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Staub

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Adelung
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16 in 15 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Staub

Bd. 4, Sp. 307
Der Staub, des -es, plur. car. ein Collectivum, mehrere so sehr zerkleinte Theile eines trocknen Körpers zu bezeichnen, daß sie zwischen den Fingern unfühlbar sind, und sich leicht von der Luft und dem Winde erheben lassen. 1. Im weitesten Verstande. Moses machte das gegossene Kalb zu Staub, 5 Mos. 9, 21. wofür doch jetzt so wie in andern ähnlichen Fällen Pulver üblicher ist. Wenn Staub in diesem weitern Verstande allein stehet, so verstehet man darunter gemeiniglich die zarten unfühlbaren Theile, welche sich von allen Körpern abreiben, sich in der Luft erheben, und sich wieder auf andere Dinge legen. Voller Staub seyn. Den Staub abkehren, ausklopfen. Näher bestimmet man einen solchen zerkleinten Körper durch die Zusammensetzung: Kohlenstaub, Mehlstaub, Spreustaub, Mühlenstaub, Blumenstaub, Feilstaub, der diesen Nahmen doch nur uneigentlich führet u. s. f. 2. In engerer Bedeutung ist der Staub zu unfühlbaren Theilen zerkleinte Erde, oder Sand, welche sich leicht in der Luft erheben. Ein großer, dicker Staub. Es erhebet sich ein Staub. Der Wind erhebet den Staub. Staub machen, erregen, diese zarten Theile in die Luft treiben. Ich erwartete nicht, daß sie den Staub, den sie mit den Füßen aufstoßen, für Wolken ausgeben würden. Weiße. Jemanden Staub in die Augen streuen, figürlich, ihm etwas Falsches vorbilden, um ihn zu hintergehen. Ich weiß, daß er sich albern stellt, um ihr Staub in die Augen zu werfen, Weiße. Besonders gebraucht man es in verschiedenen figürlichen Redensarten, den Staub der tiefsten Niedrigkeit, der Demuth zu bezeichnen. Im Staube liegen, in der tiefsten Niedrigkeit. Jemanden aus dem Staube erheben, hervor ziehen. Denn sinkt der schwache Henker, den Frevelthat und Glück Vom (besser aus dem) Staub' erhoben hatte, in seinen Staub zurück, Dusch. In den Staub treten, auf das verächtlichste behandeln, in die tiefste Niedrigkeit versetzen. Ich trat dein zitterndes Alter in den Staub der Dürftigkeit und Verachtung nieder, von Brawe. Sich im Staube krümmen, in der tiefsten Demuth, Niedrigkeit. Und siehst, wie sich der Stolz Der Tyranney im blutgen Staube krümmt, Weiße. In der höhern Schreibart gebraucht man es auch häufig figürlich für Erde, besonders wenn deren Verächtlichkeit oder Vergänglichkeit zugleich mit bezeichnet werden soll. Unsterblich, doch des Todes Raub, Sind wir halb Engel und halb Staub, Cron. 3. Man hat von diesem Worte auch das Diminut. Stäubchen und im Oberdeutschen und der edlern Schreibart der Hochdeutschen Stäublein, welches aber nicht collective, sondern individualiter gebraucht wird, einen einzigen solchen unfühlbaren Theil zu bezeichnen. Es ist mir ein Stäublein in das Auge gekommen. Das Sonnenstäublein. Welches Wort denn auch für ein unmerklich Weniges gebraucht wird. Nicht ein Stäublein, nicht das geringste. Ein Stäublein Salz, sehr wenig. Aus dem Frisch erhellet, daß Staub, Nieders. Stoff, ehedem auf eben diese Art gebraucht worden. Anm. Bey dem Ulphilas Stub, Stubjus, bey dem Notker Stoub, bey eben demselben aber auch daz Stuppo, Ottfried Stubbi, Willer. Stuppe, (welches vermuthlich ein Intensivum von Staub ist,) im mittlern Lat. Estopa, im Nieders. Stoff, im Dän. Stöf, im Schwed. Stoft, Stybbe. Martinius, Junius und Frisch leiten es von dem Griech. σιβειν, mit den Füßen stampfen, her, weil dadurch der Staub erhoben wird, Wachter noch unwahrscheinlicher von σποδος, Asche. Das Griech. σιβειν, kann mit seinen Verwandten stäupen, stampfen, stapfen u. s. f. allerdings als das Stammwort angesehen werden, doch in dem allgemeinsten Begriffe, da es ein Ausdruck eines stumpfen und dumpfigen Stoßes ist, vermittelst dessen Körper zermalmet und zu Staub verwandelt werden; wenn anders nicht die Erhebung in die Luft der Stammbegriff ist. Siehe Stauben, Stäuben und Stieben. Ohne Zischlaut ist im Ißländ. Dupt, und Schwed. Doft, der Staub, S. Duft, und mit einem andern Endlaute im Nieders. Dust, Angels. und Engl. Dust.
3921 Zeichen · 66 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Staub

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Staub , des -es, plur. car. ein Collectivum, mehrere so sehr zerkleinte Theile eines trocknen Körpers zu bezeichnen,…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Staub

    Goethe-Wörterbuch

    Staub [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Staub

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Staub , in der Luft enthaltene Körperchen verschiedener Art, die bei gewisser Größe oder massenhafter Anhäufung dem bloß…

  4. modern
    Dialekt
    Staub

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Staub [ʿStòyp Steinbr. ; ʿStoip Hlkr. Co. Horbg. Dü. ; ʿStàip Su. Bf. ; ʿStp Barr ; ʿStœyp K. Z. Prinzh. ; ʿStaùp Str. …

  5. Sprichwörter
    Staub

    Wander (Sprichwörter)

    Staub 1. Besser im Staube als am Throne kriechen. 2. Blas' mir den Staub weg und lass mir den Dreck liegen. ( Franken. )…

  6. Spezial
    Staubm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Staub , m пыль , ж

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit staub

451 Bildungen · 389 Erstglied · 56 Zweitglied · 6 Ableitungen

staub‑ als Erstglied (30 von 389)

Staubaus

SHW

Staub-aus Band 5, Spalte 1317-1318

Staubbesem

SHW

Staub-besem Band 5, Spalte 1317-1318

Staubbesen

SHW

Staub-besen Band 5, Spalte 1317-1318

staubdumm

SHW

staub-dumm Band 5, Spalte 1317-1318

Staubfahne

SHW

Staub-fahne Band 5, Spalte 1319-1320

Staubhexe

SHW

Staub-hexe Band 5, Spalte 1319-1320

Staubimbiß

SHW

Staub-imbiß Band 5, Spalte 1319-1320

Staubkamm

SHW

Staub-kamm Band 5, Spalte 1319-1320

Staubkammer

SHW

Staub-kammer Band 5, Spalte 1319-1320

Staubkuchen

SHW

Staub-kuchen Band 5, Spalte 1319-1320

Staubladen

SHW

Staub-laden Band 5, Spalte 1319-1320

Staublappen

SHW

Staub-lappen Band 5, Spalte 1321-1322

Staubloch

SHW

Staub-loch Band 5, Spalte 1321-1322

Staublumpen

SHW

Staub-lumpen Band 5, Spalte 1321-1322

Staubmantel

SHW

Staub-mantel Band 5, Spalte 1321-1322

Staubmehl

SHW

Staub-mehl Band 5, Spalte 1321-1322

Staubpilz

SHW

Staub-pilz Band 5, Spalte 1321-1322

Staubrechen

SHW

Staub-rechen Band 5, Spalte 1321-1322

Staubregen

SHW

Staub-regen Band 5, Spalte 1321-1322

Staubsieb

SHW

Staub-sieb Band 5, Spalte 1321-1322

Staubstube

SHW

Staub-stube Band 5, Spalte 1321-1322

staub als Zweitglied (30 von 56)

Bei(n)staub

Idiotikon

Bei(n)staub Band 10, Spalte 1072 Bei(n)staub 10,1072

Blueme(n)staub

Idiotikon

Blueme(n)staub Band 10, Spalte 1071 Blueme(n)staub 10,1071

blumenstaub

DWB

blumen·staub

blumenstaub , m. pollen, über den blumenstaub wolwollender feinheiten. J. Paul Hesp. 3, 227 ; was uns schwefelregen der strafe und hölle sch…

Bëttelstaub

Idiotikon

Bëttelstaub Band 10, Spalte 1071 Bëttelstaub 10,1071

chätzerstaub

Idiotikon

chätzerstaub Band 12, Spalte 82 chätzerstaub 12,82

Chüestaub

Idiotikon

Chüestaub Band 10, Spalte 1070 Chüestaub 10,1070

chürbstaub

Idiotikon

chürbstaub Band 12, Spalte 82 chürbstaub 12,82

Chǟsstaub

Idiotikon

Chǟsstaub Band 10, Spalte 1070 Chǟsstaub 10,1070

darrenstaub

DWB

darren·staub

darrenstaub , m. staub und spreu, die in den brauereien von dem fertigen malz vor dem schroten durch sieben abgesondert werden.

drescherstaub

DWB

drescher·staub

drescherstaub , m. der beim dreschen auffliegt, spreu. denn der könig zu Syrien hatte sie umbgebracht und hatte sie gemacht wie drescherstau…

Eggenstaub

Wander

eggen·staub

Eggenstaub Eggenstaub und Winters Frost machen die Ackersleut getrost. – Oec. rur., 55.

Esel(s)staub

Idiotikon

Esel(s)staub Band 10, Spalte 1070 Esel(s)staub 10,1070

federstaub

DWB

feder·staub

federstaub , m. von stiebenden federn. auch die feinsten pflaumfedern heiszen so.

feilstaub

DWB

feil·staub

feilstaub , m. dasselbe: die eingeführte schreibregel, nicht zu feilen, sondern den ganzen aufwand von feilstaub und zeit zu ersparen. J. P.…

Fielstaub

Idiotikon

Fielstaub Band 10, Spalte 1070 Fielstaub 10,1070

Finke(n)staub

Idiotikon

Finke(n)staub Band 10, Spalte 1070 Finke(n)staub 10,1070

G(e)staub

Idiotikon

G(e)staub Band 10, Spalte 1072 G(e)staub -äu- 10,1072

Goldstaub

Adelung

gold·staub

Der Goldstaub , des -es, plur. inus. ein in Staub oder unfühlbares Pulver verwandeltes Gold.

Herrenstaub

Wander

herren·staub

Herrenstaub Wenn der Herrenstaub kommt. In Oberösterreich von der Zeit, in der man glaubte, die Herren (Gutsherren) fortzujagen. (Ausstauben…

Heu(w)staub

Idiotikon

Heu(w)staub Band 10, Spalte 1070 Heu(w)staub 10,1070

kohlenstaub

DWB

kohlen·staub

kohlenstaub , m. staub von kohlen, kohlenpulver ( s. kohlengestübe): kolnstaub, calcina. voc. 1482 p 8 b , auch in andern voc. 15. jh., koln…

kohlstaub

DWB

kohl·staub

kohlstaub , m. kohlenstaub, fuligo. Kirsch cornuc., Stieler 2124 , Steinbach ; calcina, kolstoup und kalestaub ( rheinisch ) Dief. gl. 89 b …

Maienstaub

Wander

maien·staub

Maienstaub Maienstaub bringt Gras und Laub. ( Oppeln. ) – Boebel, 95.

malzstaub

DWB

malz·staub

malzstaub , m. dasjenige was von dem malze durch sieben abgeht und aus staub, keimen u. ähnl. besteht.

Ableitungen von staub (6 von 6)

Bestauben

Adelung

Bestauben , verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte seyn, voll Staub werden. Die Betten, die Kleider bestauben, wenn man sie nicht zudeckt.

entstauben

RDWB1

entstauben (Lakune) etw. ~ - стереть пыль с чего-л.

urstaub

DWB

urstaub (ur- C 4 c) Pyrker Tunisias 1, 277 . —

verstauben

DWB

verstauben , verstäuben , verb. beide sind nicht reinlich zu scheiden, und in enger beziehung zu ihnen steht verstieben und verstöbern ( s. …

Zerstauben

Campe

Zerstauben , v. ntr . mit sein , in Staub zerfallen, aus einander fahren und zerstreuet werden; auch zerstieben . Also zerstoben jetzt war T…

Zerstaubung

Idiotikon

Zerstaubung Band 10, Spalte 1088 Zerstaubung 10,1088

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „staub". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/staub/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „staub". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/staub/adelung. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „staub". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/staub/adelung.
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