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Wandeln

mhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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19 in 16 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Wandeln v., intrs, trs, trs, rec, ntr

Bd. 5, Sp. 566a
Wandeln, v. I) intrs. mit haben und sein, den Ort verändern oder mit einem andern vertauschen, wo es theils für gehen überhaupt gebraucht wird, z. B. »Stehe auf und wandele.« Matth. 9, 5, und in engerer Bedeutung, im O. D. für, zu Fuße reisen; theils für gehen mit dem Nebenbegriffe der Leichtigkeit und Gemächlichkeit, auch wol der Langsamkeit in der Bewegung und ohne immer ein bestimmtes Ziel vor Augen zu haben, in welcher Bedeutung es jetzt am gewöhnlichsten ist. Vergl. Wallen und Wandern. »Man sieht die Nimfen da mit grünem Haupthaar unter den Bäumen wandeln.« Geßner. Murner wandelte fort durch dicke kimmerische Nächte Über Plutons finstre Gefilde, — Zachariä. So auch von unbelebten und unkörperlichen Dingen, in der höhern Schreibart. Es wandelt unter Bäumen Der holde Schlaf mit holdern Träumen. Uz. Sichtbar nur der Unsterblichen Aug' in des Himmels Abgrund, Lag auf der wandelnden Erde Jerusalem — Klopstock. Auch mit der Fügung eines trs. Einen Weg wandeln, auf einem Wege. Diesen Weg bin ich noch nicht gewandelt. Auch wol mit dem zweiten Falle. Des Weges wandeln. Das wandelnde Blatt, s. Blatt. 3) (1). Uneigentlich und dichterisch von leblosen Dingen, sich leicht und langsam fortbewegen. Und ein wandelndes Jauchzen durchdrang die Pforten des Abgrunds. Klopstock. Wenn in dem finstersten Wald ein flimmernder Sonnenblick wandelt. Zachariä. I engerer und uneigentlicher Bedeutung, auf eine gewisse Art in sittlicher Hinsicht wandeln, d. h. sich betragen, seine sittlichen Handlungen einrichten. »Du hast gewandelt wider die Ordnung und Meinung Christi.« Luther. (R.) »Was ist der beste Mensch, der auf der Bahn dieses Lebens noch so vorsichtig wandelt?« Gellert. — — daß mein Leben Nach diesem Ziel ein ewig Wandeln sei, Göthe, ein ewiges Streben. Besonders in der Bibel und in der biblischen Schreibart. Vor Gott, mit Gott wandeln. Wandle vor Gott und sei fromm. I der Wahrheit, im Glauben, in der Hoffnung wandeln. Auch mit dem vierten Falle. Die Wege Gottes wandeln. Den breiten Weg zur Hölle wandeln. II) trs. 1) △ Anders machen, zu einem andern Dinge machen, wo es oft wie verwandeln gebraucht wird, welchen Gebrauch Ad. mit Unrecht verwirft, da wandeln und verwandeln noch unterschieden werden können, indem das letzte bedeutet, ganz, seinem Wesen nach, ändern oder anders machen. »— wie sie (die Morgenröthe) jeden Augenblick weiter hinaufschimmert, jeden Augenblick die Wolken um sich her anders wandelt — welche Farben!« Herder. — — So schwebt in der Aue Leicht ein werdender Duft, den der Mond in Silber wandelt. Klopstock. So auch als rec. Wie wandeln jene sich Mit ihren Herrlichkeiten. Cronegk. — Es wandeln sich Die frommen Tropfen alle. Ramler. Kann wohl (wol) die Erde sich zum Himmel wandeln? Collin,. Zuweilen auch △ als ntr. mit haben. Doch wenn dann urplötzlich der wandelnde Himmel Sich düstert, und senket im Wolkengetümmel. C. 2) † Eine Sache für oder anstatt der andern gegen die andere geben, nehmen, vertauschen; im O. D. Alten Freund für neuen wandeln, Heißt für Früchte Blumen handeln. Logau. I der Redensart des gemeinen Lebens handeln und wandeln hat es eine ähnliche Bedeutung, wo es dasjenige Verkehren im gesellschaftlichen Leben bezeichnet, was nicht das bestimmtere Handeln, d. h. Kaufen und Verkaufen ist. Dann, † für eine Sache eine andere geben, die ihr an Werth gleich ist, ersetzen, Ersatz leisten. »Der Verkäufer soll bei Hauptmängeln das Pferd zu wandeln gehalten sein,« in einer Braunschweigschen Verordnung. Daher sagte man ehemahls auch, * * eine Sache wandeln, sie büßen, Strafe dafür geben. — D Wandeln D — ung. S. d.
3610 Zeichen · 75 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    wandelnstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    wandeln stn. das gehen. H. zeitschr. 8,245. 2. die umwandelung. daʒ innere leben wart in ein wandelen gegeben Pass. K. 5…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wandeln

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Wandeln , verb. regul. act. et neutr. in welchem der Begriff der Vertauschung und Veränderung der herrschende ist, und w…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    wandeln

    Goethe-Wörterbuch

    wandeln [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    wandelnschw.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    wandeln schw. : 1. 'einhergehen', wannele (wanələ, wḁnəle) [vereinzelt WPf, Höh 76 Schnek- kenburger 46], wandle [HB-Kir…

  5. Sprichwörter
    Wandeln

    Wander (Sprichwörter)

    Wandeln 1. Wer einfeltig wandelt, der wandelt am sichersten. – Henisch, 844, 35. Lat. : Qui ambulat simpliciter, saluus …

  6. Spezial
    wandeln

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    wan|deln I vb.tr. 1 (verändern) mudé (müda), trasformé (-mëia) 2 (wechseln) baraté (-ta) II vb.intr. (wandern) viané (-n…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wandeln

27 Bildungen · 2 Erstglied · 20 Zweitglied · 5 Ableitungen

Zerlegung von wandeln 2 Komponenten

wand+eln

wandeln setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

wandeln‑ als Erstglied (2 von 2)

wandelname

DWB

wandel·name

wandelname , m. , tadelnder name: in beiden wirt ein wandelname 'unwîp' dar ûf gestecket. Heinrich v. Meiszen sprüche 151, 19 .

wandeln als Zweitglied (20 von 20)

abwandeln

DWB

abwand·eln

abwandeln , mutare, emendare: fehler durch strenge buszen abzuwandeln. Wieland. man hat damit conjugieren, wie mit abändern declinieren ausd…

anwandeln

DWB

anwand·eln

anwandeln , accedere, incedere, irrumpere, angehen, anfallen, anstoszen, doch leichter als diese, oft nur vorübergehend, launenhaft, richtig…

Auswandeln

Campe

aus·wandeln

Auswandeln , v. intrs. mit sein, aus einem Orte wandeln. »Als Triphon mit Antiocho dem jungen König außwandlet « Züricher Bibel. R. 2) Mit …

durchwandeln

DWB

durch·wandeln

durchwandeln , wie durchwandern, doch jetzt nur im höheren stil, niederl. doorwandelen. 1 1. untrennbar. die planeten durchwandeln ihre bahn…

entwandeln

DWB

ent·wandeln

entwandeln , abire, ambulare: wer entwandelt durch den garten bei der sterne bleichem schein? Uhland ged. 229 ; zürnend vernahm es der greis…

erwandeln

DWB

erwandeln , ambulando, spatiando obtinere: um sich gesundheit zu erwandeln. Tieck tischl. 1, 299 .

fortwandeln

DWB

fort·wandeln

fortwandeln , 1 1) porro ambulare: mächtiger, der du die wipfel dir beugst, brausend von krone zu krone entsteigst, wandle du stürmender, wa…

gewandeln

DWB

gewand·eln

gewandeln , verb. , verstärktes wandeln, das mit seinen hauptverwendungen, dem transitiven gebrauch im sinne von mutare und dem intransitive…

lustwandeln

DWB

lust·wandeln

lustwandeln , verb. spazieren gehen; ein von Zesen gebildetes wort, vergl. lustwandel 2 vorher: gaben si fohr, dasz si aus lustwandeln fahre…

nachwandeln

DWB

nach·wandeln

nachwandeln , verb. wandelnd folgen, subsequi Stieler 2501 ; hier übersahen sie den ganzen weg, die hinaufgeschrittene männerschaar, die nac…

umbewandeln

Lexer

umbe·wandeln

umbe-wandeln swv. um u. um durchwandeln. ich hân alle dise erde umbgangen und umbwandlet ( var. umwandert) Hb. M. 528 ;

verwandeln

DWB

ver·wandeln

verwandeln , v. , ahd. farwantalon Graff 1, 765 ; mhd. wb. 3, 701; Lexer 3, 293 ; Haltaus 1908 ; in den älteren nhd. wbb. allgemein, z. b. D…

vorwandeln

DWB

vorwand·eln

vorwandeln , verb. ; für- sive vorwandeln, praeire, antegredi Stieler 2501 ; nur in gehobener sprache Campe ; im eigentlichen, örtlichen sin…

vurwandeln

KöblerMhd

vurwandeln , sw. V. Vw.: s. verwandelen*

ūzwandeln

KöblerMhd

ūzwandeln , sw. V. Vw.: s. ūzwandelen*

Ableitungen von wandeln (5 von 5)

bewandeln

DWB

bewandeln , perambulare, betreten: bewandelte wege, viae tritae. Henisch 359 ; den pfad der dürftigkeit bewandeln. Perus 20; hoch in wolken …

entwandeln

DWB

entwandeln , abire, ambulare: wer entwandelt durch den garten bei der sterne bleichem schein? Uhland ged. 229 ; zürnend vernahm es der greis…

erwandeln

DWB

erwandeln , ambulando, spatiando obtinere: um sich gesundheit zu erwandeln. Tieck tischl. 1, 299 .

gewandeln

DWB

gewandeln , verb. , verstärktes wandeln, das mit seinen hauptverwendungen, dem transitiven gebrauch im sinne von mutare und dem intransitive…

verwandeln

DWB

verwandeln , v. , ahd. farwantalon Graff 1, 765 ; mhd. wb. 3, 701; Lexer 3, 293 ; Haltaus 1908 ; in den älteren nhd. wbb. allgemein, z. b. D…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „wandeln". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/wandeln/campe
MLA
Cotta, Marcel. „wandeln". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/wandeln/campe. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „wandeln". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/wandeln/campe.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
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