2, 1863. 44) vierling,
vierzeilige strophe von gleichen versen: nennet man solche reime quadrains, vierversichte, oder vielmehr vierzeilige reime, vierlinge Schottel
haubtsprache 933; die beiden vierlinge (
des sonnetts) Voss
krit. blätter 1, 518;
vgl. vierzling. 55)
pflanzenname: sagina procumbens, der kelch hat vier blätter, die blume vier blätter, die kapsel vier klappen Nemnich. 66) vierling
und vierdling,
bezeichnung des tisches, etwa des viereckigen oder vierbeinigen? Fischer
schwäb. wb. 2, 1476. 77)
theil eines geschlachteten thieres schweiz. idiot. 1, 925. 88) Sanders
unter vierling
belegt fierling
als theil eines kelterwerks.