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Campe
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Blatt Das

Bd. 1, Sp. 549b
Das Blatt, des — es, Mz. die Blätter; Verkleinerungsw. das Blättchen, O. D. Blättlein, des — s, d. Mz. w. d. Ez. I N. D. Blad. 1) Diejenigen meist länglichen und in eine Spitze endenden flachen und dünnen Theile der Bäume, Kräuter und Blumen, die aus Häuten und einem mehr oder weniger feinen Abergeflecht bestehen, welches zwischen den regelmäßigen stärkern Hauptfasern oder Rippen, die gleichsam die Grundlage des Blattes ausmachen, befindlich ist. Sie sind Hauptheile der Pflanzen, indem durch dieselben das Aufsteigen, die Ausdünstung und Einsaugung der Feuchtigkeiten befördert und verrichtet wird. Die Blätter der Bäume sind vermittelst der Stiele mit den Zweigen und Ästen verbunden und heißen zusammengenommen das Laub. Baumblätter, Pflanzenblätter, Blumenblätter. Einfache, zusammengesetzte Blätter. Afterblätter, Nebenblätter  S. d. Wörter. Ein Weiden=, Pappel=, Buchen=, Eichen=, Weinblatt  Ein Kohl=, Kraut=, Salat=,Rosen=, Nelken=, Veilchenblatt  Wenn die Blätter keine platte breite, sondern runde ganz spitzige nadelförmige Gestalt haben, so werden sie Nadeln oder Tangeln genannt. Die Blätter schlagen aus, verbleichen, verwelken, verdorren, fallen ab. Die Bäume bekommen, gewinnen, treiben Blätter, verlieren die Blätter. I der Pflanzenlehre heißt das Blättchen (Foliolum) bei den gefingerten  Blättern, jedes einfache kleine Blatt; das Blatt eines doppelt gefiederten Blattes (Pinna), jedes einfach gefiederte Blatt eines doppelt gefiederten und das Blättchen eines gefiederten Blattes (pinnula), jedes Blättchen an einem gefiederten Blatte. Ein scheidenartiges Blatt, s. Blattscheide. Auch die einzelnen Blätter der mehrblätterigen Blütendecken und der allgemeinen Blumendecke werden Blättchen genannt. Hieher gehören mehrere uneigentliche Redensarten. Das Blatt hat sich gewendet, die Sache hat sich verändert. Sich vor einem rauschenden Blatte fürchten, bei dem geringsten Geräusch sogleich die Annäherung eines Feindes, wilden Thieres  fürchten, dann überhaupt, sich vor jeder Kleinigkeit fürchten. Х Kein Blatt vor das Maul nehmen, ohne Scheu, freimüthig sprechen. Das (daß) wir vor (für) unser Maul kein Blatt nicht dürfen nehmen. Opitz. Bei den Jägern heißt: der Rehbock läuft auf das Blatt, wenn er dem Tone nachgehet, den der Jäger vermittelst eines Baumblattes mit dem Munde hervorbringt, und welcher demjenigen gleicht, den ein Reh, das seine Jungen verloren hat, hören läßt. Wird er dann geschossen, so sagen sie, er sei auf dem Blatte geschossen. Bei den Winzern werden Weinstöcke, drei Jahre alt, Wein von drei Blättern genannt. 2) I gemeinen Leben werden vielerlei dünne ebene Körper von gewisser Länge und Breite Blätter genannt. (1) Ein Stück Papier von unbestimmter jedoch gewöhnlicher Größe. Ein Blatt Papier, es sei in der Größe eines Halben=, Viertel= oder Achtelbogens. Ein Bogenblatt, Viertelbogen=, Achtelbogenblatt  Die Blätter eines Buches. Ein beschriebenes Blatt. Auch wird oft eine Zeichnung, ein Kupferstich, ein Gemählde auf Papier ein Blatt genannt. Ein schönes Blatt. Steht eine Zahl vor Blatt, so wird Blatt nicht immer in Blätter umgeendet. Drei, vier Blatt weiter. Uneigentlich nennt Schiller diejenige Urkunde, welche die Grundgesetze der Englischen Verfassung enthält, das große Blatt (Magna charta). Das große Blatt, das deine Könige zu Bürgern, Zu Fürsten deine Bürger macht. (2) An vierfüßigen Thieren der Bug, die Schulter, oben über den Vorderläuften, besonders bei den Jägern; das Schulterblatt. (3) Bei den neugebornen Kindern, die Gegend mitten auf dem Kopfe, wo die Beine der Hirnschale noch auseinander stehen und nur durch eine dünne Haut, die einem Blatte gleicht, zusammgehalten werden. Das Blättchen ist dem Kinde geschossen oder gefallen. Hieher gehört vielleicht auch die im gemeinen Leben gewöhnliche Redensart: Das Blättchen schoß mir, die Augen gingen mir auf, ich merkte, daß etwas dahinter stecke; auch, ich ward bestürzt. (4) Der oberste bewegliche Knorpel der Luftröhre, der sie öffnet und verschließt, wird im gemeinen Leben zuweilen auch das Blättchen genannt; gewöhnlicher aber der Zapfen, das Zäpfchen. I der Zergliederungskunst werden auch das innere und äußere Blatt (ala externa und interna) die zwei Knochenblätter oder ganz dünnen Knochen der Gaumenflügel genannt. (5) Bei den Handwerkern  bekommen vielerlei Dinge den Namen eines Blattes, als: Das Blatt eines Tisches, oder das Tischblatt, der lange und breite ebene Theil desselben, der auf den Füßen oder auf dem Gestell ruhet. Das Blatt einer Säge, das dünne schmale und lange ausgezahnte Eisen, der Haupttheil der Säge. Das Blatt einer Schere, die Klinge. Bei den Jägern, das Blatt des Weidemessers, die Klinge desselben, auch das Weidemesser selbst. Daher, einem das Blatt schlagen, ihm das Weidemesser geben. Auch nennen die Jäger Blatt, das weibliche Glied des Wildes für Feigenblatt; dann, einen Fleck auf der Hinterkeule des Rothwildbrets. Das Blatt an einem Schlüssel, der Bart. Bei den Töpfern, der vierkantige Obertheil einer geraden Kachel. Bei den Webern, das Blatt oder Ried, ein am Weberstuhl schwebend hangender starker hölzerner Rahmen, so lang als der Stuhl breit ist, der in der Breite mit feinen Rohrstiften dicht versehen ist, zwischen welchen die Fäden der Kette hinlaufen und mit welchem die durch die Kette geworfenen Fäden des Einschlages an das fertige Gewebe fest angeschlagen werden. Bei den Schneidern und Näherinnen sind Blätter Stücke Zeuges von gewisser Länge und Breite, die nach ihrer Breite zusammengenähet werden, um die gehörige Weite eines Rockes, Kleides  herauszubringen. Bei den Tuchmachern und Tuchscherern, die Flächen, welche entstehen, wenn das Tuch in gewisse bestimmte Breite zusammengelegt wird. Bei den Orgelmachern ist das Blatt, ein messingenes Blech, welches auf den Röhren in den Schnarrwerken liegt. I Bergbaue sind Blätter, die eingeschnittenen Enden in den Fächern und Kappen, die auf einander gelegt werden und die Vierung machen. I den Schmelzhütten heißen Blätter, runde eiserne Bleche oder Deckel im Treibofen, die durch die Decke desselben vor die Öffnung oder Kanne gehängt werden, woraus die Luft aus den Bälgen auf die Werke getrieben wird, und welche verhindern, daß kein Feuer in den Balg gezogen werde. Blätter im Gestein sind die übereinander liegenden Schichten in demselben, welche sich zertheilen lassen. I der Bienenzucht heißen Blätter, die Wachsscheiben, wenn sie noch im Stocke befestiget sind. Bei den Holzarbeitern versteht man unter Blatt, ein jedes Brett oder Holz, welches mit seinem Ende in ein anderes eingeschoben wird. 3) Ein mit einem Blatte Ähnlichkeit habendes Thier. (1) Das wandelnde Blatt, eine Art Amerikanischer Heuschrecken, welche mit ihren Oberflügeln einem Zitronenblatte gleichet (Mantis siccifolia L.); der Gespenstkäfer. (2) Auch eine Tellmuschel mit gezackter Schale und sehr spitzig ablaufender Angel wird das Blatt genannt (Folium Rumph.).
6895 Zeichen · 75 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Blatt

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Das Blatt , des -es, plur. die Blätter, Diminutivum das Blättchen, des -s, plur. ut nom. sing. oder im Plural auch Blätt…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Blatt

    Goethe-Wörterbuch

    Blatt relativ häufig (auch eigenh) ‘Blat’; ca drei Viertel der üb 3000 Belege in B (Papierblatt), meist in speziellen Ve…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Blatt

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Blatt , Laubblatt, Pflanzenorgan, zur Aufnahme und Ausscheidung der Gase bestimmt, in seiner äußeren Form unendlich mani…

  4. modern
    Dialekt
    Blatt

    Bayerisches Wörterbuch · +7 Parallelbelege

    Blatt Band 2, Spalte 2,1078–1081

  5. Sprichwörter
    Blatt

    Wander (Sprichwörter)

    Blatt 1. Behalt ein gutes Blatt auf die letzte Lese. – Simrock, 1125; Sailer, 279; Körte, 640. Vernünftige Sorge für die…

  6. Spezial
    Blatt, beigelegtesn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +4 Parallelbelege

    Blatt , n , beigelegtes лист , м , вкладной

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit blatt

646 Bildungen · 348 Erstglied · 294 Zweitglied · 4 Ableitungen

blatt‑ als Erstglied (30 von 348)

Blatt I

Idiotikon

Blatt I Band 5, Spalte 179 Blatt I 5,179

Blatt II

Idiotikon

Blatt II Band 5, Spalte 189 Blatt II 5,189

Blattauge

SHW

Blatt-auge Band 1, Spalte 913-914

Blattkohl

SHW

Blatt-kohl Band 1, Spalte 917-918

Blattlaus

SHW

Blatt-laus Band 1, Spalte 917-918

Blattmelde

SHW

Blatt-melde Band 1, Spalte 917-918

Blattrippe

SHW

Blatt-rippe Band 1, Spalte 917-918

Blattwanze

SHW

Blatt-wanze Band 1, Spalte 917-918

blattachsel

DWB2

blatt·achsel

blattachsel f . (zu 1 ): ⟨1850⟩ geogr. charakterbilder (1854)2,34 G. 1926 Lautensach allg. geogr. 303.

Blattanfang

GWB

blatt·anfang

Blattanfang Ansatz des Blattes am Stiel [ zu De Candolle, Organographie végétale, S 282 ] Große Bedeutung der Stiele Blattanfänge pp N13,183…

Blattansatz

Campe

blatt·ansatz

Der Blattansatz , des — es, Mz. die — sätze, der Ansatz eines Blattes, und der Ort, wo ein Blatt ansetzt.

Blattanzeiger

Campe

blatta·n·zeiger

♁ Der Blattanzeiger , des — s, d. Mz. w. d. Ez. von Heynatz für das fremde Register angesetzt, wofür es aber genau genommen, nicht paßt, da …

Blattaria

GWB

blatt·aria

Blattaria Schabenkraut, Goldknöpfchen, Verbascum blattaria Lin 1) [ Liste bot Pflanzennamen, eigenh, Schönschrift ] LA II 9A, 174,11 Morph P…

blattartig

GWB

blatt·artig

blattartig wie blattähnlich (sd) N6,333,9 Samenhäute subst N6,346,24 Morph Aphorist vgl blattähnlich blätterartig Gertrud Herwig G. H.

blatt als Zweitglied (30 von 294)

Herzblatt

RDWB1

Herzblatt n Anrede (kein Bezug zu "лист") дорогая, милая, милочка, дорогуша фам. , сокровище моё, радость моя, прелесть моя, любовь моя, душ…

Absëhblatt

Idiotikon

Absëhblatt Band 5, Spalte 186 Absëhblatt 5,186

Adamsblatt

Wander

adams·blatt

Adamsblatt Ein iderer (jeder) muss mit Adamsblatt sich bedekken. – Quirinus Kuhlmann in Sonnenblumen, Jena 1671.

afterblatt

DWB

after·blatt

afterblatt , n. stipula, das blättchen an der grundfläche des stiels oder stengels: die nähere beobachtung der afterblätter. Göthe 58, 30 .

Ahnblatt

MeckWBN

ahn·blatt

Wossidia MeckWB Ahnblatt n. 2. Fichtenspargel, monotropa hypopitys Nds. 4, 182 b . Marz. 3, 210.

anblatt

DWB

anblatt , n. bei Nemnich lathraea squamaria, dentaria, amblatt und ohnblatt: wird genennet anblatt, nach dem mai verdorret das kraut alsobal…

Anke(n)blatt

Idiotikon

Anke(n)blatt Band 5, Spalte 182 Anke(n)blatt 5,182

aufenblatt

DWB

aufen·blatt

aufenblatt , n. ruscus hypoglossum, uvularia, sonst zungeblatt, kehlblatt, halskraut, waldglöcklein, hockenblatt genannt, vielleicht entstel…

Balle(n)blatt

Idiotikon

Balle(n)blatt Band 5, Spalte 185 Balle(n)blatt 5,185

blumenblatt

DWB

blumen·blatt

blumenblatt , n. jedes blumenblatt der freude. J. Paul Hesp. 1, 133 ; die duftenden blumenblätter deiner jugend ziehen sich zu geruchlosen k…

Blātere(n)blatt

Idiotikon

Blātere(n)blatt Band 5, Spalte 185 Blātere(n)blatt 5,185

Bode(n)blatt

Idiotikon

Bode(n)blatt Band 5, Spalte 185 Bode(n)blatt 5,185

Bodenblatt

Adelung

boden·blatt

Das Bodenblatt , des -es, plur. die -blätter, in den Probieröfen, ein Blatt von Thon unter der Nuffel, worauf die Kapellen und Scherbel gese…

Ableitungen von blatt (4 von 4)

beblatten

DWB

beblatten , truncare olus foliis, abblatten: ihre pflanzen versetzen, begäten, beblatten. Lessing 10, 276 .

blatte

DWB

blatte , f. 1 1) lanx, patina, catinus, s. blatt 9. zwo groszer blatten voll. Keisersb. bilg. 211 c ; ein weltlicher her, dem man krebs für …

urblatt

DWB

urblatt Sachs-Villette. — urblau, adj., tiefblau (ur- C 4 a): schwarze, auch urblaue kurze röcke ( von den weibern der pusta getragen ) Bism…

verblatten

DWB

verblatten , verb. 1 1) entblättern, verstärktes blatten, s. theil 2, 77, 2. kunstausdruck beim weinbau: den wein verblatten, die blätter am…