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glosten

ahd. bis Dial. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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11 in 11 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

glosten vb.

Bd. 8, Sp. 217
glosten, vb. , älter auch glösten. im schwäb. und schweiz. entwickelt sich glosten zu gloschen (vgl. Weinhold alem. gr. 161, s. auch Fischer 3, 707, schweiz. id. 2, 649); in älterer zeit ist diese form häufig in die literatur gedrungen. glosten ist wohl ableitung von mhd. glost(e) 'glut', vgl. ir. gluss < *ghlusto- 'licht, helligkeit'. die beschränkung in der bedeutung des mhd. wortes dürfte zufällig sein, vgl. auch glosen. — im mhd. neben glosen, aber später und spärlicher bezeugt und nur in der bedeutung 'glänzen'. auch die mundartliche bezeugung bleibt hinter glosen zurück und im wesentlichen auf die westlichen gebiete des obd. beschränkt. 11) 'glänzen, leuchten': dâ von sach man dâ glosten kleinœte manger leige var Konrad v. Würzburg trojan. krieg 32844; ich wachter sag, mich prüeft, der tag uns künftig sei auss vinsterm hag, ich sich, vergich die morgenröt her glosten Oswald v. Wolkenstein 69 Schatz; später noch vereinzelt; im compositum: hat dir nicht ein stral zurückgeglostet? hast du nicht den göttertrank gekostet? Schiller 1, 284 G. es geht das bunte glosten frisch gegossener metallkerne von ihnen (den blumen) aus Ernst Jünger d. abenteuerliche herz (1938) 107. von rot glühenden gesichtern, schon nach 2 hinüberweisend: wirt, besende uns würste, dâ bî schæfîn hirne, daz in die stirne glostent werden, als sî in sîn angezunt Hadlaub in: d. Schweizer minnesänger 310 Bartsch; danach bei G. Keller in der novelle 'Hadlaub': feisten schweinebraten her, dasz in der heiszen stube den knappen und den stolzen mägden die glühenden stirnen glosten s. w. (1889) 6, 93; gloschen 'glänzen wie feuer, bes. von einem erhitzten gesicht' schweiz. id. 2, 649; da trittst du milde wieder aus den flammen, nur mund und wangen glosten dir noch immer Uhland ged. (1898) 1, 423. 22) 'glimmen, schwelen, ohne flamme brennen', seit dem frühnhd. belegt, aber stärker entwickelt als 1: das (feuer) lag nun darin (im schweinestall) und glöstet ain gute zit. letztlichen do thet der bes gaist das sein auch darzu, das es anfieng zu brinnen zimmer. chron.2 4, 302 Barack; darumb er einem gloschenden brand, der noch ein füncklin hat und ietzt erleschen wil, vergleicht wirt Seb. Franck sprichw. (1541) 2, 142b; die gloschende boszheyt ebda 179a; gloschende kölin (1619) bei Fischer schwäb. 3, 707; des nachts machen sie ein fewr ..., darzu brauchen sie holtz, das gloschet wie kollen Josua Ulsheimer rayszbuch (1622) 106 Crecelius; es glosche noch das feuer der empörung, welches 13 herren wider ihn angezündet haben Crasset japon. kirchengesch. (1738) 1, 156; wann aber der brand ... nur an denen untern faulen stämmen glimmet oder glostet Ehrhart pflanzenhistorie (1753) 2, 247; er trug ... 2 kinder auf glostender leiter herunter Schubart vaterländ. chron. (1787) 182; Martha schlug feuer, entzündete am glostenden zunder einen schwefelspan Sperl d. fahrt n. d. alten urkunde (1909) 19; öfen glosten, aus rillen und ritzen bleckt grimmige zähne die brodelnde eisenglut K. Bröger d. singende stadt (1914) 9. im schweizer. wie bei glosen auch 'funken sprühen': scintillas agere glosten Dentzler clavis lat.-germ. (1713) 688a; oft in bildlicher oder übertragener anwendung: es hat (vom armen Konrad her) aber hin und wider noch glostet Joh. Jac. Gabelkhover (17. jh.) bei Fischer schwäb. 3, 707; als damaln die Lutherische sucht selbiger orthen auch angefangen zu glosten Conr. Vetter v. d. jungkfrawkloster S. Benedictordens (1614) b 3b; wenn noch ein fünkchen verstand in diesem gehirne glostet Schiller 2, 62 G.; habt ihr denn noch gar nie (aus liebe) hellauf brennt? oder doch geglostet! P. Dörfler Apollonias sommer (1934) 44. 33) 'spähen, lugen', vereinzelt bei Musäus, der glostern (s. d.) und glosen (s. d. 3) in gleichem sinne gebraucht: das fräulein glostete ein wenig unter dem schleier hervor volksmärchen d. Deutschen (1782) 1, 76; vgl. ebda 13.
3921 Zeichen · 85 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    glostensw. v.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    glosten sw. v. , mhd. nhd. glosten. — Graff IV,292. glostat: 3. sg. Gl 1,343,39 ( S. Paul XXV d/82, 9./10. Jh.; zu -at f…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    glostenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    glosten swv. BMZ s. v. a. glosen Ms. ( H. 2,287 b . 289 a ). Hadl. dâ von sach man dâ glosten (: kosten) kleinœte manger…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    glostenvb.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    glosten , vb. , älter auch glösten. im schwäb. und schweiz. entwickelt sich glosten zu gloschen ( vgl. Weinhold alem. gr…

  4. modern
    Dialekt
    glosten

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    glosten s. glasten .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit glosten

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von glosten 2 Komponenten

glo+sten

glosten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

glosten‑ als Erstglied (1 von 1)

glostendrōt

Idiotikon

glostendrōt Band 6, Spalte 1766 glostendrōt 6,1766

Zitieren als…
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Cotta, M. (2026). „glosten". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/glosten/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „glosten". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/glosten/dwb. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „glosten". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/glosten/dwb.
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