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schnuffeln

nhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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6 in 6 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schnuffeln verb.

Bd. 15, Sp. 1385
schnuffeln, schnüffeln, verb. wiederholt den geruch in die nase ziehen und dadurch wittern und spüren, in übertragener anwendung vom menschen, spüren, suchen, untersuchen, durchstöbern, in spöttischen sinne oder auch mit stärkerer miszbilligung der kleinlichen neugierde oder der bösen absicht (verwandt mit schnauben, in nächster beziehung stehend zu niederd. snuff, snüff nase und snuffen, verb.). das wort ist aus dem nd. in die schriftsprache gedrungen, die unumgelautete form des wortes begegnet häufig bei Göthe, ist aber in neuerer zeit nicht mehr schriftgemäsz. schnuffeln wird in einzelnen gegenden der bedeutung nach von schnüffeln geschieden und bezeichnet z. b. in Hessen, aber auch sonst ein 'anderen unangenehmes schnieben in der nase, ein aufziehen des rotzes' (Pfister 264), während schnüffeln den schriftgemäszen sinn hat; nld. snoffelen, snuffelen, nictere, subolere, naribus spirare, odorare, indagare canum more, sagire Kilian; nd. snüffeln, durch die nase schnauben, den rotz in die höhe ziehen; von thieren, wittern, beriechen; übertragen auf menschen wie in der schriftsprache Danneil 200b. Schambach 200b. Woeste 247b; he snüffelt alle böker dör Richey 275. Schütze 4, 147. Dähnert 439b, ebenso md., vgl. Spiesz 224 und oberd. Frommanns zeitschr. 4, 251, 32 (Vorarlberg), vgl. 3, 303; daneben schnüfla, atmen, schnaufen, zu schnūfa gebildet. ebenda und 3, 213, 4, s. Schm. 2, 573. die lexicographen verzeichnen schnüffeln, wie es scheint, für die hochd. schriftsprache erst im 18. jahrh., vgl. Weigand4 2, 623; bei Frisch 2, 217a ohne umlaut schnuffeln, be-, herumschnuffeln. bei Adelung schnuffeln und schnüffeln, das wort werde aber nur in 'niederen sprecharten' gehört: etwas beschnüffeln, es auf solche art beriechen, wie die hunde, alles durchschnuffeln, es auf eine unanständige art durchsuchen; lauter blumen des groszen haufens. Campe bezeichnet schnuffeln, schnüffeln als ein niedriges, aber deshalb noch nicht verwerfliches wort und führt die bekannte Fauststelle an (s. unten). beschnuffeln begegnet schon im 16. jahrh.: die [] gifftspinne, .. wann sie des menschen haut, nur mit dem maul beschnuffelt. Frölich Stobäus 352. von thieren: der hund schnüffelt auf der fährte, am erlegten wilde, durchschnüffelt das gebüsch. ebenso in eigentlicher bedeutung: Lurian. nun was schnüffelst du, Pux? Pux. mir strömt ein geruch in die nüstern. Voss 2, 259 (idyll. 15, 76); komm herunter, näschen, herunter; wenn du kannst, schnüffl' ein bischen. Fr. Müller 1, 169; in freierem gebrauche: sah er, dasz ich eine oder die andere nur mit der hand berührte: gleich dazwischen geschnüffelt, ey, ey, ey, was gibts denn da. 2, 56; an meinen bildern müszt ihr nicht schnuffeln, die farben sind ungesund. Göthe 56, 145; die vielen kinder, die da herum faullenzen ... die schnüffeln und betteln überall. Arnim kronenw. 1, 399; die frau hat gar einen feinen geruch, schnuffelt immer im gebetbuch. Göthe 12, 145; wie mancher miszwillige schnuffelt und wittert um das von der muse verliehne gedicht. 56, 105; ein demagogenriechernashornangesicht ... ein immerwährend schnüffelndes. Platen 273; mein freund, du schnüffelst mir zu viel herum und spionirst, merk' ich, nach allen seiten. Grillparzer 7, 47. nd. snüffeln bedeutet auch tabak schnupfen, vgl. Danneil 200b. Schambach 200b, ferner näseln, s. ten Doornkaat Koolman 3, 250a; selten so in der schriftsprache, vgl. Weigand4 2, 623; er schnüffelt so, dasz man ihn nicht verstehen kann. Campe; (sie drückte die brille) auf die gequetschte nase, dasz sie im sprechen einen schrecklich schnüffelnden ton bekam. die deputirten! näselte sie. Gutzkow ritter v. geist 5, 465. in der bedeutung von unsauber essen bei Hertel sprachsch. 219.
3743 Zeichen · 71 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schnuffeln

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Schnuffeln , oder Schnüffeln, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, welches so, wie die Sache selbst, nur in den n…

  2. modern
    Dialekt
    schnuffelnschw.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    schnuffeln , schnüffeln schw. : 1. a. 'an etwas riechen, schnuppern', schnuffele (šnufələ) [IB-Ensh ( Glass 108) FR-Bock…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schnuffeln

8 Bildungen · 3 Erstglied · 4 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von schnuffeln 2 Komponenten

schnuff+eln

schnuffeln setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schnuffeln‑ als Erstglied (3 von 3)

Schnuffelnase

PfWB

schnuffel·nase

Schnuffel-nase , Schnüffel-nase f. : 1. 'wer einen guten Geruchsinn hat', Schnuffelnoⁿs [ KU-Schmittw/O ]. — 2. 'wer den Nasenschleim nicht …

schnuffeln als Zweitglied (4 von 4)

ausschnuffeln

PfWB

aus·schnuffeln

aus-schnuffeln , aus-schnüffeln schw. : = PfWB auskundschaften ; alles ausschnuffele, alle Ecke a. [ KU-Kaulb GH-Scheibhdt Gal-Dornf ], auss…

beschnuffeln

DWB

beschnuffeln , ore, naribus attingere, beriechen, auch beschnüffeln und bei Stieler 1896 beschniffeln: diesen beschnuffelten, beleckten brei…

durchschnuffeln

DWB

durch·schnuffeln

durchschnuffeln , durchschnüffeln, durchschniffeln, niederl. doorsnuffelen, alles beriechen, wie hunde und schweine thun. uneigentlich, völl…

herumschnuffeln

PfWB

herum·schnuffeln

herum-schnuffeln , herum-schnüffeln schw. : 1. = PfWB herumschnuppern 1. Die Hunne schnuffeln iwerall rum [ NW-Haßl ]. — 2. a. = PfWB herums…

Ableitungen von schnuffeln (1 von 1)

beschnuffeln

DWB

beschnuffeln , ore, naribus attingere, beriechen, auch beschnüffeln und bei Stieler 1896 beschniffeln: diesen beschnuffelten, beleckten brei…