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Wander
Anchors
33 in 17 Wb.
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Seite

Bd. 3, Sp. 528
Seite 1. Auf der einen Seite ist mir alles Wurst, auf der andern alles Pomade. – Gartenlaube, 1869, 154. Berliner Lokalsprichwort. Bei der Kreuzung von Oberwall- und Jägerstrasse ist auf der einen Seite die bekannte Parfümerie von Treu und Nuglisch, auf der andern das vielbesuchte Wurstgeschäft von Niquet. 2. Auf einer Seite ist die Partie immer fertig. – Blass, 6. 3. Die auff der fliehenden seiten haben nie gesigt. – Franck, I, 51a; Petri, II, 123; Henisch, 1151, 25; Lehmann, II, 69, 18; Simrock, 2551; Körte, 5528. 4. Es hat alles zwei Seiten. (S. Ding 903.) Engl.: Every medal has its reverse. – Every thing has a good and a bad side. Holl.: Alles heeft zijne goede en zijne kwade zijde. (Harrebomée, II, 502a.) It.: Ogni medaglia ha il suo rovescio. – Ogni dritto ha il suo riverso. 5. Jeder hat seine schwache Seite. Frz.: Chacun a son faible. 6. Jeder sieht's von seiner Seite an. Die Ansicht einer Sache richtet sich nach der Neigung, nach dem Vortheil eines jeden. Engl.: Every body sees things as he is concerned in them. 7. Kommt eine Seite weiter, so folgt die andere nach. »In seiner Predigt hält Herr Teute sich immer nur an einer Seite, nur an Verstand und nie ans Herz. So hatt' auch Hudibras, der Reiter, nur einen Sporn und sprach: Bring' ich die eine Seite weiter, so folgt gewiss die andere nach.« (Witzfunken, IIb, 141.) 8. Viele halten sich an die Seite des Schiffs, da es guten Wind hat. – Petri, II, 572. 9. Von derselben Seite, woher das Licht kommt, kommt auch der Schatten. 10. Was man nicht von beiden Seiten gesehen hat, das hat man gar nicht gesehen. Engl.: He considers ill, that considers not on both sides. 11. Wer auf der rechten Seite wund ist, legt sich auf die linke. 12. Wer in der linken Seite hohl ist, sieht eine Katze für einen Wehrwolf an. Wem das Herz fehlt, sieht überall Gefahren ohne Mass. 13. An ein Sît wärm sîn. (Meurs.) – Firmenich, I, 400, 11. 14. An jemandes grüner Seite sitzen. Auf der Seite des Herzens, das dem Nachbar gewogen ist. Holl.: Aan iemands groene zijde zitten. (Harrebomée, II, 502a.) 15. Auf beiden Seiten auf Einem Stecken reiten. – Murner, Schelm., 21. Gott und dem Teufel gleichzeitig dienen. »Wir wolten gern auff beiden seiten ehrlich auff eim stecken reiten. Vnd wenn wir haben den dienst gethan, so gibt vns doch jr keiner lohn.« (Kloster, I, 853.) 16. Auf beiden Seiten Wasser tragen. – Parömiakon, 2326. Es mit keiner Partei verderben. 17. Auf beyden seyten hincken. – Franck, Zeytbuch, CCXXXVb. »Wer sich mit gschenk lesst machen bendig, der ist im rechte vnbestendig, der vnbestandt jn dahin zwingt, das er zu beiden seiten hinkt.« (Waldis, IV, 94.) Holl.: Hij hinkt op beide zijden. (Harrebomée, II, 502b.) 18. Auf die Seite sehen, wie eine Gans, die Aepfel sucht. »Man sagt gemeiniglich: So sieht ein Entrich, eine wilde Ente, mit einem Auge auf das Erdreich, wo die Speise ist, und mit dem andern Aug' an den Himmel, wo der Sperber ist.« (Geiler.) 19. Auf eine seit setzen. – Simplic., Galgen-Männlein. In dem Sinne, wie wir heute sagen: beiseite setzen. 20. Auf eine Seite hängen wie Frössen. So sagt man im reussischen Oberlande, um das Parteinehmen für etwas auszudrücken. Frössen ist ein Dorf bei Lobenstein, das am Abhange eines Bergs liegt. 21. Auf eine Seite sehen, wie der Hund, der an einem Bein nagt. 22. Das ist seine schwache Seite. – Körte, 5528c; Braun, I, 4078. 23. Der legt sich auf die liederliche Seite. – Klix, 84. 24. Dî äs af alle Sêgten (Seiten) beschlôen. (Siebenbürg.-sächs.) – Frommann, V, 33, 32. 25. Einem die weiche (schwache) Seite abgehen. Seine schwache Seite aufsuchen, ihn da angreifen und für seinen Zweck gewinnen. 26. Einem zur Seite gehen. Sorgfältig Acht haben, wann und wo er Hülfe bedarf und sie schnell leisten. 27. Einen auf seine Seite bringen. Frz.: Attirer quelqu'un à sa cordéle. (Kritzinger, 173b.) – Attirer quelqu'un dans son parti (dans ses interêts). – Engager quelqu'un à ses interêts. (Kritzinger, 43a u. 272e.) – Jetter quelqu'un dans son parti. (Kritzinger, 387a.) 28. Einen bei seiner schwachen Seite fassen. Holl.: Hij pakt (vat) hem aan zijne zwakste zijde aan. (Harrebomée, II, 502b.) 29. Einen von der Seite ansehen. Schel, verächtlich. 30. Ên de wêke Sit geben. – Eichwald, 1722. 31. Er hat es an die Seite gehängt wie eine Fuhrmannstasche. – Facet., 467. 32. Er hät lange Site. (Zürich.) Von einem starken Trinker. (S. Mass 94, Molum und Trinken.) 33. Er hat seine guten und schlechten Seiten. Lat.: Ex habitu bonum virum prae se fert. – Polypi caput. (Erasm., 70; Philippi, II, 101.) 34. Er hat sich auf die schwere Seite gelegt. – Tendlau, 357. Ist zu der Partei übergegangen, welche in der Mehrzahl ist und den meisten Vortheil bietet. 35. Er ist auch auff der nemenden seiten. – Franck, II, 62b; Körte, 5528a. 36. Er ist auf allen Seiten gedeckt. Lat.: Non vulgari anchora nititur. (Philippi, II, 46.) 37. Er legt sich auf die faule Seite. – Körte, 5528b; Frischbier2, 3479. 38. Er nimmt alles auf die schlimme Seite. Frz.: C'est un homme à qui il ne faut pas dire plus haut que son nom. (Lendroy, 1086.) 39. Er sihet auff ein seit, wie ein ganss, die ein apffel sucht. – Henisch, 1348, 14. 40. Etwas auf die Seite bringen. Frz.: Mettre quelque chose du côté de l'épée. (Lendroy, 506.) 41. Jemand auf seine Seite ziehen. Holl.: Iemand aan zijne koord krijgen. (Harrebomée, I, 436a.) 42. Mer hän no vier Site im Chämi. – Sutermeister, 33. Der Hörer versteht vier Speckseiten, während der Sprechende meint: vier Wände. 43. 'S hat älles wieder au sei guate Seite. (Ulm.) 44. Se hôt a houcha Seita am Hols. – Michel, 276; Nefflen, 465. D.h. einen dicken Hals. 45. Se op de brêd Sîd kriege. – Frischbier2, 3481. 46. Setze dich an meine grüne Seite. die Redensart kommt in dem ersten Verse des bekannten Volksliedes: Mädle, ruck, ruck, ruck an meine grüne Seite. Doch findet sie sich schon bei Fischart in dessen Geschichtklitterung, Kap. 8 und 42, vgl. Kloster, VIII, 451. 47. Sich auf die schlechte (schlimme) Seite legen. – Braun, I, 4075. Träge werden, sich dem Laster ergeben. »Wer sich legt auff die faule seiten.« (Waldis, III, 80, 23.) Im Niederdeutschen: Sick up de fule Sîde leggen. (Dähnert, 137.) 48. Sich auf die Seite machen. Sich schnell und heimlich entfernen. Frz.: Il s'est absenté du païs. (Kritzinger, 4b.) 49. Sich auf eines (jemandes) Seite schlagen. Seine Partei nehmen. Wer sich des Angeklagten vor Gericht annehmen wollte, der stellte sich auf seine Seite. 50. Sie neigt sich auf die Seite, wo die Börse hängt. Holl.: Hij kraauwt aan de zijde, daar de beurs hangt. (Harrebomée, II, 502b.) 51. Stets auf die weiche Seite fallen. – Frischbier2, 3480. 52. Uf oa Seita g'lada. – Michel, 279; Nefflen, 467. Auf eine Seite geladen, d.i. nicht mehr aufrecht, geradeaus gehen, das Gleichgewicht verloren haben, stark angetrunken sein. 53. Ût de Sît, de Höner willen pissen. – Bueren, 1189. 54. Von de linke Síd e Prêmke, von de rechte Sîd e Pîp Toback, on ön e Möod besape. – Frischbier2, 3482. 55. Wat du op de êne Sîd backst, dat kakt de Sunn op de annere weder ut. (Danzig.) – Frischbier2, 3483. [Zusätze und Ergänzungen] 56. Wer auf der linken Seite ruht, hat frei das Herz, wer auf der rechten Seite ruht, verspüret Schmerz. It.: Chi dorme nel lato manco, il cuor è franco; chi nel lato dritto, il cuor è afflitto. (Giani, 603.) 57. Ar trejt uf zwej Seiten. – Larisch, 32. 58. Etwas bei Seite legen. Unerörtert lassen, mit Stillschweigen übergehen. Lat.: In medio relinquere. (Faselius, 115.)
7579 Zeichen · 264 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    seiteswm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +6 Parallelbelege

    seite swm. saite. ahd. seito, seita Graff 6,159. ein gedente seite ( fem.? ) Pass. 74,39. corda seita sumerl. 5,76. fidi…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Seite

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Die Seite , plur. die -n. 1. Diejenige Fläche eines Körpers, welche sich neben der hintern und vordern Fläche befindet. …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Seite

    Goethe-Wörterbuch

    Seite häufig Kleinschr; einmal eigenh ‘Seit’ B41,179,23 ; ohne Einbeziehung der sehr häufigen Abk ‘S.’ etwa ein Drittel …

  4. modern
    Dialekt
    Seitef.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Seite f. : 1. a. 'rechte oder linke, hintere oder vordere, obere oder untere, innere oder äußere Begrenzungsfläche eines…

  5. Sprichwörter
    Seite

    Wander (Sprichwörter)

    Seite 1. Auf der einen Seite ist mir alles Wurst, auf der andern alles Pomade. – Gartenlaube, 1869, 154. Berliner Lokals…

  6. Spezial
    Seite (abbr S.)f

    Dt.-Russ. phil. Termini · +12 Parallelbelege

    Seite , f (abbr S.) страница , ж (сокр с.) [typo, lit] → FiloSlov pagina (abbr p., pag.), f

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit seite

478 Bildungen · 431 Erstglied · 45 Zweitglied · 2 Ableitungen

seite‑ als Erstglied (30 von 431)

Seite(n)

Idiotikon

Seite(n) Band 7, Spalte 1443 Seite(n) 7,1443

seiteins

KöblerGot

seit·eins

seiteins , Adj. (a) nhd. täglich ne. daily, constant, perpetual ÜG.: gr. ὁ καθ’ ἡμέραν; ÜE.: lat. cotidianus Q.: Bi (340-380) E.: s. sintein…

seiteln

DWB

seit·eln

seiteln , verb. : seitelen, verbum pueris usitatissimum, cum ovis paschalibus, sive pictis collidendo certant, alias auf die seite kippen, f…

Seitenbord

SHW

Seiten-bord Band 5, Spalte 979-980

Seitendiel

SHW

Seiten-diel Band 5, Spalte 979-980

Seitengang

SHW

Seiten-gang Band 5, Spalte 979-980

Seitenmagd

SHW

Seiten-magd Band 5, Spalte 979-980

Seitenpfad

SHW

Seiten-pfad Band 5, Spalte 979-980

seite als Zweitglied (30 von 45)

Rückseite

RDWB1

Rückseite f зад, задняя часть, задняя сторона, задняя стенка (напр., шкафа), изнанка (у одежды), изнаночная сторона (у одежды), "рубашка" (у…

Schattenseite

RDWB1

Schatten·seite

Schattenseite f оборотная сторона идиом. die Sache hat aber auch eine Schattenseite - у всего этого имеется и оборотная сторона auf der Scha…

Sonnenseite

RDWB1

Sonnenseite f auf der ~ des Lebens stehen idiom. - кому-л. везёт в жизни; кому-л. хорошо, беззаботно живётся; счастливчик; баловень судьбы и…

Vorderseite

RDWB1

Vorderseite f перёд, передняя часть, передняя сторона, лицевая сторона

aasseite

DWB

aas·seite

aasseite , f. interior pars corii, den gerbern, die inwendige seite des fells.

abseite

DWB

abs·e·ite

abseite , f. gewölbter nebenraum in der kirche, mlat. absida, gr. ἀψίς , ἁψίς , mhd. absîte, später auch auf weltliche nebengebäude angewand…

Außenseite

Adelung

aussen·seite

Die Außenseite , plur. die -n, die äußere Seite. Eigennützige haben dich durch eine schöne Außenseite betrogen, Dusch.

blattseite

DWB

blatt·seite

blattseite , f. pagina, nnl. bladzijde: hat er ( der arzt ) mich nicht wie einen anfänger, in die grenzen einer einzigen blattseite eingezäu…

Bratseite

Adelung

brat·seite

Die Bratseite , plur. die -n, in fürstlichen Küchen, derjenige Theil der Küche, wo die Braten zugerichtet werden; im Gegensatze der Mundseit…

gegenseite

DWB

gegen·seite

gegenseite , f. die andere, entgegengesetzte seite. 1 1) die gegenseite einer münze, revers, der kopfseite gegenüber Adelung , der es zuerst…

giebelseite

DWB

giebel·seite

giebelseite , f. , die ( schmale ) seite eines hauses mit dem giebel: ( die dachluken sitzen bei den ital. hausurnen ) an den giebelseiten i…

harpfenseite

KöblerMhd

harpfen·seite

harpfenseite , st. F. nhd. Harfensaite E.: s. harpfe, seite W.: nhd. Harfensaite, F., Harfensaite, DW 10, 477 L.: Lexer 405c (harpfenseite)

hauptseite

DWB

haupt·seite

hauptseite , f. 1 1) die kopfseite einer münze, auf der sich das kopf- oder brustbild eines fürsten befindet. Jacobsson 2, 223 b . 2 2) die …

himelseite

Lexer

himel·seite

himel-seite swm. himmelssaite. die engel sleen die himelseyten Hans 3124.

kehrseite

DWB

kehr·seite

kehrseite , f. im vorigen jh. für revers bei münzen aufgebracht, auch nl. keerzijde schon im 18. jh.; Adelung ereifert sich dawider: ' ein s…

leeseite

DWB

lee·seite

leeseite , f. bei den schiffern die gegend nach welcher der wind hinweht, die unter dem winde liegt. Jacobsson 6, 435 a .

mittagsseite

DWB

mittags·seite

mittagsseite , f. seite gegen mittag, südseite: wählte den platz, wo seines weibes leibzucht stehen sollte, masz mit seinen augen den garten…

morgenseite

DWB

morgen·seite

morgenseite , f. seite nach morgen, ostseite: zimmer nach der morgenseite; ( ein ) pavillon ... welcher auf der morgenseite des gartens, ...…

mundseite

DWB

mund·seite

mundseite , f. in fürstlichen küchen diejenige seite, auf welcher allein die speisen für die herschaftliche tafel zubereitet werden, im gege…

narbenseite

DWB

narben·seite

narbenseite , f. gleich haarseite des leders Jacobsson 2, 181 b ; die närbenseite Schm. 1, 1756 Fromm.

nebenseite

DWB

neben·seite

nebenseite , f. gegensatz zu hauptseite: item die nebensiten inwendig der tafel ( des altarwerks ) ... verguldet. anz. des germ. mus. 1880 s…

nordseite

DWB

nord·seite

nordseite , f. die nördliche seite ( s. norderseite) Ludwig 1335 ; auf seiner ( des Kappelberges ) nordseite entspringt die Elster. Göthe 27…

Querseite

DRW

quer·seite

Querseite, f. bei Verwandtschaftsbeziehungen: wie Querlinie so aber ain person ... allain freünd von vater oder můter ..., in der zwerchseit…

rückseite

DWB

rueck·seite

rückseite , f. hintere seite: er .. schlug mit dem zusammengedrehten taschentuch kräftigst auf die rückseite der knaben. Freytag handschr. 1…

Ableitungen von seite (2 von 2)

beseite

DWB

beseite , dasselbe: beseite legen. Ringwald laut. warh. 27. 108. 279. 372 . mhd. besîten, z. b. Greg. 120. Er. 9646.

geseite

DWB

geseite , gradarium ( i. graduum series ), geseyte Dief. 267 c .