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Markt

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Markt

Bd. 13, Sp. 324
Markt (franz. Marché, engl. Market) bedeutet im weitern Sinne das Absatzgebiet einer Ware. So spricht man vom Geldmarkt als dem Gebiet, auf dem Wertpapiere und edle Metalle gehandelt werden, vom Kapital-, Kredit-, Arbeitsmarkt, heimischen M. u. dgl. Im engern Sinn ist M. der Ort, an dem zu bestimmten Zeiten Käufer und Verkäufer einander treffen. Das Bedürfnis nach Abhaltung solcher Märkte machte sich besonders in verkehrsarmen, unsichern Zeiten geltend. Sie entstehen von selbst da, wo regelmäßige Zusammenkünfte von Menschen stattfinden, namentlich im Anschluß an religiöse Festlichkeiten. die wesentliche Grundlage für die Entwickelung des Marktverkehrs ist überall ein besonderer Friede und Rechtsschutz, der dem M. und seinen Besuchern zuteil wird. Die öffentliche Gewalt, die anfangs an den Märkten nur ein fiskalisches Interesse hat, indem sie den Marktverkehr mit Abgaben belegt, erkennt bald ihre verkehrswirtschaftliche Bedeutung an durch Erlaß öffentlicher Anordnungen für Sicherheit, Regelmäßigkeit etc. (Marktordnungen, deren Aufrechthaltung der Marktpolizei obliegt), sodann durch Gewährung von Marktrechten und Privilegien. Die Hauptarten der Märkte sind die folgenden: 1) Die auf hervorragenden Plätzen der Stadt (Marktplätzen) abgehaltenen Wochenmärkte (nundinae). Sie sind in der Hauptsache Lebensmittelmärkte (Butter, Käse, Grünkram, Geflügel) und als solche noch heute unentbehrlich. Die Zusammendrängung dieses Verkehrs auf Märkten liegt im Interesse der Konsumenten, der raschen und billigen Lebensmittelversorgung der Städte. Freilich hat daneben ein Zwischenhandel (Hökerei) zu jeder Zeit stattgefunden und ist um so stärker geworden, je mehr die wachsende Ausdehnung der Städte dazu zwang, das flache Land auf immer weitere Entfernungen in Anspruch zu nehmen, so daß der Marktbesuch durch die kleinen Produzenten immer mehr erschwert, ja unmöglich wurde. Früher versuchte man, diesen Zwischenhandel in möglichst enge Schranken zu bannen, indem der Vorkauf vor den Toren der Stadt verboten und der Höker zum Kauf erst nach Verfluß einer bestimmten Zeit zugelassen wurde. Als in neuerer Zeit diese alten Vorkaufsverbote aufgegeben wurden und werden mußten, da auch die Landleute die Märkte in den großen Städten wegen des damit verbundenen Zeitverlustes immer weniger aufsuchten, mußte sich naturgemäß der Stand der Verkäufer verändern. Auf den einmal oder zweimal wöchentlich abgehaltenen Märkten der kleinern Städte verkauft noch überwiegend der ländliche Produzent selbst. In den größern Städten wird er mehr und mehr ersetzt durch den kleinen und größern Zwischenhändler, der von Dorf zu Dorf zieht und die Waren für den M. zusammenkauft. Für den Verkauf von Handwerkerwaren auf dem Wochenmarkt besteht in der Regel auch in kleinern Städten kein Bedürfnis mehr. Die Erwägung, daß Wochenmärkte unter freiem Himmel die Gesundheit von Käufern und Verkäufern gefährden, der guten Erhaltung der Ware schaden, den freien Verkehr beeinträchtigen und die Gesundheit bedrohende Unreinlichkeiten hinterlassen, hat zur Einrichtung gedeckter Markthallen (franz. halles, Zentralmarkthallen) geführt, wie solche in letzter Zeit in mehreren großen Städten errichtet worden sind (vgl. Markthallen). An großen Orten, wie insbes. in den Hallen von Paris, hat sich aus dem alten Wochenmarkt ein großartiges zentralisiertes Geschäft mit örtlicher Scheidung der einzelnen Artikel sowie eine Trennung zwischen Verproviantierungs- oder Zentralmarkt für den Großhandel und Detailmarkt herausgebildet. In den Hallen des erstern erscheinen als Käufer die Zwischenhändler, welche die Produkte an die Detailhändler absetzen oder dieselben unmittelbar an die Konsumenten im Laden oder auf dem Detailmarkt verkaufen. Beide Märkte sind in Paris räumlich voneinander getrennt, während in London auf den meisten Marktplätzen der Detailverkauf dem Großverkauf zeitlich folgt. Während die Wochenmärkte allwöchentlich einmal oder mehreremal abgehalten werden, kehrt 2) der Jahrmarkt nur einmal oder mehreremal im Jahre wieder. Er unterscheidet sich von jenen außerdem durch den größern Umfang des zulässigen Verkehrs, indem auf Jahrmärkten außer den in § 66 der Gewerbeordnung genannten Gegenständen des Wochenmarktverkehrs Verzehrungsgegenstände und Fabrikate aller Art feilgehalten werden dürfen. Zu den Jahrmärkten werden gesetzlich auch die Messen (s. d.) zu rechnen sein, die von jenen sich im wesentlichen nur durch den Umfang unterscheiden. Ursprünglich waren die Jahrmärkte an kirchliche Feste angeknüpft, die viele Kauflustige zusammenführten. Sie gaben Gelegenheit, sich mit Waren zu versorgen, die am Orte nicht zu haben waren, und bildeten auch wohl ein Mittel, zeitweilig die Schranken der Bann- und Zunftprivilegien zu durchbrechen. Man nannte deshalb den Jahrmarkt hier und da auch Freimarkt oder Dult (von indulgere, erlauben). Die moderne Entwickelung des Verkehrs, Gewerbefreiheit und Freizügigkeit haben den Jahrmarkt meist überflüssig gemacht. Doch behauptet er an kleinern, dem Verkehr entrückten Orten seine Bedeutung. Im übrigen wird er nur noch durch die mit ihm verbundenen Volksbelustigungen oder durch die Einnahme, die er der Gemeindekasse abwirft, erhalten. Für das Deutsche Reich ist der Marktverkehr gesetzlich geordnet durch § 64–71 der Gewerbeordnung. Mehr und mehr an Bedeutung gewinnen heute 3) die Spezialmärkte für einzelne Gattungen von Gegenständen, insbes. Rohstoffe (Vieh, Wolle, Garn, Hopfen etc.), namentlich solche, die von vielen kleinen Produzenten hervorgebracht werden, und deren Erzeugung an bestimmte Jahreszeiten gebunden ist. Dieselben sichern dem zerstreuten Kleinbetrieb die Vorteile des Großbetriebes und eines konzentrierten Marktes mit regelmäßigerer, von individuellen Zufälligkeiten und wucherischer Ausbeutung freierer Preisbildung. Vgl. die Werke über deutsche Wirtschaftsgeschichte von Karl Lamprecht (s. d.) und v. Inama-Sternegg (s. d.); Rathgen, Märkte u. Messen (im »Handwörterbuch der Staatswissenschaften«, 2. Aufl., Jena 1900; Bd. 5, S. 691 ff.); Rietschel, M. und Stadt in ihrem rechtlichen Verhältnis (Leipz. 1897); Huvelin, Essai historique sur le droit des marchés et des foires (Par. 1897); Kainz, Marktordnung in Österreich (in dem Sammelwerk »Soziale Verwaltung in Österreich am Ende des 19. Jahrhunderts«, Wien 1900); Syrovatka- Pán, Das österreichische Marktrecht (aus der »Österreichischen Zeitschrift für Verwaltung«, das. 1902); das von Blenck jährlich herausgegebene »Verzeichnis der Märkte u. Messen« (Statistisches Landesamt in Berlin).
6532 Zeichen · 66 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    markt

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    markt , markt- s. market, market-.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    marktM., N.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    markt , M., N. Vw.: s. market

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Markt

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Markt , des -es, plur. die Märkte. 1) Die öffentliche zahlreiche Zusammenkunft der Käufer und Verkäufer des Handels …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Markt

    Goethe-Wörterbuch

    Markt auch -ck-; in Aufnahme mundartlicher Formen einmal ‘Mark’ 16,15 Vs 141 , vgl Paul 9 ,558; DatSg endungslos od -e 1…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Markt

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Markt , ein bestimmter Platz in gewissen Orten (Städten und M.flecken) zum Aufstellen verkäuflicher Gegenstände im weite…

  6. modern
    Dialekt
    Marktm.

    Pfälzisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Markt m. : 1. a. α. 'Verkaufsveranstaltung an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit' und/oder 'Fest mit Unterhal…

  7. Sprichwörter
    Markt

    Wander (Sprichwörter)

    Markt 1. Am marckt lernt man die Leut kennen. – Gruter, III, 5; Lehmann, II, 341, 43; Braun, I, 2574. 2. Am Markt und Ha…

  8. Spezial
    Markt

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Markt m. (-[e]s, Märkte) 1 (Wochenmarkt) marcé (-ciá) m. 2 (Marktplatz) plaza dl marcé f. 3 ‹econ› (Absatzgebiet) marcé …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit markt

575 Bildungen · 439 Erstglied · 131 Zweitglied · 5 Ableitungen

markt‑ als Erstglied (30 von 439)

markteln

SHW

markt-eln Band 4, Spalte 545-546

Marktfrau

SHW

Markt-frau Band 4, Spalte 545-546

Marktgasse

SHW

Markt-gasse Band 4, Spalte 545-546

Marktgeld

SHW

Markt-geld Band 4, Spalte 545-546

Markthalle

SHW

Markt-halle Band 4, Spalte 545-546

Marktkorb

SHW

Markt-korb Band 4, Spalte 545-546

Marktleute

SHW

Markt-leute Band 4, Spalte 545-546

Marktplatz

SHW

Markt-platz Band 4, Spalte 545-546

Marktrain

SHW

Markt-rain Band 4, Spalte 545-546

Marktstand

SHW

Markt-stand Band 4, Spalte 547-548

Marktstuhl

SHW

Markt-stuhl Band 4, Spalte 547-548

Markttag

SHW

Markt-tag Band 4, Spalte 547-548

Markttuch

SHW

Markt-tuch Band 4, Spalte 547-548

Marktweib

SHW

Markt-weib Band 4, Spalte 547-548

markt als Zweitglied (30 von 131)

Flohmarkt

RDWB1

Flohmarkt m (в зависимости от региона) блошиный рынок, толчок, толкучка, барахолка, привоз

Trödelmarkt

RDWB1

Trödelmarkt m рынок антиквариата

Weihnachtsmarkt

RDWB1

Weihnachtsmarkt m рождественский базар

Ablaßmarkt

DRW

ablaß·markt

Ablaßmarkt Ablaßhandel man mag hinfür mit ... verachtung der kauff hantierung des ablaßmarckts in himmel vergeblich kommen 1520 Hutten III 4…

Apfelmarkt

DRW

apfel·markt

Apfelmarkt 1370 KölnStRechn. I 2 Faksimile en sal niement optie appelmarct ... gheenderhande pennewarden noch comenschap te coop toghen 1401…

Bannmarkt

Adelung

bann·markt

* Der Bannmarkt , des -es, plur. die -märkte, in Baiern, ein Markt oder Markflecken, welchem die peinliche Gerichtsbarkeit verliehen ist. Di…

Baumwollenmarkt

Wander

baumwollen·markt

Baumwollenmarkt Auf dem Baumwollenmarkt ist keine Oweische. – Burckhardt, 641. Wenn jemand in seiner unmittelbaren Umgebung auch noch so ang…

besenmarkt

DWB

besen·markt

besenmarkt , m. gerichtsplatz, auf dem die verbrecher gestäupt werden: sihe auf, dasz du nicht nach wollen gehest und beschoren wider kompst…

Brutmarkt

MeckWBN

brut·markt

Wossidia Brutmarkt n., m. scherzh. für den Maimarkt in Lu.

buschelmarkt

MNWB

buschel·markt

° buschelmarkt , m. , Fleischmarkt von Schlachtern, die nicht zur Knochenhauerzunft gehören (Greifswald). S. buschen.

Eismarkt

Adelung

eis·markt

Der Eismarkt , des -es, plur. die -märkte, ein Jahrmarkt, der in einigen nordischen Gegenden außer Deutschland zuweilen auf dem Eise gehalte…

Fahlenmarkt

MeckWBN

fahle·n·markt

Wossidia Fahlenmarkt n., m. Fohlenmarkt am 16. 6. in Schö Schönberg@Grevesmühlen Grev .

Farkenmarkt

MeckWBN

farken·markt

Wossidia Farkenmarkt n., m. Ferkelmarkt Ha Hagenow@Goldenbow Gold ; Schö Schönberg@Questin Quest .

fischmarkt

DWB

fisch·markt

fischmarkt , m. forum piscarium: mit dem herzen bistu uf dem fischmarkt. Keisersberg bilger 205 a .

fleischmarkt

DWB

fleisch·markt

fleischmarkt , m. macellum, fleischbank: alles was feil ist auf dem fleischmarkt, das esset (all þatei at skiljam frabugjaidau, matjaiþ). 1 …

Freymarkt

Adelung

frey·markt

Der Freymarkt , des -es, plur. die -märkte, ein freyer, d. i. privilegirter Markt. So führet diesen Nahmen der große jährliche Jahrmarkt in …

gänsemarkt

DWB

ganse·markt

gänsemarkt , m. markt wo gänse verkauft werden, also auch schnattern, daher von plappernden weibern ( s. gans II, 3, c und 2, a, β ): ja die…

getreidemarkt

DWB

getreide·markt

getreidemarkt , m. , jüngere und weniger verbreitete bildung als die zusammensetzungen mit den synonymen. das volkstümlichste wort ist kornm…

grasmarkt

DWB

gras·markt

-markt ( frühlingsmarkt ) (1662) Fischer schwäb. 3, 799 ; Schmeller-Fr. bair. 1, 1008 ;

grempelmarkt

DWB

grempel·markt

grempelmarkt , m. , trödelmarkt, wie grempel ehemals in ganz Oberdeutschland bis ins hess. hinauf verbreitet: tendeta Diefenbach 577 b ; for…

gȫsemarkt

KöblerMnd

gȫsemarkt , M. Vw.: s. gȫsemarket

habermarkt

MWB

haber·markt

habermarkt stM. ‘Hafermarkt’, als Ortsangabe: item Wol. dictus Fuhs [...] redditus 3 lb h [Pfund Heller] am habermarckt [La. habermakt ] Urb…

Ableitungen von markt (5 von 5)

Gemarkt

PfWB

Ge-markt , Ge-markung s. Gemark ;

gemarkte

BMZ

gemarkte , gemarke swv. dasselbe. welich fragner an dem marchtag vor non icht kauft, biʒ dy burger all gemarchtent Traunst. stadtordn. 1375 …

gemarkten

Lexer

ge-markten swv. BMZ handel treiben Schm. ( 1375 ).

vermarkten

DWB

vermarkten , vermarken , verb. zu markte tragen, auf dem markte verkaufen. schon mhd. vermarketen, doch findet sich daneben die form vermark…

Vermarktung

LDWB2

Ver|mark|tung f. (-,-en) comerzialisaziun (-s) f.

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APA
Cotta, M. (2026). „markt". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/markt/meyers
MLA
Cotta, Marcel. „markt". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/markt/meyers. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „markt". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/markt/meyers.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
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