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gicksen

nhd. bis sprichw. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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6 in 5 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gicksen vb.

Bd. 7, Sp. 7321
gicksen, vb. , mit den hier vereinigten verwandten gickezen, gickzen, gixen, gigsen und der langvokalischen variante giegsen, gieksen. lautmalendes wort wie das mit ihm wechselnde kickezen (teil 5, 662), kicksen (ebda s. v. kicks); intensivbildung von 1gicken mit dentalsuffixen (vgl. Wilmanns 2, 106 u. 109), die teils ahd. *giccazen, -ezen-, -izen unmittelbar fortführt, teils jüngere mundartliche steigerung von gicken oder neue ableitung aus gicks, gick darstellt; vgl. zur bildung mucksen und piepsen. trotz gewisser unterschiede im gebrauch läszt sich eine trennung dieser schallwörter nicht durchführen, weil sie einander vertreten können. schriftsprachlich nur in älterer zeit verwendet, in neuerer bei dialektdichtern oder der mundart entnommen. 11) gickezen, gickzen, gicksen vom ton der menschlichen stimme seit alters im sinne 'leise, kleinlaut reden', dann auch 'stottern', vgl.gackzen (teil 4, 1, 1, 1131); so schon ahd. irgiccazan mutire (12. jh.) ahd. gloss. 1, 379, 5 St.-S.; in den älteren wbb. häufig: gikatzen titubare, balbere, balbescere stamlen voc. incip. teut. (1471) i 7b, gigtzen Dasypodius dict. 2 (1536) 335a, gibtzen, gigtzen heimlich reden Schöpper syn. (1550) c 6c, gickzen, chucheter, mussitare Duez (1664) 201a, er darff nicht einmal gigzen Aler dict. (1727) 1, 946; in bair. maa. erhalten, vgl. gicketzen mit der zunge beim reden anstoszen Unger-Khull 292, giggazn unartikulierte töne hervorbringen, stottern Lexer kärnt. 114, Schöpf tirol. 190, gihezzn stottern (baier. Wald) Bayerns maa. 1, 255, gigken, gigkezen töne beim erschrecken, stottern, verhaltenem lachen Schmeller-Fr. 1, 884: du-u-u thuest ja a giiigatzen, ha a scham di-i dert (doch) Franz Stelzhammer ausgew. dicht. 1, 27 Rosegger; no fing der a stund zum gigazen und gagezen an Anzengruber ges. w. (1890) 6, 293. als gicksen, vgl.gagsen, gigsen gracchiare, gracidare, balbettare, stammeln, anstoszen Kramer teutsch-ital. (1700) 446a; sich nicht zu mucksen wagen, nicht einmal gicks (s. gicks 1) zu sagen sich unterstehn, vgl. gicksen, gichsen ... er darf nicht gicksen, hy mag niet kikken, den mond open doen Kramer-Moerbeck (1768) 135a: dadurch die bürger ... erschreckt, sich nicht eräugnen noch giggsen dörfften H. Halverius Jovii warh. beschreib. (1570) 2, 120. 22) aus dem redensartlichen weder gicks noch gacks sagen, wissen entwickelt weder gicksen noch gacksen 'nichts sagen' Fischer schwäb. 3, 12: was sie (Avicenna und Galen) pfeifen, das tanzen ihr (die derzeitigen ärzte) und wissen weder gicksen noch gacksen darin Paracelsus op. (1616) 1, 1000 Huser; in anderer bedeutung: wenn du gegikst hast, so gakse auch hast du a gesagt, so sage auch b Weinhold schles. 104. 33) das stoszweise hervorbringen von hohen, hohlen tönen, vornehmlich von kranken personen, vgl. gicksen, gickzen abgestoszen und schwach mit einem eigenthümlichen laut husten Kehrein Nassau 1, 164; im stickhusten gîksen und gêksen die kinder, ebenso bei der häutigen bräune Vilmar kurhess. 126; gicksen schlucksen Askenasy Frankf. 217; daher er gickst und gackst alle tage ist kränklich (Niederlausitz) Wander 1, 1686, dazu gickshusten keuchhusten Jos. Müller rhein. 2, 1220, Askenasy Frankf. 158. hierher wohl auch gixen dahinsiechen, bes. von pflanzen Staub-Tobler 2, 570. 44) 'einen hellen laut, ton geben'; namentlich von kleineren tieren 'einen feinen schrei ausstoszen', vgl. gicksen gackern von hühnern Lenz Handschuhsh. 28; schreien von der gans, eule Jungandreas schles. zeitwortbild. 36; schrill schreien, z. b. von jungen vögeln Jos. Müller rhein. 2, 1220: sich, es ist die fleiszige, ämsige, sitzende giksende, gaksende, kratzende, kritzende gickel, gackel, gallina nicht mehr Cl. Brentano ges. schr. (1852) 5, 82; vgl. auch gigitzen zwitschern von vögeln Fischer schwäb. 3, 657; mit langem vokal besonders alem. und rheinisch, z. t. neben kürze, vgl. gyksen 'einen kleinen laut geben, wie eine maus oder sonst ein kleines vieh' Spreng bei Seiler Basl. 138, gigse sibilare ut mures Schmidt id. bern. 31, die maus gixt (v. j. 1678) bei Staub-Tobler 2, 570, auch von menschen 'feine, unartikulierte töne aus der kehle ausstoszen, einen schrei ausstoszen' Seiler Basl. 137: das bauerntöchterchen gixt: herr jeses, pfi tusig bei Staub-Tobler 2, 570; vom knarren der räder, der türe, der schuhe Schmidt Straszb. 42, Müller rhein. 2, 1220; von dem ton beim sägefeilen Staub-Tobler 2, 570; das knirschen bei der käsebereitung Martiny milchwirtsch. (1907) 45: neben an der ufen und neben an der abe gigst der wage J. P. Hebel s. w. (1838) 1, 31; die gespenster, die in dem trüben licht der verregneten, im winde giegsenden dachlucke erschienen, waren ... schwere kisten E. Strausz freund Hein 246. das von einem hellen geräusch begleitete abrutschen beim billardstosz, vom billardballen abgleiten H. Jakob Wien. 69b, vgl. gicks 2. 55) häufig für einen falschen, quicksenden, schrillen ton erzeugen, bes. auf einem blasinstrument; so gixn Castelli Österr. 140; Ruckert unterfränk. 61; auf das singen übertragen, vom überschlagen der stimme Unger-Khull steir. 293a, Jakob Wien. 69b; mit heiserer stimme singen Staub-Tobler 2, 570; gigsen schlecht, falsch singen Fischer schwäb. 3, 657: stimme hatte der keine zum singen, sie gixte Rosegger schr. (1895) III 8, 177, vgl. gicks 2.
5360 Zeichen · 114 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gicksenvb.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    gicksen , vb. , mit den hier vereinigten verwandten gickezen, gickzen, gixen, gigsen und der langvokalischen variante gi…

  2. modern
    Dialekt
    gicksenintr. v.

    Lothringisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    gicksen [-gìksən Bo. ] intr. v. scharf sehen. s. Brellengickser. — baier. 1, 886 gugkezen, guksen.

  3. Sprichwörter
    Gicksen

    Wander (Sprichwörter)

    Gicksen 1. Wenn du gegickst, so gackse auch. ( Schles. ) 2. Er gickst und gackst alle Tage. Ist kränklich. 3. Er gickst …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gicksen

4 Bildungen · 4 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von gicksen 2 Komponenten

gick+sen

gicksen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gicksen‑ als Erstglied (4 von 4)

gicksen II

SHW

gicksen II Band 2, Spalte 1353-1354

gicksen II

RhWB

gicksen II = stechen, lugen s. giksen.

gicksen III

RhWB

gicksen III -i- Saarbr-Feching ; -ī- Merz-Becking ; -i- Köln-Brauw schw.: schrill schreien Allg.; die jungen Vögel g. Köln-Brauw ; die Schuh…

gicksen IV

RhWB

gicksen IV -i- Sieg-Rheidt schw.: den Hund, am H. g., necken. zargen; auch einen Menschen, bis er böse wird. S. gissen, hissen, kissen. — Di…

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Cotta, M. (2026). „gicksen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/gicksen/dwb
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Cotta, Marcel. „gicksen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/gicksen/dwb. Abgerufen 11. May 2026.
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Cotta, Marcel. „gicksen". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/gicksen/dwb.
BibTeX
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