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Staub

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Wander
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Staub

Bd. 3, Sp. 784
Staub 1. Besser im Staube als am Throne kriechen. 2. Blas' mir den Staub weg und lass mir den Dreck liegen. (Franken.) Ironisch zu einem Geputzten. In Böhmen von einem unbemittelten Menschen, der sein weniges Geld für überflüssigen Putz oder entbehrliche Dinge ausgibt und am Nothwendigen Mangel leidet. 3. Den Staub bringt man nit aus den Kleidern ohne Steckenschlag, und die Bossheit nit aus den Kindern ohne die Ruthe. Lat.: Poena leves non possunt refraenare insaniam. (Sutor, 183.) 4. Der Staub, den die Schafe aufwirbeln, thut den Augen des Wolfs nicht wehe. Span.: El polvo de la oveja, alcohol es para el lobo. (Cahier, 3595.) 5. Der Staub lacht, wenn man mit einem Besenstiele die Stube fegt. 6. Der Staub, welcher uns in die Augen getrieben wird, ist selten Goldstaub. 7. Erst der Staub füllt das Auge des Menschen. – Burckhardt. Ehrgeiz und Habsucht des Menschen ruhen nicht eher, als bis der Mensch im Grabe liegt. 8. Gestern noch im Staube und heut' in Spitzenhaube. Holl.: Die gistren lag in 't stof, is heden heer van 't hof. (Harrebomée, II, 307b.) 9. Man muss sich den Staub nicht selbst in die Augen blasen. – Lehmann, 695, 72. 10. Offt legt sich ein staub vff die warheit, den muss man wegblasen oder mit einer bürst abkehren. – Lehmann, 865, 36. 11. Sechs Monate Staub, sechs Monate Koth. Spanisches Sprichwort auf den Philippinen. 12. Staub bleibt Staub, und wenn er bis zum Himmel auffliegt. – Simrock, 9830; Körte, 5706; Masson, 11. 13. Staub, Russ und Mehl machen trocken die Kehl'. Daher trinken wol auch Fuhrleute, Ofen- und Schornsteinfeger und Müller gern. (Vgl. Hackländer, Ueber Land und Meer, Stuttgart 1864, XIII, 65.) 14. Was ich doch für Staub machen kann, sagte die Mücke, als sie auf dem Heuwagen sass. 15. Wenn sich ein Staub vff ein Sack gelegt, den muss man wegblasen oder mit einer kehrbürst drüber fahren. – Lehmann, 716, 25. 16. Wenn sich Staub in die Räder setzt, bleibt die Uhr stehen. 17. Wer den Staub scheut, bleibe von der Tenne. – Simrock, 9831; Körte, 5707. Der in diesem Sprichwort ausgedrückte Gedanke gehört zu denen, die sich fast bei allen Culturvölkern sprichwörtlich ausgesprochen finden. Hier heisst es: Wer sich vor Blättern fürchtet, der muss nicht in den Wald, wer die Dornen scheut, nicht in den Busch gehen. Wer das Wasser scheut, darf kein Schiffer werden. Wer Wasser und Wind fürchtet, nicht aufs Meer gehen. Wer Schwindel hat, muss nicht aufs Dach steigen oder: darf kein Schieferdecker werden. Dort sagt man: Wer sich vor den Sperlingen fürchtet, darf keinen Hirse säen. Wer das Feuer scheut, soll kein Bäcker werden. Wer sich fürchtet den Strang zu ziehen, soll sich nicht zum Glöckner melden. »Wiltu im staub des meels nicht stehn, so soltu in kein müle gehn.« Frz.: Qui crainct de se mouiller ne prendre pas de truites. (Masson, 111.) It.: Chi non vuol in farinarsi non vada al molino. Lat.: Non intret molam, qui uult nitare farinam. (Loci comm., 146.) 18. Wer in den Staub blaset, dem staubt er vnter die Nase. – Petri, II, 723. 19. Wer in Staub bläst, hat seine Augen bald voll. Engl.: He that blows in the dust, fills his own eyes. (Bohn II, 3.) It.: Chi soffia nella polvere, se ne empie aeli cechie. (Bohn I, 89.) 20. Wer Staub in den Augen hat, macht's durch Reiben ärger. Lat.: Curando fieri quaedem majora videmus vulnera, quae melius non tetigisse fuit. 21. Wer Staub über sich wirft, muss die Augen zuhalten. – Altmann VI, 422. 22. Wo viel Staub liegt, nützt ein alter Besen nichts. 23. Blas' mir doch den Staub weg. (Ostpreuss.) Zum Hochmüthigen. 24. Blase mir den Staub weg! Für Zwei Pfennig Linsen, das Brot hab' ich gefochten. – Körte, 5707d. Spott auf den sich spreizenden Bettelstolz. (Trachsel, 6.) Weinhold (93) führt die Redensart: Blas' mir den Staub weg, in dem Sinne auf: Lass mich zufrieden! Dann würde sie eine verhüllende Form für die unter Ellenbogen 6 aufgeführte Redensart sein. 25. Den Staub von den Füssen schütteln. – Eiselein, 577. Frz.: Oster la pouldre de ses pieds. (Leroux, II, 376.) Lat.: Puluerem excutere pedum. (Bovill, II, 86.) 26. Einem den Staub aus den Augen blasen. – Körte, 5707b. 27. Einem den Staub ausklopfen. Frz.: Nettoyer un homme sans vergettes. (Kritzinger, 478a.) 28. Einem Staub in die Augen streuen. – Körte, 5707c; Braun, I, 4257. 29. Er hat sich aus dem Staube emporgeschwungen. Frz.: Il est venu de petits commancements. (Kritzinger, 157a.) 30. Er hat Staub auf den Lippen. (Thüringen.) Von einem äusserst Schweigsamen. 31. Er kommt aus dem Staube in die Mühle. – Simrock, 9829; Masson, 259. 32. Er will den Staub vom Olymp blasen. – Parömiakon, 1915. Von einem, der sehr stolz einhergeht. 33. Ich wil dir den staub von den ohren blasen. – Franck, II, 91b. 34. Man wird hier zu Staube, ehe man todt ist. 35. Sich aus dem Staube machen. – Eiselein, 577; Mayer, I, 130; Körte, 5707a; Lohrengel, II, 437; Parömiakon, 1140; Boregk, Chronik, 464; Braun, I, 4256; Hügel, 155b. »Der Hans schlich dervon wie anne hoas Uncke; denn a reh vnd machte sich bei Zeten aussen Staub.« (Keller, 168a.) Im ähnlichen Sinne wendet man die an ihrem Orte aufgeführten Redensarten an: Mit Fersengeld bezahlen. Das Hasenpanier ergreifen. Durch die Lappen gehen. Durch die Latten brennen. Sich über alle Berge machen. Frz.: Bander la caisse. – En filer la venelle. (Lendroy, 1489.) – Gagner la colline. – Il a gagné le haut. (Kritzinger, 371b.) – Il s'échappe comme une anguille. (Kritzinger, 29a.) – Il s'est absenté du pais. (Kritzinger, 4b.) – Plier (trousser) bagage. – Prendre la poudre d'es campette. – Tirer ses chausses. – Tirer ses gregues. – Tourner les talons. (Masson, 366.) Holl.: Hij maakt zich uit het stof. ( Harrebomée, II, 307b.) Lat.: Ancoras tollere. (Erasm., 148.) – Duobus pedibus fugere. (Philippi, I, 128.) – Procul a pedibus equinis. Volam pedis ostendere. (Philippi, II, 109 u. 261.) 36. Staub in die Mühle tragen. Frz.: Danser un branle de sortie. – De changer le plancher. (Kritzinger, 89b u. 203b.) – Faire escampatinos. – Faire Jaques déloge. (Kritzinger, 285a.) – Faire son paquet. (Kritzinger, 213a u. 505.) – Fendre l'air. – Fendre l'argot. – Il est passé comme un clair. (Kritzinger, 17a, 36a u. 257a.) – Prendre le large. – Tirer le nerf. (Kritzinger, 412b u. 476b.) 37. Staub machen. – Schles. Provinzialbl., 1866, 428. In der Gegend von Nimptsch für: Reissaus nehmen. 38. Stof verkaufen. (S. Rauch 137.) – Tappius, 141a. 39. Viel Staub aufwerfen. Viel Lärm um nichts oder zur Täuschung. » ... Aehnlich dem Schwindel bei Errichtung der Handelsbank, die seinerzeit so viel Staub aufwarf.« (Neuyorker Staatszeitung vom 6. Nov. 1863, S. 1.) [Zusätze und Ergänzungen] 40. Viel Staub im August macht dem Viehe kranke Brust. – Wunderlich, 30. 41. Wenn viel Staub aufgewirbelt wird, sieht man die Sonne nicht. – Schlesische Presse, 1877, Nr. 273.
6904 Zeichen · 237 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Staub

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Staub , des -es, plur. car. ein Collectivum, mehrere so sehr zerkleinte Theile eines trocknen Körpers zu bezeichnen,…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Staub

    Goethe-Wörterbuch

    Staub [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Staub

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Staub , in der Luft enthaltene Körperchen verschiedener Art, die bei gewisser Größe oder massenhafter Anhäufung dem bloß…

  4. modern
    Dialekt
    Staub

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Staub [ʿStòyp Steinbr. ; ʿStoip Hlkr. Co. Horbg. Dü. ; ʿStàip Su. Bf. ; ʿStp Barr ; ʿStœyp K. Z. Prinzh. ; ʿStaùp Str. …

  5. Sprichwörter
    Staub

    Wander (Sprichwörter)

    Staub 1. Besser im Staube als am Throne kriechen. 2. Blas' mir den Staub weg und lass mir den Dreck liegen. ( Franken. )…

  6. Spezial
    Staubm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Staub , m пыль , ж

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit staub

451 Bildungen · 389 Erstglied · 56 Zweitglied · 6 Ableitungen

staub‑ als Erstglied (30 von 389)

Staubaus

SHW

Staub-aus Band 5, Spalte 1317-1318

Staubbesem

SHW

Staub-besem Band 5, Spalte 1317-1318

Staubbesen

SHW

Staub-besen Band 5, Spalte 1317-1318

staubdumm

SHW

staub-dumm Band 5, Spalte 1317-1318

Staubfahne

SHW

Staub-fahne Band 5, Spalte 1319-1320

Staubhexe

SHW

Staub-hexe Band 5, Spalte 1319-1320

Staubimbiß

SHW

Staub-imbiß Band 5, Spalte 1319-1320

Staubkamm

SHW

Staub-kamm Band 5, Spalte 1319-1320

Staubkammer

SHW

Staub-kammer Band 5, Spalte 1319-1320

Staubkuchen

SHW

Staub-kuchen Band 5, Spalte 1319-1320

Staubladen

SHW

Staub-laden Band 5, Spalte 1319-1320

Staublappen

SHW

Staub-lappen Band 5, Spalte 1321-1322

Staubloch

SHW

Staub-loch Band 5, Spalte 1321-1322

Staublumpen

SHW

Staub-lumpen Band 5, Spalte 1321-1322

Staubmantel

SHW

Staub-mantel Band 5, Spalte 1321-1322

Staubmehl

SHW

Staub-mehl Band 5, Spalte 1321-1322

Staubpilz

SHW

Staub-pilz Band 5, Spalte 1321-1322

Staubrechen

SHW

Staub-rechen Band 5, Spalte 1321-1322

Staubregen

SHW

Staub-regen Band 5, Spalte 1321-1322

Staubsieb

SHW

Staub-sieb Band 5, Spalte 1321-1322

Staubstube

SHW

Staub-stube Band 5, Spalte 1321-1322

staub als Zweitglied (30 von 56)

Bei(n)staub

Idiotikon

Bei(n)staub Band 10, Spalte 1072 Bei(n)staub 10,1072

Blueme(n)staub

Idiotikon

Blueme(n)staub Band 10, Spalte 1071 Blueme(n)staub 10,1071

blumenstaub

DWB

blumen·staub

blumenstaub , m. pollen, über den blumenstaub wolwollender feinheiten. J. Paul Hesp. 3, 227 ; was uns schwefelregen der strafe und hölle sch…

Bëttelstaub

Idiotikon

Bëttelstaub Band 10, Spalte 1071 Bëttelstaub 10,1071

chätzerstaub

Idiotikon

chätzerstaub Band 12, Spalte 82 chätzerstaub 12,82

Chüestaub

Idiotikon

Chüestaub Band 10, Spalte 1070 Chüestaub 10,1070

chürbstaub

Idiotikon

chürbstaub Band 12, Spalte 82 chürbstaub 12,82

Chǟsstaub

Idiotikon

Chǟsstaub Band 10, Spalte 1070 Chǟsstaub 10,1070

darrenstaub

DWB

darren·staub

darrenstaub , m. staub und spreu, die in den brauereien von dem fertigen malz vor dem schroten durch sieben abgesondert werden.

drescherstaub

DWB

drescher·staub

drescherstaub , m. der beim dreschen auffliegt, spreu. denn der könig zu Syrien hatte sie umbgebracht und hatte sie gemacht wie drescherstau…

Eggenstaub

Wander

eggen·staub

Eggenstaub Eggenstaub und Winters Frost machen die Ackersleut getrost. – Oec. rur., 55.

Esel(s)staub

Idiotikon

Esel(s)staub Band 10, Spalte 1070 Esel(s)staub 10,1070

federstaub

DWB

feder·staub

federstaub , m. von stiebenden federn. auch die feinsten pflaumfedern heiszen so.

feilstaub

DWB

feil·staub

feilstaub , m. dasselbe: die eingeführte schreibregel, nicht zu feilen, sondern den ganzen aufwand von feilstaub und zeit zu ersparen. J. P.…

Fielstaub

Idiotikon

Fielstaub Band 10, Spalte 1070 Fielstaub 10,1070

Finke(n)staub

Idiotikon

Finke(n)staub Band 10, Spalte 1070 Finke(n)staub 10,1070

G(e)staub

Idiotikon

G(e)staub Band 10, Spalte 1072 G(e)staub -äu- 10,1072

Goldstaub

Adelung

gold·staub

Der Goldstaub , des -es, plur. inus. ein in Staub oder unfühlbares Pulver verwandeltes Gold.

Herrenstaub

Wander

herren·staub

Herrenstaub Wenn der Herrenstaub kommt. In Oberösterreich von der Zeit, in der man glaubte, die Herren (Gutsherren) fortzujagen. (Ausstauben…

Heu(w)staub

Idiotikon

Heu(w)staub Band 10, Spalte 1070 Heu(w)staub 10,1070

kohlenstaub

DWB

kohlen·staub

kohlenstaub , m. staub von kohlen, kohlenpulver ( s. kohlengestübe): kolnstaub, calcina. voc. 1482 p 8 b , auch in andern voc. 15. jh., koln…

kohlstaub

DWB

kohl·staub

kohlstaub , m. kohlenstaub, fuligo. Kirsch cornuc., Stieler 2124 , Steinbach ; calcina, kolstoup und kalestaub ( rheinisch ) Dief. gl. 89 b …

Maienstaub

Wander

maien·staub

Maienstaub Maienstaub bringt Gras und Laub. ( Oppeln. ) – Boebel, 95.

malzstaub

DWB

malz·staub

malzstaub , m. dasjenige was von dem malze durch sieben abgeht und aus staub, keimen u. ähnl. besteht.

Ableitungen von staub (6 von 6)

Bestauben

Adelung

Bestauben , verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte seyn, voll Staub werden. Die Betten, die Kleider bestauben, wenn man sie nicht zudeckt.

entstauben

RDWB1

entstauben (Lakune) etw. ~ - стереть пыль с чего-л.

urstaub

DWB

urstaub (ur- C 4 c) Pyrker Tunisias 1, 277 . —

verstauben

DWB

verstauben , verstäuben , verb. beide sind nicht reinlich zu scheiden, und in enger beziehung zu ihnen steht verstieben und verstöbern ( s. …

Zerstauben

Campe

Zerstauben , v. ntr . mit sein , in Staub zerfallen, aus einander fahren und zerstreuet werden; auch zerstieben . Also zerstoben jetzt war T…

Zerstaubung

Idiotikon

Zerstaubung Band 10, Spalte 1088 Zerstaubung 10,1088