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schlinken

nhd. bis sprichw. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
6 in 5 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schlinken verb.

Bd. 15, Sp. 744
schlinken, verb., nebenform zu schlingen, vibrare, serpere, flectere, nectere. über den wechsel von k und g vgl. das oben sp. 476 unter schlank ausgeführte. ags. slincan, to crawl, slink away Bosworth - Toller 884b, engl. slink, schleichen (vergl. schlingen I, 1), auch miszgebären (vgl. schlingen II, 1, b); mnd. slinken, allmählich vergehen (von einem geschwür). Schiller-Lübben 4, 241b (vgl. schlingen I, 4), nnd. slinken, schleichen, kriechen, schlüpfen, sich weg schleichen (auch reflexiv sük weg slinken), unvermerkt verschwinden. ten Doornkaat Koolman 3, 202b; nndl. slinken, einschrumpfen, vergehen, schwed. slinka, schlottern, baumeln, sich hin und herbewegen (vgl. schlingen I, 1, 3), loshängen, slinka undan, sich wegschleichen, entwischen. hd. im selbständigen alleinigen gebrauche nur mundartlich bezeugt, slinken, vibrare, schlingen. cimbr. wb. 260b, aarg. schlingge, schleudern Hunziker 223 (gg für k, geschärfter, harter verschluszlaut, fortis, s. seite xiii. vgl. schlingen II, 1, b). die ebenda übliche wendung es het g'schlungge, es hat gefehlt, ist wol auf die bedeutung 'miszgebären' zurückzuführen (vgl. schlingen a. a. o.). in der schriftsprache ist das wort nur in verbindung mit dem ablautenden schlanken gebräuchlich. s. dieses oben sp. 480. die bedeutung von schlinken schlanken ist wol zunächst 'wankend, kraftlos gehen', dann 'sich faul herumtreiben, müszig gehen'. Weigand2 2, 592, bair. auch hangen und sich hin und her bewegen. Schm.2 2, 528 (vergl. schlingen I, 3): die redlich in der gotsforcht arbeitten, und nit faulentzen umbgehen, die händ in buosen stossen, schlincken, schlancken. S. Franck parad. 94b; ambulator, ein pflastertretter, der schlinckenschlancken gehet. Corvini fons latinit. 40b. es heiszt dann auch, gewissermaszen imperativisch, schlinkschlank gehen: das sie (die kinder) nicht müszig auf der dielen umlauffen und der tocken spielen, und also nicht nur schlinckschlanck gehn, und an der faulen ecke stehn. Brodtkorb teutsche wahrheit (1700) 288; schlingschlang gehen Spiesz 216. weiter in substantivischer verwendung schlinkschlank, m. faulentzer, müsziggänger, erzschlumper, margites, alias ein schlinkschlank. Stieler 1828. Campe. Weigand a. a. o. Bernd 264. Frischbier 2, 287a, schlingschlang Spiesz 216. in Posen auch schlinkschlankschlodi Bernd a. a. o. in Natangen gebraucht man schlinkschlank mit anlehnung an schlank von einem schlanken frauenzimmer, in Königsberg mit anlehnung an schlingen, glutire, schlingschlang von gierigen hunden. Frischbier a. a. o., schlinkeschlanken, plur. nennt man im hessischen auch wol windige reden, leere ausflüchte, ränke. Pfister 253, mit einem sonst ebenfalls üblichen bedeutungsübergang. verwandt ist auch schlinken schlenker (vgl.schlenker 2, c oben sp. 635): ist das nicht ein schlincken schlencker. Baumgart gericht Salom. (1561) ka. als ableitung von schlinkschlank läszt sich die verkürzte form schlinkschlanken auffassen. Campe. Weigand. Schmeller. Frischbier a. a. o.: faulenzen und schlinkschlanken. franz. Simpl. 1, 40. eine entstellung aus schlinken schlanken scheint schlinken schlagen zu sein. Weigand a. a. o. (der dies jedoch [] für eine wirkliche zusammensetzung mit schlagen hält). Schm.2 2, 529 (Aschaffenburg): im lentzen gehen schlinken schlagen, im sommer gehen fische fahen, im herbst thun den vögel(n) stellen, verderbt manchen guten jungen gesellen. Lehmann 2, 157. dazu schlinkenschlag, m. müsziggang: zur vermeidung des müsziggangs und schlinkenschlags. Variscus ethogr. mundi 1, 84. vgl. nd. slingerslag, slinkerslag, unter schlingerschlagbug. es kann hier anlehnung an schlinke, f. riegel, thürklinke (s. dieses 3, b) vorliegen. vgl. klinkenschlagen, sich faul herumtreiben, oben theil 5, 1197. daneben begegnet schlunkenslahen: dorumb die, die allein dô gônd schlunckenslahen, füllen, fressen und sûffen, die seind kein nutz eyner gemeynd. Keisersberg bei Weigand a. a. o.
3965 Zeichen · 108 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    schlinkenverb.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    schlinken , verb. , nebenform zu schlingen, vibrare, serpere, flectere, nectere. über den wechsel von k und g vgl. das o…

  2. modern
    Dialekt
    schlinkenschw.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    schlinken schw. : ' die Türklinke drücken '. Ich schlenk - 's isch zu - mich trefft de Schlag [ Hartmann Teemaschin 102]…

  3. Sprichwörter
    Schlinken

    Wander (Sprichwörter)

    Schlinken Schlynken vnd schlancken gehen. – Franck, Paradoxa, 88 a . D.i. faulenzen.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schlinken

26 Bildungen · 26 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von schlinken 2 Komponenten

sch+linken

schlinken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schlinken‑ als Erstglied (26 von 26)

Schlinkenbutzer

Wander

schlinken·butzer

Schlinkenbutzer Das ist Schlinkebutzer. – Nadler, 287. Ordinärer Branntwein, mit dem man die messingenen Thürklinken (Schlinke) reinigt.

Schlinkenbutzert

RhWB

Schlinken-butzert PfWB -ots- Saarl m.: verächtl. Bettler, Landstreicher.

Schlinkendrücker

PfWB

schlinken·druecker

Schlinken-drücker m. : 1. 'von Haus zu Haus ziehender Bettler, Landstreicher', Schlinkedrickeʳ [ KU-Schmittw/O ]; Syn. s. PfWB Landstreicher…

schlinken II

RhWB

schlinken II -eŋk-, eine Intensivbildung zu schlingen, Düss-Hucking schw.: etwas schl., herunterschlingen, hastig, gierig essen, trinken. — …

schlinken III

RhWB

schlinken III das Zeitw., mnd., ndl. slinken »zusammenschrumpfen«, ags. slincan »kriechen« entsprechend, ist Klevld in Mörs-Marienbaum , Kle…

Schlinkenputzer

PfWB

schlinken·putzer

Schlinken-putzer m. : 1. a. 'Zwetschgen-, Kartoffelschnaps, mit dem man Messingtürklinken putzt', Schlinkebutzeʳ [mittl. VPf ( Wilde 117, 27…

Schlinkenputzerin

PfWB

schlinken·putzerin

Schlinken-putzerin f. : 'Mädchen, das nicht zum Tanz aufgefordert wird', Schlinkebutzeʳn [ NW-Bobh ]; vgl. PfWB Schlinkenräpperin ; Syn. s. …

Schlinkenräpperin

PfWB

Schlinken-räpperin f. : = PfWB Schlinkenputzerin , -rebbeʳn [PfMHk. 42/1925 165-180]; Syn. s. PfWB Mauerblume 2. — Zu PfWB rappen 'reiben', …

Schlinkenschlager

PfWB

schlinken·schlager

Schlinken-schlager m. : 'Taugenichts, windiger Kerl', -schlaacheʳ [ LU-Maud ]; vgl. PfWB Schlänken , PfWB Schlinke 2 a, PfWB Schlinker 2. —

Schlinkenschlank

RhWB

schlinken·schlank

Schlinken-schlank m.: verächtl. 1. -iŋgəšlaŋk Müssiggänger Saarbr . — 2. a. -eŋgšlęŋk, mach kä Schl.! keine Winkelzüge Birkf-Stdt ; -šlaŋgə …