Blatt relativ häufig (auch eigenh) ‘Blat’; ca drei Viertel der üb 3000 Belege in B (Papierblatt), meist in speziellen Verwendungen, die genaue Sachbezeichnung (Brief, Zeitung, Zeichnung, Manuskript- od Buchseite usw) ersetzend. — Auf der italReise bemerkt G ‘die ursprüngliche Identität aller Pflanzentheile’ (N6,121,19 f BotanStudien [
1831]
) iS homologer Organe. Er postuliert das pflanzl Urorgan ‘Blatt’ (A 1 a), aus dem durch ‘Metamorphose’ die Pflanze in allen Teilen gebildet ist; zunächst umfassend verstanden, dann (seit MetamPfl, veröffentlicht 1790) meist unter Ausklammerung des Wurzelsystems1) u mit differenzierender Sicht von Stengel u Knoten. Das sprachl Unbehagen gegenüber dieser terminolog Ausweitung des allgemeinsprachl spezifizierten Begriffs ‘Blatt’ spricht G selbst aus2),
ohne einen anderen Terminus für dieses ‘bestimmbare Organ’ zu finden. Nach MetamPfl jedoch Rückgang der Verwendung zugunsten von sachl Umschreibungen, trotz des ähnl Wortgebrauchs von ‘Blatt’ bei einem nachträgl entdeckten ‘Vorarbeiter’ u durch Zeitgenossen3) A
Pflanzenblatt; Hauptmasse der Belege in 1 1
in botan Betrachtung a
Grundtypus der Pflanzenbildung, sich in den Erscheinungsformen iS der Metamorphose modifizierend; mehrf mit Hinweis auf schwere Faßbarkeit des botan Terminus Hypothese | Alles ist Blat. und durch diese Einfachheit wird die größte Mannigfaltigkeit möglich. Das Blat hat gefäße die in sich verschlungen wieder ein Blat hervorbringen .. Der Punckt wo die Gefäße sich treffen und dies neue Blat zu bilden anfangen ist der Knoten. Dieser Knoten bringt nicht blos das folgende Blat hervor sondern mehrere. Ein Blat das nur Feuchtigkeit unter der Erde einsaugt nennen wir Wurzel, Ein Blat das von der Feuchtigkeit ausgedehnt wird pp. Zwiebel. Bulbus. Ein Blat das sich gleich ausdehnt einen Stiel. Stengel GWBN7,282 —283 MorphStudien inItal ferner um .. das B. in seinem transcendentellsten Sinne zu zeigen, daß solches nicht allein etwa einen Keim im Busen verberge, sondern deren unzählige in allen seinen Theilen verwahre .. man würde doch immer im Felde des Unbegreiflichen und Unaussprechlichen herum wandern GWBN6,317,17 Morph FrühEinl [vor 1790] Es war mir nämlich aufgegangen, daß in demjenigen Organ der Pflanze, welches wir als B. gewöhnlich anzusprechen pflegen, der wahre Proteus verborgen liege, der sich in allen Gestaltungen verstecken und offenbaren könne. Vorwärts und rückwärts ist die Pflanze immer nur B. .. Einen solchen Begriff zu fassen, zu ertragen, ihn in der Natur aufzufinden ist eine Aufgabe, die uns in einen peinlich süßen Zustand versetzt GWB32,44,14u17 ItR ~ GWBN13,47,30 u 48,3 Morph Plp [1819?] wie wir nun die verschieden scheinenden Organe der sprossenden und blühenden Pflanze alle aus einem einzigen nämlich dem Blatte, welches sich gewöhnlich an jedem Knoten entwickelt, zu erklären gesucht haben GWBN6,92,13 MetamPfl 119 [
Tabelle mit Stichworten zur MetamPfl] Blat. | Als bestimmtes Organ im empirischen Sinne | Als bestimmbares Organ im höheren Sinne GWBN13,134,1 Morph Plp GWBN7,11ff Morph Vorarb GWBN13,122,1u7 Morph Plp GWBB39,143f CarlAug 20.3.25
uö einmal schemat, konkrete Einteilung des Urorgans Blatt in sieben konzentrische ‘Regionen’ mit Zuordnung zu den sieben Pflanzenorganen (Keim-, Stengel-, Kelch-, Blütenblatt, Staubfaden, Fruchtknoten, Samen) iS einer Entsprechung4) Regionen des B-es. Um die verschiedenen Umformungen des B-es anschaulicher zu machen müssen wir es in verschiedne Regionen theilen. Daß diese Eintheilung nicht willkührlich sey wird sich in der Folge zeigen [
folgt Zeichnung u Tab der Pflanzenteile] GWBN13,123,21f Plp [Entwurf zu MetamPfl]
in der genet-morph Analyse der Pflanzenbildung; meist im Pl; auch ‘wahre Blätter’; vgl auch ‘Blattgestalt’ Es wird nicht schwer sein zu zeigen, wie sich nach verschiedenen Modificationen die Blätter des so genannten Stieles zum Kelche vereinigen, eine auf gleiche Weise vereinte Anzahl die Krone bildet und zuletzt wieder die Staubfäden hervorbringt GWBN7,17,1 Morph Vorarb 1 Mir bildet die Erscheinung der zwei Blätter bei den Dicotyledonen den ersten Knoten und die beiden Organe, welche an demselben hervorstehen, sind mir wahre Blätter, sie mögen durch Aufblähung noch so unkenntlich geworden sein. In dieser Eigenschaft als Blätter haben sie ein Recht, ja die Obliegenheit, Augen hervorzubringen, indem sie zugleich aufwärts den folgenden Knoten mit seinen Blattgipfeln ausbilden GWBN6,324,8u11u13 Zu MetamPfl 15 so werden wir in den Samenbehältern .. die Blattgestalt nicht verkennen. So wäre
z. B. die Hülse ein einfaches, zusammengeschlagenes, an seinen Rändern verwachsenes B., die Schoten würden aus mehr über einander gewachsenen Blättern bestehen, die zusammengesetzten Gehäuse erklärten sich aus mehreren Blättern GWBN6,66,10fu13 MetamPfl 78 Das Auge besteht aus mehr oder weniger entwickelten Knoten und Blättern, welche den künftigen Wachsthum weiter verbreiten sollen GWBN6,73,15 MetamPfl 90 Die Natur bildet einen gemeinschaftlichen Kelch aus vielen Blättern, welche sie auf einander drängt und um Eine Axe versammlet GWBN6,77,13 MetamPfl 99 Die Samenblätter [
der Bohne], die man nicht glücklich mit dem Mutterkuchen vergleicht, denn es sind zwei wahre, nur aufgetriebene und mehligt ausgefüllte Blätter, welche auch an Licht und Luft grün werden GWBN6,12,12 Morph Einl 1807 GWBN13,31,5u17ff Morph Plp
uö(häufig) b
im konventionellen Sinn: die konkrete, spezif Erscheinungsform des (grünen) Pflanzenblattes; in Morph Schr auch ‘Stengelblatt’, gelegentl ‘eigentliches Blatt’; häufig in Beschreibungen; vgl auch ‘Kelchblatt’, ‘Blumenblatt’, ‘Ahornblatt’ u die Fülle anderer Komposita Aus der gedachten oben doppelt eingeschnittnen Scheide treibt nun das erste eigentliche B. [
der Dattelpalme] hervor GWBN7,33,18 Morph Vorarb 3 Wenn ich an demselben Pflanzenstengel zuerst rundliche, dann eingekerbte, zuletzt beinahe gefiederte Blätter entdeckte GWBN6,117,2 BotStudien [1831] Die Oelbäume .. sehen alt fast wie Weiden aus .. Das Blat ist auch weidenartig nur weniger Blätter am Zweige GWBT1,318,15u16 v 25.10.86 Die Blätter der italiänischen Pappel haben sehr zarte straffe Blattstiele GWBN7,62,13 SpiralTend 1831 Sodann muß ich vermelden daß an meinem Bryophyllum, nachdem es neun einfache Blattpaare hervorgebracht .. sich die zehnten Blätter wieder in drey zu theilen anfangen GWBB31,204,20 Nees 24.6.19 LA II 9A,121 Morph Plp
uö(häufig) c
als Objekt allg biolog, physiol u chem Beobachtungen u Untersuchungen, bes im Hinblick auf Struktur, Säftestrom, Reaktion auf äußere Einflüsse, Farbe, Verhalten bei Insektenbefall, Krankheiten, Wirkung von (farbiger) Beleuchtung Wir finden, die Wurzel bedürfe der Feuchtigkeit und der Finsterniß, das B. des Lichts und der Trockne, um sich zu entwickeln GWBN6,307,21 PhysiolPfl Auch das Buntfärben der Blätter im Herbste scheint mir aus dieser Ursache zu entstehen. Die Blätter haben ihre überflüssige Feuchtigkeit verloren; sie sind also gewissermaßen in den Zustand der Blumenblätter gelangt GWBN7,371 Morph Plp Ich habe Linden [
mit Honigtau] getroffen, wo die Blätter wie lackirt aussahen, worauf sich aber weder Blattläuse noch Bälge zeigten GWBN6,197,23 VerstäubgVerdunstgVertropfg es [
das Vertikalsystem] ist vorwaltend bei Monokotyledonen, deren Blätter schon sich aus geraden Fasern bilden, die unter gewissen Bedingungen sich leicht von einander trennen und als starke Fäden zu mancherlei Gebrauch haltbar sind GWBN7,50,14 SpiralTend 1831 Professor von Seelus. Erklärte mir seine Art Blätter zu skelettiren GWBTgb 19.7.31 GWBN13,141,15 — 142,2 Morph Plp GWBN7,350 Hopfen
uö 2
als Teil der den Menschen umgebenden Natur, meist mBez auf das Laub der Bäume; häufig Spiegelbild der Empfindung, bes iZshg mit Jahreszeit u Wetter Die Blüten und ersten Blätter sind höchst liebl. es treibt nach der langen rauhen Witterung alles auf einmal GWBTgb 6.5.80 Sehr lieblich .. gegen Sonnenuntergang die Prager Straße hinab zu gehen. Alle unbelaubten Bäume .. werden nach und nach sichtbar, wie sie ihre Blätter entfalten, und, von dem Sonnenlicht vom Rücken her beschienen, als völlig durchscheinend in ihrer eigenthümlichen Form dargestellt und kenntlich werden GWBB33,29,10 Zelter 11.5.20 der Abglanz der Sonne entzückt uns von Blättern und Zweigen [
in Italien] GWBN5
1,5,3 BeitrOpt I 4 Um 9 Uhr steht der Wald im Glanze seiner Blätter und Blüten GWBN12,196 Met Var Auch war noch jemand [
der verliebte Pedro] dabei .. dessen Empfindung zu dem Rauschen des Wassers und dem Lispeln der Blätter besser stimmte, als zu den trompeten und Freudengesang GWB38,114,15 Claud
1 GWBFaust II 4693u5885 GWBIph
2 1351
uö das Herbstblatt; immer im Kontext mit ‘dürr, welk, gelb’, mit ‘Wind’ u ‘(ab)fallen’; überwiegend mit Vergänglichkeitsmetaphorik u symbol Bezug Wie die Natur sich zum Herbste neigt, wird es Herbst in mir und um mich her. Meine Blätter werden gelb und schon sind die Blätter der benachbarten Bäume abgefallen AA93,9 Werth
2 II [
Gedichtansatz auf Blatt:] Ein dürres B. im Wind getrieben | Sieht öfters einem Vogel gleich GWBT13,245 = GWB5
2,419 ~ GWBN11,360 Plp [
Faust zu Wagner:] Und all die Reden die so blinkend sind, | In denen ihr der Menschheit Schnizzel kräuselt, | Sind unerquicklich wie der Nebelwind | Der herbstlich durch die dürren Blätter säuselt GWBUrfaust 204 ~ GWBFaust I 557 = Faust Fragm 204 [
Lektüre] Sur la Politique rationelle .. Lamartine .. Äußerst gut- und schwachmüthig, wie der feuchte Wind durch Herbstes Blätter säuselt GWBTgb 9.1.32 Dießmal streust du, o Herbst, nur leichte welkende Blätter; | Gib mir ein andermal schwellende Früchte dafür GWB1,357 VierJahresz Herbst 83,165 GWB24,34,28 Wj I 2 GWB11,322 ErwElm
2 743 GWB1,167 Erlkönig 16
uö 3
in Blatt- u Pflanzenmetaphorik; sa Baumblatt a
das einzelne Blatt in seiner Eigenart u Entwicklung als Gleichnis für menschl Individualität Von deinem Georg habe ich immer das beste gehoft .. Ein Blat das groß werden soll, ist voller Runzeln und Knittern eh es sich entwickelt, wenn man nun nicht Geduld hat und es gleich so glat haben will wie ein Weidenblat dann ists übel GWBB9,22,16 Jacobi 9.9.88 Gespr Eckerm 14.4.24 Gespr Eckerm 12.4.29
als Gleichnis für sich positiv Entwickelndes; mehrf bei Übersendung eines Blattes von Bryophyllum calycinum mBez auf dessen produktive Vegetationskraft u mBez auf die zweigespaltene Form des Blattes von Gingo Biloba als Symbol der Liebe Möge alles was Höchstdieselben vornehmen und stiften, wie bisher, nach allen Seiten Wurzel schlagen und jedes B. vielfach neue Pflanzen hervorbringen GWBB31,40,7 CarlAug [29?.12.18] K Wie aus einem B. unzählig | Frische Lebenszweige sprießen, | Mögst in einer Liebe selig | Tausenfaches Glück genießen GWB4,296 Wie aus einem Blatt 1 [1830] Dieses Baums B., der von Osten | Meinem Garten anvertraut, | Gibt geheimen Sinn zu kosten | .. Ist es Ein lebendig Wesen, | Das sich in sich selbst getrennt? | Sind es zwei, die sich erlesen, | Daß man sie als Eines kennt? GWB6,152 Div VIII Gingo biloba 1 GWBB41,72,25 Boisserée 27.6.26
uö einmal ‘heiliges B.’ für ein mitgenommenes Lobeerblatt vom Grabe Virgils, zugl Symbol der Fruchtbarkeit von G-s Italienerlebnis5) Als das heilige B. von Maro’s [
Virgilius Maro] Grabe getrennt ward, | Naht’ es, der Asche getreu, welkend polarischer Nacht. | Aber im Lande bedeckt von Schnee ergrünt es auf’s Neue, | Bietet unwelkenden Schmuck traulich den Grazien an GWB4,123 Als das heilige Blatt 1 b
im Vegetationszusammenhang, überwiegend des Baumes; als Sinnbild der Lebenssituation des Menschen Verpflanze den schönen Baum .. | Sieh, wie er im Frühling | Lichtgrüne Blätter schlägt GWB4,183 Ode An Behrisch I 10 [
Domherr:] Ihr waret geschäftig um meine Leidenschaft, wie Käfer um einen blühenden Baum; die Blätter konntet ihr verzehren, daß ich mitten im Sommer wie ein dürres Reis dastehe GWB17,243,27 GrCoph V 8 [
Egm; allein:] Wenn Stürme durch Zweige und Blätter saus’ten .. blieb innerst doch der Kern des Herzens ungeregt GWB8,280,19 Egm V 2 GWBB14,31,18 Schiller 6.3.99 AA145,1 Werth II Ossian
iZshg mit der Ausdeutung von Kunstwerken u sozialen Strukturen als Organismen [
betr Straßb Münster] der Genius .. der Erwinen von Steinbach eingab: vermannichfaltige die ungeheure Mauer .. daß sie aufsteige gleich einem hocherhabenen, weitverbreiteten Baume Gottes, der mit tausend Ästen, Millionen Zweigen, und Blättern wie Sand am Meer, ringsum der Gegend verkündet die Herrlichkeit des Herrn GWB37,144,12 Baukunst 1773 [
üb die Dramen Shakespeares] Es ist nicht Spreu und Weizen durch einander, rief dieser [
Wilh], es ist ein Stamm, Äste, Zweige, Blätter, Knospen, Blüthen und Früchte GWB22,156,7 Lj V 4 wie denn die Gebräuche der römischen Kirche dem Protestanten .. imposant sind, indem er nur .. das Menschliche .. anerkennt, ohne sich .. mit .. dem Baume selbst, seinen Zweigen, Blättern, seiner Rinde und seinen Wurzeln zu befassen GWB29,113,13 DuW 18 Gespr(He2,169) Riemer 11.12.06 4
das (abgetrennte) Blatt als zu prakt, dekorativen Zwecken sich darbietendes Material; auch im Bild a
als Tiernahrung, Streu, auch im Lendenschurz weil man uns erzählte, daß von seinen [
des Maulbeerbaums] Blättern die Seidenwürmer sich ernährten GWB26,56,2 DuW 1 Und sie legten sich nieder im Saale, der über und über | War mit Heu und Blättern bedeckt, und schliefen zusammen GWBReinF VII 245 Die wilden Männer sind s’ genannt | .. Den Fichtenstamm in rechter Hand | Und um den Leib ein wulstig Band, | Den derbsten Schurz von Zweig und B. GWBFaust II 5870 GWB26,191,27 u 192,11 DuW 4 GWB18,250,17 Märchen
uö(nicht häufig) b
als Zierde od Bestandteil von (traditionellen) Opfer- od Ehrengaben; mehrf im Kontext mit ‘streuen’ od mit ‘Kranz’; auch iZshg mit dem Zupfen von Blütenblättern als Liebesorakel dieß Schnupftuch mit Gaben .. voll Blumen, Blüthen, Blätter .. das alles ich .. dir [
Erwin von Steinbach] nun zu Ehren der Verwesung weihe GWB37,140,24 Baukunst 1773 der Kopf eines zum Opfer geschmückten Widders .. das strenge Fell, die frischen Blätter GWB44,364,1 CellAnh XIV [
Beerdigung Ottilies] Eben schwankte der Zug den reinlichen, mit Blättern bestreuten Weg durch’s Dorf hin GWB20,409,17 Wv II 18 Gib auch Blätter, den Glanz der blendenden Blumen zu mildern; | Auch das Leben verlangt ruhige Blätter im Kranz GWB1,273 Der neue Pausias u sein Blumenmädchen 17f GWBFaust I Regiebem vor 3179 u 3184 = GWBUrfaust Regiebem vor 1027 u 1032 GWBB42,280,1 UPogwisch 27.7.27
uö(nicht häufig) c
als einfaches Musikinstrument des Hirten wer will ein Hirte sein, | Lange Zeit er hat; | Zähl’ er die Stern’ im Schein, | Blas’ er auf dem B. | Blätter gibt uns der Baum, | Rohre gibt uns das Moor GWBPand 280f GWBPand 504 d
in der durch Luther populär gewordenen Wdg ‘kein Blatt vors Maul nehmen’ iSv frei, unverhüllt6) reden Im nächsten Jahr feyert die Protestantische Kirche ihr Jubiläum .. Und so will ich dieses Jahr von meiner Seite das Fest feyern, daß ich wie Luther kein B. vors Maul nehme GWBB27,421,9 Leonhard 7.11.16 K 5
künstlich dargestelltes Blatt, meist als ornamentales Element; einmal mBez auf Eisblumen dem Architekten waren Blätter, Knospen, Blumen und von daher abgeleitete Gestalten als Zierde seiner starren Flächen .. höchst willkommen GWB49
1,377,14 BlumenMalerei Das Gefäß .. war mit zwei schönen Henkeln geziert, mit vielen Masken .. und mit den schönsten Blättern [
fogliami7)] GWB43,55,27 Cell I 4 Ew. Durchl. haben den Arbeiten unserer Stukatur Ihro Zufriedenheit bezeigt und ich nehme mir daher die Freyheit .. einige Ausgüsse sowohl von Rosen als Stäben und Blättern zu übersenden GWBB15,80,5 Ernst II [Ende Jun 00] K GWB1,74 Mit einem gemahlten Band 1 GWB27,275,3 DuW 9 GWBN13,427,12 Naturlehre
uö 6
versteinertes Blatt, fossiler Abdruck Schöne Blätter in Sandstein, vom Altsattel GWBTgb 31.8.1821 wo gehören die in der Gegend von Falkenau sich häufig vorfindenden Pflanzenabdrücke in Sandstein hin? Ich glaube den Wegbreit und Buchen-ähnliche Blätter darin zu entdecken GWBB37,87,8 Sternbg 20.6.23 Seltener sind [
unter den Versteinerungen bei Weimar] Moose und incrustirte Blätter, jedoch kommen auch diese vor, nur ist es sehr schwer, sie genau zu bestimmen GWBN10,134,2 UmgebgWeim [1828] [AGoethe?]
uö 7
in metaphor Spiel mit Bed B; nur okkasionell Knebel, hofft ich, sollte mir etwas von Ihnen mitbringen .. Nun nicht eine Zeile, nicht ein welckes Blat, nichts was Ihnen nichts gekostet hätte GWBB4,305,25 ChStein 10.—12.10.[80] Von seinem Buche [
Steffens ‘Grundzüge ..’] habe ich freylich schon früher einige Blätter wehen und rauschen hören GWBB19,187,7 FAWolf 31.8.06 [
Przin:] Die schönen Lieder [
Tassos], die an unsern Bäumen | Wir hin und wieder angeheftet finden, | .. erkennst du sie nicht alle | Für holde Früchte einer wahren Liebe? [
Leonore:] Ich freue mich der schönen Blätter auch Tasso 182 [
Widmungsgedicht an Doris Böhler] Von mir der ich zu fern von Dir und Deinem Glanze | Flicht dieses B. mit ein, zu Deinem Lebenskranze GWB5
2,366 Soll sich das Leben 8 [
G sendet Honorar] Nicht goldene Aepfel .. kann ich Ihnen anbieten, wohl aber zarte, vergilbte Blätter, die, wenn sie, im Herbste, von hesperischen Bäumen abfallen .. nicht ungern aufgelesen werden GWBB47,257,14 Soret 30.9.30
“ Warum magst du gewisse Schriften nicht lesen?
” | Das ist auch sonst meine Speise gewesen, | Eilt aber die Raupe sich einzuspinnen, | Nicht kann sie mehr Blättern Geschmack abgewinnen GWB2,248 Sprichw 569 GWB3,131 Zu meinen Handzeichnungen I 15 GWB5
1,161 Der vierte Teil meiner Schriften 1 GWB4,130 Fünf Landschaften 5 B
aus Papier 1 a
als (Schreib-)Material; häufig ‘weißes B.’; mehrf für lose, von G zu beschreibende Stammbuchblätter; nicht immer eindeutig von den folgenden Punkten von B, insbes 2 abzugrenzen; selten metaphor u im Vergl; nach Mengen- u Zahlenangaben nur pl ‘Blätter’ Wollten Sie mir wohl ein halbduzzend Blätter Postpapier schicken, ich bin eben überm Silhouete machen GWBB3,216,17 ChStein 22.3.78 Wenn ich nun gleich das weisse B. dir schickte, | Anstatt dass ich’s mit Lettern erst beschreibe GWB2,12 Sonette X Sie kann nicht enden 1 Ich schließe mit dem B. Mich bestens empfehlend GWBB21,86,3 Voigt 26.9.09 Meine Tagebücher melden nichts von jener Zeit [
nach Schillers Tod]; die weißen Blätter deuten auf den hohlen Zustand GWB35,193,4 TuJ Man nehme das Publicum .. das einen neuen Namen wie ein weißes B. ansieht, worauf man Gunst oder Ungunst nach Befinden schreiben kann GWB45,179,18 RamNeffeAnm Marivaux GWB4,33 In das Stammbuch des Fr. Hofmarschall v Spiegel Jan 1821 Vs 2 GWBN1,69,6 FlD 170
uö(nicht häufig) ‘hölzernes B.’ in metaphor Vermischung mit ‘Tischblatt’ für die zu geheimer Information benutzte Tischplatte Wein floß über den Tisch, und sie, mit zierlichem Finger, | Zog auf dem hölzernen B. Kreise der Feuchtigkeit hin GWB1,253 RömEleg XV 314 b
beschriebenes od bedrucktes Einzelblatt mit besonderer Bedeutung od Beschaffenheit (Autograph, Gedicht, Einblattdruck, auch Formular, Karteiblatt, Urkunde) Von Petersburg hab ich in diesen Tagen ein B. Handschrift des persischen Gesandten Mirza Eboul Hassan Chan erhalten GWBB27,206,20 Diez 23.10.16 K Das B., wo Seine Hand geruht | .. Ist herzustellen fromm und gut GWB4,175 Zu einer Handschrift Friedrichs des Großen 1 [1822] hierbey 300 Stück der künftig vor Annahme der Schüler zur freyen Zeichenschule auszufüllenden Blätter .. wären den gedachte Schule gegenwärtig besuchenden Kindern jedem ein B. nach Hause zu geben .. .. bey vornehmeren Personen die Lehrer das B. etwa selbst hintragen und die Absicht noch mündlich erklären könnten GWBB19,243,3u6u12 Meyer 7.12.06 Dieselbe [
G-s entlassene Köchin ChHoyer] hat sogleich ihre Tücke und Bosheit noch dadurch im Übermaaß bewiesen, daß sie das B., worauf auch ihrer ersten Herrschaft Zeugniß gestanden, zerrissen und die Fetzen davon im Hause herumgestreut GWBB22,72,9 Polizei Weim [März 11] K GWBB21,345,8 SZiegesar 4.7.10 A(JbGG14,162,1) Promem 19.1.02
uö c
für Papiergeld, leicht pejor, iron; vgl auch A 7 [
Kanzler mBez auf die Erfindung des Papiergeldes u die Autorisierung durch den Kaiser:] Beglückt genug in meinen alten Tagen. — | So hört und schaut das schicksalschwere B., | Das alles Weh in Wohl verwandelt hat (Er lies’t).
“Zu wissen sei es jedem der’s begehrt: | Der Zettel hier ist tausend Kronen werth ..
” [
Marschall:] Die Wechsler-Bänke stehen sperrig auf, | Man honorirt daselbst ein jedes B. | Durch Gold und Silber, freilich mit Rabatt GWBFaust II 6055u6089 d
Seite, Blatt eines Buches, Manuskriptes; Pl auch für das Werk selbst; mehrf ‘sibyllinische Blätter’ s sibyllinisch Ob denn auch Werther gelebt? ob denn auch alles fein wahr sey? | .. Ach wie hab ich so oft die thörigten Blätter verwünschet, | Die mein jugendlich Leid unter die Menschen gebracht GWB1,413 RömElegie II 5 Die Schrift [
Bibel] .. so heilig sie ist und von dem Geiste Gottes auf allen Blättern zeugt GWB19,297,6 BrSchweiz II [
Wagner:] Wie anders tragen uns die Geistesfreuden, | Von Buch zu Buch, von B. zu B.! GWBFaust I 1105 Es würden also, um die Bände [
Cell] gleich zu machen, am zweyten 68 Blätter Manuscript fehlen GWBB16,437 Cotta [Okt 02? kassiertes Mundum] N1,VIII,9 Fl Widmg
uö(sehr häufig) gelegentl im Kontext mit ‘streuen’, ‘lose’, ‘sammeln’ mit der Vorstellung des Spontanen, Lockeren; auch im Titelzitat von Herders ‘Zerstreute Blätter’ Folgende Blätter [
Falconet u Wallfahrt Erwins Grab 1775] streu’ ich ins’s Publicum GWB37,315,1 Aus G-s Brieftasche [
betr Ausg der Ged] Nun soll ich gar von Haus zu Haus | Die losen Blätter alle sammeln GWB1,11 Vorklage 4 GWB32,105,4 u 289,16 ItR
auch iZshg mit (topischen) Buch-Metaphern wie Buch der Natur, der Liebe, des Herzens, des Schicksals Wunderlichstes Buch der Bücher | Ist das Buch der Liebe | .. Wenig Blätter Freuden, | Ganze Hefte Leiden GWB6,51 DivLiebe Lesebuch 4 So steht dein Bild auch klar und glatt | In unserm Herzen auf jedem B. GWB4,235 Widmung an Prinzessin Caroline 44 die Natur ist doch das einzige Buch, das auf allen Blättern großen Gehalt bietet GWB31,34,21 ItR So stand es denn in dem Buche des Schicksals auf meinem Blatte geschrieben GWBT1,241,6 v 28.9.86 = GWB30,97,2 ItR [
zum Tod Napoleons] Ach! wie so oft den Künftigen | Wollt’ er sich selbst erzählen. | Und kraftlos auf das ewige B. [
sull’eterne pagine] | Sank die ermüdete Hand hin GWB3,206 Manzoni,Der fünfte Mai 71
in der Redensart ‘das B. wendet sich’8) [
iZshg mit polit Umschwung in Verdun] Ihr Haus und Familie dachten schon, sie wären wieder oben drauf, das B. aber hat sich gewendet GWB33,126,24 Camp GWB5
1,71 Verliehet ihr den goldnen Kranz 5 GWB9,75 Mitsch
3 512 2
schriftl, aktuelle Mitteilung a
Brief, Billett; im Kontext mehrf im Wechsel mit ‘Brief’ Danke für deine beiden Briefe. Ich antwortete nicht, weil ich dieses B. [diesen Brief Werth
1] liegen ließ AA86,7 Werth
2 II Noch will ich hinzufügen daß mich dein Blat auf den ganzen Tag vergnügt gemacht hat GWBB23,423,11 Christiane 3.8.13 indem sie ihrem Bruder ein Billet wies, das ihr eben ein Bote gebracht hatte, rief sie aus: Du räthst nicht, wen uns dieses B. anzumelden kommt GWB24,266,22 Wj II 3 Mann v50Jahren Auf Ihren lieben Brief will ich gleich etwas erwidern, um auch ein älteres B. flott zu machen, das schon längst für Sie daliegt GWBB25,163,7 ChHSchlosser [23.1.15] K Möge Sie dieses B. in guter Gesundheit antreffen GWBB31,28,10 Klinger 20.12.18 K [
Schluß von G-s letztem Brief] Verzeihung diesem verspäteten B-e GWBB49,284,3 WHumboldt 17.3.32
uö(sehr häufig) pl für mehrseitigen Brief, seltener für mehrere Briefe Nun aber lassen Sie mich schließen und verzeihen Sie diese Blätter dem überberedten Alter GWBB35,155,20 Gf Brühl 22.10.21 denn ob ich gleich auf seinen [
ChHSchlossers] lieben Brief aus Rom nicht geantwortet, so habe ich doch .. mich manchmal an Wiederlesung der schönen Blätter gefreut GWBB23,98,21 JFHSchlosser 21.9.12 [
Mariane an Wilh:] Keines meiner Blätter hat bis zu dir durchdringen können .. so muß ich denn zuletzt wohl verstummen, aber diese Blätter sollen nicht untergehen GWB23,102,10 u 103,24 Lj VII 8 [
G sendet Marianne ihre Br 1831 zurück] Vor die Augen meiner Lieben .. Zu der Brust der sie entquollen | Diese Blätter wandern sollen; | Immer liebevoll bereit, | Zeugen allerschönster Zeit GWB4,299 An Frau vWillemer, Vor die Augen 6
uö(sehr häufig) b
Briefbeilage, meist bes Auskunft, Auftrag od eingeschlossenen Gruß; häufig mit ‘beiliegen, beifügen, beikommen, beilegen’ od ‘besonderes B.’ Was du wegen meinen Schrifften zu besorgen hast, sagt dir ein besonder Blat GWBB8,18,28 Seidel 2.9.86 an .. Toussaint Hanau mit B. an Fuchs GWBTgb 3.8.15 Schreiben Sie ihm [
Klinger], so ersuche ich Sie beygebognes Blat beyzulegen GWBB9,166,6 Schleiermacher 11.12.89 die Medaillenstempel .. ich lege deshalb ein B. bey, worin ich Wunsch und Auftrag deutlicher ausdrücke GWBB45,209,6 Rauch 23.3.29 K
uö(häufig) 3
Kunstblatt; meist für Zeichnung, Kupferstich, Lithographie, Aquarell uä, auch für Illustration, Tafel; mehrf ‘lithographiertes, radiertes B.’ uä; häufig mit qualifizierendem Attr, einmal ‘das B. der Blätter’ So oft ich auch die vier Rungischen Blätter .. Liebhabern vorwies, entstand bei ihnen jederzeit der Wunsch sie zu besitzen, sowohl des ästhetischen als historischen Werthes wegen GWB53,223 Rungische Bll Die beyden Blätter Kupferstiche .. der St. Lorenz ist nur von M[arc] Ant[on] aber das B. der Blätter. Man würde schon vergnügt seyn einen Fetzen davon zu besitzen GWBB8,349,4u8 CarlAug 16.2.[88] Manches schöne B. von Zeichnungen und Kupfern ist mir zur Hand gekommen: eine capitale Zeichnung von Rembrandt unter andern, welche ohne eine besondere Gunst der Dämonen nicht hätte zu mir gelangen können GWBB45,219,17 Zelter 28.3.29 Die beiden lithographirten Blätter behalte zurück, um zunächst über Ihr Talent und Vorhaben mich mit Durchreisenden und Einheimischen zu besprechen GWBB44,320,2 Neureuther 23.9.28 so verdient endlich auch die große Sauberheit des Abdrucks billige Anerkennung, zumal da mehrere Blätter mit zwei Platten gedruckt sind GWB49
2,129,23 Anz:Vorbilder fFabrikant uHandwerker GWB49
1,265,25 u 266,10 u 267,3u14 u 269,12u22 Mantegna,Triumphzug
uö, sehr häufig; bes iZshg mit (eigenen) Sammlungen, Kunsthandel u -vereinen, Weimarer Preisaufgaben, Kunstausstellungen, Zeichenschule u (Illustrationen zu) Veröffentlichungen 4
Zeitung, Zeitschrift, überwiegend pl; mehrf ‘öffentliche Blätter’, gelegentl ‘unsere Blätter’; auch für Periodika wie FGA, JALZ, MorphH, KuA, Chaos; selten für die einzelne Nummer In Friedenszeiten ist für die Menge wohl kein erfreulicheres Lesen als die öffentlichen Blätter GWB29,66,11 DuW 17 das französische Journal Le Globe .. Personen höhern Standes und Einsicht dürfen es nicht ungelesen lassen .. Diese Blätter geben uns dreymal die Woche viel zu denken GWBB41,167,8 Gf Sternbg 19.9.26 Beilage in dem Augenblick .. da fast jedermann gut schreibt .. Unsre kritischen Blätter, Journale und Compendien, welchen Beweis geben sie nicht oft eines übereinstimmenden guten Stils GWB40,202,26 LiterarSansculottism Das neuste Heft von Kunst und Alterthum naht sich seinem Abschluß; möchten Sie wohl eine kurze Anzeige, die ich nächstens übersenden werde, in eignen und fremden Blättern abdrucken lassen. Es ist dieses in dem rauschenden Getümmel der deutschen Tagesbewegung allerdings nothwendig, um nur einigermaßen zum Wort zu kommen GWBB38,148,4 Cotta 30.5.24 Unsre Tagesblätter bedienen sich desselben Kunststücks [
Abdruck in Fortsetzungen], ihre Leser von B. zu B. fortzuziehen GWB45,227,7 RamNeffeNachtr I GWBTgb 9.5.30 AAJw3,148,16 FGA Nachrede
uö(häufig) gelegentl mit pejor Note u Kritik an der verwirrenden Fülle der Veröffentlichungen, an der Indiskretion des Inhalts u der Ausnützung der (Macht-)Befugnisse u der Polemik der Autoren u Hg; sa Blättler Für das größte Unheil unserer Zeit, die nichts reif werden läßt, muß ich halten, daß man im nächsten Augenblick den vorhergehenden verspeis’t, den Tag im Tage verthut .. Haben wir doch schon Blätter für sämmtliche Tageszeiten! .. Dadurch wird alles, was ein jeder thut, treibt, dichtet, ja was er vorhat, in’s Öffentliche geschleppt .. und so springt’s von Haus zu Haus .. von Welttheil zu Welttheil, alles velociferisch GWB42
2,171,18 MuR(479) Im Jahre 92 hatte London 13 tägliche, 20 wöchentliche und 9 monatliche Zeitungen. In dem übrigen England erschienen 70 verschiedene Blätter (Country-Papers) GWB40,472,19 Plp sollten wir nun gehässige Invectiven und Grobheiten ins Intelligenzblatt [
der JALZ] aufnehmen? .. Giebt es doch schon der Blätter zu viel, wo dergleichen Dinge stattfinden .. lassen Sie uns ja alles vermeiden, was uns einigermaßen der verhaßten Classe der widerwärtigen deutschen Blätter nähern könnte GWBB17,240,21 u 242,1 Eichstädt 16.1.05 [
betr Okens ‘Isis’] Die Anfangs versäumte Maaßregel muß ergriffen und das B. sogleich verboten werden .. Mit dem Verbot des B-es wird das Blut auf einmal gestopft; es ist männlicher, sich ein Bein abnehmen zu lassen, als am kalten Brande zu sterben GWBB27,189,13u19 CarlAug 5.10.16
uö 5
‘fliegende Blätter’ iSv Flugblätter [
Breme:] Sind nicht jetzt der Zeitungen, der Monatsschriften, der fliegenden Blätter so viel, aus denen wir uns unterrichten .. können GWB18,25,24 Aufgeregten I 7 durch die Ordnung der akademischen Bibliothek zu Jena wurde auch eine Sammlung fliegender Blätter des sechzehnten Jahrhunderts dem Gebrauch zugänglich GWB36,196,25 TuJ GWBTgb 29.6.21
metaphor für die flüchtige, aktuelle (Brief-)Niederschrift im Elsaß hatte ich viel kleine Gedichte, Aufsätze, Reisebemerkungen und manches fliegende B. geschrieben GWB28,92,25 DuW 12 [
mBez auf die Krankheit G-s u Schillers 1805] Unsere persönlichen Zusammenkünfte waren unterbrochen; wir wechselten fliegende Blätter GWB35,190,12 TuJ 6
Spielkarte; nur im Vergl; nur pl Mit bloßen Worten .. kommt man .. zu einer Symbolik, mit der man alsdann verfährt wie Kartenspieler mit gestempelten Blättern; man versteht sich, aber es kommt weiter nichts dabei heraus GWBN5
1,431,20 PhysikalPreisaufg Wie Liebhaber des Kartenspiels nicht müde werden, mit wenigen Blättern gegen einander zu streiten GWB51,120,9 ThS II 3 GWB41
1,60,21 Shakesp u kein Ende 7
idWdgn ‘vom Blatt (weg)spielen’, einmal ‘vom Blatt lesen’ iSv einen unbekannten (Noten-)Text prima vista reproduzieren; auch im Bild u Vergl für etw unmittelbar, mit Leichtigkeit erfassen wenn ich wiederkomme, sollt ihr beurtheilen, wie ich gesehen habe [
in Sizilien]. Daß ich sonst so an den Gegenständen klebte und haftete, hat mir nun eine unglaubliche Fertigkeit verschafft, alles gleichsam vom B. wegzuspielen GWB31,237,9 ItR so solle auch jeder Schauspieler, ja jeder wohlerzogene Mensch, sich üben, vom B-e zu lesen GWB22,179,24 Lj V 7 GWB20,17,9 Wv I 2 GWB22,179,23 Lj V 7 C
dünner flächiger Körper 1
Schicht, Ablagerung von Gestein u in der Struktur von Mineralien (nur pl), bes für die dünnen trennbaren Bildungen bei Schiefer u Glimmer Brandschiefer .. in sehr dünne Blätter zu trennen GWBN10,158,18 Brandschiefer Aus Blättern zusammengesinterter Thon = Eisenstein GWBN9,33,1 JMüller Sammlg [1807] Da Sie so reich an russischem Glimmer sind; wünschte einige Blätter, so klar als möglich, wenn auch nur in der Größe eines Kartenblats GWBB26,342,19 JGLenz 19.4.16 Gneus dessen Blätter wenig von der Horizontallinie abweichen. Er ist sehr glimmerig schiefrig. In dem zu Zeiten sich starke Quarzmassen sich zwischen die Blätter werfen GWBN10,246f MinGeol Var Da man nun bei’m rhombischen Kalkspath gar deutlich bemerken konnte: daß der verschiedene Durchgang der Blätter und die deßhalb gegen einander wirkenden Spiegelungen die nächste Ursache der Erscheinung [
der verdoppelten Bilder] sei GWBN5
1,274,23 EntoptFarb 22 [1820] GWBN9,272,24 BildgErde GWBN1,185,22 FlD 449 GWBB35,164,13 Leonhard [31.10.21] K
uö auch bei Gesteinsbänken Von Wunsiedel heraus Marmor. Die Blätter der Bänke streichen hora 6 und fallen gegen Mittag GWBN10,259 MinGeol Plp ein Kalkbruch, der Kalkstein steht in schmalen, von einer hand- bis zu einigen fingerbreiten Blättern auf dem Kopfe. Merkwürdig war ein Gang, der hor. 9 wie die Ablösungen der Blätter strich GWBN9,158,15ff Harzreise 1784 GWBN9,167,13 u 168,23 ebd GWBN13,359,4 MinGeol Plp 2
für Knochenblatt, (äußere) Schicht des (Schädel)Knochens; nur pl Diploe, die beiden Blätter [< Lamellen] stehen gleich weit von einander und sind mit einem lamellösen, spongiosen Knochengewebe verbunden, welches an beide Blätter befestigt ist GWBN8,355 Morph Plp Es ist das Stirnbein eine Knochenschale, deren beide Blätter auf eine merkwürdige Weise von einander getrennt GWBN8,194,17 AllgKnochLehre 6 GWBN8,190,11 AllgKnochLehre Überg 3
dünne Metallfolie auch klebt man ihnen [
Rennpferden] große Blätter Rauschgold an GWB32,257,9 ItR GWB49
2,80,16 BlüchersDenkbild [Schadow] 4
Stoffbahn9) Meine Mutter hat mir einen sehr schönen Rock und Carako [
Mieder] für dich geschenckt .. NB. es sind fünf Blätter zum Rock und ein Blat zu Carako GWBB10,2,17 Christiane [12.8.92] 5
term techn der Weberei: beweglicher Teil des Webstuhls, Weberkamm (zur Führung der Kettfäden u Anschlagen des Schusses) [
zweiter Weberbaum mit fertigem Gewebe] von diesem laufen etwa drei Viertelellen lang die Fäden durch das B. in der Lade GWB25
1,123,20 Wj III 5 [G/Meyer]
→ GWB
Afterblatt GWB
Ahornblatt GWB
Akanthblatt GWB
Aktenblatt GWB
Altarblatt GWB
Anzeigerblatt GWB
Anzeigeblatt GWB
Artischockenblatt GWB
Arumsblatt GWB
Aushängeblatt GWB
Baumblatt GWB
Beiblatt GWB
Bleistiftblättchen GWB
Blumenblatt GWB
Blütenblatt GWB
Briefblatt GWB
Buchenblatt GWB
Buchhändlerblatt GWB
Chiffernblatt GWB
Dankesblatt Dankblatt GWB
Denkblatt GWB
Diskenblatt GWB
Domblatt GWB
Druckblatt GWB
Dublettenblatt GWB
Eichenblatt GWB
Empfehlungsblatt GWB
Endivienblatt GWB
Ergänzungsblatt GWB
Erinnerungsblatt GWB
Erklärungsblatt GWB
Erwiderungsblatt GWB
Extrablatt GWB
Familienblatt GWB
Feigenblatt GWB
Festblatt GWB
Filzblatt GWB
Flugblatt GWB
Folioblatt GWB
Freudenblatt GWB
Frühlingsblatt GWB
Gedenkblatt GWB
Geißblatt GWB
Glimmerblatt GWB
Großfolioblatt GWB
Hauptblatt GWB
Hopfenblatt GWB
Inhaltsvorblatt GWB
Intelligenzblatt GWB
Irisblatt GWB
Karnevalsblatt GWB
Kartenblatt Keimleinblatt GWB
Keimblatt GWB
Kelchblatt GWB
Kirchenblatt GWB
Kirschblatt GWB
Kleeblatt GWB
Kleinfolioblatt GWB
Knoblauchblatt GWB
Knochenblatt GWB
Knotenblatt GWB
Kolossalblatt GWB
Kontributionsblatt GWB
Konversationsblatt GWB
Konzeptblatt GWB
Korollenblatt GWB
Korrespondenzblatt GWB
Kotyledonblatt GWB
Krautblatt GWB
Kronenblatt GWB
Krönungsblatt GWB
Kunstblatt GWB
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Literaturblatt GWB
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Manuskriptblatt GWB
Maulbeerblatt GWB
Metall- GWB
Monats- GWB
Morgen- GWB
Muster- GWB
Mutter- Nach- GWB
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Stamm- Stammbuch(s)- Steindruck- GWB
Stempel- GWB
Stengel- Stiel- GWB
Strahl- GWB
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Theater- GWB
Tisch- GWB
Titel- GWB
Todes- GWB
Trauben- GWB
Trauer- GWB
Übersichts- GWB
Unglücks- GWB
Vor- GWB
Vorbereitungs- GWB
Vorlege- GWB
Votiv- GWB
Wachs- GWB
Weiden- GWB
Wochen- GWB
Wurzel- GWB
Zauber- GWB
Zeichen- GWB
Zeit- GWB
Zeitungs- Ziffer(n)- GWB
Zweig- GWB
Zwiebel- GWB
entblättern GWB
beblättert vgl GWB
Folium zu A 1 a GWB
Blattgestalt Organ Teil zu A 1 b phyllum Stengelblatt zu A 2—4 GWB
Laub zu A 5 GWB
Laubwerk zu A 6 GWB
Blätterabdruck GWB
Fossil Mumie zu B 1 Papier Zettel zu B 1 c GWB
Banknote (sd) zu B 1 d GWB
Bogen Seite zu B 2 GWB
Beilage GWB
Billett GWB
Brief zu B 3 GWB
Abbildung GWB
Abdruck GWB
Bild GWB
Holzschnitt GWB
Kunstblatt GWB
Kupferstich GWB
Kupfer GWB
Lithographie Radierung Skizze Tafel Zeichnung zu B 4 GWB
Heft GWB
Jahrbuch GWB
Journal Tagesblatt Tagblatt Wochenblatt Zeitschrift Zeitung zu B 5 GWB
Flugblatt GWB
Flugschrift zu B 6 Spielkarte GWB
Karte zu C 1 GWB
Bank GWB
blättrig(b-es Gestein) Schicht zu C 2 GWB
Knochenblatt GWB
Lamelle zu C 3 GWB
Blattgold zu C 4 GWB
Bahn zu C 5 GWB
Kamm 1) vgl dazu insbes GWBN6,331f UnbillForderg 1824
; daneben mehrf Hinweis auf die mögliche Allgegenwart des ‘Wurzelpunktes’ (sd) in den oberirdischen Teilen der Pflanze 2) vgl GWBN6,92,18ff
: Es verstehet sich hier von selbst, daß wir ein allgemeines Wort haben müßten, wodurch wir dieses in so verschiedene Gestalten metamorphosirte Organ bezeichnen, und alle Erscheinungen seiner Gestalt damit vergleichen könnten.
3) den ‘Vorarbeiter’ CFWolff zitiert G in der Übs von Meckel selbst sehr ausführlich (vgl GWBN6,148ff
u 152,10ff Üb:CFWolff
) ebs einige Zeitgenossen (vgl GWBN6,260 MetamPfl Wirkg 1830 [LHFriedländer]
u GWBN7,343 Morph Plp [v Martius]
) 4) zur (zeitl) Einordnung vgl LA II 9A,99f
; der Gedanke wurde von G nicht weiter verfolgt; wiss Spekulationen iS solcher konkreten Korrespondenz sind zeitgemäß; in anderem Zshg finden sie sich zB auch in Lavaters Physiognom Fragm u in Linnés Prolepsis 5) vgl BA2,649 6) zur Deutung: Übertragung des schamhaften Feigenblatts auf die Rede s DWb s v Maul 7 c u Röhrich: Lexikon der sprichwörtl Redensarten 1973,1,132f; vgl dagegen noch DWb 2,74 den Bezug auf das Verstellen der Stimme durch Pfeifen auf einem Blatt 7) ‘fogliame’ =
Laubwerk wird (wie dt) fast nie in den Pl gesetzt 8) Röhrich (wie Anm 6) S. 133f verwirft den Bezug auf die Buchseite, wie zB auch idWdg ‘das steht auf einem anderen Blatt’ u verweist auf die Laubblätter, die sich nach Johanni senken u den Regen durchlassen; DWb 2,74 läßt die Frage der Ableitung offen, scheint jedoch mehr zum Buchblatt zu neigen 9) vgl Campe I,550a: Bei den Schneidern und Näherinnen sind Blätter Stücke Zeuges von gewisser Länge und Breite, die nach ihrer Breite zusammengenähet werden, um die gehörige Weite eines Rockes, Kleides herauszubringenGertrud Herwig G. H.